Abtreibung

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Ich habe mich heute und in den letzten Tagen aus verschiedenen Gründen verstärkt mit dem Thema Abtreibung beschäftigt und musste meine Gedanken und Erfahrungen dazu niederschreiben. Ich habe versucht, diesen Bericht sachlich zu halten, jedoch ist mir das nicht so ganz gelungen, vor allem gegen ... Bericht lesen





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1-6 von 35 Erfahrungsberichten    
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Tabuthema ABTREIBUNG
Erfahrungsbericht von Glejo über Abtreibung
17.09.2005


Produktbewertung des Autors:   


Pro: Sie muss nicht mehr unprofessionell und illegal gemacht werden
Kontra: Abtreibungsgegnerische Fanatiker gehen mir auf den Senkel .  Illusionisten?

Empfehlenswert? nein 

Kompletter Erfahrungsbericht

Ich habe mich heute und in den letzten Tagen aus verschiedenen Gründen verstärkt mit dem Thema Abtreibung beschäftigt und musste meine Gedanken und Erfahrungen dazu niederschreiben. Ich habe versucht, diesen Bericht sachlich zu halten, jedoch ist mir das nicht so ganz gelungen, vor allem gegen Ende nicht mehr. Kommentare jeder Art sind herzlich willkommen. Aber, wie schon an anderer Stelle erwähnt: Fanatische Abtreibungsgegner mit 10 Ausrufezeichen am Ende ihrer Sätze gehen mir (platt gesagt) auf den Sack. Wer kommentieren möchte, tut das bitte sachlich. Jeder hat ein Recht auf eigene Meinung und auch darauf, dass diese Meinung von Anderen respektiert wird.

Wer meine Berichte kennt, weiß, dass ich manchmal sehr weit aushole. So auch in diesem Fall *g*


Die biologischen Hintergründe
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Man stelle sich die perfekte Frau vor, welche alle 28. Tage ihre Regelblutung bekommt. Am 14. Zyklustag - gezählt vom ersten Tag der letzten Periode - entspringt aus einem ihrer Eierstöcke ein Ei, welches auf seine Befruchtung wartet. Die Gebärmutter bereitet sich indessen auf eine eventuelle Schwangerschaft vor und die Gebärmutterschleimhaut ist aufgebaut um eine Einnistung zu erleichtern. Die Eizelle ist maximal einen Tag befruchtungsfähig. Treffen in dieser Zeit Spermien ein, hat man einen Volltreffer gelandet und darf sich 9 Monate später freuen. Doch auch vor und nach dem Eisprung ist die Frau befruchtungsfähig, da die männlichen Spermien, auf Grund des zu diesem Zeitpunkt günstigen Klimas in der Gebärmutter, bis zu vier Tage überleben können. Daher geht man im Allgemeinen davon aus, dass eine Schwangerschaft zwischen dem 10. und 18. Zyklustag möglich ist und wer diese verhindern möchte, sollte etwas unternehmen oder ganz auf Sex verzichten.

Manche Frauen spüren ihren Eisprung, als ein Ziehen in einem der beiden Eierstöcke oder der Gebärmutter. Außerdem wird der Eisprung immer von "fruchtbarem" Schleim begleitet, welcher klar, flüssig und spinnbar ist (zieht sich wie Kaugummi zwischen den Fingern und erleichtert aufgrund seiner Konsistenz das Aufsteigen der Spermien). 1-2 Tage nach dem spinnbarem Schleim, ist der Eisprung vorüber und die Frau nicht mehr fruchtbar.

In der Praxis ist es leider so, dass die wenigsten Frauen einen Zyklus von 28 Tagen haben, die wenigsten männlichen Spermien vier Tage überleben können, die wenigsten Frauen ihren Eisprung spüren und dieser selten genau am 14. Tag erfolgt. Ergo verhütet man (Frau) oder eben nicht.

Ein Schwangerschaftsabbruch ist in Deutschland legal durchführbar bis zur 12. Schwangerschaftswoche (gerechnet wird hierbei immer vom ersten Tag der letzten Periode). Nach diesen 12 Wochen ist eine Abtreibung nur noch bei medizinischer Indikation möglich (Risiken und Gefahren für die Frau, Fehlentwicklung des Embryos usw.) Man unterscheidet zwischen einem instrumentellen und medikamentösen Eingriff. Neuerdings gibt es aber auch eine kombinierte Methode.


