Hornby, A long way down
"Nick Hornby kann man nur lieben oder hassen", diesen Satz habe ich nun schon öfter gehört, zuletzt zitiert von einer Rezensentin in der Süddeutschen Zeitung.
Nun ja, ganz so sehe ich das nicht: ich mag Hornby sehr, sehe überhaupt keinen Grund ihn zu hassen, lieben ... Bericht lesen
trauriger und wunderbar einfühlsamer Roman über vier ganz unterschiedliche Menschen, die zufällig an einem Silvesterabend aufeinander treffen und deren Leben sich durch dieses Treffen für immer verändert ...
zusammen auf dem Dach eines Londoner Hochhauses? Party? Weit gefehlt! Zufällig wollen sie sich alle gleichzeitig vom Dach stürzen. Doch, dass andere zusehen, macht die Sache nicht leichter. Also erstmal eine Runde plaudern - und sich dann verabreden, für den Valentinstag. Ereignisreiche Wochen machen aus Fremden Freunde fürs Leben ...<br /> <br />
fremde Menschen mit dem selben Ziel - ein Sprung vom Dach soll dem eigenen Leben ein Ende setzen. Doch keiner will vor Zeugen Selbstmord begehen. Also setzen sich alle vier Lebensmüden zu einer ziemlich verschrobenen Selbsthilfegruppe zusammen. Und verschieben am Ende der Nacht den Selbstmord bis auf weiteres... Nick Hornbys Bestseller gelesen von Morwenna Banks, Neil Pearson, Sophie Thompson u.a.
dass die vier Lebensmüden, die sich Silvester auf dem Dach eines Hochhauses begegnen, nicht springen, sondern sich gegenseitig ihre Geschichten erzählen: die Hausfrau Maureen, der ehemals berühmte Talkmaster Martin, das ebenso aufmüpfige wie unverstandene Mädchen Jess und der glücklose Musiker JJ. Die vier verabreden, mit dem finalen Sprung bis zum Valentinstag zu warten - und so findet eine Gruppe von Menschen zueinander, die unterschiedlicher nicht sein könnten und die einander doch auf wundersame Weise zu helfen wissen ...
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Erfahrungsbericht von Die_Buchhaendlerin über A long way down / Nick Hornby 23.07.2005
Produktbewertung des Autors:
Niveau
durchschnittlich
Stil
ausschmückend
Spannung
durchschnittlich spannend
Wie ergreifend ist die Story?
ergreifend
Pro:
anrührend, witzig, flüssig geschrieben
Kontra:
manchmal etwas oberflächlich
Empfehlenswert?
ja
Kompletter Erfahrungsbericht
Hornby, A long way down
"Nick Hornby kann man nur lieben oder hassen", diesen Satz habe ich nun schon öfter gehört, zuletzt zitiert von einer Rezensentin in der Süddeutschen Zeitung. Nun ja, ganz so sehe ich das nicht: ich mag Hornby sehr, sehe überhaupt keinen Grund ihn zu hassen, lieben könnte ich ihn wohl für "About a boy" und noch mehr für "High Fidelity", kritisiert habe ich ihn in diesem Forum bereits für "How to be good" (obwohl - so schlecht war das gar nicht) und sein "Fever Pitch" ist immerhin ein Fußballroman, den ich als absoluter Fußballmuffel mit einigem Vergnügen ganz durchgelesen habe. Also kann ich mich insgesamt schon zu seinen "Fans" zählen, ohne jedoch in Begeisterungsstürme auszubrechen. Ich muss zugeben, dass ich sehr gespannt war auf sein neues Buch und - so viel vorab -ich wurde nicht enttäuscht!
Daten:
"A long way down" ist im Juni 2005 im Kiepenheuer und Witsch Verlag auf deutsch (trotz des englischen Titels) erschienen, es kostet 19,90, die ISBN ist 3462034553
Autor:
Nick Hornby wurde 1957 geboren, er lebt heute in London, ist verheiratet und hat einen behinderten Sohn (autistisch). Nach seinem Studium in Cambridge arbeitete er als Lehrer, begann aber bald auch zu schreiben. Neben seinen Romanen, die alle große Erfolge wurden, schreibt er auch für diverse Zeitungen und Zeitschriften. Zwei seiner Bücher wurden verfilmt "High Fidelity" und "About a boy" - beides meiner Meinung nach nicht nur sehr schöne Bücher, sondern genau so schöne Filme.
