Der mobil Pocket-PC Acer n50
27.10.2005
Pro:
WLAN, Bluetooth, SD und CF eingebaut, Verrieglungsschalter für Musikwiedergabe
Kontra:
Kurze Akkulaufzeit mit Displaybeleuchtung, zu leiser Kopfhörerausgang, Lieferumfang
Empfehlenswert:
Ja
 pcblizzard
Über sich:
Bin gerade dabei meine eigene Homepage zu erstellen, dashalb bin ich nicht mehr sehr oft hier aber h...
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Nach den drei relativ vermurksten Baureihen n10, n20 und n30 hat Acer mit dem Navigations-Pocket-PC n35 einen Glücksgriff getan. Der Erfolg soll nun fortgesetzt werden mit dem Highend-Modell n5o, das es in zwei Varianten geben soll. Mein Gerät ist das Einstiegsmodell, das für 299 Euro schon mit WLAN, Bluetooth und zwei Steckplätzen für Erweiterungskarten geliefert wird. Acer ist einer der letzten großen Computerhersteller, die bei den Taschencomputern Fuß fas¬sen wollen. Vor ihnen haben es schon viele andere versucht, aber nur die wenigsten haben es geschafft: Casio beispielsweise baute 1998 den leckersten Pocket-PC der damaligen Zeit, die E- I xx-Baureihe. Trotzdem hat Casio mit den Pocket-PCs nie einen Yen verdient. LG war im Windows-CE-Bereich vertreten und musste sich zurückziehen, Sharp genauso und Philips auch. NEC-Packard Bell hatte nette Organizer, aber traute sich nie, diese in Deutschland auf den Markt zu bringen. Der letzte Verlierer im Pocket-PC-Bereich ist Toshiba, der sich klammheimlich zurückgezogen hat. Im fernen Taiwan kam mit Lite-On Technologies ein weiterer Hardwarehersteller auf die Idee, einen Pocket-PC mit fest eingebautem GPS-Satellitenempfänger für die mobile Navigation zu bauen.
Acer wurde darauf aufmerksam und sicherte sich die Rechte, diesen Rechner zu vertreiben. Als Acer n35 im Komplettpaket mit der Destinator-Software verkauft sich dieses Gerät nun auch recht gut. Anscheinend war aber der Vertrag zwischen Lite-On und Acer nicht exklusiv, denn der deutsche Computerhändler Yakumo verkauft ein praktisch identisches Gerät unter der Bezeichnung »Yakumo PDA Alpha GPS«. Ebenfalls von Lite-On kommt nun das Modell n50. Acer setzt seit jeher auf das Prinzip, dass man extern bauen lässt, darauf ist das gesamte Geschäftsmo¬dell ausgerichtet. Für Notebooks stehen Acer vier Hersteller zur Verfügung, bei Organizern reicht mit Lite-On ein Lieferant.
Außenrum Der Rechner ist inklusive Eingabestift 150 Gramm schwer, das Gehäuse ist 120 Millimeter lang, 70 Millimeter breit und 17 Millimeter dick. Die Vorderseite des n50 besteht größtenteils aus gebürstetem Blech und sieht recht edel aus. Leider ist die gebürstete Oberfläche keine Garantie gegen häss¬liche Fingerabdrücke, ganz im Gegenteil. Denn die durchgängige Metallplatte zieht sich bis über die Schnellstarttasten. Als »Tasten« dienen sogar Teile der Metallplatte. Die Umrisse der Tasten wurden ausgefräst und die verbliebenen dünnen Verbindungsstege geben auf Druck nach. Unter den federnden Platten befinden sich kleine Schalter, die jede Eingabe registrieren. Damit realisierte der Hersteller ein sehr elegantes Design. Und die Schalter sind auch technisch gut gelungen, denn sie bieten einen recht guten Druckpunkt. Dies gilt auch für den an der linken Seite gelegenen Einschalter. Gleich unterhalb des Einschalters findet man eine Besonderheit im Pocket-PC-Bereich, einen Verriegelungsschalter. Es soll ja Leute geben, die auf dem Pocket-PC auch Musik hören wollen. Wenn man den Rechner in die Hemd- oder Jackentasche schiebt, drückt unweigerlich irgendwann irgendwas gegen eine Taste oder Display und stoppt die Musikwiedergabe. Da hilft nun der »Hold«-Schalter. Er ist relativ klein und damit gegen unbeabsichtigtes Betätigen gut geschützt. Wenn man ihn nach unten schiebt, schaltet der n50 die Tasten, den Touchscreen und die Bildwiedergabe ab. Das heißt, dass der Rechner nicht nur die Hintergrundbeleuchtung, sondern die gesamte Grafikausgabe deaktiviert. Auf diese Weise realisiert Acer natürlich wesentlich längere Laufzeiten bei der Verwendung als MP3-Player.
