Abba

Erfahrungsbericht über

Abba

Gesamtbewertung (1): Gesamtbewertung Abba

 


ABBA - The Musicals

5  22.08.2002

Pro:
3 völlig unterschiedliche Musicalstile in höchster Qualität zeugen von Vielseitigkeit und Innovation

Kontra:
in Deutschland war bisher wenig davon zu sehen, doch nach der Chess - Tournee geht es mit Mamma Mia ab Ende 2002 in Hamburg rund

Empfehlenswert: Ja 

Musical-World

Über sich: Musicals, Musik, Tanzen, DVD´s, Computer und die eigene Homepage - das sind die Dinge, die mich inte...

Mitglied seit:28.12.2000

Erfahrungsberichte:190

Vertrauende:14

Dieser Erfahrungsbericht wurde von 17 Ciao Mitgliedern durchschnittlich als sehr hilfreich bewertet

1. MAMMA MIA!
Man nehme 27 Songs des berühmtesten Exportschlagers aus Schweden (jawohl ABBA, nicht das Möbelhaus), eine witzige Lovestory als Rahmenhandlung, mixe alles gut durch und schon erhält man ein “neues” Musical pünktlich zum 25. Bühnenjubiläum der Popgruppe. Was sich haarsträubend anhört, funktioniert auf der Bühne dank der lustigen Handlung perfekt und läßt beim Publikum kein Auge trocken.

Honey, Honey Sophie möchte zu ihrer Hochzeit mit ihrem Super Trouper Eddie von ihrer Ex- Dancing Queen Mamma Mia Donna wissen, welcher der 3 potentiellen Väter damals All Your Love On Ma gelegt hat. Nachdem alle drei die Einladung angenommen haben, fühlt sich Donna Under Attack, doch One Of Us muß es ja sein, aber selbst Knowing Me, Knowing You nützt wenig. Does Your Mother Know was damals in Our Last Summer wirklich geschah? Doch bevor Sophies I Have A Dream zum Alptraum mit S.O.S.-Charakter wird und alles zu Slipping Throgh My Fingers droht, Takes The Winner All und A Chance On Me und sagt vor dem Traualtar I Do, I Do, I Do, I Do...

Leider vermittelt das Booklet mit den kompletten Songtexten diese Handlung von zwei Hochzeiten und einem Trauerfall nicht, da jegliche Inhaltsangabe fehlt. Und auch die kurzen Textpassagen in den Songs, die ansonsten den Originaltext der ABBA-Produktionen aufweisen, vermitteln nur ein sehr eingeschränktes Bild vom Geschehen. So bleibt der geniale Witz des Musicals auf der Strecke.
Übrig bleibt so etwas wie ein BEST OF ABBA-Album, das von erträglich guten Sängern nicht die Größe der ursprünglichen Songs erreicht. Nur wenige Lieder lassen Emotionen spüren, die über das pure Nachsingen hinausgehen und für ein Musical-Album eigentlich Pflicht wären.
Trotzdem unterhält das Album, da man jeden Song problemlos mitsingen kann und das demnächst auch live in Hamburg im Operettenhaus, dann aber mit deutschen Songtexten, die den Genuß deutlich schmälern werden...

Fazit: Thank You For The Music - ABBA-Revival mit nachgesungenen Klassikern.

Technische Daten:
Original Cast CD mit Lisa Stokke, Siobhan McCarthy, Nigel Harman
Highlights World Premiere Recording
Musik: Benny Anderson, Björn Ulvaeus, Stig Anderson
Texte: Benny Anderson, Björn Ulvaeus
74 min, 30 sec
Polydor 1999

2. Kristina Fran Duvemala
Nach “Chess” (siehe unten)nun der zweite große Musicalerfolg vom “ABBA”-Team Benny Andersson und Björn Ulvaeus.
Die schwedische Nationalgeschichte über die nach Amerika emigrierte Kristina von Duvemala wurde als klassisch durchkomponiertes Stück mit großem Erfolg in Malmö am 7.10.1995 uraufgeführt und ist seitdem in Schweden der große Musicalrenner.

Bisher liegt leider nur die Gesamtaufnahme in schwedischer Sprache vor, deshalb hier zunächst etwas mehr zum Inhalt:
Nach ihrer Heirat mit Karl-Oscar lebt Kristina auf dem Hof Korpamoen glücklich als Mutter von vier Kindern. Doch Mißernten, der Brand einer Scheune und der Tod der ältesten Tochter Anna, die durch aufgequollenem Brei in ihrem Magen stirbt, veranlassen Kristina schließlich doch, dem Traum ihres Mannes und dessen Bruder Robert vom Land der unbegrenzten Möglichkeiten Amerika nachzugeben.
Während der Überfahrt erkrankt Kristina an Skorbut, doch endlich erreichen die Auswanderer New York. Aber auch in der Neuen Welt gibt es viele Probleme zu lösen und erst nach langer Reise und vielen Strapazen finden sie in der Stadt Taylors Falls eine neue Heimat. Robert will kein Farmer werden und entschließt sich gegen den Rat von Karl-Oscar, sein Glück als Goldsucher in Kalifornien zu machen.
Kristina bringt ihr erstes amerikanisches Kind zur Welt, sehnt sich aber sehr nach ihrer Heimat in Schweden. Karl-Oscar läßt sich als Andenken die Kerne des Astrakanapfels aus Duvemala schicken, damit Kristina einen heimischen Apfelbaum züchten kann, unter dem sich die beiden einst kennengelernt hatten.
Im Winter kehrt der todkranke und gebrochene Robert zurück, wegen Falschgeld kommt es zum Streit zwischen den Brüdern, so daß Robert völlig entkräftet und allein an einem Bach stirbt.
Nach einer Fehlgeburt darf Kristina keine Kinder mehr bekommen und somit auch nicht mehr mit ihrem Mann schlafen, was sie veranlaßt, erstmals an Gottes Existenz zu zweifeln. Kristina bereut jedoch schon bald ihre Blasphemie und legt ihr Leben ganz in Gottes Hand, denn sie will noch einmal schwanger werden.
Während eines Indianeraufstandes, bei dem die schwedischen Siedler von ihrem unrechtmäßig erworbenen Land vertrieben werden, bleibt Karl-Oscar mit seiner todkranken und schwangeren Frau zurück. Mit dem ersten geernteten Apfel des Astrakanbäumchens in ihrer Hand erfüllt sich Kristinas Schicksal in den Armen ihres Mannes.

