Produktbewertung des Autors:
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zu teuer, kaum Service |
| Kompletter Erfahrungsbericht |
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jedenfalls nicht für den eigenen Geldbeutel... Pünktlich zum Jahresende flatterte mir der neue Gebührenbescheid des Wege-Zweck-Verbandes für den Kreis Segeberg (im folgenden kurz WZV genannt) für die Abfallentsorgung ins Haus. Im freundliche Anschreiben wird man darauf hingewiesen, daß die Gebühren zum 01.01.2001 um rund 20 % steigen, aber "große Gebührensprünge" künftig vermieden werden sollen. Als Bonbon wird einem noch eine 2-jährige Gebührenstabilität garantiert...
Bei genauer Betrachtung stellt sich dann allerdings heraus, daß die Gebührenerhöhung noch saftiger ausgefallen ist:
Kostete die 14-tägige Entleerung der 120 l Restmülltonne + 90 l Biotonne 1999 noch 232,80 DM, so stiegen die Gebühren 2000 auf DM 297,60 (+27,8%) um nun auf DM 350,40 (17,4%) , macht eine Steigerung von 50,5 % in zwei Jahren!!!
Wer auf die Biotonne verzichtet und einen eigenen Komposthaufen angelegt hat, hat eine kaum bessere Bilanz: die 14-tägige 120 l Restmüllentsorgung schlug 1999 mit DM 165,60 zu Buche, erhöhte sich 2000 auf DM 226,80 (+36,9%) und steigt nun auf DM 277,20 (+22,22%), macht eine Steigerung um 67,4 % in den vergangenen zwei Jahren.
Ganz sparsame konnten sich die 120-Restmülltonne sogar nur 1 x monatlich leeren lassen und zahlten 1999 dafür DM 146,40. Nach dem Jahrtausendwechsel mußten dafür DM 198,00 (35,25%) bezahlt werden, in 2001 sogar DM 249,60 (+ 26%). Die Steigerung der vergangenen 2 Jahre betrug hier insgesamt 70,5%.
Als Grund für diese enormen Gebührenerhöhungen wird übrigens angegeben, daß der WZV verpflichtet sei, in Zukunft rund 70.000 Tonnen Abfall pro Jahr VOR der Ablagerung auf der Deponie verbrennen zu lassen, wodurch sich der finanzielle Aufwand "deutlich" - ich sage MEHR ALS DEUTLICH erhöht.
Was mich aber am meisten ärgert, ist, daß diejenigen bestraft werden, die versuchen, Müll zu vermeiden und diejenigen, die dem WZV eine größere Abfallmange anbieten, dafür belohnt werden. Hier dazu ein anderer Vergleich (nur 14-tägige Entleerung)
120 l Restmüll + 90 l Biomüll kosten ab sofort DM 350,40 (1,46 DM/l),
240 l Restmüll + 90 l Biomüll kosten ab sofort DM 608,40 (1,27 DM/l),
660 l Restmüll + 90 l Biomüll kosten ab sofort DM 1668,0 (1,26 DM/l),
1100 l Restmüll + 90 l Biomüll kosten ab sofort DM 2622,0 (1,19 DM/l)
bzw.
120 l Restmüll ohne Bio kosten ab sofort DM 277,20 (1,15 DM/l)
240 l Restmüll ohne Bio kosten ab sofort DM 535,20 (1,12 DM/l)
660 l + 110 l ohne Bio wurden abgeschafft.
Ebenfalls nicht möglich ist die 240 l Tonne mit 4-wöchiger Entleerung.
Die absolut teuerste Variante ist übrigens 120 l + 90 l Bio im 4 Wochen-Rhythmus mit DM 2,68/l, gefolgt von 120 l Restmüll OHNE Bio mit DM 2,08/ - und das, obwohl dadurch 1 Abholungsanfahrt entfällt...
