ein Flachmann zum Angucken
25.03.2005
Pro:
flacher Bildschirm, elegantes Design
Kontra:
siehe Bericht
Empfehlenswert:
Nein
Details:
Bildqualität
Klang
Bedienung
Ausstattung
mehr
 Rolfo1
Über sich:
Talent ist die Fähigkeit, komplizierte Dinge einfach zu sagen - nicht umgekehrt. Jean Cocteau
Mitglied seit:08.05.2000
Erfahrungsberichte:144
Vertrauende:81
Dieser Erfahrungsbericht wurde von 69 Ciao Mitgliedern durchschnittlich als sehr hilfreich bewertet
Nachdem mein Grundig nach nur 7 Jahren seinen Geist aufgegeben hat und die Reparatur des Schaltnetzteils 150€ kosten soll, wollte ich jetzt mal einen flachen Fernseher im Format 16:9 im Wohnzimmer haben, der mit 50 cm Tiefe nicht die halbe Blumenbank bedeckt. Ein bezahlbares Gerät in der Wunschgröße fand ich bei MediaMarkt (899€). So dachte ich. Dort meinte man, den Werbepreis mir jetzt nicht mehr gewähren zu können, ich käme 2 Tage zu spät. Also kaufte ich bei Thilo Stöhr, der diesen Preis ebenfalls ermöglichte.Da der Hersteller Acer langjährige Erfahrung in der Monitor- und PC-Fertigung hat, wähne ich mich auf der sicheren Seite und erwarte ein Markengerät.
Aussehen Das silberne Gerät mit nur 13 cm Tiefe sieht mit seinem geschwungenen Standfuß richtig elegant aus. Der nicht spiegelnde Schirm (66cm Diagonale = 26") ist auch bei hellem Tageslicht tiefschwarz, was gute Kontraste verspricht. Rechts unten sind einige wichtige Tasten für Ein/Aus, Lautstärke und Programmwahl und Menü platziert und links, sehr dezent, Anschlüsse für Video/Audio und Kopfhörer. Auf beiden Seiten sind schmale Stereolautsprecher integriert, die das Gerät noch schlanker erscheinen läßt. Auch die Fernbedienung wirkt edel im Design und Material.
Technische Daten 26"-LCD-Display: Format 16:9, Auflösung 1280 x 768 Pixel (damit PC-tauglich und HDTV-ready!) Kontrast: 600:1, max Helligkeit 450 Cd/qm, Blickwinkel max 170 Grd Gewicht: 14 kg, Gerät schwenkbar. TV-Tuner: analog, PAL/Secam, Videotext. Bildprozessor: Gammakorrektur, Noise-Reduction, De-Interlacing, Kammfilter Audio: Stereo mit 3D Surround, Leistung 2 x 5W, Baßanhebung durch WOW & TruBass. Eingänge: hinten 2 x SCART (FBAS, S-Video, RGB); PC D-Sub, PC-Audio, DVI-D; vorn Cinch-AV
Leistungsmerkmale - Einstellung von Video-, Audio- und Empfangsparameter durch mehrsprachige Menüführung (OSD)
- Formatumschaltung (16:9, Panorama, Letterbox, 4:3) und Vertikal-Zoom
- Videotext-Dekoder
- Bild-in-Bild Funktion PIP/PBP/POP
- Kindersicherung (heißt bei Acer Sperrstufenkontrolle)
- Szenario-Modus: Audio/Video-Profile für Spielfilm, Sport, Spiel, Konzert, Benutzer, Standard
- favorisierte Programmkanäle zum schnellen Zappen.
Bewertung Video Das Fernsehbild besticht durch das breites Format, satte Farben, und totale Flimmerfreiheit (weder Kanten- noch Flächenflimmern). Gut ausgeleuchtete Szenen kommen brillant und kontraststark. Sehr helle Bilder wirken dagegen detaillos und überstrahlt (das kommt daher, dass weiße Flächen erheblich heller sind als bei der Röhre). Bei fehlendem Umgebungslicht und vorwiegend dunklen Szenen müßten die schwarzen Partien eigentlich dunkler sein. Hier hat LCD Schwächen gegenüber selbstleuchtendem Plasma und Röhre, da es von hinten mit einer Lampe beleuchtet wird und die Kristall-Sperrwirkung nicht 100-prozentig ist. Die angebliche automatische Gammaregelung gleicht das nicht aus.