Der medikamentöse Abbruch
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Die medikamentöse Methode ist nur bis zum 49. Tag möglich sprich 7. Schwangerschaftswoche. Die Behandlung erstreckt sich über einen längeren Zeitraum und beginnt mit der Einnahme von Mifegyne. Dieses Mittel ist ein künstliches Hormon, was das körpereigene Hormon zur Aufrechterhaltung der Schwangerschaft lahm legt und gleichzeitig das Loslösen des Schwangerschaftsgewebes aus der Gebärmutterschleimhaut einleitet. Des Weiteren öffnet sich der Muttermund ein Stück und der Körper schaltet auf "Fehlgeburt". Zwei Tage nach der Einnahme wird Cytotec verabreicht, als prostaglandinhaltiges Mittel (was man Frauen im Übrigen auch bei der Weheneinleitung bei einer Geburt verabreicht), was Kontraktionen der Gebärmutter hervorrufen soll, schließlich muss das Schwangerschaftsgewebe ausgestoßen werden. Dies geschieht im Allgemeinen in den nachfolgenden 4-5 Stunden. Während dieser Zeit hat die Frau krampfartige Schmerzen, die Wehen gleichen können. Die Frau wird anschließend untersucht, man muss sichergehen, dass alles ausgestoßen wurde, da Gewebereste zu einer Entzündung oder Fortführung der Schwangerschaft führen könnten. Die Frau hat hinterher noch einige Tage lang Blutungen. Ein chirurigischer Eingriff ist in über 90% der Fällen nicht mehr nötig.

Schon mit der Einnahme von Mifegyne muss jeder Frau klar sein, dass der Abbruch begonnen hat und nicht mehr aufzuhalten ist. Wahnsinn, was so eine kleine Tablette in der Größe eines Aspirins alles bewirken kann. Mifegyne ist natürlich nicht in der Apotheke erhältlich, sondern wird meines Wissens vom Hersteller direkt an die für Schwangerschaftsabbrüche zugelassenen Praxen und Kliniken zugeschickt, welche auch den Verbleib des "Medikaments" dokumentieren müssen. Die Gefahr des Missbrauchs ist viel zu hoch. Mir kam übrigens zu Ohren, dass eine Tablette Mifegyne über 20 € kostet. Ein leckerer Spaß, also.


Der instrumentelle Eingriff
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Man unterscheidet zwischen der Absaugung und der Ausschabung (letztere wird auch nach spontanen Fehlgeburten eingesetzt). Die Absaugung kann unter lokaler Betäubung und Vollnarkose durchgeführt werden. Bei beiden Fällen muss der Muttermund mit Hilfe von Stiften mehrere Millimeter gedehnt werden, damit das Instrument eingeführt werden kann. Bei der Absaugung handelt es sich dabei um ein kleines Röhrchen, mit welchem das Schwangerschaftsgewebe entfernt wird. Im Anschluss wird mit der stumpfen Kürette (ein löffelartiges, ösenförmiges Instrument) ausgetastet um Gewebereste auszuschließen. Der Eingriff dauert nur wenige Minuten, ist jedoch nicht ungefährlich, da die Gebärmutter verletzt oder gar durchstoßen werden kann. Außerdem ist es möglich, dass der Muttermund Schäden davonträgt und sich ggf. nicht mehr richtig schließt oder vernarbt. Das Risiko sinkt mit der Erfahrung und Sorgfalt des behandelnden Arztes.

Das Verfahren bei der Ausschabung ist ähnlich, jedoch wird hierbei die scharfe Kürette verwendet, was das Risiko für Komplikationen erhöht. Mit Hilfe der Ausschabung kann man das gewonnene Gewebe im Anschluss histologisch untersuchen lassen z. b. auch bei Veränderungen der Gebärmutter oder um genetische Defekte nach einer Fehlgeburt feststellen zu können.

Bei einer Vollnarkose bekommt die Frau von dem Eingriff nichts mit. Bei einer lokalen Betäubung wird nur der Muttermund schmerzunempfindlich gemacht und die Frau bleibt bei vollem Bewusstsein.