Inhalt:
Vier völlig unterschiedliche Menschen haben zur gleichen Zeit die gleiche Idee: sie möchten von einem Hochhaus herunter springen. Dumm nur, dass es ausgerechnet Sylvester ist, ein Tag an dem sich der Gedanke, sein Leben entweder zu ändern oder aber es gleich zu beenden, irgendwie anbietet. Noch dümmer, dass sich die vier Selbstmordkandidaten ausgerechnet das Hochhaus aussuchen, das als beliebter Ort, um sich durch einen Sprung auf den Asphalt zu töten, in der ganzen Stadt bekannt ist. So ist es kein Wunder, dass sie dort auf dem Dach zusammentreffen und sich gegenseitig in der Ausübung ihres Vorhabens behindern. Selbstmord ist doch eher eine Sache, die man mit sich alleine ausficht ohne Zuschauer und Beobachter. Dennoch dauert es eine ganze Weile, bis sich die Kandidaten dazu entschließen, erst mal den "long way down" über die Treppe nach unten zu gehen, anstatt den short way. Es ist das total durchgeknallte Mädchen Jess, das die andern dazu bewegt, ihr bei der Suche nach ihrem Freund zu helfen. Man einigt sich darauf, den Selbstmord zu verschieben und sich nach einem verabredeten Zeitpunkt wieder auf dem Dach zu treffen.
In jedem Kapitel wird nun immer abwechselnd die Perspektive der Hauptpersonen dargestellt. Maureen, eine ältere, spießig wirkende und lebensfremde Frau ist allein erziehende Mutter eines extrem behinderten Sohnes. Über 20 Jahre hat sie es mit ihm ausgehalten, mit einem Menschen, der nicht im geringsten auf sie oder seine Umwelt reagieren kann; nun ist sie völlig ausgebrannt und erträgt ihr leeres Leben nicht mehr. Sie ist überzeugt, dass Matt sie nicht vermissen wird, da er sie ja noch nie wahrgenommen hat. Maureen ist diejenige, die eindeutig und objektiv das schlimmste Schicksal zu ertragen hat, alle verstehen ihre Selbstmordabsichten… Jess, die hysterische, fluchende und gewalttätige 18-jährige leidet vordergründig gesehen "nur" an Liebeskummer, doch natürlich steckt noch mehr hinter der Leichtigkeit, mit der sie bereit ist, ihr Leben wegzuwerfen.
Martin ist ein abgehalfterter Talkshowmoderator (Frühstücksfernsehen), der über einen Skandal (Sex mit einer Minderjährigen) zu Fall gekommen ist. Nach einem Aufenthalt im Gefängnis ist alles futsch: Ehe kaputt, er darf die Kinder nicht mehr sehen, das Fernsehen hat ihm gekündigt und er sieht keine Zukunft mehr für sich.
Dann ist da noch JJ, der erfolglose Rockmusiker. Er, ein Amerikaner, ist aus Liebe zu einer Engländerin nach London gekommen. Nun ist seine Band, die er mit seinem besten Freund gegründet hatte, auseinander gebrochen, der Freund ist ihm abhanden gekommen und Lizzie, seine Liebe hat mit ihm Schluss gemacht. Er fristet sein Leben als Pizza-ausfahrer und denkt, er wird das bleiben bis zum Ende seiner Tage.
Die vier haben wenig außer ihrem Selbstmordwunsch miteinander gemein, sie mögen sich auch gar nicht leiden, warum sie sich dennoch dazu verabreden, in Kontakt zu bleiben, ist auf den ersten Blick nicht ganz einsichtig, aber man versteht es dann doch bald. So eine Nacht auf dem Hochhausdach verbindet mehr, als man meinen möchte, denn sie wissen etwas voneinander, das kein anderer Mensch nachvollziehen kann.
Entscheidend ist jedoch die Frage, ob der Selbstmord nur vertagt wurde oder ob "aufgeschoben" in dem Fall "aufgehoben" ist. Mal denkt man als Leser, die arme Maureen wird bestimmt springen, denn ihr Leben hat nahezu nichts Positives, dann wiederum packt mich das Mitleid mit JJ, der ohne seine Musik und alles, was dazu gehört, nicht richtig zu leben scheint. Doch auch Martin und Jess, die Personen, die mir eher unsympathisch waren beiden gelingt es in "ihren" Kapiteln, ihre Sichtweise verständlich zu machen. Wer wird am Ende springen? Alle, keiner oder nur einige? Ist das die Frage, die den Leser am meisten umtreibt?
