Das System stimmt

5  02.11.2000

Pro:
Lernen mit System

Kontra:
nur knapp sechs Monate

Empfehlenswert: Ja 

karl.a

Über sich:

Mitglied seit:01.01.1970

Erfahrungsberichte:88

Dieser Erfahrungsbericht wurde von 10 Ciao Mitgliedern durchschnittlich als sehr hilfreich bewertet

Über die generelle Notwendigkeit juristischer Repetitorien gibt es bei der heutigen Juristenausbildung sicherlich nur wenige Zweifel. Für mich ist Abels&Lagels dabei ein Top-Repetitorium. Es wird hauptsächlich systemorientiert gelernt, das heißt nicht nur stupide anhand von Fällen, sondern die gesamte Stofffülle wird so strukturiert, daß man einen fremden Fall einordnen können soll und so zu Lösung gelangt.
Besonders die Vermittlung des Zivilrechts sucht seines gleichen, wobei mir persönlich nur der Vergleich zu Hemmer, dadurch daß ich dieses Repetitorium ebenfalls aus eigener Erfahrung kenne, leicht fällt.
Ich habe beides in Bonn gehört und fand den Besuch von Hemmer sterbenslangweilig. Insbesondere der stupide Aufbau, jeden Tag, Fall auf Fall, immer dasselbe. Außerdem haben die Dozenten (mal abgesehen vom Öffentlichen Recht) nichts zu meiner Motivation beigetragen (im Gegenteil), so daß ich mittendrin abgebrochen habe.
Mittlerweile habe ich den AL-Kurs zweimal durch und werde Anfang des nächsten Jahres ins erste Examen gehen.
Man muß dazu anmerken, daß sich aufgrund diverser Umstände mein Studium doch ein wenig in die Länge gezogen hat, so daß ich auf ein weiteres Repetitorium angewiesen war. Gerade für Studenten in einer vergleichbaren Situation ist die Wahl von AL genau das richtige, denn motiviert wird man auf jeden Fall. Insbesondere im Öffentlichen Recht (Dr. Stark) ist die Vermittlung des Stoffes einzigartig und lebensnah ("Jura ist das Leben").
Einzig und allein hapert es in diesem Bereich ein wenig an den Kursunterlagen, der Ordner im Ö-Recht ist doch etwas dürftig (soll sich aber demnächst ändern). Hingegen sind die Materialien im BGB und Strafrecht genial.
Über die Art des Herrn Langels, mit Menschen unzugehen und Kurs zu halten, kann man durchaus geteilter Meinung sein, mich jedenfalls hat die scheinbare Arroganz nicht abgeschreckt.
Ein Fazit zum Schluß: Meines Erachtens ist ein erster Besuch von AL nach Abschluß der "kleinen" Scheine bereits ratsam. Dadurch verlieren die "großen" Scheine absolut ihren Schrecken und das Verständnis von Jura wird nachhaltig verbessert.
Vor dem Examen empfiehlt sich dann die Wiederholung des Kurses, dann dürfte einem erfolgreichen Examen nichts im Wege stehen.
Natürlich ist dies alles sehr subjektiv, manch einer mag alles etwas anders empfinden, schließlich ist die Wahl des richtigen Rep's eine essenziell wichtige Entscheidung.

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Kommentare zu diesem Erfahrungsbericht
schilift

schilift

02.11.2000 13:19

Es hat natürlich immer etwas von einem Armutszeugniss, wenn die Uni nicht in der Lage ist, ihre Studenten zumindest ausreichend auf die Scheine vorzubereiten. Wenn man hierfür bereits ein Rep brauchen soll, muss irgendetwas am System falsch sein. Ich persönlich kann eigentlich immer nur - wie Du eigentlich auch schreibst - die Kombination empfehlen. Das von der Didaktik bessere besuchen und die Lern-unterlagen eines anderen (zumeist hemmer) verwenden. Denn wie Du sagst, so viele Chancen hat man für das Erste nicht. Viel Erfolg! schilift

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