Produktbewertung des Autors:
| Pro: |
Ich habe einen wundervollen Menschen gekannt |
| Kontra: |
es ist so sinnlos |
| Kompletter Erfahrungsbericht |
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Bitte lest diesen sehr persönlichen und berührenden Bericht nur, wenn ihr auch die Zeit dafür habt. Da es hier um eine sehr traurige Geschichte geht, hat diese es auch verdient gelesen zu werden, statt heruntergescrollt.
Also ich zu Trivago kam, war Christin alias Zuckerl noch lange nicht in Sicht. Sie schrieb hier als Zuckerl25 auf Ciao ihre Berichte und es dauerte noch bis zum 4.10.2007 bis Christin den Weg zu Trivago fand. Hier kannten wir uns seltsamer Weise gar nicht und auf Trivago ist es gar nicht so leicht jemand Neuen richtig gut kennen zu lernen, da man aus der Anfangszeit so viele kennt, dass eher die Neuen unter sich Kontakt knüpfen, genau wie hier.
Eine Userin von Ciao die auf Trivago ist, kannte unser Zuckerl besonders gut und so wurde ihr der Weg durch dieses sehr freundliche Mitglied geebnet. Privat fassten wir immer mehr Kontakt und schrieben uns, allgemein fiel sie durch ihr arg freundliches Wesen auf. Dann begann ich bei Hotelier zu helfen und alsbald benötigten wir eine zweite helfende Hand bei Hotelier. So kam es dass Christin und ich uns richtig anfreundeten, wir telefonierten fast täglich und schrieben uns schon alleine wegen Hotelier etliche Mails. Natürlich begann man nach und nach auch viele persönliche Sachen zu erzählen, wie läuft es mit dem Kind, wie läuft es zu Hause, was nervt Dich zur Zeit und eben vieles mehr.
Mit der Zeit bekam sogar ich mit, dass Christin schwanger war. Ihr Mann nannte ihren Bauch beim CTG immer „Kompressor“ weil er wirklich riesig war. Christin ist eine sehr kleine Person und wir ulkten immer am Telefon, dass sie bald platzen würde oder durch die Gegend rollt. Die Schwangerschaft war nicht sehr unproblematisch, denn die Geburt ihres ersten Kindes hatte eine Art „Trauma“ hinterlassen. Das erste Kind kam mit einem Kopfumfang von 38 auf die Welt, zu viel für die kleine und zierlich gebaute Christin, die Tage in den Wehen lag und auch nach der Geburt noch eine lange Weile mit den „Nachwehen“ zum kämpfen hatte. Während dem Ultraschall fand man heraus, dass es ein großes Baby werden würde. Christin hatte Angst vor einer natürlichen Geburt und sprach mit mir wegen einem Kaiserschnitt. Da ich zwei überstanden hatte, riet ich ihr davon ab. Viele Gespräche bzgl. der Geburt und den Aussagen von den Ärzten und Hebammen diskutierten wir stundenlang, leider hatte ich nie so viel Zeit wie Christin, die furchtbar gerne und sehr lange telefonierte. Da das Baby mittlerweile laut den Ultraschalldaten wirklich zu groß für Christin war, beschlossen die Ärzte einen Kaiserschnitt.
Am Abend vor dem Kaiserschnitt telefonierten wir lange. Christin war sehr aufgeregt und versprach mir, dass ihr Mann mich sofort nach der Geburt anrufen würde. Thomas hatte mich wohl vergessen, denn erst abends um 21 Uhr sah ich auf der Anruferliste, dass Thomas angerufen hatte. Am nächsten Tag erwischte ich ihn nicht und erst am übernächsten Tag konnte er von der Geburt berichten, leider wenig Gutes, denn Christin ging es neben dem Baby Blues arg schlecht. Wir telefonierten im Krankenhaus und sie ließ sich über eine Schwester aus, die ihr arg zusetzte. Christin, unser „Herzchen“ wurde sogar nachdem sie keine Kraft mehr hatte, pampelig zur Schwester die darauf hin meinte „Ja wie reden sie denn mit mir“? Christin meinte darauf hin „Ja wie reden sie eigentlich mit mir, ich beschwere mich über sie“. Die Schwester machte Christin darauf hin klar, dass sie richtig Ärger bekäme, sollte sie es wagen sich über sie zu beschweren. Sie war die einzige Nachtschwester und bei Kaiserschnitten braucht man Hilfe, beim Stillen, beim Aufsetzen, einfach bei allem.
