AachenMünchener Lebens-/Rentenversicherungen

Erfahrungsbericht über

AachenMünchener Lebens-/Rentenversicherungen

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Warnung vor Aachen Münchner Rentenversicherungen

1  06.10.2004 (27.08.2005)

Pro:
noch nichts gefunden

Kontra:
Unflexibilität bei Einkommensreduzierung; unseriöse Verkaufspraktiken

Empfehlenswert: Nein 

Details:

Erreichbarkeit im Ernstfall:

Zahlungsbereitschaft im Ernstfall:

Beitragshöhe / Leistungsverhältnis:

Allgemeine Kundenfreundlichkeit:


whitestar-one

Über sich:

Mitglied seit:15.09.2003

Erfahrungsberichte:21

Dieser Erfahrungsbericht wurde von 51 Ciao Mitgliedern durchschnittlich als sehr hilfreich bewertet

Bei der Zusammenlegung unserer finanziellen Angelegenheiten mit meinem Mann schwärmte mir dieser immer von seiner Rentenversicherung bei der Aachen Münchner vor und der damit für sein Alter getätigten Absicherung. Ich habe mich nie ernsthaft damit beschäftigt, bis dies dringend notwendig wurde.

Aufgrund befristeter Arbeitsverhältnisse in den letzten Jahren trat bei meinem Mann pro Jahr für einige Monate Arbeitslosigkeit ein und im letzten Jahr kam leider dann die Arbeitslosenhilfe. Die uns damit zum Leben zur Verfügung stehenden Mittel wurden immer weniger, daher analysierten wir unsere laufenden Kosten und eventuelles Einsparungspotential. Da sich mein Mann mit den Vertragsangelegenheiten mittlerweile überfordert fühlte, habe ich für ihn die Klärung dieser Angelegenheiten übernommen und möchte daher auch meine diesbezüglichen Erfahrungen mit der Versicherungsgesellschaft und dem Produkt Rentenversicherungsverträge weitergeben:

Da mein Mann in seinen finanziellen Angelegenheiten, so auch den Versicherungen, vor unserer gemeinsamen Zeit anscheinend blind vertrauend war, arbeiteten wir zusammen auch den Versicherungsordner auf und ich stellte dabei fest, dass er über 4 aktive Rentenversicherungsverträge, alle mit 30jähriger Dauer, und monatlich zu zahlenden Beträgen zwischen rund 48 und 100 Euro, verfügte.

Ich bemühte mich, den Verlauf der vorangegangenen Jahre nachzuvollziehen und bat das vor Ort ansässige Versicherungsbüro um eine Aufstellung der aktuellen Versicherungsverträge für meinen Mann inklusive der vereinbarten Beiträge. Diese Übersicht bestätigte uns, dass es vier aktive Versicherungsverträge gab; bei der telefonischen Nachfrage beim vor Ort ansässiger Versicherungsvertreter der Aachen Münchner bekamen wir die Auskunft, dass die Bürokraft "Mist gebaut" hätte und es nur einen aktiven Rentenversicherungsvertrag gäbe. Ich bekam dabei vom Versicherungsvertreter den Rat, mich aus den Versicherungsangelegenheiten meines Mannes herauszuhalten, da das Finanzmanagement seine Aufgabe (also die des Versicherungsvertreters) wäre. Da der monatliche Versicherungsbetrag für diesen (angeblich nur) einen Rentenversicherungsvertrag auf Grund der stufenweise sinkenden Arbeitslosenhilfe durch uns nicht mehr aufzubringen war, beriet ich meinen Mann, eine Stundung wegen Arbeitslosigkeit zu beantragen, wie dies in den allgemeinen Bedingungen ausgewiesen war. Der Versicherungsvertreter forderte die körperliche Anwesenheit meines Mannes in seinem Büro (allein) und beriet ihn daraufhin: Eine Stundung wäre nur bei Abschluss eines neuen Vertrages möglich, das heißt der alte Vertrag würde erlöschen und er muss dazu einen neuen Vertrag mit einem geringen monatlichen Beitrag abschließen, was mein Mann leider auch tat.

