Ein System mit sehr grossen Problemen
28.08.2011
Pro:
für Ingenieure ein nettes Spielzeug
Kontra:
für Diabetiker Russisch Roulette
Empfehlenswert:
Nein
Details:
Qualität/Verarbeitung:
Handhabung/Komfort:
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 laufi1234
Über sich:
Mitglied seit:28.08.2011
Erfahrungsberichte:1
Dieser Erfahrungsbericht wurde von 6 Ciao Mitgliedern durchschnittlich als Thema verfehlt bewertet
Ich hatte als Student die Ehre zu einem 'Roche meets' Besuch für e-fellows bei der Roche Diagnostics Mannheim GmbH. Dort gab es dann auch eine Führung in die Entwicklung Diabetes für Accu-Chek Geräe. Nach dem Standardprogramm mit Informationen über Karriere bei Roche wurde dort das Geschäftsmodell erklärt: mit billigen und angeblich "innovativen" Geräten die Kunden locken und dann von teuren Teststreifen abhängig machen. Dabei so tun, als wäre der Kunde wichtig. In echt geht es aber nur um das Geld für die Aktionäre. Wie überall auch - I know. Innovation? In Mannheim gibt es nicht viel davon zu sehen. Wirkt alles grau und alt. Viel Logistik in Form vieler Lagerhalen und nur eine verkümmerte Entwicklung in einem alten, finsteren gebäude. Die Führung war erst lustig: Man liess uns im Werkmuseum verschiedene Accu-Chek probieren: Mobile, Compact, Nano. Obwohl da auch Geräte von Bayer und Lifescan waren - die durften wir nur ansehen. Beim probieren vom Accu-Chek Mobile wurde bei mir ein sehr hoher Wert gemessen. Die Frau die uns betreute sagte: "Das mit den hohen Messwert ist bekannt (kicher)". Ein Problem mit der Technik, das wurde schon bei Vorstudien erkannt wurde. Aber weil der Termin zum Verkauf schnell kam, wurde alles halt so wie es ist verkauft. Sie hat es erklärt: Wenn man das Testband drückt oder verschiebt, dann kann der Wert sich verändern, weil sich das Band verformt bei Berührung. Dann wird das Licht, mit dem gemessen wird, falsch erkannt. Das passiert auch, wenn das Band aus versehen verschoben wird wegen der dunklen Streifen am Band (wie ich das als nicht Physik-LK Abiturient verstanden habe: das Band ist wie ein Spiegel, der das Licht beim Drücken anders reflektiert, so dass das Gerät andere Werte erkennt, nämlich falsche). Bei anderen Systeme von anderen Firmen wird elektrisch gemessen. Da stört drücken nicht. Wenn der Finger nicht gewaschen ist, dann wird Schmutz aufs Band gebracht, mischt sich mit dem Blut und gibt wie bei mir ganz falsche Werte. Man soll ich also immer die Finger waschen. Weil Mobile empfindlicher ist als alles anderen Geräte (Original-Zitat der Dame von Roche!!!) gibt es jetzt mit dabei einen Zettel der vor dem Fehler warnt. Die glauben also, ein Fehler in der Konstruktion kann mit einem Zettel, wo draufsteht man soll das Band nicht berühren, behoben werden?
Die hohen Werte danach sind also bekannt. In vielen Foren wird davon berichtet (sucht mal). Die Frau von Roche freute sich halt über die komplizierte Technimk im Mobile. Was aber bringt dem Diabetiker die komplizierte Technik, wenn das Ergebniss vom Zucker nicht stimmt? Ein Mitarbeiter aus der Entwicklung der auch im Museum war sagte, für die Zulassung wurden wurden Kassetten und Geräte vorsortiert, damit nichts passiert. Solche Ausssagen vor 20 Studenten halte ich für unprofessionell. Dieser Mitarbeiter sagten auch, dass beim neuen System, dem Nachfolger vom Mobile, es nur bessere Technik geben soll. Bluetooth, USB und Farbdisplay - Ingenieurgimmiks die nichts mit einem medizinischen Gerät für Diabetiker zu tun haben. UND - das Band bleibt gleich! Der Fehler bleibt also unbehoben, weil wohl unbehebbar? Entwickelt die Firma nur für den Ego der Techniker? Nicht für die Kunden, die ja "so wichtig" sind? Diabetiker als cash-cow, nicht als Individuen... Es ging weiter. In ein Labor. Dort wurden tausende Geräte mit der Hand geprüft! Die Leute im engen Labor sahen genervt aus als wir da waren. Die messen tausend Streifen. Ich fragte eine Frau in einer gelben Schürze, ob das mit den falschen Werten oft vorkommt? Da schob sich der Laborleiter (?) dazwischen und meinte, wir müssen den Raum wegen Ansteckungsgefahr verlassen.
Das war ein interessanter Tag! Ich war sehr schokiert über die Offenheit, mir der über gefährliche Fehler gesprochen wurde! Das Hochregallager war das einzige technische Highlight an dem Tag, und wir fuhren mit roten Klapperfahrrädern durchs Werk. Da war was zu sehen, was mal modern war. Es hat mich überrascht, wie einfach bei Roche alles war und wie trist und grau das Gelände wirkt. AUch wenn auf denen Ihren LKWs steht 'Innovation für die Gesundheit' - Die haben ja einen besonderen Humor.
PS: Habe ich als Antwort in einem anderen Forum erhalten - Zitat: "Der Poster weiter oben meint nur die optischen Systeme wie Compact und Mobile. Es gibt von Roche Optiksysteme (Entwickelt Mannheim) und Elektrogeräte (Entwickelt Indianapolis). Roche ist "...eine Bank mit Apotheke dran" - da geht es um Geld, nicht um Innovation. Beispiel Burgdorf, da wo die Disetronic Insulinpumpen gebaut wurden: wurde geschlossen. Entwicklung zu teuer. Am letzten Arbeitstag standen die Busse der Konkurenz davor und haben die freiwerdenden Techniker quasi abgeholt. Die Guten gehen! Und mit ihnen das Wissen. Es gibt >100 total frustrierte Angestellte querbeet bei Roche Diabetes, die den Laden demnächst auseinanderfallen sehen. Egal, wie positiv solche "unabhängigen" Zeitungen wie die in Mannheim schreiben...
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28.08.2011 21:50
Zum Verschieben des Berichtes musst du nur eine mail an abuse@ciao.de schicken :0)
28.08.2011 20:22
siehe unten
28.08.2011 19:58
Interessanter Bericht ... leider die falsche Sparte! Wenn Du den Bericht in die richtige Kategorie verschieben hast lassen, sage mir (und den anderen Bescheid) ich werte dann selbstverständlich neu ... nichts für ungut! In diesem Fall hat die Wertung nichts mir Dir oder den Bericht zu tun ...