Keanu Reeves als schizophrene Zeichentrickfigur
04.01.2008
Pro:
Story, Umsetzung, Darsteller
Kontra:
recht speziell, Geschmackssache
Empfehlenswert:
Ja
 Amonima
Über sich:
Mitglied seit:21.10.2007
Erfahrungsberichte:15
Dieser Erfahrungsbericht wurde von 35 Ciao Mitgliedern durchschnittlich als sehr hilfreich bewertet
"A Scanner Darkly" ist ein weiterer Film der auf einer utopischen Story des Science Fiction Autors Philip K. Dick (Autor der Vorlagen von Blade Runner, Minority Report, Total Recall u. w.) basiert. Die Story (kurz und knapp ohne viele Details)
Im Gegensatz zu den bisher verfilmten Geschichten kommt "A Scanner Darkly" eher Psychodelisch als futuristisch daher. Es dreht sich alles um Bob Arctor, einem Undercover Agent des Drogendezernats, der sich in eine Drogenkomune einlebt um die Lieferanten und Produzenten der teuflischen Droge Substance D aufzuspüren. Seine Kollegen kennen ihn nur als "Fred" da er dank eines speziellen "Scramble Suit" unerkannt aufs Revier kann um seine Identität zu schützen. Sein Plan war ursprünglich Donna hochzunehmen, um an Sie ranzukommen hat er begonnen selber zur Droge zu greifen, wodurch seine Realität immer mehr mit einer Scheinwelt verwischt und dann kommt er noch in starke Bedrängnis als er den Auftrag erhält sich selbst zu beschatten, da er ein wichtiger Hintermann hinter Substance D sein soll. Die Besetzung
Die Hauptrolle spielt der allseits bekannte Keanu Reeves auf gewohnt brilliante Art. Zu seinen bekanntesten Rollen zählen Neo in "Matrix 1-3", Sidarhta in "Little Buddha", darüber hinaus ist er in "Speed", "Im Auftrag des Teufels", Gefährliche Brandung", "Bram Stoker's Dracula" und "Constantine" der Hauptdarsteller gewesen. Die Donna wird von Wionna Ryder gespielt, die in letzter eher durch Ladendiebstähle für aufsehen sorgte als durch ihre schauspielerischen Leistungen. Hier spielt sie widererwartend sehr gut. Sie ist bekannt aus "Beatlejuice", "Bram Stoker's Dracula" und "Edward mit den Scherenhänden" bekannt.
Als völlig abgedrehten Junkie Ernie, mit wilden Haluzinationen und kranker Paranoia, kann man hier Woody Harrelson wieder einmal bei einer wunderbaren Leistung zuschauen. Auch seine besten Zeiten sind leider schon vorbei, grosse Erfolge seiner Karriere sind "Natrual Born Killers", "Ein unmoralisches Angebot", "Money Train"und "Larry Flynt". Abgerundet wird das Hauptquartett durch den wunderbaren Robert Downey jr. als James, der ebenfalls recht paranoid und hyperaktiv ist. Downey jr. geht hier ebenfalls ziemlich in der Rolle auf und gibt eine sehr gute Vorstellung. Sein wahrscheinlich grösster Erfolg kommt erst noch in die Kinos, nämlich "Ironman" mit ihm in der Hauptrolle. Weitere bekannte Filme mit ihm sind "Zodiac", "Good Night, and Good Luck", "Gothika" und "Short Cuts".
Das Besondere Das was den Film vorallem von der Masse abhebt ist das er real gedreht wurde aber in der Postproduktion mittels des speziellen Rotoskop-Verfahren nachträglich zu einem Zeichentrickfilm wurde. Die dadurch erzielte Wirkung unterstützt den Charakter des Films ungemein, da er so noch klaustrophobischer und verstörter rüberkommt als er es als Realfilm je gekonnt hätte. Trotz des Verfahrens erkennt man aber alle Schauspieler und gerade das ist das interessante daran: Real gespielte Brillianz als Zeichentrick.
Die DVD Das Bild ist sehr klar und hat einen guten Kontrast. Der Sound kommt in Englisch und Deutsch jeweils als Dolby Digital Abmischung die man als gut, aber nicht immer perfekt bezeichnen kann. Als Specials gibts einen Audiokommentar von Regisseur Richard Linklater, Keanu Reeves, Isa Dick Hacket (Tochter von Philip K. Dick), dem Produzenten Tommy Pallotta und dem Historiker Jonathan Lethem. Desweiteren eine 26minütige Doku über die Produktion und diverse andere kleine Feauretes sowie den Trailer zum Film. Allesamt sehr interesant sowohl in Hinsicht auf die Story als auch auf die Technik. So erfährt man zum Beispiel das die Story autobiographische Bezüge vom Autor Philip K. Dick beinhaltet. Das Cover ist sehr ansprechend gestaltet und war für mich auch der Anreiz für den Film, sowie die Frage "Keanu Reeves im Zeichentrickfilm?"
FAZIT "A Scanner Darkly" ist ein psychodelischer Bilderrausch durch die von Drogen geprägte schizophrene Welt des Hauptcharakters. Das lebt der Film voll aus was vorallem durch den Zeichentrick gut rüberkommt. Sicherlich nicht jedermanns Sache aber auf jeden Fall einen Blick wert.
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23.07.2010 16:39
Eigentlich ja ein guter Bericht, aber ein grosser Fehler in der ersten Zeile! Utopie??? Was zum Teufel ist an A Scanner Darkly denn utopisch, Phillip K Dick schrieb eigentlich nur DYSTOPISCHE Bücher, und auch der Film ist dystopisch, handelt er doch von den Armen, die an Drogen zerfallen und dem Hauptprotagonist der seine Identität verliert weil er für den Überwachungsstaat arbeitet... Sonst kann ich dir nur zustimmen, Grüsse: Sourse
19.09.2008 00:36
Hi! spitzen Bericht, Gruß Jot-Oh
04.01.2008 01:00
Find das ist wirklich ein super Film! Viele liebe Grüße