klein, mein, und fast immer dabei
19.10.2008 (26.10.2008)
Pro:
leicht, schnell, sehr benutzbar
Kontra:
zu kurze Akkulaufzeit, spiegelndes Display, Linpus unbrauchbar für mehr als "Mini - Anwender"
Empfehlenswert:
Ja
Details:
Verarbeitung
Kontraste
Festplatten-Kapazität
Gewicht
Installation
Software-Ausstattung
Support/Service
mehr
 burk
Über sich:
Hmmm. Viel unverändert hier, neue Leute, ein paar alte und bekannte Gesichter. Euch ein frohes Fest ...
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Dieser Erfahrungsbericht wurde von 116 Ciao Mitgliedern durchschnittlich als sehr hilfreich bewertet
Zum Anlass meiner beruflichen Veränderung: Meine Ex-Kollegen wollten mir Ur-Unix-Admin ein Abschiedsgeschenk machen, und das wurde dieses Acer Aspire One 150l in blau. Über die technischen Details des Gerätes sage ich nichts, das steht bereits alles bei Ciao hier bei der Produktbeschreibung, also lest da nach, sprich: schaut einfach nach oben neben das Bild. Weil genau das was da steht, hat das System auch. Das einzige, was in der Beschreibung fehlt, ist der Hinweis auf das W-LAN nach dem Standard 802.11b/g - also nicht der neueste "n", der noch schnelleres Funken ermöglicht. Und b/g sind beide nur im 2,4 GHz Funkbereich, also kann es im Hochhaus mit vielen Funknetzen auch zu Problemen kommen.
Verpackt ist das Acer sehr aufwändig in einem Außenkarton, aus dem man dann eine schicke Verkaufsverpackung heraus nimmt. In dieser findet sich eine Bedienungsanleitung, eine Recovery-CD, eine Kunstledertasche (zu klein, um das Notebook mit einem Hama-Mini-USB-Bluetooth-Adapter aufzunehmen - schade eigentlich), ein Ladegerät (LiteOn) und natürlich das Aspire One selbst. Da ich berufsbedingt eher anspruchsvoll an das Gerät heranging, und aufgrund der Atom-Prozessor-Architektur auch hohe Erwartungen an das Gerät hatte, war bereits wenige Minuten nach dem Ausprobieren des Linpus-Linux für mich klar, dass dies nicht meine Erwartungen erfüllen kann. Sicher kann man nach viel Herum suchen im Netz auch das Linpus um die notwendigsten Funktionen erweitern, jedoch ist das immer noch eine rechte Krücke, auch wenn mit Linpus die Startzeit vom Einschalten bis Benutzen wirklich nur ca. 15 Sekunden sind. Meine Kritikpunkte am Linpus: - kein ssh-Client um per Netzwerk auf andere Systeme zugreifen zu können.
- keine Bluetooth-Unterstützung (gut, ein eingebautes Bluetooth Modul hat der Acer gar nicht, aber der bei Amazon zu dem Aspire dazu empfohlene Hama-Mini-Adapter funktioniert (nicht mit Linpus) sehr gut mit dem Acer)
- sehr instabile W-LAN-Verbindung, noch dazu konnte ich das Gerät nur dazu überreden sich mit EINEM Accesspoint (nicht nur zu einer Zeit gleichzeitig, sondern immer - also einmal gewählt, nie mehr ein anderer) zu verbinden. Für mich hieß das: Entweder nur zuhause, oder im Büro, oder wo auch immer ich war. Nur um dies zu schaffen, musste ich ein ganzes Verzeichnis immer hin und her kopieren - nur nach Tipps aus dem Netz kam ich überhaupt so weit. Für Laien unzumutbar. Und für mich das eigentliche K-O für das Linpus.
Nun nenne ich ein externes DVD-Laufwerk mein Eigen, daher wollte ich ein anderes Betriebssystem zum Testen installieren, und das Recovery der Linpus-Distribution funktionierte beim Test einwandfrei. Ebenso klappt das Booten von einem externen USB-CD/DVD-Laufwerk einwandfrei, auch USB-Sticks sollen funktionieren, was ich so gelesen, aber nicht probiert habe. So versuchte ich eine Installation von OpenSuse 11 (32 Bit). Mit dieser kam es bei der Displayauflösung (1024x600) auf dem Gnome-Desktop zu Problemen, die ich aber relativ leicht beheben konnte. Aber auch hier war, dank der extrem mangelhaften Linux-Unterstützung der Atheros-WLan-Karte beim Funknetz nichts zu wollen. Selbst der Einsatz der madwifi-Treiber machte die Karte nicht brauchbar. Somit war auch die OpenSuse für mich gestorben.
