Soll ich mir zu "Granit" jetzt ein Wortspiel ausdenken?
14.11.2009
Pro:
Überlebte Einbrüche (siehe Bericht), robuste Verarbeitung, Möglichkeit zum Schlüsselnachbestellen .
Kontra:
Klappern, das erst beseitigt werden muss, fragile Plastikverkleidung, minderwertige Schlüssel .
Empfehlenswert:
Ja
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""Es handelt sich hier um das Schloss "Granit X Plus" mit 300mm Bügellänge und "Level 15" Sicherheit."" Vor über einem Jahr habe ich mein Auto verkauft und bin zu 100% auf Fahrrad umgestiegen. Mal abgesehen davon dass das eine sehr gute Entscheidung war und ich jegliche Klimadiskussion gewinne (die mir langsam zum Hals raushaengen), habe ich auch einige neue Erfahrungen sammeln können.
Ich wollte, da das Fahrrad mein einziges Verkehrsmittel ist, eine zuverlässige Kombination. Ich zahlte rel. viel für das Fahrrad selbst (ca. 700EUR), wollte es natürlich auch gesichert haben. Daran wollte ich am wenigsten sparen, also kaufte ich das teuerste Schloss, welches es damals, und heute immer noch, am Markt gab. Zusätzlich versicherte ich mein Fahrrad bei einer auf Fahrradversicherungen spezialisierten Firma. Zu meinem Nutzungsverhalten: Ich fahre jeden Tag ca. 10 KM Fahrrad, das Schloss benutze ich ca. 6x/Tag, das Fahrrad steht immer unter freiem Himmel, egal welches Wetter es ist. Ich kann also sagen, dass ich mit dem Schloss nicht gerade zimperlich umgehe.
Aussehen und Lieferinhalt Das Schloss kommt in einer schlichten Plastikhülle daher (wenn es überhaupt verpackt ist). Drinnen befindet sich:
- Das Schloss selbst
- Ein Hauptschlüssel
- Ein kleinerer Ersatzschlüssel
- Eine „Keycard“ (dazu später mehr)
- eine Fahrradhalterung
- Und eine kurze Anleitung
Die Schlüssel und die Keycard
Die Abus-Schlösser sind mit einer speziellen Bart- und Zylindertechnik ausgestattet, welche angeblich „die einzig sichere Technik“ ist. Ich kenne mich in dem Gebiet nicht aus, allerdings sagen ausnahmslos alle Testergebnisse dasselbe. Im übrigen ist dieses Schloss sowieso überall Testsieger. Der Hauptschlüssel ist mit einer kleinen blauen LED versehen. Diese aktiviert sich, wenn man den Schlüssel fest zusammendrückt. Der Sinn ergibt sich für mich nur theoretisch, anscheinend soll es helfen, das Schlüsselloch zu finden. Die LED ist aber nicht sonderlich hell, und man muss den Schlüssel so fest zusammendrücken, dass die Hand leicht anfaengt zu zittern, was den Öffnungsvorgang noch weiter erschwert. Insofern kann ich dieses „Feature“ nur auf ein Gimmick degradieren. Insgesamt wirken sowohl haupt- als auch Reserveschlüssel etwas grazil, wenn man bedenkt, dass dann doch manchmal etwas Kraft angewendet werden muss beim öffnen, z.B. im Winter bei Frost oder wenn man mal vergessen hat, das Schloss zu ölen. Bisher funktionieren meine Schlüssel aber anstandslos und ohne Abnutzungserscheinungen. Vielleicht ist meine Sorge auch unberechtigt. Die Keycard ist eine Scheckkartengroße Plastikkarte, wo ein Code draufgedruckt wird. Wenn sie die Schlüssel mal verlieren sollten, können sie mit diesem Code bei Abus Ersatzschlüssel anfordern. Das Schloss muss also nicht weggeschmissen werden. Da ich beide Schlüssel noch besitzen, kann ich zu den Konditionen nichts sagen.
Fahrradhalterung
Die Fahrradhalterung ist ein robustes Stück Plastik, in dass das Schloss gut einrasten kann. Zum herausnehmen des Schlosses muss ein kleiner Hebel nach unten gedrückt werden. Das ist etwas mühsam, allerdings bin ich froh, dass die ganze Konstruktion so robust ist, denn ein so schweres Schloss muss man erstmal sicher verstauen. Insofern finde ich die nötige Härte voellig angebracht. Die Halterung selbst wird per Textilband an den Rahmen (oder sonstige Röhrenförmige Gegenstaende) „gebunden“. Das System ist so flexibel, dass man es sowohl waag- als auch senkrecht anbringen kann, wie es der persoenliche Geschmack bevorzugt. Seid meinem Kauf vor über einem Jahr musste ich diese Konstruktion nicht nachziehen o.ä.
