Würth einmal und nie wieder?

3  15.05.2002

Pro:
Nach aussen ein Absolutes Spitzenunternehmen

Kontra:
Wer nicht in die Schablone passt hats schwer !

Empfehlenswert: Nein 

Details:

Verdienst (Ausbildung):

Qualität der Ausbildung:

Sozialleistungen:

Übernahmechancen:

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Tanzer0100

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Ich habe mehrere Jahre bei Würth im Aussendienst gearbeitet. Im grossen und ganzen war es auch ok, aber ich schreibe hier um bei eventuell interessierten Arbeitnehmern keine Illusionen aufkommen zu lassen.

Adolf Würth Künzelsau:
Umsatzstärkste Firma Weltweit; beliefert Industrie & Fach-Handwerk mit Schrauben, Werkzeug, Chemie, und anderm Zeug. Insgesammt ca. 50.000Artikel.

Bewerbung Einstellung:
Bei Würth gehen auf jedes Stellenanbebot ca. 100 bis 300 Bewerbungen ein. Geeignete Kandidaten werden zum Erstgespräch gebeten.
Hier wird einem das Unternehmen auf eine sehr vorbildliche Weise vorgestellt. Ich habe in meiner beruflichen Laufbahn nie was besseres erlebt.

Nach der Einstellung: (Aussendienst)
Beginnt eine 3 monatige Ein.-Ausbildungsphase.
Auch hier kann ich sagen ist alles sehr vorbildlich organisiert. Es fällt mir auch als Ex-Mitarbeiter schwer die Sache schlechter zu machen als sie ist.
Die Motivation wird in diesen 3 Monaten auf ein Höchstniveau geschraubt.
Nachteil: Kritik an Produkten, sollte man besser für sich behalten.

Gebietsübernahme im Verkauf:
Die Kunden welche man übernimmt, sind meist vom Vorgänger am letzen Besuchstag bis unters Dach mit Würthartikeln zugestellt worden, sodass man es sehr schwer hat in den Folgewochen Artikel zu verkaufen.

Verkauf:
Die Verkaufsziele sind auch für Neueinsteiger oberstes Gesetzt. Wer hier unter die Tolleranzschwelle von 100% fällt, kommt in den Genuss alle Verkaufsweisheiten der Erde eingebuttert zu bekommen. Auch mit der im Arbeitsvertag geregelten Arbeitszeit (7-16Uhr) nimmt man es bei Würth nicht so ernst. Meine Arbeitstage dauerten meist von 7-20Uhr und nicht selten kam ich nach den 2 mal wöchentlichen Schulungen/Besprechungen erst gegen 23Uhr nach Hause.
Ach übrigens, wenn man viel verkauft, wird das Gebiet (und die Provision daraus) aufgeteilt und ein neuer Verkäufer eingestellt.

Argerlich:
Es wird nicht anerkannt, vergütet oder entlohnt. Aber man muss jeden Abend Umsätze per PC-Weiterleiten. Faxe an Vorgesetzte schicken mit Umsatzzahlen und und... Die Gebühren hierfür belaufen sich auf ca. 200DM erstattet werden nur 50DM. Und das auch wenn man nach einer Tagung erst um 22Uhr nach Hause kommt.


Gehalt/Verdienst:
Als ich begonnen hatte verdiente ich mtl. zw. 4000-6000.-DM (ca.2000-3000Euro) Brutto.
Bei Würth steigen die Sollzahlen Mindestumsatz jedes Jahr ca. 15-20% an.
Ich war in der glücklichen Lage diese Zahlen auch zu erfüllen.
Spesen gibt es auch, aber die reichen nicht aus die Kosten zu decken.
Jedoch nach ca. 1,5Jahren änderte die Geschäftsleitung dann die Provisionssätze vieler Artikel um. Dadurch war mein Verdienst um monatlich 2000.-DM (ca.1000Euro) von heute auf morgen gesunken.
(-minus-)

Sogenannte Mitreisen:
Das sind Tage, an denen ein Vorgesetzter (ein absolut Linientreuer Mitarbeiter) bei einem im Auto mitfährt. Bei allen Kundengesprächen mit anwesend ist und oft mit viel Druck auf die Kunden einwirkt, damit diese kaufen. Der Dank dafür ist, danach sind die Kunden oft verärgert, und dem Verkäufer wird klargemacht das man mit dieser Methode mehr verkauft und gefälligst jetzt immer so agieren soll. (-minus-)


Monatsgespräche:
Ein mal im Monat wird einem vom Vorgesetzten eine Statistik vorgelegt. Daraus kann man alle positiven und alle negativen Entwicklungen ablesen. Es ist eine reine Auslegungsache, immer, immer gibt es etwas zu verbessern! Man glaube nur nicht das es mal ein Ende haben könnte. (-minus-)

Dienstfahrzeug:
Meist ein fabrikneues Auto, ab dem ersten Arbeitstag zu vollen Verfügung, auch Privat. Auch die Ehefrau darf fahren, auch in den Urlaub darf man damit fahren.
Ein absolutes ++plus++
Wer gut verkauft bekommt ein grösseres, wer nicht fährt eben Golf, Astra,..

