Abus Faltschloss Bordo X-Plus 6500/85

Erfahrungsbericht über

Abus Faltschloss Bordo X-Plus 6500/85

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Abus Bordo 6500 Granit X-Plus klau-sicher, aber sperrig

4  29.03.2010

Pro:
beleuchteter Schlüssel  - sehr sicher (Level 15)  - schreckt vermutlich Diebe ab

Kontra:
relativ hohes Gewicht  - sperrig / unflexibel  - zu hart ummantelt  - Tasche eher unpraktisch

Empfehlenswert: Nein  Der Autor besitzt das Produkt

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Mitglied seit:28.03.2010

Erfahrungsberichte:3

Dieser Erfahrungsbericht wurde von 23 Ciao Mitgliedern durchschnittlich als sehr hilfreich bewertet

Entscheidung


Ich hatte mir im letzten Winter ein neues Bergamont-Fahrrad gekauft, weil mein altes gestohlen worden war. :-(
Damit das nicht noch einmal passiert, sollte es auch gleich ein gutes Schloss dazu sein.
Nach eingehender Beratung in 2 Fahrradläden habe ich mich für das ABUS Bordo 6500 entschieden. Es kommt relativ neu in der Faltschloss-Variante daher, und Abus schneidet in Tests ja auch immer sehr gut ab.
Ein Bügelschloss wollte ich nicht, weil es halt sehr sperrig und schwer ist. Andere Schlösser gab es nicht in Sicherheitsstufe 15.

Beschreibung


Das Bordo 6500 Granit X-Plus ist das neueste und beste der Serie. Natürlich ist kein Schloss völlig „un-knackbar“, aber es verfügt über das Sicherheitslevel 15, woran ein „normaler Dieb“ sich schon die Zähne ausbeißen sollte.
Damit kann man sein Rad auch mal nachts vor dem Bahnhof stehen lassen (man sollte allerdings auch die Räder sichern und den Sattel ggf. mitnehmen).

Das Faltschloss besteht aus 6 je 5,5 mm dicken Streben, die mit Spezialnieten-Gelenken verbunden sind und ist ca. 85 cm lang.
Man kann das Schloss quasi zusammenfalten und dann in eine mitgelieferte Aufbewahrungstasche stecken, die man mit Klettverschlüssen am Rad befestigen kann.

Soweit die Theorie. Was mir schon beim Kauf negativ auffiel war das hohe Gewicht des Schloss’ (> 1,6 kg). Da kauft man sich extra ein leichtes Alu-Rad und muss noch mal ein paar (gefühlte) Kilo an Gewicht dranhängen, damit es auch sein Eigentum bleibt… :-/
Aber die Verkäufer hatten mich ja überzeugt, dass leichtere Schlösser auch leichter zu knacken seien.

Was ein nettes Features ist: einer der beiden mitgelieferten Schlüssel kommt mit einem eingebauten blauen LED-Lämpchen daher, mit dem man auch in dunklen Ecken das Schlüsselloch findet. Außerdem gibt es eine Code-Karte dazu, mit der man verloren gegangene Schlüssel nachbestellen kann.

Es hätte das Fahrradschloss auch in einer Zahlenschlossvariante (Bordo Combo) gegeben, wogegen ich mich aber entschied, da ich befürchtete, im Winter mit Handschuhen die Rädchen schwieriger drehen zu können als den Schlüssel im Schloss. Im Nachhinein bin ich mir da aber nicht mehr so sicher, ob die Entscheidung richtig war…

Praxistest


Was mir als erstes negativ auffiel: Es gibt an meinem Damen-Treckingrad mit diagonaler gerade Rahmenstange keinen idealen Platz, um die Tasche festzuzurren, ohne, dass sie stört. Die „Tasche“ ist übrigens eher ein halboffenes Gummi-Aufbewahrungs-Etui, wo man das zusammengefaltete Schloss von oben reinschiebt mit einem rudimentären Verschluss.
Der Platz unten war schon durch die Trinkflaschenhalterung besetzt, also ist die Tasche jetzt senkrecht an der verlängerten Sattelstütze befestigt, stört aber beim Treten, da sie sich leicht zur Seite dreht.
Sie ist – wie gesagt – mit einem Klettstreifen gesichert, der 1. viel zu lang ist (könnte ich noch abschneiden) und 2. natürlich für Langfinger sehr einfach zu öffnen wäre. Aber wer will schon eine Fahrradschloss-Tasche klauen? (Bisher jedenfalls noch niemand.)

Da es mir aber meist zu fummelig beim Einkaufen mit mehreren Stops ist, das Schloss zusammenzufalten und in der Tasche zu verstauen, lege ich es beim Fahren auf kurzen Strecken meist hinten in den Fahrradkorb.

