Erfahrungsbericht über

A child called it / David Pelzer

Gesamtbewertung (12): Gesamtbewertung A child called it / David Pelzer

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MACHT DIE AUGEN AUF!!!!

5  05.01.2006

Pro:
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Kontra:
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Empfehlenswert: Ja 

steffi_1

Über sich:

Mitglied seit:21.06.2000

Erfahrungsberichte:283

Vertrauende:72

Dieser Erfahrungsbericht wurde von 64 Ciao Mitgliedern durchschnittlich als sehr hilfreich bewertet

Jetzt geht's aufs Abi zu und um noch einmal überall Extrapunkte einzukassieren, hab ich mir gedacht, ich könnt ja mal in ein paar Fächern Referate halten. Und natürlich nimmt man hierfür dann Fächer, in denen man gerade irgendein Thema hat, was einem ganz gut gefällt, mit dem man etwas anfangen kann usw. So kam es auch dazu, dass ich letztendlich meinte ich will in Englisch ein Referat halten und als meine Lehrerin meinte über welches Thema, kam es mir gerade recht, dass eine Schwester mir ein paar Tage zuvor ein Buch auf Englisch in die Hand gedrückt hatte und meinte "Das musst du unbedingt lesen!".
Dieses Buch ist "A Child Called ´It`" von Dave Pelzer, einem Schriftsteller von dem ich davor ehrlich gesagt noch nie etwas gehört hatte, aber gut, man muss ja schließlich offen für neue Sachen sein und dismal war ich wirklich sehr überrascht.

Der Einband ist weiß, die rechte Hälfte eines Jungengesichts in schwarz-weiß ist abgebildet und in goldener, schöngeschwungener Schrift ist "A Child Called ´It`" zu lesen. Das Buch hat insgesamt 225 Seiten, allerdings sind hier noch zwei kurze Einführungen in die zwei folgenden Bücher dabei. Die eigentliche Geschichte ist auf 169 Seiten zu finden.

Dann ist es so, dass Dave Pelzer seine schlimme Kindheit niedergeschrieben hat, um besser damit umgehen zu können. Er fängt im Alter von 4 Jahren an und es endet im Erwachsenenalter. Ganz klar, dass so viele Jahre nie und nimmer in 169 Seiten untergebracht werden können, aber "A Child Called ´It`" ist auch nur der erste Teil der Triologie.
In diesem ersten Teil wird Daves Leben in der Zeit von seinem 4. bis hin zu seinem 12. Lebensjahr erzählt. Um das ganze so darzustellen, wie er es damals empfunden hat, hat Dave Pelzer das Vokabular eines Kindes genommen, da er dem Leser eben seine Geschichte aus der Kinderperspektive darlegen möchte.

Wie gesagt, ist die Handlung in dem Buch wirklich passiert, dass muss man sich immer wieder vor Augen halten! Der Fakt, dass Dave Pelzer eines der 3 am schlimmsten missbrauchtesten Kinder von California ist, und er von den 3 der einzige ist, der noch lebt, lässt uns vielleicht gerade mal erahnen, wie schlimm diese Zeit für ein so kleines Kind gewesen sein muss.