Das Ergebnis der persönlichen Beratungen meines Mannes durch den Versicherungsvertreter - sorry "Finanzmanager" - sieht heute so aus: Seit Januar diesen Jahres erhalten wir für ALLE VIER AKTIVEN RENTENVERSICHERUNGSVERTRÄGE Beitragsforderungen, da angeblich durch uns beantragte Stundungen abgelaufen wären und Verlängerungen dieser laut den allgemeinen Versicherungsbedingungen nicht mehr möglich wären. Die Nachforderungen würden sich durch die Stundungen zwischen 500 und 700 Euro pro Vertrag und Jahr belaufen.

Ich habe in Vorbereitung einer Klärung den Gesamtsachverhalt rückwirkend wie folgt recherchiert: Der erste Abschluss einer Versicherung bei der Aachen Münchner war vor etlichen Jahren eine Risikolebensversicherung. Dabei muss man anmerken, dass mein Freund damals Anfang 20 und ledig war, bei seiner Mutter im Kinderzimmer wohnte und gerade die Berufsausbildung beendet hatte - also nach meinem Dafürhalten keinerlei Indikationen für eine RISIKOlebensversicherung erfüllte. Diese erste Versicherung wurde ihm von einem angeblichen Freund (einem Versicherungsvertreter der Aachen Münchner) verkauft, der damals unter dem Deckmantel der Freundschaft den gesamten Freundeskreis zum Abschluss von Versicherungen, die sie nicht brauchten, überredete. Mich wunderte bei Durchsicht des Vertrages, dass als Beruf meines Mannes nicht sein erlernter Beruf in der Metallbranche sondern Verwaltungsangestellter angegeben war, aber der Vertrag war zwar noch voller weiterer unstimmiger Angaben, aber für uns erledigt. Nachdem als neues Produkt die Rentenversicherung auf dem Markt war, wurden alle Risikolebensversicherungen seines Freundeskreises durch den besagten "befreundeten" Versicherungsvertreter in Privatrentenverträge umgewandelt (ich unterstelle hierbei aus gutem Grund Provisionsgeilheit). Der erste Rentenvertrag entstand so auch für ihn. Da die Beitragszahlungen (ich selbst kann nur vermuten, dass Männer nie das Kleingedruckte lesen) des angeblichen Jahresbeitrages die der Monatsbeiträge waren, versuchte mein Freund die Rente zu kündigen oder zu reduzieren, was aber angeblich auf Grund der Mindestlaufzeit von 5 Jahren damals nicht möglich war. Der ehemalige "Freund" und Versicherungsvertreter verzog plötzlich unbekannt, als sich die Beschwerden der beratenen Freunde mehrten. Die Betreuung der Versicherungen wurde an einen neuen Mitarbeiter der Aachen Münchner vor Ort übergeben und alle hofften auf eine seriöse Betreuung. Die Erfahrungen belehrten uns:

Als mein Mann nun versuchte, die besagte Rentenversicherung, die er nicht brauchte, nicht bezahlen konnte und die eine Laufzeit von 30 Jahren hat, zu kündigen, wurde ihm gesagt, die einzige Möglichkeit wäre für ihn, diese in einen neuen Vertrag umzuwandeln; der alte würde damit erlöschen. Die Monatsbeiträge waren tatsächlich geringer. Mein Mann vertraute dem; ich bekam dies nur am Rande mit, schließlich weigerte sich der Vertreter die finanziellen Angelegenheiten meines Mannes mit mir zu besprechen. Mein Mann berichtete mir, der Vertreter hätte ihm nach meiner letzten Anfrage unmissverständlich erklärt, dass er sein Handwerk verstünde und alles nur zum Wohle des Kunden täte.

Es kamen, wen wundert es, in unserem Briefkasten seit Mitte letzten Jahres immer wieder Zahlungsaufforderungen der Aachen Münchner zu den alten, angeblich gekündigten Verträgen. Mein Mann ging daraufhin mit jedem Schreiben zu seinem vertrauten Versicherungsvertreter, um die Vertragsangelegenheiten zu klären; dieser erklärte ihm bei jeder Vorsprache, es wäre schon alles in Ordnung, es würde halt nur etwas länger dauern in der Zentrale und er würde die Sache jetzt mit dem NEUEN, NOCH ABZUSCHLIEßENDEN VERTRAG erledigen und wir würden nichts mehr von dieser Versicherung hören. Mit jedem Besuch im Versicherungsbüro kamen tatsächlich Nachträge zu angeblich bereits erloschenen Versicherungen. Ich riet meinem Mann im Sinne unseres engen Haushaltsbudgets von weiteren Besuchen im Versicherungsbüro ab und strebte eine Klärung direkt bei der Zentrale der Aachen Münchner an. Es fanden danach seit April diesen Jahres keine Besuche im Versicherungsbüro mehr statt.