Es kam wie es kommen musste, Christin verließ das Krankenhaus. Zu Hause ging es ihr langsam besser, zumal ihre heißgeliebte Mami aus dem Vogtland zu Besuch kam und ihr unter die Arme griff. Nach einer Woche (nachdem sie sofort wieder bei Trivago aktiv war!!!, trotz allen Schimpfens) hatte dann ihr Mann zwei Wochen Urlaub und alsbald begann der Alltag.
Christin war ein sehr ehrgeiziger Mensch, der mit Trivago und vorher auch Ciao eine Art „Seelenheil“ gefunden hat. In ihrem Ort in Bayern war sie sehr einsam, hatte zwar flüchtige Bekannte, aber keine Freunde. Dabei war sie ein sehr kommunikativer Mensch, den ich nur allzu gerne in meiner Nähe gewusst hätte. Nun gut, die Tage gingen ins Land, das Baby wurde älter, Christin stürzte sich mit beiden Beinen wieder in die „Arbeit“ und ein bisschen litt die Familie schon darunter, dass sie so oft am PC war. Ab und zu gab es Ärger wegen Trivago, aber Christin bewahrte sich die Seite und die Freundschaften die sie dort geschlossen hatte.
Das Baby war mittlerweile fast 3 Monate alt, als Christin mir die dritte Mail für diesen Tag schrieb. Thomas ihr Mann hatte sich an der Hand verletzt, im Betrieb war Mitarbeiterinnen aufgefallen, dass er drei rote Streifen am Arm hatte – eine Blutvergiftung. Thomas bekam ein Antibiotikum und einen Gips und legte sich zu Hause aufs Bett, was Christin mir schrieb, auch dass es ihm nicht gut ging. Geschockt von der Nachricht rief ich sie an und ließ mir alles berichten. Thomas fühlte sich warm an, er hatte einen hochroten Kopf. Ich bat Christin ihn ins Krankenhaus zu bringen und dort untersuchen zu lassen, leider wohnen die beiden in Bayern auf dem Land, das nächste Krankenhaus ist 30 Kilometer weit weg. Ich erklärte Christin dass ein Antibiotikum nur langsam greift, 24 Stunden benötigt es schon, bis es wirkt. Das wusste sie bis zu dem Zeitpunkt nicht, versprach Fieber zu messen und rief zurück. Thomas würde es besser gehen, er hätte nur noch erhöhte Temperatur, die Streifen gingen zurück.
Ich blieb skeptisch und quaselte Christin zu. Ich weiß nicht wieso, aber ich war mir ganz sicher, dass sie Thomas sofort ins Krankenhaus bringen musste. Leider wollte und konnte Christin nicht, was ja auch verständlich ist mit Baby und Stillen und Kleinkind dazu. Ich hörte mit dem Telefonat auf, mit der eindringlichen Bitte Thomas abends Fieber zu messen und bei Fieber sofort ins Krankenhaus zu fahren. Zum Glück hat sie das auch tatsächlich gemacht, denn abends hatte Thomas hohes Fieber, Christin fuhr ihn ins Krankenhaus und er musste notoperiert werden.
Wir telefonierten bis spät in die Nacht, Christin weinte, Thomas Hand und sogar sein Leben standen auf dem Spiel. In diesen langen Telefonaten meinte Christin, dass es Schicksal war mich zu treffen, womit sie mich verdient hätte und die andere gute Freundin bei Trivago, dass es Schicksal war, dass sie zu Ciao und auch Trivago gekommen ist und wir nahmen uns fest vor uns wirklich kennen zu lernen dieses Jahr. Fast wäre ich schon zur Geburt des Babys zu ihr gefahren, allerdings sprang damals ihre Mutter ein, so dass ich die sehr lange Strecke dann doch nicht gefahren bin.