Der Medikamentös-Instrumentelle Eingriff
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Einige Arztpraxen und Kliniken benutzen diese Methode bei Frauen, die vorher noch nie spontan entbunden haben, da der Muttermund noch nie offen war. Der Muttermund ist normalerweise bombenfest und verschlossen. Das Dehnen würde deutlich mehr Kraft benötigen und das Risiko für Komplikationen ist höher. Bei diesem Verfahren bekommt die Frau 24-36 Stunden vor dem Eingriff eine Tablette Mifegyne verabreicht. Die Vorteile sind, dass zum einen das Schwangerschaftsgewebe aus der Gebärmutterschleimhaut gelöst wird und die Gefahr, dass Gewebe - insbesondere in den Ecken der Gebärmutter, wo die Eileiter münden - über bleibt, wird deutlich reduziert. Durch die Einnahme des Medikaments kommt es in der Gebärmutter schon zu einer kleinen Blutung. Weiße Blutkörperchen wandern in die Gebärmutterwand, dadurch sinkt das Entzündungsrisiko, da dass körpereigene Abwehrsystem aktiv wird. Da dieses Geschehen einer beginnenden Fehlgeburt gleicht, öffnet sich der Muttermund von sich aus, so dass man hinterher nicht mehr großartig dehnen muss (wer einmal das Dehnen bei "lebendigem" Leibe mitbekommen hat, der weiß, was für unheimlich perverse Schmerzen das sind. Glücklicherweise wird das bei einem Schwangerschaftsabbruch nur unter Betäubung oder Narkose gemacht). Nach den 24-36 Stunden erfolgt der instrumentelle Eingriff, der dann nicht mehr unter Vollnarkose gemacht werden muss, sofern die Patientin diesen nicht wünscht. Außerdem wird nur abgesaugt und im Anschluss abgetastet. Eine Ausschabung ist nicht mehr notwendig. Die medikamentös-instrumentelle Methode ist am schonendsten und unkompliziertesten für die Frau. Aber auch hier ist es so, dass mit der Einnahme von Mifegyne der Abbruch nicht mehr aufzuhalten ist und eine weitere Behandlung absolut notwendig ist.

Je früher ein Abbruch vorgenommen wird, desto komplikationsloser ist er und desto besser wird er von der Frau - sowohl körperlich, als auch psychisch - vertragen. Nach einem Abbruch, egal welcher Art, bleiben periodenartige Schmerzen und Blutungen über einige Tage. Oftmals bekommt die Patientin über Infusion oder in Tablettenform Mittel verabreicht, welche die Rückbildung der Gebärmutter fördern (und somit auch Kontraktionen hervorrufen) und sie "ausbluten" lassen. Baden ist nicht, Schwimmen auch nicht, Sex erst recht nicht. Des Weiteren sind Tampons ein absolutes Tabu, da in den nachfolgenden Tagen nichts in die Scheide eindringen sollte. Per Ultraschall wird überprüft, ob die Gebärmutter vollständig entleert wurde und die Rückbildung nach Wunsch verläuft. 10 - 14 Tage nach dem Eingriff wird eine weitere Untersuchung vorgenommen, um zu sehen, ob alles in Ordnung ist. Eine Blutuntersuchung gibt Aufschluss über die Höhe des ß-HCG (Hormon, welches von der Plazenta produziert wird), welches noch Tage nach dem Eingriff im Blut nachweisbar ist, aber nach dem Abbruch allmählich sinkt. Das ß-HCG wird übrigens auch mit den herkömmlichen Schwangerschaftstests gemessen, da unter normalen Umständen dieses Hormon nicht im Körper vorhanden ist.

Bei einem instrumentellen Eingriff, kann die Frau bereits nach wenigen Stunden (1-2 je nachdem) wieder nach Hause gehen. Bei dem medikamentösen Eingriff ist ein längerer Aufenthalt bei Verabreichung des Prostaglandins erforderlich, da die Frau beobachtet werden muss.


