Irgendwann im Jahre 1991 habe ich mich dazu entschieden, zur gesetzlichen Unfallversicherung noch zusätzlich eine Private Unfallversicherung abzuschließen. Bei Versicherungen kann man sicherlich streiten, wie sinnvoll oder sinnlos sie sind, doch bei der Privaten Unfallversicherung denke ich, ... Bericht lesen
Erfahrungsbericht von familienduell über AachenMünchener, UV 23.12.2002
Produktbewertung des Autors:
Erreichbarkeit im Ernstfall:
fast kein Problem
Zahlungsbereitschaft im Ernstfall:
nach bisschen Zögern
Beitragshöhe / Leistungsverhältnis:
gut
Allgemeine Kundenfreundlichkeit:
freundlich
Pro:
sollte man drüber nachdenken
Kontra:
immer neutral testen lassen
Empfehlenswert?
ja
Kompletter Erfahrungsbericht
Irgendwann im Jahre 1991 habe ich mich dazu entschieden, zur gesetzlichen Unfallversicherung noch zusätzlich eine Private Unfallversicherung abzuschließen. Bei Versicherungen kann man sicherlich streiten, wie sinnvoll oder sinnlos sie sind, doch bei der Privaten Unfallversicherung denke ich, einen wichtigen Bestandteil zu haben, falls mich doch einmal ein Unfall körperlich unfähig machen sollte, meine beruflichen Tätigkeiten auszuüben.
***Allgemeines***
Bei einer Unfallversicherung sind Unfälle versichert, die während der Arbeitszeit und auf dem direkten Weg zwischen Wohnung und Arbeitsplatz passieren. Doch ein Tag hat 24 Stunden und ich befinde mich nicht ausschließlich auf der Arbeit oder auf dem Weg dorthin. Also wollte ich den Rest des Tages ebenfalls versichert wissen.
Dazu dient die Private Unfallversicherung. Man kann nie ausschließen, dass nach der offiziellen Arbeitszeit ein Unfall passiert. Das kann im Haushalt sein oder im Urlaub. Egal wo und auch dieser Unfall kann dazu führen, dass man längere Zeit nicht arbeiten kann, Verdienstausfall hat oder sogar Invalidität erlangt bzw. arbeitsunfähig wird. Wer zahlt dann die laufenden Kosten weiter? Eine Private Unfallfallversicherung. Mir war wichtig, neben der gesetzlichen Unfallversicherung 24 Stunden abgesichert zu sein, egal wo ich mich gerade befinde – zu Hause, unterwegs oder irgendwo in der Welt. Und da ich tollpatschig genug bin, war es mir diese Versicherung wert.
Generell ist bei der Privaten Unfallversicherung alles möglich, d. h. man kann sich selber die Grundsumme aussuchen, die man versichert wissen will. Ein jeder kann und muss sich persönlich, so weit es geht, einschätzen können, welchen Risiken er so ausgeliefert ist und inwieweit dies Folgen auf seinen aktuellen Job haben kann. Als Berechnungsgrundlage kann man z.B. sagen, dass man bei einer vereinbarten Grundsumme von 100.000 EUR im Falle einer totalen Invalidität – Vollinvalidität 1.000.000 EUR ausgezahlt bekommt. Das mindert sicherlich nicht den Schaden und den Schmerz, hilft aber sicherlich extrem weiter, den Alltag einigermaßen finanzieren zu können. Aber wie schon gesagt, hier muss ein jeder selber nach seinem Geldbeutel entscheiden, welche Grundsumme er versichert wissen will, schließlich richtet sich danach der Versicherungsbeitrag.
***Meine Private Unfallversicherung***
Ich habe mich seinerzeit für eine Grundsumme von 51.129.19 EUR entschieden. Nach einigen persönlichen Gesprächen schien mir diese Grundsumme auszureichen, da man selber gucken muss, was hat man bereits alles versichert, denn schnell kann man hier über den Tisch gezogen werden und schließt Grundsummen ab, zahlt monatliche Beiträge und ist anderweitig eigentlich schon ausreichend versichert. Für mich sollte diese Versicherung eine zusätzliche Leistung darstellen. Bei der oben erwähnten Grundsumme bin ich bei Vollinvalidität und 350 % Progression (Steigerung) mit 178.952,17 EUR versichert, für den Fall der Fälle. Das heißt, sobald ich voll arbeitsunfähig werde, durch einen Unfall, der in 24 Stunden geschehen kann, erhalte ich diese Auszahlungssumme zu den anderen Versicherungen, die ich noch abgeschlossen habe. Für diese Summe zahle ich vierteljährlich 29,39 EUR, dass entspricht einem monatlichen Betrag von gerade mal 9,80 EUR und das war mir das zusätzliche Risiko schon wert.
