Produktbewertung des Autors:
| Pro: |
(vielleicht) krebserregender Dieselruß wird reduziert |
| Kontra: |
Amortisation der Kosten dauert |
| Kompletter Erfahrungsbericht |
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Ich möchte hier noch eine Möglichkeit der Verbesserung der Abgasqualität bei Dieselfahrzeugen erwähnen. Vorausschicken muß ich aber die kleine Einschränkung, daß ich zwar keinen Dieselrußfilter besitze, aber mit drei Dieselfahrzeugen zumindest zu dem Betroffenenlager zähle und mich da eben aus eigenem Interesse schlau gemacht habe.
Kleine Gliederung:
1) Rußfilter - was können die denn?
2) Kosten
3) Anbieter
4) Fazit
1) Rußfilter - was können die denn?
Die Rußpartikel stehen unter dem Verdacht, krebserregend zu sein. Tatsächlich haben sich diese Partikel durch die neuen Diesel-Direkteinspritztechnologien mit Drücken um die 2000bar diese Partikel derart verkleinert, daß der menschliche Filtermechanismus in der Lunge nicht mehr funktioniert. Diese noch nicht endgültig bewiesene Vermutung (und andere Strömungen) sind u.a. für den hohen Steuersatz für Dieselfahrzeuge verantwortlich (so als Art Strafsteuer zu verstehen). Außerdem ist die Abgasnachbehandlung bei Dieselmotoren ungleich komplizierter als bei Benziner, so daß die Hersteller die D4/Euro4-Norm nur sehr schwer einhalten können.
Eine Möglichkeit stellt der Rußfilter dar. Dieser eliminiert den schädlichen Dieselruß und verhindert auch das z.B. bei Volllast sichtbare Rauchen. Vorreiter dieser Technologie war de r PSA-Konzern (Peugeot/Citroen), die die Filter schon seit Jahren z.T. serienmäßig anbieten. Die deutschen Hersteller haben diese Technologie verschlafen, ääähm, versucht zu umgehen..., und bieten so langsam für neue Modelle meistens gegen Aufpreis eigene Filter an.
Die Systeme unterscheiden sich eigentlich nur in der Wartungsbedürftigkeit. Das bereits erwähnte System von Peugeot/Citroen muß nach 120.000km gewartet werden (Filterreinigung, Additivauffüllung), was im Kaufpreis aber bereits entalten ist und im Rahmen der ohnehin fälligen Inspektion erledigt wird. Andere Systeme sind wartungsfrei, da sie den angefallenen Ruß über einen Eingriff ín die Motorsteuerung durch kurzfristige Anhebung der Abgastemperatur verbrennen. Details erspare ich Euch jetzt.
Der einzige Nachteil der Systeme ist ein etwas erhöhter Verbrauch (Daumerwert: ca. 0,3-0,5l/100km), ansonsten merkt man davon nichts.
2) Kosten
Die wichtigste Entscheidung bzgl. der Kostenbilanz steht noch aus: im Bundesumweltministerium wird laut nachgedacht (wie immer), ob Fahrzeuge, die mit einem Dieselrußfilter ausgerüstet sind, steuerlich zu fördern. Über die Höhe wurde vorsichtshalber auch nichts gesagt. Sollte aber eine Entscheidung in diese Richtung fallen, dann kann man wenigstens irgendwas gegenrechnen.
Der Filter kostet sowohl als Neuwagenaufpreis wie auch zum Nachrüsten so ca. 500-700€. Sollte der Filter bei einem Neuwagen angeboten werden, dann ist unbedingt anzuraten, das Teil mitzubestellen, denn alleine der gestiegene Wiederverkaufswert rechtfertigt die Investition (Rußfilter werden in drei bis fünf Jahren zum technischen Standard reifen, und da hilft es dem Gebrauchtwagen ungemein weiter, diese Technologie bereits zu besitzen).
Für eine Nachrüstung ist das natürlich eine individuelle Rechnerei. Am günstigsten ist es natürlich, wenn der Auspuff ohnehin zum Austausch fällig ist. Die Abgasqualität verbessert sich übrigens nicht automatisch wie bei der Nachrüstung eines Katalystors oder Kaltlaufreglers. Ohne oben angesprochene Steuerentlastung ist also kein Gegenrechnen von Gutschriften zu erwarten. Allerdings sollte man die bessere Wiederverkäuflichkeit zu berücksichtigen, die wahrscheinlich einen Teil des Umrüstpreises wieder zurückspült. Aber selbst bei einer steuerlichen Förderung ist mit einer Amortisationszeit von mind. 3 Jahren zu rechnen, so ist es jedenfalls bei den anderen Nachrüsttechnologien auch.
3) Anbieter
So, aber gibt es sowas auch zum Nachrüsten? Klare Antwort: jein mit der Betonung auf ja. TwinTec bietet nach eigenen Aussagen ein Filtersystem an, daß für fast alle Fahrzeuge adaptiert werden kann. Die Filterquote liegt aber bei deutlich unter 100%, aber besser als nichts. HJS hat zwar einen Preis für ihre Entwicklungen auf diesem Gebiet erhalten, aber kaufen kann man den Filter noch nicht. Infos unter www.twintec.de und www.hjs.de.
4) Fazit
Bei Neufahrzeugen sollte man (wenn angeboten) den Rußfilter unbedingt mitbestellen, da sich der Aufpreis im Laufe der Zeit auf jeden Fall rechnen wird. Man sollte sogar den Neuwagenkauf wenn möglich nocht bis zum Zeitpunkt einer werksseitigen Ausrüstung hinauszögern (alle Hersteller haben die flächendeckende Einführung im Laufe diesen und nächsten Jahres angekündigt).
Die Nachrüstung eines Rußfilters ist aus wirtschaftlicher Sicht eher nicht sinnvoll.
Insbesondere der höhere Wiederverkaufswert verbessert die Kostenbilanz. Ob es einen steuerlichen Vorteil bei der KFZ-Steuer geben wird, ist noch nicht entschieden, könnte aber der Technologie ähnlich wie damals dem Katalysator zum endgültigen Durchbruch verhelfen. Der Verbrauch liegt leicht darüber.
Ich werde das Potential beobachten und ggf. meinen Peugeot 806 2,0HDI, Bj. 2000, damit ausrüsten.
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