Spätabort
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Auch nach der 12. Schwangerschaftswoche kann abgetrieben werden, jedoch nur, wenn medizinische Gründe (Mutter und / oder Kind) vorliegen. Diese Methode ist wohl die bitterste, da sie einer eingeleiteten Geburt durch Prostaglandin ähnelt. Bei Abbrüchen nach der 22. Woche kann der Fötus überlebensfähig sein. Um dies zu verhindern, wird vorher der Herzstillstand des Kindes hervorgerufen. Ich hatte vor, einen detaillierten Bericht über dieses Thema zu schreiben, aber ich glaube, so genau will das an dieser Stelle niemand wissen. Es ist schlimm.


Risiken und Nebenwirkungen einer Abtreibung
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- Verletzung der Gebärmutter und/oder der Nachbarorgane
- starke Blutungen
- unvollständige Entleerung der Gebärmutter
- Infektion und Entzündung der Gebärmutter und Eileiter
- Neigung zu Fehl- und Frühgeburten oder anderweitige Komplikationen bei künftigen Schwangerschaften

- psychische Belastung
- Depressionen, Trauer, Frustration nach dem Eingriff
- Reue + schlechtes Gewissen


Rechtliches
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Ein Schwangerschaftsabbruch in Deutschland ist legal, jedoch nicht ohne weiteres möglich. Zum einen muss die Schwangerschaft natürlich von einem Arzt festgestellt worden sein. Dann muss eine Schwangerschaftskonfliktberatung durchgeführt werden. (Finde ich allerdings auch richtig so) Dies kann in verschiedenen Einrichtungen wie Pro Familia, Gesundheitsamt, Caritas usw. erfolgen, wobei verstärkt die katholischen Institutionen im Anschluss keinen Beratungsschein mehr ausstellen möchten, welcher aber unabdingbar für einen Abbruch ist! Nur mit Beratungsschein ist ein Abbruch durchführbar. Zwar ist eine Abtreibung rechtswidrig, jedoch straffrei, wenn eben dieser Beratungsschein vorher ausgestellt wurde. Rechtskonform ist der Eingriff, wenn eine kriminologische Indikation vorliegt, etwa bei einer Vergewaltigung oder wenn medizinische Gründe (Lebensgefahr für Mutter oder Kind u. ä.) vorliegen. Der Abbruch darf nur bis zur 12. Woche durchgeführt werden. Im Anschluss ist der Eingriff nur noch dann erlaubt, wenn medizinische Gründe vorliegen. Sollte eine Frau nach der 12. Schwangerschaftswoche ohne diese Indikation abtreiben, so macht sie sich allerdings nicht strafbar, dafür aber der behandelnde Arzt. In Falle dass der Fötus überlebt, muss außerdem erste Hilfe geleistet werden.

Bis zur 12. Woche spricht man übrigens von einem Embryo (gr.: Ungeborenes Lebewesen), danach von einem Fötus (lat.: ungeborenes Kind). Auch besteht bis zur 12. Woche ein erhöhtes Risiko für spontane Fehlgeburten, da die Natur eventuelle Fehler korrigiert. Eine Fehlgeburt hat immer ihre Gründe. Daher ist das erste Trimester einer Schwangerschaft etwas riskant. Es wird angenommen, dass viele Frauen schwanger waren, ohne dass sie es wussten, weil sie unbemerkt eine Fehlgeburt erlitten haben.


Beratungsgespräch
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Es ist nahe liegend, dass man dieses Gespräch als lästiges Übel ansieht. Schließlich nimmt man an, dass man bei diesem Gespräch "überredet" wird, die Schwangerschaft zu behalten. Die Beratungsstelle muss auf jeden Fall den Schein ausstellen, unabhängig davon, ob sich die Mutter für einen Abbruch entscheidet oder nicht! Üblicherweise werden bei einem solchem Gespräch die Vor- und Nachteile erörtert, die finanziellen Unterstützungen durch den Staat erläutert, Möglichkeiten geklärt und die Frau im Allgemeinen aufgeklärt. Auch wird die Rechtsgrundlage angesprochen, die Kosten eines Schwangerschaftsabbruchs, der Eingriff beschrieben usw.

Die Kosten für einen Schwangerschaftsabbruch belaufen sich übrigens auf 500-600 € und werden nur unter wenigen Umständen von der Kasse übernommen, etwa wenn die Mutter gar kein oder ein zu geringes Einkommen hat. Andernfalls müssen sie selbst getragen werden. Der Zahlungsempfänger ist hierbei der behandelnde Arzt / Praxis. Über die Zahlungsmodalitäten kenne ich mich zu wenig aus, aber diese dürften wohl eine nicht so große Rolle in diesem Bericht spielen.