Ja, einerseits ist das sicher eine der Spannungsstrategien, doch das nur an der Oberfläche, viel interessanter gestalten sich die Interaktionen der Selbstmordkandidaten untereinander. Ihre Treffen, erzwungene und freiwillige setzen einiges in Bewegung…
Stil:
Das hört sich ja alles nach einer sehr traurigen Geschichte an und "A long way down" ist auch irgendwie ganz schön traurig. Aber Hornby wäre nicht Hornby, wenn es nicht immer wieder auch sehr komische Elemente darin gäbe. Ich musste beim Lesen immer wieder lachen, denn seine ironische Schreibweise, seine witzigen Seitenhiebe, seine kleinen Absurditäten durchbrechen die Ernsthaftigkeit des Themas. Immer wenn die Geschichte droht zu sehr ins Rührselige abzugleiten (oh ja, das tut sie manchmal durchaus) unterbricht Hornby, stellt das selbst in Frage, amüsiert sich über seine Gefühlsduselei und macht dann aber doch wieder genau da weiter. So gelingt ihm eine rasante Gratwanderung zwischen philosophisch angehauchtem moralischem Roman und einer witzigen leichten Komödie. Meist gelingt ihm das, muss ich einschränken, manchmal erinnert er mich dann leider doch ein bisschen an Anna Gavaldas letztes (von mir hier verrissenem) Triefstück oder in seinen Lebensweisheiten an Autoren, die ich gar nicht erst nennen mag. Aber - und das ist der große Unterschied - er nimmt sich selbst nicht zu ernst. Hornby hat ein sehr feines und deutliches Gespür dafür, wenn er - in welche Richtung auch immer - er zu weit geht. So prescht er vor, nimmt sich wieder zurück, probiert ein Stück in Richtung Lebensweisheit, lässt uns lachend wieder in die Komödie taumeln und schafft es auf diese Weise, dass uns nie langweilig wird.
Meine Meinung:
Ich mag das Buch, ich habe es sehr gerne gelesen. Hornby hat schon lustigere Bücher geschrieben, meinem Geschmack nach hätte er gerne auch tiefer in die Charaktere eindringen dürfen, denn sie gehen mich durchaus etwas an nach der Lektüre des Romans, ich hätte gerne mehr erfahren über Maureens Leben, über die Hintergründe von Martins machohaftem Verhalten und auch darüber, warum Jess gar so ruppig geworden ist. Ganz besonders nahe fühlte ich mich JJ. In der Person JJs ist Hornby sich am nächsten, die (leider viel zu wenigen) Passagen, in denen er über Musik schreibt, gehören zu den besten des ganzen Buches.
Ich könnte noch sehr vieles finden und aufzählen, was ich toll fand, denn einige Male war ich ernsthaft und tief berührt; aber ich kann genau so gut auch kritisieren: ein bisschen zu oberflächlich, ein bisschen zu oft sich selbst zitierend und ein bisschen zu kurz, um ein richtig runder Roman zu sein.
Fazit:
Lesenswert, ironisch, anrührend, schön… Auch wenn es nicht ganz an seine früheren Bücher heranreicht, ist es dennoch ein wunderbarer Roman…
weitere Erfahrungsberichte
Los! Spring! Bewertung für A long way down / Nick Hornbyvon
StonerMcT
Pro: unterhaltsame Lektüre, intelligent und witzig, typisch Hornby Kontra: typisch Hornby: manchmal schwafelt er zu viel für meinen Geschmack
***Intro***
Nick Hornby braucht man nicht vorzustellen, oder? Er gehört zu den berühmtesten zeitgenössischen Autoren überhaupt und ein Kritiker lästerte kürzlich, dass seine Romane schneller verfilmt werden, als sie erscheinen…In der Tat las ich soeben ...
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Pro: flüssige Lesbarkeit, Idee, Witz & Traurigkeit Kontra: zu kurz
...Mein heutiger Bericht handelt - wieder einmal - von einem Buch, und zwar von "A Long Way Down" von Nick Hornby.
