A. Vogel BioSnacky Keimgerät

A. Vogel BioSnacky Keimgerät

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... Meine Empörung über die Frechheit der Firma A. Vogel wird eigentlich nur noch übertroffen von der Bestürzung darüber, dass ich allen Ernstes so dämlich war, das zu kaufen. Wenn mir sowas noch mal passiert, gehe ich zum Arzt. Begründung der Bewertung und Kaufempfehlung erübrigen sich ... Bericht lesen





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Blind, blond oder blöd?
Erfahrungsbericht von Samtpfote1213 über A. Vogel BioSnacky Keimgerät
17.11.2006


Produktbewertung des Autors:   


Pro: schimmelfreie Keime; einfach Handhabung
Kontra: überteuert; überflüssig

Empfehlenswert? nein 

Kompletter Erfahrungsbericht

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ACHTUNG: Die Abbildung oben links ist absolut falsch!!! Und Ciao hat das doppelte Kunststück fertig gebracht, darüber hinaus auch noch falsche Produktkriterien vorzugeben, die sich auf eine KAFFEEMASCHINE beziehen. Mein lieber Mann.

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Vorweg
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Dieses "Keimgerät" ist ein relativ unspektakuläres Produkt, jedoch gibt es zwei Gründe, warum es trotzdem unsere volle Aufmerksamkeit verdient:

1. Das Preis-Leistungs-Verhältnis ist eine so dermaßen bodenlose Unverschämtheit, dass sogar *mir* die Worte fehlen (was selten vorkommt).

2. Das zugrunde liegende Prinzip liefert allerdings bessere Ergebnisse als andere Keimgeräte, die oft vor allem Schimmel produzieren.


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Kaufentscheidung, Preis
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Spontankauf im Bioladen für 5,95 Euro.


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Exkurs: Keimlinge - wer will sie, wer braucht sie?
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Die Deutsche Gesellschaft für Ernährung hält zu Keimlingen folgende Info bereit:

„Als ‚Keimlinge‘ oder ‚Keimsprossen‘ sind sie bekannt und bei Vielen beliebt: die zarten und schmackhaften Jungpflanzen, die gerade die Samenschale durchbrochen oder bereits einen dünnen Stengel gebildet haben. Während dieses Keimvorgangs vom Samen zur Jungpflanze verändert sich der Nährwert im Keimling immens. Das Ergebnis: Der Gehalt an Ballaststoffen und Vitaminen nimmt zu. Keimlinge von Mungobohne, Sojabohne, Weizen und Alfalfa weisen z. B. erheblich Mengen an den Vitaminen C, B1, B2, Niacin und E auf. Die Qualität der Eiweiße und Fette verbessert sich, der Energiegehalt sinkt, Kohlenhydrate werden zu einfachen Zuckern abgebaut - der Keimling erhält seine typisch süßliche Geschmacksnote - und verlieren viel von ihrem blähenden Effekt. Dazu enthalten Keimlinge beträchtliche Mengen an Mineralstoffen. Die Gehalte an Calcium, Phosphor, Magnesium, Zink und Eisen können sich durchaus mit denen von beispielsweise Gurke, Tomate oder Paprika messen. Ebenfalls von Vorteil ist, dass durch den Keimvorgang der Phytinsäuregehalt sinkt. Denn Phytinsäure in Getreidekörnern oder Hülsenfrüchten vermindert die Aufnahme einiger lebenswichtiger Mineralstoffe aus Nahrungsmitteln. Während des Keimens nicht oder nur teilweise abgebaut werden einige gesundheitsschädigende Substanzen in den Samen von Soja-, Erbsen-, und Kichererbsen, allesamt Hülsenfrüchte. Sie müssen durch Blanchieren unschädlich gemacht werden. Zu den gesundheitsschädigenden Stoffen zählen Trypsin-Inhibitoren, die bestimmte Eiweiß-abbauende Enzyme im Körper hemmen sowie Hämagglutinine, die in größeren Mengen rote Blutkörperchen verklumpen können. Keimlinge von Gartenbohnen sollten deshalb gar nicht verzehrt werden. Unbedenklich roh verzehren lassen sich Keime der Mungobohne, der Linse und Luzerne.“
Quelle: http://www.dge.de/modules.php?name=News&file=article&sid=116


... und gut schmecken tun sie auch! Dieses knackig-frische Gemüse ist vor allem im Winter eine wunderbare Ergänzung des Speiseplans nicht zuletzt für diejenigen, die einerseits die harten Wintergemüse nicht so gern mögen, aber aus ökologischem Starrsinn heraus auch niemals im Januar Tomaten kaufen würden. Und für Freunde der asiatischen Küche sind Keime meines Erachtens vollends unentbehrlich. In vielen Asia-Shops oder gut sortierten Supermärkten gibt es Mungobohnen-Keimlinge übrigens auch fertig zu kaufen, aber wer wie ich keinen solchen Laden in der Nähe hat, muss zusehen, wie er klarkommt.

Mein Lieblingsrezept ist eine Curry-Pfanne mit Pilzen und Linsenkeimen: Zwiebel(n), Ingwer und Knoblauch anbraten, Curry-Pulver kurz mit anrösten, dann das Ganze mit etwas Wasser auffüllen, Keime und Pilze zugeben und alles ca. 3 - 5 Minuten köcheln lassen. Ich schmecke es dann meist mit Instantbrühe und/oder Sojasauce, Muskat und Chili ab und gebe zum Schluss Creme fraiche dazu, aber die Variationsmöglichkeiten sind natürlich fast unendlich. Dazu Reis - und fertig!