Kollegialität:
Wer fragt bekommt meist auch promt Hilfe, aber ....
Es ist wie in vielen Unternehmen, mache bekommen mehr und mache eben weniger. Auch mobing und ausspionieren sind an der Tagesordnug. Kontrollanrufe mit der Unterstellung "man sei Zuhause" gibt es auch, vor allem dann, wenn die Verkaufszahlen von den Vortagen nicht so doll waren. Für solche Zwecke gibt es auch immer einen Kollegen von dem man eigentlich "glaubt" er sei auf deiner Seite, denkste.

Urlaub:
ganze 24Tage, wer über 35Jahre ist bekommt sogar 26Tage Urlaub!! Die nimmst Du gefälligst in den Sommerferien, ohne das der Umsatz zurück geht!!

Wochenenden:
Würth hat kein Problem damit einem die Wochenenden zu verplanen, mit seinem Hausmessen, Ausflügen und sonstigen Einfällen. Karten für Fusball Bundesligaspiele mit Kunden versteht sich, gibt es auch, nur schade wenn jemand als Verkäufer keinen Fussball mag aber trotzdem mit dem Kunden hingehen soll.

Stress:
Ja, der Stress, ist bei einer Verkaufsarbeit bei Würth an der Tagesordnung, man sollte damit umgehen können. Wenn nicht, besser einen anderen Arbeitgeber suchen.

Kündigung:
Nach meiner Küdigung lernte ich meinen Arbeitgeber von einer anderen Seite kennen. Mehrere meiner damaligen Kunden hatten bei mir angerufen und mitgeteilt, das mein Vorgesetzer bei ihnen gewesen wäre um kein gutes Haar an mir zu lassen. Vielleicht gehört dies heute zum Arbeitsleben dazu.

Sonstiges:
Alles in allem, hatte ich eine schöne Zeit bei der Fa. Würth, ich würde dort nicht mehr arbeiten! Der Grund liegt an der Hand, wer lässt sich schon gerne bei Mehrleistung seinen Verdienst um 1000.-DM monatlich kürzen. Zweitens ich habe eine eigene Meinung und möchte diese auch zum Ausfruck bringen dürfen und in meinem Arbeitstiel einfliessen lassen. Bei der Fa. Würth (Ich spreche für den Aussendienst) kann man das auf Dauer nicht. Unmöglich!

Anmerkung Ausbildungsdauer:
Für Aussendienstmitarbeiter ohne Verkaufserfahrung,
3 Monate Einarbeitungszeit und dann ab in den Verkauf.
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Kommentare zu diesem Erfahrungsbericht
Carys_L

Carys_L

25.05.2006 20:00

Naja... ich arbeite selbst seit 3 Jahren bei der Würth, allerdings in der Schweiz. Die meisten deiner Aussagen kann ich nicht bestätigen. Ich arbeite zwar nicht im Aussendienst, aber Themen wie Firmenkultur und Arbeitsklima kann ich auch beurteilen. Würth hatte Ende 2005 knapp über 50'000 Mitarbeitende. Wenn die Löhne so schlecht wären wie du behauptest und Mobbing an der Tagesordnung sein soll wie Cappuccino-Mama behauptet, wundere ich mich, wie die Unternehmung Würth überhaupt bestehen kann! Du schreibst, Würth vermiest dir die ganzen Wochenenden... ich kann mir nicht vorstellen, dass du lieber bei einer Firma arbeiten würdest, die dir vom Lohn und Sozialleistungen abgesehen überhaupt nichts bietet! Was mich übrigens noch interessieren würde, ist, ob die Mehrzahl der Kritiker hier selbst auch Arbeitserfahrung bei Würth vorweisen können. Versteht mich nicht falsch, ich bin immer offen für alle Meinungen und versteh es auch, wenn nicht alle von dieser Firmenkultur überzeugt sind. Aber bitte nur konstruktive Kritik!

Tramper

Tramper

07.02.2004 12:17

Irgendwoher muss ja der Reichtum des Firmengründers kommen. Und wenn beim Verdienst der Mitarbeiter gespart wird. Gruß Tramper

Ascor

Ascor

23.10.2002 21:39

danke für die warnung, komme aus dem näheren umkreis der würth zentrale umd hatte schon vor mich da zu bewerben.

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