Nick Hornby, 1957 in England geboren, lebt in London, und hat auch schon mehrere bekannte Bücher geschrieben, wovon "About A Boy" und "High ...
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Niveau
Stil
Spannung
Wie ergreifend ist die ...
sehr hilfreich
11.11.2006
Sorry, Maureen! Bewertung für A long way down / Nick Hornbyvon
jesser89
Pro: gut verständlich geschrieben, regt zum nachdenken und schmunzeln an, fesselt den Leser, tolle Story Kontra: nichts
...Mein heutiger Bericht handelt von dem neuesten Buch von Nick Hornby: A long way down. Und diesmal schreibe ich über die englische Version, weil ich die eben gelesen habe. Klingt komisch, ist aber so. ;-)
WIE ICH ZU DEM BUCH KAM:
********************** ...
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...Hi,
ich möchte euch heute über das Buch A Long Way down berichten. Mit dem kauf habe ich einige Zeit gewartet da mir der Preis von 20,- für die Gebundene Ausgabe zu teuer war. Jetzt gibt es auch die Taschenbuch Version und kostet nur 8,95€.
1. Der Bu ...
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Pro: Stil ~ Figuren ~ schwarzer Humor Kontra: es hat ein Ende
...??und keiner von ihnen sah aus, als würde er der Summe menschlicher Errungenschaften noch viel hinzufügen können??
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Thriller gehen mir derzeit ganz schön auf den Docht und überhaupt habe ich seit einiger Zeit ohnehin mehr Lust auf etwas, das nichts mit diesem Genre zutun hat. Dahingehend etwas Passendes zu finden, ist allerdings deutlich schwerer als ich bisher angenommen hatte. Nach eingehendem, stundenlangem Studieren diverser Lieblingslisten eines großen Onlineshops jedoch stieß ich auf einen Autor, der mir namentlich natürlich bekannt war. Die Inhaltsangabe klang nach genau dem, das ich gerade suchte und so erwarb ich:
A long way down - Nick Hornby
+++ Bezugsquelle & Preis +++
Gekauft habe ich das Taschenbuch bei eBay.
Dort habe ich zzgl. Porto 1,50 ? bezahlt. Neu kostet der Roman 9,95 ?.
+++ Eckdaten +++
Titel...
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...Ich liebe Buchläden und manchmal gehe ich nur so zur Entspannung in einen, ohne wirklich etwas kaufen zu wollen. Meistens fällt mir dann mindestens ein Buch ins Auge, das ich gerne hätte, doch oft kann ich mich beherrschen. So schlich sich auch „A long way down“ von Nick Hornby in mein Blickfeld. Zunächst fiel mir nur das interessante Cover ins Auge. Der Klappentext klang verdammt interessant und hinzu kam noch, dass ich schon lange etwas von Nick Hornby lesen wollte, aber nie dazu gekommen war. Doch der Preis des gebundenen Exemplars schreckte mich und so legte ich es wieder aus der Hand. Aber so hatte ich hatte ich meiner Freundin, die mit mir im Buchladen war, eine Vorlage für ein Geburtstagsgeschenk geliefert und kurze Zeit später nannte ich das Buch mein Eigen. Ihr werdet jetzt erfahren, um was es geht und wie es mir...
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Pro: nick hornby=Qualität, interessante Story, verschieden Erzählperspektiven Kontra: streckenweise ein bisschen übertrieben, Charaktere bisweilen etwas überspitzt
..."A Long way down" ist ein weiteres Buch von Nick Hornby, dass sich in die Reihe von erfolgreichen Werken wie "Fever Pitch" "About a Boy" und "High Fidelity" einreiht, aber nicht unbedingt daraus hervorschaut. Das Buch hat die gewohnte literarische Qualität, die man von Hornby's Büchern gewohnt ist. Außergewöhnlich ist die Story:
Vier Menschen mit verschiedenen Problemen treffen sich zufällig an Silvester auf einen Hochhaus in London und wollen ihr Leben mit einem Sprung in die Tiefe beenden. Dieses Treffen ist auch der Grund, warum sie vorerst doch nicht springen und das Hochhausdach wieder verlassen. Ihre Wege sind nun untrennbar miteinander verbunden und so schlittern sie alle in die individuellen Probleme der Anderen.
Sehr schön an dem Buch ist ausßerdem das Stilmittel, dass einzelne Kapitel immer mit Sicht auf eine der vier...
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