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Zurück zum Thema: Beschreibung des Keimgeräts
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Das sogenannte Keimgerät besteht schlicht und ergreifend aus einem Glas, das sich in nichts, aber auch wirklich gar nichts von handelsüblichen hundsgewöhnlichen Gurkengläsern unterscheidet. Es ist ca. 13 cm hoch, hat einen Durchmesser von unten ca. 9 cm, oben ca. 7 cm, und ein Fassungsvermögen von ca. 700 ml.

Dazu gibt es einen Siebaufsatz aus grünem Kunststoff, den man auf die Öffnung des Glases aufschrauben kann wie einen Deckel. Dieser Aufsatz ist seitlich noch mit einer Art Stützelement versehen, das es erlaubt, das Glas in einem 45-Grad-Winkel schräg mit der Öffnung nach unten hinzustellen, um Flüssigkeit ablaufen zu lassen.

Das war’s, da kommt nix mehr. Wer will denn für 5,95 Euro NOCH MEHR haben??


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Erfahrungen, Teil I
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Die Handhabung des Glases („Keimgerät“ mag ich es nicht im Ernste nennen ...) ist einfach:

1. Man lässt die Getreidekörner oder Bohnen oder Linsen oder was man nun gerade keimen lassen will, erst mal über Nacht einweichen.

2. Am nächsten Tag gießt man das Wasser ab, und ...

3. ... spült im Folgenden ein- bis zweimal täglich die Keime ab, indem man durch das Sieb einfach Wasser ins Glas laufen lässt, das man durch die oben dargestellte Schrägstellung des Glases anschließend gut wieder ablaufen lassen kann.

Ich nehme meist Linsen zum Keimen, und bei denen dauert es ca. vier bis fünf Tage, bis sie soweit sind, dass ich sie noch ein letztes Mal abspüle und dann in die Pfanne haue.

Das Gerät erfüllt also seinen Zweck, da beißt die Maus keinen Faden ab. Und die Tatsache, dass die Keime nicht schimmeln oder infolge stehenden Wassers anfangen zu faulen, kann man gar nicht genug loben. Bei den weit verbreiteten Keimgeräten aus geschlossenen Kunststoffbehältern mit Siebeinsatz ist das nämlich leider anders, da kann man die Keime abspülen so viel man will, sie schimmeln doch. (Nun kommt die obige Abbildung doch noch zu - zweifelhafter - Ehre, das ist nämlich so ein Ding. Von der Kapazität her kann es eine zehnköpfige Familie mit Keimen versorgen, des weiteren ist es aus schimmelfreundlichem Plastik und kostet deshalb gerade mal schlappe 20 Euro.) Ich hatte früher selbst so eins, wenn auch natürlich kleiner, das ich irgendwann wegwarf, und bei dem kleinen Beratungs-Smalltalk anlässlich des Kaufs des Keimglases gestand mir die Verkäuferin hinter vorgehaltener Hand, dass es zu diesen Dingern haufenweise Kundenbeschwerden gibt - wegen Schimmel.

Ja, sollten unter diesem Gesichtspunkt die 5,95 Euro zwar zu viel bezahlt, im übrigen aber womöglich noch einigermaßen sinnvoll angelegt gewesen sein?

Nein, waren sie nicht; lest weiter.


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Erfahrungen, Teil II
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Keime in einem Glas zu ziehen, ist besser, als dies in einem Kunststoffgefäß zu tun. D’accord.

Aber was zum Henker soll dieser Unfug mit dem Siebaufsatz und dem Schrägstellen des Glases? Für mich ist das nichts als eine Verkaufsmasche, um nicht zu sagen Käuferverarschung. Ich kann mir echt nur mit beiden Händen an den Kopf fassen, zum x-ten Mal in den Spiegel gucken, ob ich auch wirklich nicht blond bin und mich zwicken um zu sehen, ob ich träume, es hilft nix - ich habe dieses Ding gekauft.

Dabei wäre es auch für 0,00 Euro machbar gewesen: Irgendein Glas nehmen (Gurken-, Honig-, Einmach- oder Was-weiß-ich-Glas), alles machen wie oben beschrieben, und zum Abgießen des Wassers hält man dann einfach ein Küchensieb flach auf die Öffnung und dreht das Glas um - und siehe da, das Wasser läuft vorschriftsmäßig ab, und die paar Tropfen, die evtl. drin bleiben, machen absolut gar nichts. (Auch im BioSnacky-Keimglas bleibt eine minimale Restnässe, da das Glas sich nach oben hin verjüngt und der Siebaufsatz zudem einen Rand hat; beides zusammen verhindert ein vollständiges Abfließen des Wassers, da kann man es schräg stellen so lange man will.)

Diese Methode habe ich ausprobiert, bevor ich das hier geschrieben habe, und kann versichern, dass es so genauso gut funktioniert wie mit dem BioSnacky-Glas.


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Fazit
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Das BioSnacky-Keimglas ist so überflüssig wie ein Kropf - keiner braucht sowas, nicht mal geschenkt.

Meine Empörung über die Frechheit der Firma A. Vogel wird eigentlich nur noch übertroffen von der Bestürzung darüber, dass ich allen Ernstes so dämlich war, das zu kaufen. Wenn mir sowas noch mal passiert, gehe ich zum Arzt.

Begründung der Bewertung und Kaufempfehlung erübrigen sich wohl ...


   

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11.03.2008

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