Zu bemängeln ist ferner, dass Hautfarben gegenüber Röhre eine Nuance zu rosa kommen wo sie eigentlich bräunlich sein müßten. Außerdem erscheinen zarte Farben leicht verwaschen. Hier hat das Acer-LCD ebenfalls eine Schwäche gegenüber der Röhre. Ganz hervorragend sind Standbilder (Foto-CDs) und - Zeichentrickfilme, besonders wenn sie von der DVD oder DVB-T-Box als RGB-Signale reinkommen. Hierbei kommt die hohe Auflösung voll zur Wirkung wie auch beim Anschluß eines PCs oder beim Videotext und den OSD-Menütexten.
Der Hersteller Acer verspricht eine Schrägsicht von 170 Grad fürs Display, so wie andere auch. Dies ist nach meinem Maßstab bei allen Geräten nicht der Fall (vielleicht messen sie den Grenzwinkel dort, wo gerade noch Schrift lesbar ist). Bis 30 Grad Abweichung von der Horizontalen empfinde ich kaum Abfall des Kontrasts, danach wird dies aber deutlich sichtbar. Bis zu einem Blickwinkel von 90 Grad ist die Minderung akzeptierbar, danach wird das Bild flau und unannehmbar. Bei einem Betrachtungsabstand von 3m ist dies aber noch okay für 2 Personen, die im Kuschelabstand nebeneinander sitzen. Die Bild-in-Bild-Funktion ist im Prinzip gut durchdacht und für TV- und Videorekorderbild (FBAS) okay. Man darf nur keine RGB-Signale verwenden, da sie stets dominieren und den Tuner und alle weiteren Eingänge wegdrücken. Ich wäre da fast verzweifelt! Das Gerät entwickelt eine nicht durchschaubare Dynamik durch den automatischen Input-Selector. Da Scart i.a. mehrere Signalarten anbietet, führt jede Änderung in den Sourcen (TV-Kanäle, Start DVD, DVB-T-Box usw) zu einer Neubelegung der beiden Bilder, die nie der erwünschten entspricht. Hier fehlt einfach die Reproduzierbarkeit von bestimmten Einstellungen!
Bewertung Audio Der Klang ist trotz der mikrigen 2x 5W Ausgangsleistung befriedigend und reicht für die meisten Sendungen aus. Das Gerät gibt Stereo und bilingualen Ton wieder. Die Umschaltung Stereo/Mono bzw. Sprache1/Sprache2/Sprache1&2 erfolgt mit der MPX-Taste und wirkt nur auf den eingebauten Tuner.
Der 3D-Stereoeffekt ist eher schwach, genauso wie die Baßanhebung mit TruBass oder WOW (was immer das auch ist). Ich empfinde dies nicht als Nachteil, da ich DVDs natürlich über meine Denon-Anlage (750 W + Magnat Subwoofer, siehe Berichte) abspiele. Die knapp 1000 Watt können bei bestimmten Filmen (wie z.B. Herr der Ringe oder Troya) regelrechte Panikattacken auslösen. Das schafft der Acer natürlich nicht.
On Screen Display (OSD) Hier erkennt man die Computer-Firma! Die OSD-Menüführung erweckt den Eindruck, in Windows zu sein. Das ist sehr hilfreich und damit positiv. Schwächen sehe ich aber in der Helligkeits-, Kontrast- und Kanaleinstellung (Programmplätze).Beim Schieben am Helligkeitssteller sehe ich kaum Auswirkungen, dagegen verändert der Kontraststeller die Helligkeit erheblich. Und - warum ist der Steller für die Schärfe nur auf 33% voreingestellt?