Das Schloss selbst
Ich besitze, wie schon gesagt, die 30cm lange Top-Version des Schlosses. Es bringt gut und gerne 3KG auf die Waage, was wahrlich nicht leicht ist. Angeblich besteht der Bügel aus „Parabol“ - was genau das für ein Stoff ist, konnte ich bis heute nicht herausfinden. Ob das nur eine Werbewirksame Aufschrift sein soll oder wirklich Sinn hat, weiß ich nicht. Fakt ist, dass es das Schloss, wie gesagt, auf ein stattliches Gewicht bringt. Dabei ist es erstaunlich dünn - man wundert sich beim ersten Anfassen, dass so ein Gegenstand so schwer sein kann. Ob das Gewicht jetzt Vor- oder Nachteile birgt, lasse ich dahingestellt, dh. Wertungsfrei. Denn ich bin der Meinung, Sicherheit hat ihren (Gewichts-) Preis.
Ganz anders der untere Teil des Schlosses (der mit dem Schließmechanismus). Dieser ist zwar im Kern genauso robust, allerdings mit einer billig wirkenden Plastikhülle umgeben, die das „Design“ darstellen soll. Dieses Bauteil klappert gerne mal. Ein entfernen bringt sogar noch eine Klapper-verschlimmerung, aber dazu später mehr. Insgesamt hätte man sich, finde ich, das Teil sparen können. Das Schloss rastet satt und ohne Spiel in den Bügel ein. Die Schlüssel lassen sich leicht herumdrehen. Allerdings streikt das Schloss schon bei der kleinsten unstimmigkeit, was die Relation der beiden Teile anbelangt. Ein Beispiel: Das Schloss ließ sich nicht mehr zuschließen. Fehler war: Das Teil, welches zum anbringen an die Halterung dient, war unmerklich nach unten gerutscht. Dadurch konnte man den Bügel nicht mehr 100% ins Schloss einstecken, was zur Folge hatte, das es nicht mehr schloss. Die Abhilfe: Einfach wieder das böse Teil nach oben schieben, fertig. Darauf muss man aber erstmal kommen, denn die Veränderung ist kaum bemerkbar.
Klappern Leider klappert das Schloss im Auslieferungszustand. Zwar kaum bemerkbar, aber wenn das Fahrrad selbst nicht klappert, merkt man es. Das kommt sowohl von der blöden Plastikverkleidung, als auch davon, dass das Schloss gaaanz ganz wenig Spiel in der Anlage hat. Das Problem bekam ich durch einen Fahrradhaendler in den Griff: Er machte mir eine neue Verkleidung an das Schloss (augenscheinlich dieselbe), und klebe einen ganz kleinen Samtstreifen in die Schließanlage. Seitdem klappert da nichts mehr und das Schloss ist wirklich super. Allerdings geht nach dieser Prozedur der Schließvorgang etwas schwieriger, was sich allerdings nach einer Weile Benutzung wieder legt, da sich dann wohl das Samt "Plattgedrückt hat.
Einbrüche
Ich bin mir sicher, dass kaum ein Rezensent das Schloss in dieser Extremsituation hatte. Doch bei mir kam das schon zweimal vor: Das Schloss wurde versucht zu knacken. Beide male allerdings erfolglos! Der Einbrecher scheint sich die Zaehne daran ausgebissen zu haben. Beide male lag die Plastikverkleidung zerfetzt umher, das darunterliegende Schloss war total zerkratzt - aber geknackt, war das Schloss nie, nichtmal funktional beschädigt. Schließanlage und- Mechanismus waren nicht beeintraechtigt. Feuerfest, Flexfest, Hammerfest.... das ganze blabla, was Abus da als Marketing vorgibt und die Rezensenten hier nachblubbern, das überzeugt mich nicht. Ich hab es nie getestet, ob das Schloss einer Flex standhält. Werde ich auch nicht. Dass das Schloss schon zwei Einbruchversuche unbeschadet überlebt hat, das ist für mich die beste Werbung, und das beste Kaufargument. Und deswegen habe ich einen Kauf nie bereut.
Das Schloss und die Versicherungen
Ich habe mich eingehend mit dem Versicherungen beschäftigt - hier sei gesagt, dass man sich die Konditionen sehr genau durchlesen sollte. Die allermeisten Versicherer haben die „Nachtsklausel“ drin - zwischen 22 und 6 Uhr muss das Fahrrad in einem abgeschlossenen Raum stehen. Für mich indiskutabel. Jeden Abend das Fahrrad reinschieben? Nie nachts weggehen? Das ist sinnlos. Die einzige Versicherung, die diese Klausel nicht hatte, war die „EnRA“. Dafür zahle ich allerdings happig: 10% des Fahrradneupreises im Jahr. Einzige Bedingung: Das Fahrrad muss an einen festen Gegenstand angekettet werden. Damit kann ich leben, eine Laternenstange findet sich immer. Weswegen ich das Thema anschneide: Lt. Abus-HP gibt es Rabatte bei Fahrradversicherern, wenn ich ihr Schloss kaufe. Ich habe allerdings keine einzige gefunden, die mir diesen gewährt. Dennoch hat man durch das Schloss „Vorteile“: Ohne dieses hätte mich die EnRA naemlich garnicht erst als Versicherten zugelassen.
Zur Illustration habe ich noch ein paar Bilder hinzugefügt. Wer Fragen hat: ICQ 576585
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14.11.2009 13:56
Und wieder ist ein Fahrrad gesichert...lg.