Nicht jede Arztpraxis führt einen Abbruch durch. Entsprechende Adressen samt notwendiger Überweisung erhält man allerdings vom Frauenarzt. Mittlerweile gibt es "Kliniken", die sich nur mit diesem Thema befassen! So oder so: Die gelben Seiten dürften wenig Aufschluss bieten, da so was recht "geheim" gehalten wird und die entsprechenden Örtlichkeit ziemlich unscheinbar wirken.

Erst nachdem alle Unterlagen beisammen sind (sofern man die Kosten selbst tragen muss, ist oftmals eine Anzahlung notwendig), kann der Eingriff legal durchgeführt werden. Frühestens aber am 4. Tag nach dem Beratungsgespräch.


Persönliches / Fazit
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Ich möchte an dieser Stelle nur ungern eine Diskussion vom Zaun brechen, da sie schlicht und ergreifend keinen Sinn machen würde. Die meisten Menschen denken negativ über einen Schwangerschaftsabbruch. Die Palette der Argumente ist dabei recht vielfältig. Über "Abtreibung ist Mord!!!!!", "Jeder hat ein Recht auf Leben!" bis hin zu "Könnte ich nieeeemals tun!!" bekommt man alles zu hören. Ich finde jedoch, dass Frauen, die einen Abbruch vornehmen lassen möchten / ließen, nicht verurteilt werden sollten. Keine Frau macht das aus Spaß. Dessen bin ich mir sicher. Und jede Frau trifft diese Entscheidung, weil sie sie für richtig hält. Abtreibungsgegner denken jetzt vermutlich, dass es doch auch Alternativen gibt. Man könnte das Kind zur Adoption oder in eine Pflegefamilie geben. Ja, könnte man. Jede Frau, die einmal in ihrem Leben schwanger war und das Kind zur Welt gebracht hat, wird mir vermutlich zustimmen, wenn ich sage, dass DAS noch schwieriger ist, als eine Abtreibung machen zu lassen. Ich kann mir nicht vorstellen, dass es Mütter gibt, die nach Monate langer, inniger Zweisamkeit, ihr Kind weggeben können. In meinen Augen ist das recht unrealistisch, wenn gleich ich nicht ausschließen möchte, dass es machbar ist. Für mich persönlich wäre es das allerdings nicht.

Klar. Wer nicht schwanger werden will, sollte entsprechende Vorkehrungen treffen. Aber "Unfälle" passieren nun einmal tagtäglich. Auch mit der ach so sicheren Pille oder der Pille danach. Man redet viel, wenn der Tag lang ist. Aber wenn man wirklich ungewollt schwanger wird (und meiner Meinung nach ist man erst dann kompetent genug, um überhaupt realistisch über dieses Thema sprechen zu dürfen), denkt man oft anders darüber. Ich las in vielen anderen Berichten, wie sich die betroffenen Frauen quasi rechtfertigten, dass sie sich zu diesem Schritt entschlossen haben. Wieso muss sich niemand rechtfertigen, der ein Kind in die Welt setzt und es - Entschuldigung - nicht mal mit dem Arsch anguckt? Ich will gar nicht wissen, wie viele Kinder missbraucht und misshandelt werden. Und Nein, es sind nicht immer die anderen, die so etwas machen! Und es sind auch nicht immer irgendwelche asozialen Fälle, die "besser keine Kinder in die Welt gesetzt hätten". Ach?

