Will they get away?
09.02.2011
Pro:
Wunderschöne Landschaftsaufnahmen, versierter Cast
Kontra:
Zu wenig spannend, Logiklöcher
Empfehlenswert:
Ja
 MissVega
Über sich:
Jubiläums-Stammtisch in Hamburg am 8. September 2012! Auf ein Fünftes! Das solltet Ihr Euch nicht (m...
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Dieser Erfahrungsbericht wurde von 68 Ciao Mitgliedern durchschnittlich als sehr hilfreich bewertet
Steve Zahn ist ein Mysterium. Mittlerweile 43 Jahre alt und seit 21 Jahren im Geschäft, schafft es Zahn wie kaum ein Zweiter, beständig gute bis sehr gute Leistungen abzuliefern, dabei aber in qualitativ total unterschiedlichen Filmen mitzuspielen. Ob als Rosenkrantz in "Hamlet" oder als Lenny Haise in "That thing you do!", als Wayne Wayne Wayne in "Happy, Texas" oder "Der Kindergarten Daddy", das Spektrum, welches Zahn abdeckt, ist groß. Und dennoch, trotz konstanter Qualitätsablieferung mäandert Zahn leider immer noch als B-Ligist durch Hollywood. Ich jedenfalls habe gelernt, dass man bei Filmen mit Steve Zahn eigentlich nichts falsch machen kann, "A perfect Getaway" schmeißt zur Sicherheit aber noch Milla Jovovich ("Resident Evil") und Timothy Olyphant ("The Crazies") in den Topf. Dabei rausgekommen ist eigentlich ein typischer Zahn-Film… gute Darsteller in einer fragwürdig bis durchsichtigen Story, diesmal angesiedelt im Thriller-Genre. Was die mit Logiklöchern gespickte Story nicht komplett baden gehen lässt, sind die Darsteller, und zwar alle. Entweder beeindrucken sie durch das Aufzeigen ihres Könnens oder ihrer leichtbekleideten Körper in Bikinis oder mit Sixpack und Badehose. Ebenfalls erwähnenswert sind die wirklich wunderschönen Aufnahmen von Hawaiis Insellandschaften. Cliff (Steve Zahn) und Cydney Anderson (Milla Jovovich) befinden sich auf Hochzeitsreise auf Hawaii. Um nicht nur im Luxusresort abzuhängen, planen sie einen kleinen Abenteuertrip zu ein paar abgelegenen Stränden. Unterwegs lernen sie die Anhalter Cleo und Kale kennen, die ihnen dann aber doch irgendwie komisch vorkommen, so dass sie sie nicht in ihrem Jeep mitnehmen. Kurz darauf treffen sie auf Nick (Timothy Olyphant) und Gina (Kiele Sanchez, "Samantha Who?") und beschließen, mit den beiden Outdoor-Experten weiterzuwandern. Da aber Google und Mobiltelefone auch im hawaiianischen Dschungel funktionieren, findet Cliff heraus, dass auf einer der Nachbarinseln ein frisch verheiratetes Pärchen ermordet wurde und die Mörder entkommen konnten. Da es sich auch bei den Mördern angeblich um ein Pärchen handelt, sehen Cliff und Cydney Nick und Gina plötzlich mit ganz anderen Augen. Und als dann noch Cleo und Kale wieder auftauchen und noch mistiger drauf sind als zuvor, wächst die Panik, eventuell schon von Mördern umgeben zu sein. Das aber darf man sich natürlich nicht anmerken lassen, und so beginnt ein Spießrutenlauf über die bildhübsche Insellandschaft, bei der offensichtlich jeder ein Geheimnis mit sich herumträgt. So lange es nur Geheimnisse und keine Waffen sind…