Diese dramatische Geschichte wurde mit viel Gefühl als wirklich großes Musicalepos opulent vertont. Herausgekommen sind dabei so wundervolle Songs wie “Min Lust Till Dig”, “Guldet Blev Till Sand”, “Ett Herrans Underverk” und “Du Maste Finnas”, die von ihrem Stil fast etwas opernhaftes haben und daher um einiges reifer als das eher rockige Erstlingswerk “Chess” klingen.
Das Malmö-Musiktheater-Orchester mit großem Chor und den besten schwedischen Musicaldarstellern liefern ein rundum gelungenes Album ab.

Einziger Nachteil für internationale Ohren ist natürlich die schwedische Sprache und die damit verbundenen Verständnisschwierigkeiten - eine englische Fassung ist schon seit längerer Zeit in Vorbereitung. Für den interessierten Musicalfan ist aber diese schwedische Originalaufnahme mit einer Spielzeit von 166 min unbedingt zu empfehlen.

Fazit: Das typisch schwedische Erfolgsmusical als opulent klassisch-moderne Oper in schwedischer Sprache.

Technische Daten:
Original-Studio Cast CD mit Helen Sjöholm, Anders Ekborg, Peter Jöback, Asa Bergh
Den Kompletta Utgavan (3 CD)
Musik: Benny Andersson
Texte: Björn Ulvaeus
1. CD: 49 min, 39 sec
2. CD: 41 min, 35 sec
3. CD: 74 min, 58 sec
Mono Music Production 1996

3. CHESS
Neu in der Tour-Saison ist die Koproduktion aus Salzburg/Gdynia des Benny Andereson/Björn Ulvaeus/Tim Rice Musicals “Chess” von 1986, dessen “deutsche Erstaufführung” am 5.2.00 von Baden-Baden aus durch die Stadttheater ganz Deutschlands reist. Gezeigt wird die Londoner-Urfassung des Stücks inklusive des neuen Songs “Someone Elses Story”, der erst seit der Broadway-Fassung in die Show integriert wurde.

“Deutsch” sind übrigens nur die eingestreuten Dialoge, gesungen wird in der englischen Originalfassung, was die Verständlichkeit der ohnehin verworrenen Handlung, die dank des schwachen Buches für jede Inszenierung in geänderter Form gezeigt wird, kaum nachvollziehbar ist.

Da ist der amerikanische Schachweltmeister Frederick mit seiner geliebten Sekundantin Florence, die sich in den Gewinner Anatoly aus Rußland verliebt, der daraufhin ins Exil nach England geht und Jahre später vom Exchampion in Bangkok mit seiner Frau Svetlana konfrontiert wird, um seinen Titel an den neuen Herausforderer aus Rußland zu verlieren. Aber selbst Florence, die in Ungarn geboren wurde und mit den Hintergründen um ihren verschollenen Vater von den Russen erpreßt, kann den Sieg Anatolys nicht verhindern und die beiden trennen sich.

Das menschliche Schachspiel um den kalten Krieg ist in dieser polnischen Produktion mit synthesizer-verstärktem Orchester dank der soliden bis überdurchschnittlichen Leistungen der Hauptdarsteller durchaus sehenswert.
Die Inszenierung weist jedoch einige Schwachstellen auf: das treppenförmig gestaltete Stahl-Bühnenbild ist permanent präsent und für eine 150 min Show viel zu unflexibel und langweilig; die 300 Kostüme sind zwar aufwendig und einfallsreich, wirken jedoch allzu oft wie “polnischer Chic”, der nicht in jede Szene paßt; die Choreographie des wirklich starken Balletts wirkt immer unpassend komisch und last but not least die Rolle des “Schiedsrichters”, der als Erzähler wie ein Transvestit aus “Rocky Horror” permanent durchs Bild stolziert, paßt eigentlich nur zu “Cabaret”!

Doch dank dieser Mängel erlebt der Zuschauer einen semi-professionellen Abend, der durch Choreographie und Kostüme immer wieder köstlich amüsiert - uns die Klassiker wie “One Night In Bangkok”, “I Konw Him So Well” und “Pity The Child” sind auch auf einer kleinen Bühne sehens- und hörenswert.

Allen Daheimgebliebenen sei wärmstens die Londoner Original Doppel-CD, die Highlights-CD vom Broadway oder die aktuelle konzertante Aufführung ans Herz gelegt!


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Kommentare zu diesem Erfahrungsbericht
Musical-World

Musical-World

22.08.2002 19:13

Wie der Name schon sagt ist www.musical-world.de meine Seite. Warst Du schon mal dort? Alles über meine Homepage gibt es auch in meinem Erfahrungsbericht über www.musical-world.de (zu finden bei den Internetportalen Musik oder so...)

n-Tech

n-Tech

22.08.2002 17:24

Sehr guter Bericht! Gruß ©n-Tech

Gaylight

Gaylight

22.08.2002 15:09

ist musical-world.de deine seite???

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