Am 21. Mai 2004 haben wir alle 4 Rentenversicherungsverträge beim Versicherungsbüro vor Ort schriftlich gekündigt (zum Glück vorher gefaxt mit Sendenachweis), aber es kamen keine Bestätigungen, sondern nur neue Forderungen, so dass wir mittlerweile davon ausgehen müssen, dass die Kündigung im Papierkorb landete. Bei unserer Nachfrage erhielten wir die Standardauskunft vom Vertreter, dass jetzt nun aber endlich alles in Ordnung wäre; es hätte eben nur etwas länger gedauert.

Seit Juni 2004 erreichen uns jetzt ohne unser Zutun in monatlichen Abständen Forderungen und Stundungen zu den verschiedenen Rentenversicherungsverträgen und seit August diesen Jahres erfolgen plötzlich durch die Aachen Münchner ohne erteilte Einzugsermächtigungen auch Einzüge vom Girokonto.

Wir haben bis heute keine Kündigungsbestätigungen erhalten, sondern die oben bereits beschriebenen Abbuchungen vom Konto starteten. Wir widerriefen sicherheitshalber schriftlich (auch wenn wir diese nicht erteilt hatten) alle Einzugsermächtigungen bei der Aachen Münchner für ALLE dort bestehenden Verträge. Die Reaktion bestand darin, dass jetzt auch Versicherungen, die bisher per Überweisung gezahlt wurden, plötzlich vom Konto abgebucht werden. Unsere Beschäftigung besteht daher im wöchentlichen Kontoauszugholen, Rückbuchungen und Schriftverkehr, der nie beantwortet wird.

Leider haben wir keine Rechtsschutzversicherung, die uns aus den Fängen der Aachen Münchner Rentenversicherungen befreit. Eine Antwort auf unsere Schreiben an die Kundenbetreuung haben wir bis heute nicht erhalten, was uns mittlerweile auch nicht mehr wundert.

Wir kündigen jetzt nacheinander alle Versicherungsverträge bei dieser Versicherungsgesellschaft fristgemäß und per Einschreiben. Gerechterweise möchte ich anmerken, dass mit den anderen Produkten bei dieser Versicherung (bis jetzt) keine Probleme gibt - wir nur keine andere Möglichkeit mehr sehen, deren Finger aus unserer Haushaltskasse zu lösen.

Ich kann nur jedem davon abraten, dergleichen private Rentenversicherungsverträge abzuschließen. Die Verträge haben eine Laufzeit (30 Jahre) und damit Unflexibilität, in der es nicht möglich ist, auf jegliche privaten Entwicklungen, die sich im Einkommensbereich spiegeln, zu reagieren. Die Stundungszeiten sind befristet auf 17 Monate pro Vertrag und es war uns nicht möglich, unser Sonderkündigungsrecht wahrzunehmen. Dass es sich bei uns nicht um einen Einzelfall handelt, zeigen die analogen Verläufe in unserem Freundeskreis, in denen die Beratungen und damit verbundenen Vertragsabschlüsse leider die gleiche Qualität aufweisen.

Über neue Entwicklungen, eventuell sogar die lang erhoffte Beendigung der Verträge, informieren wir gerne hier weiter.

Update vom 2004-10-17:

Siehe an, die Aachen Münchner zeigt die erste Reaktion auf unsere Aktivitäten und zwar wie folgt:

"wir wollen Ihnen kurzfristig und zeitnah antworten. Ihre Beschwerde erfordert jedoch, daß wir den von Ihnen vorgetragenen Sachverhalt genauer prüfen. Auch müssen wir dem Betreuer ... die Möglichkeit geben, zu Ihren Angaben Stellung zu nehmen. Wir benötigen daher noch etwas Zeit für die Antwort auf Ihre Beschwerde. Bitte haben Sie hierfür Verständnis. Das Lastschriftverfahren haben wir wunschgemäß eingestellt."