Dann der K(r)ampf mit dem eigentlichen Anschließen Das Schloss soll wohl – theoretisch – ein Mittelding zwischen Bügel- und Spiralschloss sein, also flexibel, aber stabil.
In der Praxis finde ich es einfach nur sperrig!
Wenn man den idealen Fahrrad-Parkplatz findet (an einem Geländer oder einem Verkehrsschild), dann kann man das Schloss nach einiger Übung auch ganz gut anschließen, aber in der Stadt sind solche Abstellmöglichkeiten leider rar.
Im Grunde bräuchte man hier doch ein längeres, größeres Schloss, um das Rad evtl. mal „in der 2. Reihe“ oder „um die Ecke“ anzuschließen.
Das Abus Bordo reicht nur aus, wenn man das Rad direkt am festen Gegenstand anlehnen kann. - So habe ich es schon oft einfach nur durch’s Hinterrad gesteckt und das Rad nur in sich abschließen können, weil kein fester Gegenstand der passenden Form und Höhe zum Anschließen in erreichbarer Nähe war.
Auf dem Land, wo es genug Zäune etc. gibt, mag das eher gehen, aber vor großen Geschäften sind die wenigen „guten“ Fahrradparkplätze meist schon besetzt. Und aufgrund der mangelnden Flexibilität (durch die wenigen Gelenke verkantet das Schoss schnell) wird das Anschließen da zum Geduldsspiel oder zur Millimeterarbeit.
Was auch nervt ist, dass in „normalen“ Fahrradständern, wo nur das Vorderrad zwischen 2 Metallstreben geschoben wird, keine Chance besteht, das Rad mit dem Ständer zu verbinden, wenn auch die „Nachbarparkplätze“ besetzt sind. Dafür sind die Ständer zu schmal und das Bordo zu sperrig.
Meist stelle ich mein Rad dann neben den Ständer und schließe es seitlich an diesen an, was aber ja nicht der Sinn der Sache ist.

Auch das konkrete Ab- und Aufschließen finde ich ziemlich nervig. Ich brauche bestimmt doppelt so lange wie bei meinem alten Schloss. Kein Weltuntergang, aber auch nervig, wenn die anderen immer auf einem warten müssen, bis man sein „Panzerschloss“ endlich geschlossen oder geöffnet hat. Dadurch, dass das alles so stabil und massiv ist, kann man nicht mal eben die beiden Enden zusammenschieben und es macht „klick“, wie man es von vielen Schlössern so kennt. Man muss beim Zuschließen beiden Teile genau ineinanderschieben (das geht nur, wenn der Schlüssel in der richtigen Position ist) und dann den Schlüssel ganz rumdrehen.

Als ich das Rad mal etwas schneller anschließen wollte, habe ich mir direkt eine Macke ins neue Fahrrad gehauen, weil das Schloss zu unsanft auf den Rahmen fiel. :-(

Dies ist ein weiterer Kritikpunkt: Das Schloss ist zwar mit einer dünnen schwarzen Kunststoffschicht ummantelt, aber das reicht imho nicht aus.
Besser wäre eine dickere, weichere Gummi-Schicht gewesen, um den Fahrradrahmen wirklich zu schützen. Auf die paar Gramm mehr wäre es auch nicht mehr angekommen!

Fazit


Wer es sich kaufen will, sollte es sich vorher sehr genau angucken und ausprobieren, ob er damit klarkommt.
Auch sollte er sich überlegen, ob mit Schlüssel oder Zahlenschloss.
Der Preis ist mit um die 80 Euro natürlich kein Schnäppchen, aber ich denke, die gebotene Qualität ist das schon wert.

Die Idee ist gut, die Ausführung in dieser Qualität vermutlich kaum anderes hinzubekommen, aber die Handhabung ist trotzdem Geschmackssache.
Ich persönlich würde wieder zum Spiral- oder Kabelschloss tendieren.

Bewertung: Es bekommt von mir trotzdem 4 Sterne, weil die Qualität sehr gut ist und der Gebrauch halt stark vom Benutzer (seinem Wohnort, seinem Fahrrad, seinen Gewohnheiten, seinen Erwartungen) abhängt.
Leuten, die auch in einer Großstadt wohnen und das Fahrrad täglich zum Einkaufen nutzen und Wert auf geringes Gewicht legen, würde ich es eher nur unter Vorbehalt empfehlen.

Varianten


Es gibt das Bordo auch noch 10 cm kürzer oder 5 cm länger (aber nur in Sicherheitsstufe 8)
- 6000/75 (1031 g) oder 6000/90 (1220 g) [mit Schlüssel]
- 6100/75 (1000 g) oder 6100/90 (1200 g) [Bordo Combo mit Zahlenschloss]

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Kommentare zu diesem Erfahrungsbericht
musv

musv

10.02.2011 14:29

Danke, besonders die eher negativen Eigenschaften hab ich bei anderen Berichten vermisst.

Yolante

Yolante

29.03.2010 06:25

Der Bericht ist toll ! Weiter so ! LG Yo

jinmil2006

jinmil2006

29.03.2010 01:35

super Bericht... lg

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