Wichtig dabei ist, dass ihr euch klar werdet, was überhaupt versichert werden muss und da solltet ihr euch vorab wirklich bei der Verbraucherzentrale beispielsweise erkundigen, denn die können euch weiterhelfen, wenn es darum geht, rauszufinden, was ihr noch nicht versichert habt. Darüber sollte man in den wenigsten Fällen mit einem Versicherungsvertreter sprechen, denn die finden immer, dass man dies und jenes noch versichern sollte. Ich habe z.B. kein Krankenhaustagegeld in meiner Versicherung, weil ich dies bereits anderweitig abgesichert weiß.
Wichtig dabei ist auch, dass die Invalidität innerhalb eines Jahres nach dem Unfall erfolgen und es muss ersichtlich sein, dass die körperliche oder geistige Invalidität aus dem Unfall resultiert. Diese muss auch wieder durch einen Arzt festgestellt werden und dementsprechend der Versicherung angezeigt werden.
***Beispiele für Invalidität***
Bei einer Invalidität der Hand im Handgelenk erhält man 55 % der versicherten Summe. Für einen Daumen 20 % - für den Zeigefinger 10 % und die anderen Finger sind gerade mal noch mit 5 % versichert. Hier richtet es sich danach, dass den unterschiedlichen Fingern eine gesonderte Bedeutung beigemessen wird. Allerdings unterscheidet man dabei auch, wie weit der Verlust des Fingers z.B. den aktuell versicherten Beruf beeinträchtigen würde.
Ein Verlust eines Auges ist erstaunlicherweise nur mit 50 % versichert um euch nur einmal zwei oder drei Beispiele zu nennen.
***Kurkostenbeihilfe***
Dazu habe ich mich in meiner privaten Unfallversicherung ebenfalls entschieden. Das bedeutet, dass der Versicherer bei einem Unfall eine Beihilfe bis zu dem im Versicherungsschein festgelegtem Betrag, wenn der Versicherte innerhalb von drei Jahren, ausgehend vom Unfalltag, wegen der Schäden des Unfalls hervorgerufenen gesundheitlichen Schäden oder Folgeerscheinungen eine Kur von mindestens 3 Wochen durchgeführt werden musste.
Mir war das wichtig, da manche Folgen vielleicht auch erst später auftreten und den Alltag beeinträchtigen könnten. Wichtig dabei ist natürlich, dass die medizinische Notwendigkeit der Kur und der Zusammenhang mit dem Unfall dokumentiert und durch ein ärztliches Attest nachgewiesen werden. Aber das kennt man ja bei Versicherungen, Nachweise sind alles, damit man die Versicherung wirklich nutzen kann. Und weiterhin ist wichtig, dass diese Kurkostenbeihilfe nur einmal pro erlittenen Unfall gezahlt wird.
Bei der oben genannten Grundsumme bin ich mit einer Kurkostenbeihilfe von 1.278,23 EUR versichert, sollte ich also einen Unfall erleiden, dem eine Kur folgen müsste, würde ich diesen Betrag von der Versicherung dazu erhalten.
***Bergungskosten***
Diese habe ich auch mit versichern lassen. Hierunter versteht man kurz gesagt, die Hilfe, die entsteht, wenn man geborgen werden muss. Das kann ein Hubschrauberrettungsflug ins Krankenhaus sein oder die Bergung aus einer gefahrvollen Situation, wenn familienduell mal wieder der Ansicht ist, in den Bergen in eine Schlucht abzurutschen und alleine nicht mehr heraus kommen sollte.