Der nächste Versuch war ein Windows-XP ("da liegt noch eine alte Lizenz rum, vielleicht taugt das ja was auf dem Acer"). Nun ja, das scheiterte recht schnell daran, dass ich NICHT alle Linux-Partitionen auf der Platte vor der Installation löschte. Hätte ich das gemacht, wäre es wohl durchgegangen. Aber auch hier muss man vorher die XP-Installations-CD entweder auf einen bootfähigen USB-Stick verpacken, oder die CD um die S-ATA-Treiber für die im Acer verbaute Festplatte erweitern. Alles nicht ganz trivial, aber für erfahrene Nutzer, die auch mit Google-Ergebnissen umgehen können, machbar. Es gibt wirklich gute Foren zum Acer One im Netz. Aufgrund des Installationsaufwandes (nicht einfach problemlos) und der inneren Abneigung zu Windows starb also auch Windows-XP für mich.
Der nächste, und schließlich erfolgreiche Versuch, war ein Ubuntu Hardy Heron (8.04). Hier funktionierte nach Installation eigentlich fast alles. Der USB-Bluetooth-Adapter wird sofort sauber eingebunden. Mein Nokia-Handy erkannt und sogar eine GPRS-Verbindung ins Internet sauber aufgebaut damit. Klasse. Dann war da noch das W-LAN. Ich bemerke keinen Unterschied zu einem Bedienkomfort bei Windows. Mehrere Accesspoints werden sauber verwaltet, die Suche nach neuen Points klappt prima, schnelle Verbindungen bei brauchbarer Reichweite... So soll's sein. Der Knackpunkt hier ist das Audio-System des Acer One. Es gibt Probleme, und dazu einige Lösungen, von denen ich mir die für mich passende ausgesucht habe (nun geht mein eingebautes Mikrofon nicht mehr), dafür habe ich stabil Ton in allen Lebenslagen. Der große Clou mit dem Ubuntu ist die kleine Installations-CD, das problemlose Nachinstallieren von Anwendungen aus dem Netz (apt-Funktionalität mit Abhängigkeitsauflösung!) und eben das Ubuntu-Forum, das extra für den Acer eine Installations- und Fehlerbehebungsanleitung hat. Für alle, die vor Linux nicht zurückschrecken ist dies meine klare Empfehlung. Die Boot-Zeit liegt bei knapp einer Minute vom Einschalten (Grub-Loader inkl.) bis zur Startmöglichkeit der ersten Anwendung bei aktivierter Auto-Login-Funktion. Auch noch akzeptabel, finde ich. Die Webcam im Deckel funktionierte auch ohne Probleme mit dem Ubuntu. Und mit dem netten kleinen Emulator "wine" kann ich nun auch noch zwei sehr lieb gewonnene Windows-Anwendungen einwandfrei auf dem Aspire One laufen lassen. Das Ganze ging so einfach und gut, dass ich echt begeistert war. Übrigens zum Thema W-LAN und Linux. Linus Torvalds, der Linux-Meister sozusagen, hat als er mit dem Asus Eee zu tun hatte, sich so über den Atheros-Wlan-Chipsatz geärgert, dass er für eines der nächsten Kernel-Releases eine integrierte Unterstützung dafür angekündigt hat (sofern er damit klar kommen wird ;) ). Dann sollten auch SuSE oder ein überarbeitetes Linpus damit keine Probleme mehr bereiten.
Das oft gehörte "Problem" mit den sichtbaren Fingertappern an dem glänzenden Gehäuse kann mich erschrecken. Ist aber wohl auch Geschmackssache, und "schön" ist es wirklich nicht so sehr. Die "kleinen Tasten" der Tastatur kann sogar ich mit meinen nicht allzu dünnen Fingern gut und zügig bedienen, ganz anders als beim Eee 4G von Asus.
Das fehlende CD Laufwerk stört mich überhaupt nicht. Wenn ich etwas brauche, dann kommt das auf einen USB-Stick oder eine SD-Karte, von deren das Gerät sogar zwei zugleich lesen kann, da es über zwei eingebaute Kartenleser verfügt. Das Display kann mich trotz der Eigenschaft des Spiegelns sehr überzeugen. Mit voll aufgedrehter Helligkeit ist das Spiegeln auch tagsüber fast kein Problem. Und die Farben und die Kontraste sind sensationell. Die Auflösung ist schon recht klein - sowohl die Größe (mein anderes Notebook hat eine Displayauflösung von 1400x1050 und das ist schon viel mehr, was man da sehen kann) als auch die Schriftgröße bei dem kleinen Display. Aber auch das ist erträglich und man kann damit einige Stunden aushalten. Nichts für den ganzen Tag, definitiv nicht, aber solange der Akku hält: kein Problem :)
Der eingebaute Lautsprecher ist eher kläglich und quäkend, aber für youtube reicht er schon gerade noch aus. Nichts für Musik oder Hörbuch hören jedenfalls. Dafür ist der Kopfhörerausgang sehr gut. Was stört mich so nach einigen Wochen des Betriebes? - das Touch-Pad. Generell bin ich kein Fan von Touchpads, aber dieses bringt mich schon manchmal sehr zum rasen: ganz rechts ist ein unmarkierter Scroll-Bereich. Kommt man darauf (zuerst, oder mit dem Anderen Finger/Handballen zusätzlich), fährt der Scrollbalken wie verrückt auf und ab, zusammen mit der Seite, auf der man sich befindet. Ätzend.