Ja. Wer Sex haben kann, kann auch die Konsequenzen für sein Tun tragen und verantwortungsbewusst handeln. Ist es nicht auch verantwortungsbewusst, sich zu fragen, ob man dem Kind überhaupt etwas bieten kann? Und nein, ich will gar nicht über die finanzielle Unterstützung des Staates reden, denn diese laufen zum allergrößten Teil nur bis zu dem 3. Lebensjahr des Kindes und danach ist Feierabend. Aber ein Kind wird nun mal nicht nur drei Jahre alt. Und es ist auch nicht so, dass ein Kind nur Liebe braucht und mehr nicht. Irgendwann werden Fragen kommen. Mal abgesehen von der Tatsache, dass allein erziehende Mütter beispielsweise, wohl respektiert werden (Hut ab! Tolle Leistung!), aber dennoch auch irgendwie asozial sind, spätestens dann, wenn sie den Gang zum Amt wagen müssen und von den Sachbearbeitern bemitleidet oder schlecht behandelt werden. Niemand will dort wissen, ob dieses Kind vielleicht gar nicht unehelich geboren wurde oder ein Unfall war, sondern alles seinen ordentlichen Weg lief, aber eben mit einer Scheidung endete. Oder ob sich der Vater aus dem Staub gemacht hat, weil "er sich nicht reif für ein Kind fühlt".

Ich finde, man macht es sich zu einfach. Schnell sind Vorurteile ausgesprochen und eine ablehnende Haltung eingenommen. Natürlich fehlt Kindern von allein erziehenden oder jungen Menschen nichts. Auch Kindern, die von Frauen geboren werden, die (noch) gar nicht berufstätig sind, sondern selbst vom Amt abhängig sind, wird ebenso wenig etwas fehlen. Zumindest auf den ersten Blick. Aber spätestens im Kindergarten werden dann die ersten Unterschiede sehr wohl sichtbar, wenn Kinder von finanziell abgesicherten Eltern oder aus geregelten sozialen Verhältnissen mit anderen konfrontiert werden. Diese Unterschiede fallen schon bei der Bekleidung der Kinder auf und erstrecken sich bis auf die Erziehungsmethoden und Lebensumstände aus. Ich will erst gar nicht über die Belastung und Verantwortung sprechen, die man mit einem Kind hat und die vermutlich auch dann nicht enden wird, wenn das Kind erwachsen ist. Als Mutter opfert man sich das ganze Leben auf. Das ist so und wird auch immer so sein. Mich ärgert es ehrlich gesagt, dass darüber niemand spricht. Niemand spricht über die Lasten und Sorgen, die man mit einem Kind hat. Denn ein Kind ist nun mal nicht nur das grinsende Baby aus der Pamperswerbung. Es bedeutet enorme Verantwortung, Abstriche im privaten Leben, Verzweiflung, Tränen, schlaflose Nächte, Stress, Probleme, mangelnde Freizeit, Haareraufen und vieles mehr.

Es ist ein schwieriges Thema, ohne richtig und falsch. Und es ist auch eine schwierige Entscheidung für die Frau. Es ist eine lebensverändernde Entscheidung, unabhängig davon, wie sie ausfällt. Auf der einen Seite wird der werdenden Mutter warm ums Herz - ein Kind ist ja immerhin etwas sehr schönes. Aber auf der anderen Seite macht sich das "Oh Gott!" breit und die vielen, vielen Gründe, warum ein Kind, in dieser Situation einfach unmöglich ist. Ich bin nicht dafür, dass Abtreibung bagatellisiert wird. Aber ich finde es richtig, dass es sie gibt. Man kann sich gar nicht vorstellen, wie viele Frauen jeden Tag abtreiben. Wer einmal eine "Abtreibungsklinik" besucht hat, der wird feststellen, dass das nicht wenige sind. Im Gegenteil. Die Ärzte dort, können sich nicht über geringes Arbeitsaufkommen beschweren - der volle Terminkalender ist Beweis genug. Erschreckend, nicht wahr?
Aber ist es nicht auch erschreckend zu sehen, wie einsam und verwahrlost Kinder heutzutage aufwachsen, weil die Eltern schlicht und ergreifend keine Zeit und Nerven für sie haben, wenn sie von ihrem 8-Stunden-Tag nach Hause kommen?
--

Info: Alleine im 3. Quartal 2004 wurden ca. 31700 Schwangerschaftsabbrüche vorgenommen. Es sind nicht immer die Anderen, die das machen! Es wird nur verschwiegen, weil man deswegen nicht verurteilt werden möchte.

Empfehlenswert: JEIN. Gibt's leider nicht, daher nein.

Bilder: (c) Glejo

(Danke an dieser Stelle für die Bewertungen und die zahlreichen und ausführlichen Kommentare. *verneig*)   

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