Ja, der Plot ist genauso durchsichtig, wie er sich anhört. Versierte Thrillerfans ahnen schon bald, wer hier die mörderischen Absichten hegt und wem ans Leder will. Sie haben auch mehr als genug Zeit, das in Ruhe rauszufinden, da in den ersten 60 der insgesamt 98 Minuten nicht allzu viel passiert. Der Film plätschert so vor sich hin wie ein hawaiianischer Wasserfall und vermag dabei nicht allzu viel Interessantes preiszugeben. Cliff und Cydney beim Jeep fahren, beim wandern, beim quatschen, alles nicht wirklich spannend und größtenteils überflüssig. Die kurzen Intermezzi mit Kale und Cleo und Nick und Gina wirken auch eher bemüht denn unheimlich. Nick macht ständig einen auf Soldat (der er wohl auch war) und gibt mit seinen Survival-Fähigkeiten an, während Gina fachmännisch eine Ziege entkernt und so weiter. Die Vier schlagen sich durchs Unterholz und finden sowohl idyllisch gelegene Wasserfälle als auch traumhaft schöne Strände. Man plappert so vor sich hin und hat vorrangig nicht mehr zu tun, als hübsch in der tropischen Gegend rumzustehen und die örtliche Flora zu bewundern. Erst im letzten Drittel schreiten die Ereignisse zügiger voran und es kommt so etwas wie Spannung auf. Diese wird einem nur dadurch vergällt, dass Regisseur und Drehbuchautor David Twohy („Pitch Black“, „Riddick“) offensichtlich so gar kein passendes Motiv für die Taten unseres Killerduos eingefallen ist. Warum meuchelt ein Pärchen andere Pärchen? Aus Spaß an der Freud? Geldnot? Wut? Man weiß es nicht und wird es auch nicht erfahren, was ein bisschen schade ist, da die Story eh schon nicht zu den glaubwürdigsten zählt. Aber gut, das Ganze wird darstellerisch solide umgesetzt und kann mit pittoresken Landschaftsaufnahmen punkten, das ist ja auch schon mal was. Das Ende kommt dann nicht viel logischer daher als die vorangegangene Story, ist aber zumindest recht spannend inszeniert. Sinn macht das alles nicht wirklich, aber doch einigermaßen Spaß. Weniger spaßig ist die dünne Ausstattung der Scheibe: Ton in deutsch und englisch in DD 5.1, deutsche Untertitel. Interviews mit fünf Mitgliedern von Cast & Crew, Trailer des Films sowie acht weitere Trailer.
„A perfect Getaway“ ist ein leidlich spannender 08/15-Thriller, der allerdings mit guten Darstellern und wirklich traumhaften Settings punkten kann. Logiklöcher sind reichlich vorhanden, verschwinden aber zumindest halbwegs im hawaiianischen Dschungel und richten so keinen allzu großen Schaden an. Die Spannungskurve geht deutlich zu langsam nach oben, in der ersten Stunde passiert so gut wie nichts, dann allerdings läuft man etwas zügiger am Strand lang und trachtet einander nach dem Leben. Das Ende des Films ist so durchschnittlich wie der Rest davor, aber alles in allem bin ich nicht wirklich enttäuscht von dem Film. Wenn man nicht allzu viel erwartet und sich an den Storylücken nicht stört, bekommt man einen ganz unterhaltsamen Film zu sehen. Der macht zwar optisch mehr her als inhaltlich, aber ab und zu kann man auch so was ja ganz gut haben. Steve Zahn zumindest drücke ich die Daumen, dass er doch noch mal in die A-Liga der Stars aufsteigen wird, das Talent dazu hat er. Insofern milde drei von fünf tropischen Früchtchen, die auch mal ganz schnell sauer werden können.
Bilder von A perfect Getaway (DVD)
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07.03.2011 14:02
och den fand ich eigentlich wirklich ganz nett, das war wie ein kleiner Kurzurlaub ^^*mfg*
17.02.2011 09:44
Den spare ich mir ;-) Lg
11.02.2011 18:09
.... darunter "Night Train", den ich mir auf deine Empfehlung inzwischen zugelegt habe.