Am nächsten Tag telefonierten wir wieder, Thomas ging es nicht gut, man wusste nicht ob er noch mal nachoperiert werden musste. Ich arbeitete mit Christin einen Notfallplan aus, damit zumindest der „Große“ für den Fall einer neuen Operation untergebracht wäre. Am nächsten Tag kam dann ihre Mutter, das letzte Mal dass ich mit Christin telefonierte. Thomas ging es besser, er hatte eine Antibiotikumkette in der Hand und jeden Tag wurde eine Kugel entfernt.
Bei mir ging es Richtung Umzug, ich nahm Christin das Versprechen ab, nicht allzu viel zu tun bei Hotelier (obwohl ich es besser wusste, so bald ihre Mami da wäre würde sie loslegen) und versprach mich nach dem Umzug zwei Wochen alleine um Hotelier zu kümmern, da es ihr trotz ihres Ehrgeizes zu viel wurde. Danach erhielt ich noch 2 Mails mit Hinweisen zu Hotelier. Christin hatte eine Brustentzündung vom Stillen, das Baby trank alle 3 Stunden. Dann noch eine Mail in der sie und Thomas mir noch mal danken, ich hätte im quasi das Leben gerettet, das hätte auch der Arzt gesagt, ohne mich hätte sie nie Fieber gemessen, oder auch nur annähernd gedacht ihn ins Krankenhaus zu fahren. Die Nacht hätte er nicht überlebt, er wäre einfach nicht mehr aufgewacht, meinte der Arzt.
Ich schämte mich ein wenig für die Mail, hatte ich doch nichts besonderes getan, sondern nur eine Freundin aufgebaut und versucht sie von etwas zu überzeugen, so dass ich nicht geantwortet habe. Nach 2 Tagen (einen Tag vor meinem Umzug) rief ich bei Christin an um ihr zu sagen, dass ich den PC jetzt ausmachen würde. Ein bisschen gewundert hatte ich mich bei Hotelier schon, denn ihre Bereiche waren seit 2 Tagen gar nicht bearbeitet. Am Telefon war ihre Mami und ich fragte, ob ich kurz mit Christin reden könnte. Die Mami fing an zu weinen und fragte in den Raum „Magst Du mit ihr reden“. ?
Mir wurde schlecht, denn mir war klar, dass Thomas etwas passiert war. Ans Telefon kam allerdings Thomas, der mir eine schreckliche Nachricht übermittelt hat. Christin war vorgestern Nacht gestorben, einfach so, ins Bett gegangen und nicht mehr aufgewacht. Die Obduktion hatte keine Todesursache ergeben und sie war einfach tot.
Ich weiß nicht wie ich das Telefonat überstanden habe, ich habe glaube ich nur geweint, vor mich hin gestammelt und auch jetzt sitzt der Schock und die Trauer noch sehr sehr sehr tief. Sie fehlt mir so, wir waren ein tolles Team und über die lange Zeit (über ein Jahr) richtig gute Freundinnen geworden, die fast alles miteinander besprachen.
Mein Anliegen ist es nun, eine Spendenaktion für Christin auf die Beine zu stellen. Es gibt keine Angehörigen im Umkreis von 400 km, das Baby ist 3 Monate alt, der Junge 6 Jahre und kommt jetzt in die Schule, Thomas hat die Nachricht ins Krankenhaus überbracht bekommen, dass seine Frau in der Nacht gestorben ist. Ich glaube wir können uns nicht vorstellen, wie sich die Familie fühlt, zumal Thomas nächstes Jahr im März wieder arbeiten gehen muss. Die Familie hatte gerade eine Wohnung im weiten Umland von München gekauft, wo es zwar fast „bezahlbar“ war für die Gegend, aber immer noch doppelt so teuer wie im Saarland. Bitte helft die kleine Familie mit zu unterstützen.
Spenden gehen an
Annina Dessauer, KSK Saarlouis, BLZ: 59350110, Konto: 270105851 oder
Paypal – ebay@anninas-welt.de
Ich leite alles an Thomas Ende nächster Woche weiter, es war keine Lebensversicherung vorhanden ,alleine die Beerdigungskosten werden cirka 6000 € betragen.
Danke für eure Hilfe und danke für euer Mitgefühl um einen der herzlichsten Menschen die ich kannte, der so gerne Mami war und im Leben noch so viel vorhatte, am Liebsten ganz in San Francisco viele Sachen mit der Familie auf die Beine zu stellen. Christin – ich vergess Dich nie!
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