- die kurze Akku-Laufzeit. 2:15h ist nicht der Hit, vor allem nicht für ein ultramobil-Gerät.
- das vorinstallierte Linpus ist ein Witz, im Vergleich zu den Fähigkeiten des Systems
- der laute Dauerlüfter (bei Linpus), den man mit ein paar Tricks (Aspire-One-Forum) unter Ubuntu zum Schweigen bekommt (und trotzdem gegen Überhitzung geschützt ist!)
- das spiegelnde Display
- Das bereits von einem anderen Rezensenten beschriebene Flackern der Hintergrundbeleuchtung bei nicht voll aufgedrehter Beleuchtung und Systemlast.
- kein integriertes Bluetooth
- kein integriertes Modem - das ist zwar dank dem GPRS über Bluetooth nicht sooo schlimm, aber es ist ein wenig schade.
Was finde ich richtig schick? - Die Größe des Gerätes
- die Kompatibilität zu Ubuntu-Linux
- die sagenhafte Unterstützung in den Foren zum Gerät (nicht bei Acer direkt! ;) ) und bei Ubuntu. Da das Gerät technisch sehr ähnlich zum Asus Eee ist, kann man auch dessen Problemlösungen auf den Aspire One oftmals anwenden.
- das sehr gute Display (Helligkeit/Blickwinkelabhängigkeit/Farben) - wenn es nur nicht so spiegeln würde!!!
- es ist so klein, man kann es echt überall hin mit nehmen.
- den "ich hab das"-Faktor. :)
Fazit: *Für Leute, die vor ein wenig herum hantieren im Zuge der Ubuntu-Installation NICHT zurückschrecken, ist das Acer One voll empfehlenswert. Die Nachteile sind damit so gut wie beseitigt, es bleibt nur der kurzlebige Akku und das spiegelnde Display. Der Installationsaufwand für Ubuntu betrug bei mir inklusive der wichtigen Anpassungen für das kleine Display ca. 6-8 Stunden, ALLES - also auch die W-LAN Einrichtung, die Lüftersteuerung, den Soundtreiber u.ä. eingerechnet.
*Für Leute, die lieber schnell und problemlos loslegen wollen empfehle ich jedoch - trotz meines Unix-Backgrounds - klar die Variante mit Windows-XP bereits installiert (ganz wichtig!), da hier einfach alles "wie gewohnt" und wohl auch sofort funktioniert. Insgesamt empfinde ich das Preis-/Leistungsverhältnis bei diesem Netbook als okay. Sicher, für 100 EUR mehr bekommt man inzwischen ein richtig nettes Notebook mit DVD-Brenner, einem großen Display, aber wer ein kleines Mobil - und ich meine wirklich Mobil - Gerät braucht, der ist mit dem Acer nicht schlecht beraten. Vor allem will Acer eine Erweiterung um internes UMTS und vor allem einen doppelt so großen Akku anbieten, damit wäre das Aspire One dann tatsächlich ein Mobil-Mini. :) Wer jetzt schon sowas sucht, der werfe einen Blick auf das Asus Eee 1000 oder 901.
© burk 10/2008 für ciao und amazon.de (in leicht abgewandelter Form) Update 26.10.08: Beim Übertragen einer großen Datei musste ich gestern mit WLan-Abbrüchen leben. Der scp brach mit "received corrupt MAC Address" ab. Ich werde also, sobald der neue Kernel mit den neuen WLAN Treibern verfügbar ist nochmals upgraden. Irgendwie schon ärgerlich.
1684 Wörter
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04.10.2011 16:26
Sehr interessant! Da hat sich jemand mal richtig Mühe gegeben! :-)
02.11.2008 19:19
was für ein Geschenk - bei uns gibts Vasen oder Blumen :-)) GLG Reggie
02.11.2008 16:37
Super Bericht, lg miniemi1