Soweit das Schreiben vom 2004-10-08, mit dem man zunächst einmal anfängt, sich der Sache anzuehmen. Wir werden die hilfreichen Tipps (danke dafür) im Ciao nutzen, wenn das Antwortschreiben der AA abschlägig sein sollte. Der Bericht wird natürlich fortgeschrieben.

Update vom 2004-11-29:

Nach dem sich vier Wochen lang kein Zeichen seitens der AM zeigte, forderten wir schriftlich eine abschließende Stellungnahme an. Mit Schreiben vom 2004-11-18 erhielten wir diese Info:

"....zu Ihrem Schreiben vom 23. 09. 2004 hatten wir eine Stellungnahme des zuständigen Vermögensberaters angefordert. Diese liegt uns bisher leider nicht vor. Wir möchten Ihnen deshalb folgende Vorschläge machen: Die Versicherung ... heben wir ab Beginn auf und erstatten Ihnen die eingezahlten Beiträge. Zu Ihren weiteren Versicherungen... erkennen wir die Kündigungen zum 01.10.2004 n. Die Privat-Rente .... empfehlen wir Ihnen unverändert weiterzuführen, damit Sie weiterhin die steuerlichen Vorteile nutzen können und die staatlichen Zulagen erhalten. Bitte teilen Sie uns schriftlich mit, ob Sie mit unseren Vorschlägen einverstanden sind."

Soweit herrschte erste Zufriedenheit über das Angebot, die jedoch wieder einmal Ärger wich, als über eine Woche später (mal raten?) wieder Zahlungsaufforderungen zu den angeblich eine Woche vorher aufgehobenen Verträgen im Briefkasten waren.

Natürlich konnte darauf kein freundliches Schreiben unsererseits mehr folgen. Wir haben nochmals ALLE Rentenversicherungen unmissverständlich gekündigt und auf mittlerweile etliche Fälle aus der Region hingewiesen, die sich herum gesprochen haben. Update folgt - zumindest ein Teilerfolg liegt ja schon vor.

Update vom 2005-08-27

Nach über einem Jahr Bearbeitungszeit haben wir in dieser Woche die Kündigungsbestätigung für den letzten der Rentenversicherungsverträge (als Archivkopie) erhalten (warum auch immer) und den mageren Rückkaufswert dazu. Zum Glück habe ich dabei niemals locker gelassen. Wir hoffen damit die Angelegenheit endlich abgeschlossen zu haben.
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Kommentare zu diesem Erfahrungsbericht
Miem

Miem

25.10.2006 02:30

Das hätte meinem Mann auch passieren können. Nur schließt er keinerlei Verträge ab, die ich nicht vorher durchgerechnet habe. Am schönsten fand ich, als er einen Vertrag abschließen wollte, mir die Rechnung nicht erklären konnte und mich zu der Maklerin schleppte, damit sie es mir selbst erklärte. Dazu war die Dame nicht in der Lage. Nach einen kurzem Gespräch mit ihrem Chef rechnete dann ich der Maklerin den Vertrag vor, dass ihr die Ohren schlackerten ....

Yikrazuul

Yikrazuul

29.11.2005 19:37

Also, ich weiß ehrlich net, wo das Prolbem liegt. 1) Man kann die Laufzeit der Verträge so gestalten wie man will 2) Falls es einem nicht mehr passt, legt man halt den Vertrag still. Besser als kündigen allemal. 3) Wer schließt denn 4 (!) Rentneversicherrungen ab????? Ist zwar ne nette Story, aber man sollte sich zuerst an die Nase langen, bevor man sowas postet...

KICR

KICR

29.08.2005 10:32

An Eurer Stelle hätte ich das BaFin (Bundesaufsichtsamt fürs Finanzwesen) und den Ombudsmann eingeschaltet und mich an Eure Verbraucherzentrale gewendet. Es ist doch wirklich Hönepipen, was der angebliche "Vermögensberater" da mit Euch angestellt hat. Da ich selber in der Versicherungsbranche tätig bin, kann ich Euch nur den Rat geben, dieses auch noch Nachträglich zu machen und eine Rückzahlung aller Beiträge inkl. Zinsen zu fordern. Die Adressen findet Ihr im Internet oder auf der Police. Gruß KICR

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