Bei der Kanaleinstellung finde ich die Länderauswahl unnötig. Sie dient dazu, um fest codierte Sendernamen den Frequenzen zuzuordnen. Begründung: 1. springt die Auswahl "Deutschland" immer wieder von selbst auf "UK" und 2. sollte man die Namen besser dem Videotext entnehmen, denn sie ändern sich (besonders in Deutschland) aufregend schnell. Zum Glück lassen sie sich mit den Zifferntasten editieren. Ein besonderes Kapitel ist die Format-Einstellung. Ein gesendetes Bild hat ein implizites Format (meist noch 4:3, bei Filmen 16:10 oder auch anders), das nicht unbedingt mit den gewählten Einstellungen Wide (4:3, 16:9, Panorama, Briefkasten) und Zoom (Normal, Zoom 1, Zoom 2) übereinstimmt. Bei den meisten Kombinationen ergeben sich Bildverzerrungen, die nicht erwünscht sind.
Da ich auf die gesamte Bildbreite Wert lege, muß das Bild bei 4:3 in der Höhe gezoomt werden, wobei die oberen Ränder abgeschnitten werden. Das Bild ist dann richtig, wenn Kreise (z.B. das Logo von ARD) rund abgebildet werden. Die Einstellungen für Wide=16:9 und Zoom 1 zeigen das gewünschte Format, nur bei Umschaltung durch den Sender ist die Reproduzierbarkeit nicht immer gegeben.
Fernbedienung Wie schon gesagt, sieht sie edel aus und ist durch unterschiedliche Tastenformen sehr funktionell. Display und Beleuchtung hat sie aber nicht. Es ist immer wieder erstaunlich, wie viele verschiedene Tastenanordnungen es gibt. Jeder Hersteller übt sich da in künstlerischer Freiheit. Ein Nutzer wie ich mit 5 verschiedenen Fernbedienungen für TV, Heimkino, DVD, DVB-T und Videorekorder und kommt da schnell an seine mentalen Grenzen!Ärgerlich ist, dass die Tasten für die Lautstärke links platziert sind und für die Kanalwahl rechts. Seit Beginn der Rundfunktechnik ist das genau andersrum und wird sogar von japanischen Herstellern richtig gemacht. Man sollte die taiwanesischen Entwickler mal in ein Rundfunkmuseum führen.
Eine weitere Schwachstelle ist die Notwendigkeit, die Fernbedienung genau auf das Fernsehgerät auszurichten, was im Liegen fast unmöglich ist. Sie ist also relativ unempfindlich, das sollte in dieser Preisklasse eigentlich nicht vorkommen! Noch ein Zacken ärgerlicher ist, das der Acer auf die Medion DVB-T-Box Fernbedienung reagiert. Zappe ich mit der Box-FB, so wird die zuletzt mit der Acer-FB ausgeführten Funktion wiederholt. Abhilfe ist ein Druck vorher auf die Ok-Taste des Acers, dann fühlt er sich nicht mehr angesprochen.
Zubehör Es werden reichlich Kabel mitgegeben, so allein 3 Stromkabel für UK, Italien und der restlichen EU. Sogar zwei Scart- und ein D-Sub PC-Monitorkabel sind dabei (für TV nicht selbstverständlich).
Alle Netzkabel haben Verbindung zum Schutzleiter. Das ist für die Sicherheit richtig, kann aber zu Problemen führen, wenn das Antennenkabel oder eins der angeschlossenen Geräte geerdet ist. Dann sind Brummstörungen sehr wahrscheinlich. Auch mein Gerät brummte. Zur Abhilfe habe ich beim Italienkabel den mittleren Stift entfernt und so einen gebräuchlichen Eurostecker erhalten. Das 5-sprachige Benutzerhandbuch ist recht gut gemacht und enthält viele Abbildungen. Leider ist es nicht besonders ausführlich und hat Lücken bei der technischen Spezifikation. Eigentlich beschreibt es fast nur triviale Dinge. So wird z.B. bei der Sendereinstellung gezeigt, wie der autom. Scannvorgang ausgelöst wird; das manuelle Sortieren der Kanäle mit der Funktion "Austauschen" ist den Autoren keine Zeile wert. Hier hilft nur try-and-error und ein gutes Gedächtnis für später.
