Das Thema Kindesmissbrauch beschäftigt leider in regelmäßigen Abständen immer wieder die Medien und die Öffentlichkeit. Oftmals wird Unverständnis geäußert über angeblich zu lasche Strafen für die Täter. Es war nur eine Frage der Zeit bis sich auch ein Film mit diesem Aspekt eindringlich beschäftigt. ... Bericht lesen
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Erfahrungsbericht von BillMaplewood über A Promise Kept (2004) 16.09.2004
Produktbewertung des Autors:
Humor
kein Humor
Spannung
durchschnittlich spannend
Anspruch
eher nicht
Action:
wenig
Romantik:
null
Pro:
in Ansätzen ist zu erkennen, dass der Film hätte gut werden können
Kontra:
viele zu viele Nebenhandlungen, völlig konfus in der Zusammenführung aller Handlungsstränge, nur mäßig spannend, kaum kritische Beleuchtung des Themas Selbstjustiz
Empfehlenswert?
nein
Kompletter Erfahrungsbericht
Das Thema Kindesmissbrauch beschäftigt leider in regelmäßigen Abständen immer wieder die Medien und die Öffentlichkeit. Oftmals wird Unverständnis geäußert über angeblich zu lasche Strafen für die Täter. Es war nur eine Frage der Zeit bis sich auch ein Film mit diesem Aspekt eindringlich beschäftigt. Der Film „A Promise Kept“ von Daniel Millican macht genau dies.
Die Stadt Austin in Texas wird erschüttert von einer Serie von Entführungen kleiner Mädchen. Der Cop Ben Simms (Sean Patrick Flanery) ist mit seinem Partner Roland (Brian McNamara) dem Täter bislang vergeblich auf der Spur. Doch dann wird Simms noch stärker in den Fall verwickelt: Seine Frau wird getötet als der Kinderschänder versucht Simms kleine Tochter Cassie (Emma Nichols) zu entführen. Simms ist jetzt auf Rache aus, doch ihm wird der Fall wegen seiner persönlichen Verwicklung entzogen.
Mit der neu zur Polizei gekommenen Daphne (Joey Lauren Adams) soll er einen Fall übernehmen, der ebenfalls die Öffentlichkeit von Austin beschäftigt. Ein geheimnisvoller Racheengel tötet Pädophile. Die beiden Fälle nehmen eine besondere Dramatik an als John Cutter (Steve Krieger) verhaftet wird. Er scheint der gesuchte Kindesentführer zu sein und ist der Mörder von Simms Frau. Da Simms damit rechnet, dass Cutter nur in eine Anstalt eingewiesen und nicht zum Tode verurteilt wird, will er Selbstjustiz verüben. Doch der Racheengel kommt ihm nur um wenige Sekunden zuvor und erschießt Cutter. Simms wird seinerseits vor die Frage gestellt, ob er nun diese Person jagen soll. Zudem kommen Bekannte von ihm in den Focus der Ermittlungen. Seine Partnerin Daphne verdächtigt den Ex-Navy-Seal Scott Sherwin (Jeff Speakman), die rechte Hand von Eve (Mimi Rogers), einer sehr engen Freundin der Familie Simms.
Genauso unentschlossen wie der Protagonist des Films sein soll, kommt leider oftmals auch der Film daher. Daniel Millican, der neben der Regie, sich auch für Drehbuch, Musik und Schnitt verantwortlich zeigte und zudem eine kleine Rolle in einer der ersten Szenen des Films spielt, schafft es nie seinem Film eine klare Linie zu verpassen. Die Story ist viel zu überfrachtet mit unausgereiften Nebenplots. Da ist die zu Beginn nicht gerade spannungsfreie Zusammenarbeit zwischen dem frustrierten Simms und der Novizin Daphne, da ist der Cop Roland, der von Beginn an einen mysteriösen Eindruck macht, da ist die Beziehung von Simms und seiner Familie zu der reichen, „Tante“ genannten, Eve, die lange Zeit überhaupt keinen Sinn ergibt und, und, und... Man fragt sich lange Zeit, was die ganzen Nebenplots überhaupt sollen.
Einige von ihnen tragen sicher auch dazu bei die Spannung etwas zu erhöhen. So muss man bei Simms Kollegen Roland als Zuschauer mal den Verdacht hegen, dass dieser selbst ein Kinderschänder ist, oder der Racheengel ist oder eine andere zwielichtige Rolle in diesem Dickicht aus Beziehungen spielt. Bei den meisten Nebenplots ist dies aber nicht der Fall, sie wirken lange Zeit deplaziert und ergeben erst am Ende des Films einen Sinn als alle Fäden zusammenlaufen.
Dies wäre gar nicht so schlimm, wenn den dieser Zusammenschluss aller Handlungsstränge befriedigend verlaufen würde. Dies ist aber ganz und gar nicht der Fall. Die Beziehungen der Personen untereinander, die sich mit einem Mal plötzlich ergeben, sind völlig an den Haaren herbeigezogen und lassen einen nur die Hände über den Kopf zusammenschlagen. Man weiß gar nicht, über welchen der abstrusen Kniffe, die sich Millican da ausgedacht hat, man sich am meisten aufregen soll, so ärgerlich sind sie allesamt. Das Motiv des Racheengels für seinen Rachefeldzug reiht sich da nahtlos ein.
So schafft es „A Promise Kept“ leider auch nur in wenigen Szenen eine differenzierte Auseinandersetzung mit den Themen Kindesmissbrauch und Selbstjustiz zu liefern. Das ein solches Potential vorhanden wäre, deutet der Film mehrmals an. Die Stimmen von interviewten Menschen, welche den Racheengel wie einen Helden feiern und die Zwiespältigkeit von Simms, der einen Mörder jagen soll, dessen Taten er nachvollziehen kann und sogar selbst ausführen wollte (Mord an Cutter) zeigen, dass es Ansatzpunkte für eine kritische Betrachtung vor allem des Themas Selbstjustiz gegeben hätte. Doch für eine möglichst verworrene Thrillerhandlung wird dies fast vollkommen beiseite geschoben. Da leider auch diese, unter anderem auch wegen inszenatorischer Mängel, nicht überzeugen kann, ist der Film nicht empfehlenswert. Daran ändert auch eine gute DVD-Umsetzung von McOne, die den Film nicht nur in tadelloser Bild- und Tonqualität, sowohl in deutscher als auch englischer Sprache liefert, sondern auch einige Extras bietet, nichts.
Darsteller: Sean Patrick Flanery (Ben), Joey Lauren Adams (Daphne), Mimi Rogers (Eve), Brian McNamara (Roland), Emma Nicolas (Cassie Simms)
Regie: Daniel Millican Produktion: Betty A. Buckley, Linda McAlister, Daniel Millican, Patsy Wesson Buch: Daniel Millican Schnitt: Daniel Millican