Bei diesen Bergungen entstehen Kosten, die man teilweise nicht für möglich hält und ich bekäme im Fall des Falles eine Beihilfe von einmalig 1.278,23 EUR. Das sollte für die Art der Bergung hoffentlich erst einmal ausreichen.
Hier meint man u.a. auch die Suchaktionen nach Unfallopfern. Es reicht aus, wenn nur der Verdacht besteht, dass dem Versicherten ein Unfall passiert ist. Es ist aber auch der Transport im Todesfall versichert und zwar bis zum Heimatort.
***Ausschlüsse***
Darunter versteht man in der Versicherungssprache alle Arten der eventuellen Mutwilligkeit, also wenn ihr selber den Unfall mutwillig ausgelöst habt.
Was heißt das denn nun? Wenn ihr beispielsweise einen Unfall aufgrund Trunkenheit verursacht habt, dann erhaltet ihr sicherlich keinen Versicherungsschutz, weil man davon ausgeht, dass der Unfall wohl im nüchternen Zustand vermeidbar gewesen wäre.
So dumm es sich anhört, wenn ich einen Menschen ermorden will und mir dabei selber den Finger abschneide, kann ich meine Unfallversicherung ebenfalls nicht beanspruchen. Sobald der Unfall wegen einer Straftat des Versicherten passiert, erlischt der Versicherungsschutz.
Unfälle die aufgrund eines Krieges passieren sind ebenfalls nicht mitversichert. Diese Fälle hören sich sicherlich in einigen Ohren utopisch an, doch hier gilt einfach, dass Kleingedruckte des Versicherungsscheins zu lesen. Wenn wir uns vorstellen, dass ein Krieg im Irak ausbrechen würde und deutsche Arbeitnehmer Opfer des Krieges werden würden, wäre dieser Aspekt sicherlich von Bedeutung.
Wenn andere Krankheiten oder bereits frühere Gebrechen (komisches Wort – lach) dazu geführt haben, dass sie eine Mitschuld am aktuellen Unfall tragen, behält es sich die Versicherung vor, die Leistungen zu mindern. Dazu ist es aber erforderlich, dass ein vorheriges Gebrechen von mindestens 25 % bestanden hat. Ein krasses Beispiel zum Verstehen, würde ich im Fall der kompletten Blindheit Autofahren und einen Unfall verursachen, kann ich sicherlich keine Leistungen erwarten.
Hier kann ich nun wirklich nicht alle Ausschlüsse aufführen. Die müsst ihr dann wirklich dem Versicherungsschein eurer Versicherung entnehmen.
***Anschrift***
Aachener und Münchener Lebensversicherung AG Direktion Aachen Robert-Schuman-Straße 51 52066 Aachen Telefon: 0241-45601 Fax: 0241-4 565138 EMail: service@amv.de www.aachenerundmuenchener.de
***Abschließend***
Generell kann und muss man sagen, dass je höher der Grad einer Invalidität ist, desto größer ist der daraus entstehende Kapitalbedarf, um sein Leben zu gestalten. Alle Unfallversicherungen sind demzufolge ergänzbar – je nach Belieben und Geldbeutel.
Die Invaliditätsleistung wird immer als Kapitalleistung erbracht und richtet sich nach der Höhe der abgeschlossenen Versicherungssumme und dem Grad der Invalidität – wie ich oben beschrieben habe.
Auch sollte man sich klarmachen, dass je nach Schwere des Unfalls die Folgekosten extrem hoch sind und einen an den Rand des Ruins bringen würden, falls man ohne Versicherung sein sollte. Stellt euch nur mal vor, ihr müsstet die Wohnung oder Haus behindertengerecht umbauen lassen oder eine neue Existenz gründen oder euch einen behindertengerechten PKW zulegen. Alles Punkte, die man sicherlich nicht mal eben aus dem Ärmel schütteln kann.
Und hier gilt sicherlich nicht der Satz, dass man Geld sparen möchte, weil einem so was bestimmt nicht passiert. Das haben schon andere gesagt. Ich habe es bei einem Freund durch einen Unfall mitbekommen, was für enorme Kosten auf ihn zukamen nach seinem Unfall und das war dann der Punkt, dass ich mich für diese Private Unfallversicherung entschieden habe.