Die Handlung

Alles scheint perfekt zu sein! Eine Familie, 3 Kinder, eine liebevolle Mutter und einen führsorglichen Vater. Die Mutter passt auf die Kinder auf, während der Vater als Feuerwehrmann seine Familie ernährt. Eine Idylle wie im Film: Ausflüge, Picknick, Urlaube und alles voller Harmonie .... bis eines Tages die Mutter anfängt nur noch auf dem Sofa zu liegen und Alkohol zu trinken während ihr Mann am Arbeiten ist. Und dann fängt es an: Die Mutter fängt an ihren Sohn David zu demütigen und ohne Grund immer öfters zu bestrafen. Es beginnt alles noch ganz harmlos, mit Fernsehverbot doch bald findet die Mutter gefallen daran und steigert ihre Strafen immer mehr, so dass der Junge bald tagelang nichts mehr zum Essen bekommen, geschlagen wird und dann ständig Aufgaben im Haushalt bekommt die er in einem Zeitlimit erledigen muss.
Der Junge hat so einen Hunger, dass er schließlich sogar in der Schule anfängt, seinen Mitschülern das Essen aus ihren Lunchboxen zu klauen, damit er wenigstens etwas zum Kauen bekommt, doch nach einiger Zeit fällt das natürlich auf und bald kommt raus, dass er derjenige ist, der seine Mitschüler bestiehlt. Als es rauskommt, ruft der Schuldirektor bei seiner Mutter an und als David nach Hause kommt, wird er deshalb noch mehr geschlagen als davor.
Mittlerweile ist es soweit, dass seine Mutter ihn nicht einmal mehr beim Namen nennt, sie nennt ihn einfach nur noch "The Boy".
David freut sich immer wenn sein Vater da ist, denn vor ihm tut seine Mutter ihm erst mal nichts an, und später dann nur noch "ertragbare" Sachen. Außerdem hilft sein Vater ihm immer, oder er versucht es zumindest. Der Vater klaut öfters Brot aus der Küche und bringt es seinem Sohn David. Doch das bleibt vor seiner Frau nicht verborgen und so kommt es immer öfters dazu, dass die Mutter und der Vater abends streiten. Für diese Streits macht die Mutter David verantwortlich und bestraft ihn deshalb noch härter.
Mittlerweile ist es so hart für David: er darf nicht mit seinen Brüdern spielen, muss unter dem Esstisch schlafen und halt als Zudecke nur Zeitungspapier, in der Schule wird er zum Außenseiter weil er seine Klamotten Tag für Tag tragen muss und sie nie gewaschen werden ....
Nachdem er immer noch nicht wieder regelmäßig was zum Essen bekommt, macht David sich Gedanken, wie er an was essbaren gelangt. In der Schule klauen geht nicht mehr ... irgendwann kommt er auf die Idee er könnte in dem Einkaufsladen, der in der Nähe der Schule ist, in seiner Pause Essen klauen gehen. Doch auch hier wird er bald erwischt und wieder wird seine Mutter angerufen. Das hierauf eine Bestrafung folgt ist mittlerweile klar.
Sein Hunger ist jedoch immer noch nicht gestillt und deshalb isst er abends heimlich die Essensreste, die er eigentlich in den Müll werfen sollte. Als die Mutter das mitbekommt, fängt sie an Ammoniak in die Essensreste zu schütten, so dass David auch hier keine Chance hat etwas zum Essen zu bekommen.
Es ist soweit, David wird gesagt er darf ab nun nur noch unter dem Essenstisch schlafen, zugedeckt mit Zeitungspapier, um ihn noch mehr zu quälen gibt die Mutter David löffelweise Ammoniak zu essen und letztendlich sticht sie ihn sogar ein Messer in den Bauch.
Nach dieser Tat verarztet die Mutter ihren Sohn erst mal notdürftig, schickt ihn dann aber gleich wieder zum Abspülen.
Die ganze Geschichte geht noch weiter, es geht so weit dass die Mutter nun ihr 4. Kind zur Welt bringt. Die Familie fährt nun in den Urlaub an den Russian River und als die Mutter, mit dem Neugeborenen und David alleine im Wagen ist, lässt sie David den Inhalt der vollen Windeln des Babys essen.

Ich will hier nicht noch mehr erzählen, denn man sollte das Buch wirklich selbst lesen. Man kann gar nicht beschreiben, wie grausam die Situation von David ist.
Auch kann man gar nicht alle Gemeinheiten der Mutter kurz zusammen fassen, da sich die Mutter immer wieder neue Sachen einfallen lässt, böser, gemeiner, demütigender ....


Man kann sich gar nicht vorstellen, dass so etwas wirklich passiert ist bzw. auch heute sicherlich in manchen Familien passiert.
Ich frage mich, was in einer Frau vorgeht, die ihr Kind so schlecht behandelt. Man hat das Kind schließlich 9 Monate in sich getragen, da entsteht doch etwas wie Muttergefühle, Liebe etc. ich kann da einfach nicht verstehen wie man von jetzt auf gleich ohne Grund anfängt, sein Kind zu hauen, ihm nichts mehr zu Essen zu geben, ihn unter dem Küchentisch schlafen zu lassen usw. Das komische da dran ist, dass David noch Brüder hat und den Brüdern gegenüber war die Mutter weiterhin liebevoll nur David hat alles abbekommen.
Wahnsinn ist auch, dass der Vater dabei stand, zugeschaut hat und nichts gesagt hat. Wenigstens er hätte doch der Mutter ihre Grenzen zeigen müssen, es ist schließlich sein Kind, sein eigenes Fleisch und Blut! Wirklich unglaublich wie alle daneben stehen und zuschauen und keiner was sagt bzw. was dagegen tut.
Auch dem Schuldirektor hätte auffallen müssen, dass da etwas nicht stimmt, wenn ein Kind schon anfängt die Pausenbrote seiner Mitschüler zu klauen, da muss doch etwas dran faul sein? Aber es ist nun mal leider so, dass viele einfach die Augen zu machen weil sie Angst haben den Mund aufzumachen.