Unterm Strich bedeutet das also, wer sich bemüht, möglichst wenig Restmüll zu hinterlassen, zahlt heftig drauf. Ein-Personen-Haushalt im eigenen Haus wie meiner ist dem WZV erbarmungslos ausgeliefert, da keine weiteren Einsparmöglichkeiten bestehen. (Im Kreis Rendsburg gab's immerhin noch die Möglichkeit, die das befüllbare Volumen der Tonnen per aufgeklebter Marke weiter zu reduzieren. Es ärgert mich jedesmal, wenn ich eine nur halbvolle Tonne rausstelle und dafürd en vollen Preis bezahlen muß.) Glücklicher dran sind Hausgemeinsschaften, die sich zusammenschließen können um gemeinsam auf eine größere Tonne umsteigen zu können statt je eine eigene kleine (oder kleinste) zu ordern.
Aber auch was den weiteren "Service" des WZV angeht, bin ich mehr als unzufrieden und schaue manchmal sehnsuchtsvoll in meinen alten Landkreis (Kreis Rendsburg/Eckernförde) zurück oder neidisch auf die Einwohner Neumünsters. Im Kreis RD wurden zu Beginn des Jahres gelbe Säcke und blaue (für Papier!) ausgegeben, die im 14-tägigen Wechsel abgeholt wurden. Die 14-tägige Abholung der gelben Säcke weiß jeder spätestens im Sommer zu schätzen, nämlich bevor sie zu stinken anfangen. Die Neumünsteraner haben sogar eine blaue Tonne, die regelmäßig abgeholt wird.
Wer wie wir im Kreis Segeberg hingegen 4 Wochen auf die Abholung der gelben Säcke warten muß, braucht sowohl viel Abstellraum für diese, als auch Muskelkraft für die Kartons (oder Papiertüten), in denen man die horrende Menge anfallenden Papiers sammeln muß, bevor man sie an den Straßenrand wuchten darf (allein 2 x wöchentlich ca. 6 Werbeblättchen...)
Nicht besser sieht es beim Sperrmüll aus. In unserer Gemeinde, denn das entscheidet jede Gemeinde selber, bekommt man im jährlichen Abfallkalender einen Sperrmülltermin mitgeteilt, an dem man 2 Kubikmeter Sperrmüll je angefangenes 120 l Restmüllvolumen gebührenfrei abholen lassen darf. Jeder weitere Kubikmeter kostet extra, Gebührenhöhe unbekannt (d.h. nur auf Nachfrage, so man jemanden telefonisch erreicht, herauszubekommen).
Schlußlicht ist die Herbstlaub- und zwei-mal-jährliche Strauchgutentsorgung. Letzteres darf man an den Straßenrand zerren, wo es kleingehäckselt und liegengelassen wird. Wer es mitnehmen lassen will, muß es entweder in mühsamer, wochenlanger Kleinarbeit in die, so denn vorhanden, Biotonne schaufeln oder sich teuere Grünabfallsäcke besorgen und zu den normalen Terminen an den Straßenrand stellen. Weihnachtsbäume müssen ebenfalls kleingehackt und in die Biotonne oder die erwähnten Grünabfallsäcke stopfen. - Natürlich hat jedermann/frau die Möglichkeit, sich einen Hänger zu besorgen und den Kram in die andere Ecke des Landkreises selber zur Deponie zu brigen. Allerdings ist die Annahme ebenfalls kostenpflichtig, was, wenn man Hängermiete, Benzin und Gebühren zusammenrechnet, es kaum lohnender machen.
Auch da schaue ich neidisch auf die umliegenden Gemeinden. Herbstlaub, Strauchgut und Weihnachtsbäume werden problemlos und gebührenfrei abgeholt.
Summa summarum: Ich würde mir wünschen, daß es nach einer Liberalisierung des Strommarktes, der Telefonanbieter auch zu einer Freigabe der Entsorgungsunternehmen käme, damit ich, wenn ich schon teures Geld für die Abfallentsorgung bezahlen muß, mir wenigstens den Anbieter mit dem besten Service aussuchen kann.
© LeaofRafiki 26.12.2000