Fazit Das Gerät besticht durch sein edles Design, der sehr guten Bildauflösung und der vielseitigen Anschlußmöglichkeiten. Falls jemand jedoch Platz hat und das Gewicht nicht scheut, ist mit einem vergleichbaren Flat-Röhrengerät mit 100-Hz-Technik hinsichtlich Bild-/Tonqualität und Preis besser bedient.
Da ich die essentiellen Schwächen der LCD-Technologie anlaste und diese bei anderen Herstellern ebenfalls anzutreffen sind erfolgt keine Abwertung. © Rolfo1 am 25.3.2005 .
Nachtrag 20.10.2005 Der Acer ist leider nach 6 Monaten total ausgefallen, nachdem bereits Wochen zuvor gelegentliche sporadische Bildausfälle vorkamen, die aber mit einem Reset zu beheben waren. Nach 4 Wochen Reparaturzeit ist das Gerät nun wieder am alten Platz, hat ein neues Video-Board und zeigt in der Bedienung Unterschiede zu früher: * der unerwünschte Empfang von Medion-FB-Signalen ist behoben :-))
* statt einem Briefkasten gibt es jetzt drei. Dafür ist der Kreis bei 4:3-Sendung nur bei Einstellung 4:3 wirklich rund :-( * die Länderliste hat sich geändert, Defaultwert ist jetzt Österreich, wo zum Glück das Frequenzraster mit dem unseren übereinstimmt. Leider ändern sich die Sendernamen beim Umschalten der Länderliste nicht mit, was viel Editierarbeit bedeutet zumal die FB-Tastatur keine Buchstaben hat. Man schielt mit einem Auge auf ein Handy, wenn man die Belegung nicht im Kopf hat.
Das Gerät ist jetzt schon für ca. 740 € zu haben. Nachtrag 15.03.2006 Die Senderprogrammierung ist ausgefallen. Es lassen sich keine Namensänderungen mehr einbringen. Diese sind aber notwendig, da neuerdings unsinnige Sonderzeichen im Namen erscheinen. Hier kam der Vor-Ort-Service und erneuerte die Firmware.
Nachtrag 20.06.2007 Ein neuer Fehler ist aufgetreten, das Gerät lässt sich nur unwillig einschalten. Von 20 Einschaltversuchen (am Gerät) ist im Mittel nur einer erfolgreich. Da inzwischen die Garantiezeit abgelaufen ist, kommt kein Vor-Ort-Service mehr und das Gerät muss nach Norddeutschland geschickt werden. Der Email-Kontakt mit Acer-Deutschland war unbefriedigend. Wegen der 3 Ausfälle innerhalb von 2 1/2 Jahren und des wenig kulanten Services ziehe ich meine ursprüngliche Empfehlung zurück.
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04.04.2006 22:07
Super Bericht! Ich würde mir aber nie einen Acer holen, da ich mit Acer nur Schwierigkeiten hatte bis jetzt (Laptops, externe Festplatten...), Gruß, ich
09.01.2006 15:19
Inzwischen habe ich gelernt, dass die flächigen Darstellungen im PAL-Bild, besonders der Gesichtshaut und die Rauschmuster bei schneller Bewegung durch Unzulänglichkeiten beim Hochrechnen der rel. geringen PAL-Auflösung zur 1280-Auflösung zustande kommen. In Zukunft ist hier mit besseren Algorithmen und schnelleren Verfahren zu rechnen. Für Standbilder, Grafiken (auch Trickfilme) und als PC-Monitor ist das LCD-Display dagegen unübertroffen gut!
09.01.2006 00:58
Ich brauche dazu einen Receiver, denn bei uns wird jetzt nur digital gesendet. Damit kann ich die Funktionen "Sender einstellen" gar nicht nutzen, denn mein Sky zeigt nur das, wass der Receiver gerade liefert. lg Mundi PS. Vorsicht beim Giessen" Nicht mit Blumentopf auf der Bank verwechseln.