Heute bin ich mit dem Buch fertig geworden und ich bin auf jeden Fall sehr gespannt auf die anderen zwei Teile der Trilogie.

Wie der Titel "A Child Called `It`" es schon sagt, ist das Buch auf Englisch, denn für die Übersetzung des Buchs ins Deutsche gibt es eine extra Kategorie!!!!!

Ich kann jetzt zwar nur das Schulenglisch, aber ich bin sehr gut durch das Buch durchgekommen und hab kein einziges Mal ein Wörterbuch verwendet. Natürlich gibt es hier und da ein Wort, bei dem man nicht weiß was es bedeutet, aber im Textzusammenhang kann man dann wieder erahnen was es heißt/bedeutet.

"A Child Called `It`" war über 6 Jahre der Bestseller der New York Times, war Nummer 1 der internationalen Bestseller und das Buch war für den Pulitzer Preis nominiert.
Zudem wurden die Werke von Dave Pelzer in über 29 Sprachen übersetzt, das ist schon Wahnsinn!
Zu finden ist es in verschiedenen Verlägen zu verschiedenen Preisen. Meine Version ist aus dem Orion Verlag, meine Schwester hat es nämlich in England gekauft.

Weitere Werke von Dave Pelzer sind: The Lost Boy, A Man Named Dave, Help Yourself , The Privilege of Youth und Help Yourself for Teens.
Nach seinen schlimmen Erfahrungen in der Kindheit, hat Dave Pelzer angefangen sich in Kinderschutzorganisationen einzusetzen, hat verschiedene Selbsthilfegruppen gegründet und setzt sich eben gegen Kindsmisshandlungen ein.

Im Großen und Ganzen weiß ich nicht was ich sagen soll. Ich finde das Buch klasse ist hier wohl falsch. Aber ich finde es gut, dass so in die Öffentlichkeit gelangt, wie manche Kinder behandelt werden/wurden, wie sie es sehen, was sie dabei fühlen und wie hilflos sie eigentlich sind. Es ist Wahnsinn wie weit manche Menschen gehen und wie viel Spaß es ihnen macht, sich immer wieder neue Gemeinheiten auszudenken.
Ich denke mir nur, wie fertig muss ein Kind sein, wenn die Mutter es nicht einmal mehr beim eigenen Namen nennt, man wie ein Sklave behandelt wird, von allen anderen ausgeschlossen wird und selbst der Vater, von dem man bisher so viel gehalten hat, die Augen zumacht und das alles geschehen lässt.
Wir sollten uns mal Gedanken machen und dafür ist das Buch wirklich gut, denn es bringt einem zum nachdenken. Solche Sachen können im Umfeld von jedem von uns geschehen und solche Kinder/Menschen brauchen Hilfe!
Ich kann nur jedem empfehlen, das Buch zu lesen, denn solche Themen werden meiner Meinung nach immer noch viel zu sehr totgeschwiegen, übergangen, ignoriert.
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Kommentare zu diesem Erfahrungsbericht
Sommergirl-Mary

Sommergirl-Mary

29.09.2011 14:09

Krass dass im Prinzip alle Beteiligten wie Vater, Lehrer und Geschwister einfach zugeschaut haben... wie krank ist das denn bitte?

steffisaudron

steffisaudron

18.07.2006 16:53

kenn das mit dem abi und den noten aufbessern..habs aber zum glück schon seit einem jahr hinter mir

Dear_Diary

Dear_Diary

10.03.2006 17:34

Unglaubliches Thema / Buch, freut mich, dass du dir so etwas durch gelesen hast. Selber kenne ich es gar nicht, werde aber mal sehen, ob ich es irgendwo her bekommen kann. Habe mich teilweise mit meinen Berichten in deiner Beschreibung wieder gefunden. Was heißt teilweise, eigentlich mehr als 50 %, sagen wir 90 %. So hoch könnte auch ungefähr die Zahl derer sein, die solche Schandtaten für sich behalten...

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