Noch sehr wichtig ist, dass der aktuelle Beruf bzw. die Veränderung der Versicherung angezeigt werden muss. Und zwar schleunigst, sonst riskiert ihr im Fall des Falles, dass die Versicherung sich querstellt.
Nach einem Unfall, der die Versicherung in Anspruch nehmen würde, muss sofort ein Arzt hinzugezogen werden und der Versicherung muss der Unfall innerhalb 48 Stunden angezeigt werden. Als Versicherter bin ich verpflichtet, dem ärztlichen Rat nachzukommen und weitere Unfallfolgen dadurch zu vermindern. Eine Unfallanzeige bei der Versicherung muss wahrheitsgemäß erfolgen, denn schon die kleinste falsche Information kann dazu führen, dass kein Versicherungsschutz mehr besteht. Und da sind erfahrungsgemäß die Versicherungen alle mehr als kleinlich.
Ebenfalls muss der Tod innerhalb von 48 Stunden der Versicherung gemeldet werden, auch wenn der Unfall bereits gemeldet wurde. Hier ist dann entscheidend, ob eine Todesfallsumme mit abgeschlossen wurde.
So das soll nun reichen, einen großen Dank an alle, die bis hier durchgehalten haben und noch einmal der Vermerk, es gibt die verschiedensten Ausführungen zu einer Privaten Unfallversicherung. Ich habe mich hier lediglich auf meine eigene bezogen – Änderungen oder Abweichungen sind immer möglich und richten sich nach dem Vertrag, den man abschließen möchte.
Lasst euch immer im Vorfeld neutral beraten, denn viele Versicherungsvertreter habe es, auch wenn es sich klischeehaft anhört, immer noch mehr auf die Prämien abgesehen, als um die wirklich passende Versicherung.
Allen ein wundervolles Weihnachtsfest mit vielen tollen Geschenken und wer Fehler findet, darf mich unter dem Weihnachtsbaum besuchen.
Pro: solange man bezahlen kann ist alles easy Kontra: wehe man hat finanzielle Probleme
Ich bin richtig verärgert und zwar über die Aachener Münchener Versicherung Aktiengesellschaft.
Da mir in unserer Familie - wie auch im Berufleben - die Rolle der Sekretärin zugedacht ist, liegt zur Zeit eine Ladung zum Haupttermin vom Amtsgericht Chem ...
Bericht lesen
Ciao Mitglieder bewerteten diesen Erfahrungsbericht insgesamt als sehr hilfreich
Pro: Bessere Absicherung und steuerlich voll absetzbar Kontra: es ist unbedingt notwendig
Eine Unfallversicherung ist sicherlich eine der notwendigsten Versicherungen die ein Mensch benötigt. Mindestens genauso wichtig wie eine Haftpflicht oder KFZ-Versicherung.
Denn man sichert zwar sein Auto ab aber läuft selbst im Privatbereich ohne Schutz ...
Bericht lesen
Ciao Mitglieder bewerteten diesen Erfahrungsbericht insgesamt als sehr hilfreich
bei der achener und münchner bekommen vor allem über 50 jährige besonders günstige angebote mit den selben leistungen wie alle anderen,eine hohe absicherung und indivituelle leistungen sind in den günstigen beträgen keine seltenheit und werden auch sehr g ...
Bericht lesen
Ciao Mitglieder bewerteten diesen Erfahrungsbericht insgesamt als hilfreich
Viele Versicherer verkaufen gerne eine Insassenunfallversicherung zur KFZ-Versicherung, weil damit gutes geld zu verdienen ist.
Aber es ist eine Tatsache das ALLE Mitfahrer sowieso über die Haftpflichtversicherung des Halters vollen Schadensersatz bekomm ...
Bericht lesen
Ciao Mitglieder bewerteten diesen Erfahrungsbericht insgesamt als hilfreich
Jährlich verunglücken rund drei Millionen Kinder, davon etwa 20.000 mit bleibenden Schäden. Die meisten dieser Unfälle (ca. 80 Prozent) ereignen sich in der Freizeit. Doch was viele Eltern nicht wissen: Die gesetzliche Unfallversicherung zahlt nur bei Unf ...
Bericht lesen
Ciao Mitglieder bewerteten diesen Erfahrungsbericht insgesamt als hilfreich