Leider ist der Musikgenuss aber stark eingeschränkt: Speziell in lauten Umgebungen wie beispielsweise im Zug bringt der stereotaugliche Kopfhörerausgang viel zu wenig Lautstärke. Außerdem sind seine klanglichen Fähigkeiten bescheiden. Sogar über hochwertiges Equipment hört sich die Musik¬wiedergabe nicht so toll an. Wegen der 2,5¬Millimeter-Buchse braucht man auch fast immer einen Adapter zum Anschluss eines normalen Kopfhörers. Die Buchse ist eigentlich gedacht für ein kabelgebundenes Head¬set, denn der Rechner unterstützt natürlich auch Voice-over-IP-Verbindungen. Software oder Treiber für diese zukunftsträchtige Zusatzfunktion liefert Acer aber nicht mit. Unterhalb des Bildschirms ist ein Fünf Wege-Schalter eingebaut, den man nach links, rechts, oben und unten drücken kann. Ein gerader Druck auf diesen Schalter ent¬spricht dem Druck auf »Eingabe«. Die Erweiterungsfähigkeiten des Acer n50 sind dagegen angesichts des günstigen Preises sehr gut: An der Oberseite findet man jeweils einen Steckplatz für Compact-Flash Karten des Typs II sowie für SD-/SD-IO und MMC-Karten. Beide werden durch einen funktionslosen Kunststoff-Dummy gegen Verschmutzung geschützt. Einen Auswurfmechanismus für den CF-Slot sucht man allerdings vergebens. Wenn man im Compact-Flash-Bereich auf die Minifestplatten im Typ-II-Gehäuse verzichtet, sollte der fehlende Schalter aber keine Einschränkung darstellen.
Der Acer n50 arbeitet mit einem Intel XScale PXA 272 mit 312 MHz Taktfrequenz. Damit ist dieses Gerät sicherlich nicht der High-End-Kategorie zuzuordnen, sondern eher der unteren Mittelklasse. Der normale Arbeitsspeicher ist 64 MByte groß, das Flash-ROM hat ebenfalls eine Kapazität von 64 MByte. Vom normalen Arbeitsspeicher kann man über 50 MByte nutzen, der Rest geht drauf für Systemvariablen und Betriebssystemteile, die in den Arbeitsspeicher übertragen werden. Im Flash-ROM steckt natürlich das Betriebssystem Windows Mobile 2003 Second Edition, so dass hier nur rund 25 MByte vom Anwender genutzt werden können. Die Rechen- und Grafikgeschwindigkeit bietet erwartungsgemäß keine Überraschungen. Auch aufgrund seiner Positionierung als Mittelklasse-Modell besitzt der Acer n50 »nur« einen normalen Viertel-VGA-Bildschirm. Das heißt, er bietet eine Auflösung von 240 mal 320 Punkten (Breite mal Höhe) bei echten 65535 Farben. Die recht gleichmäßige Hintergrundbeleuchtung kann man getrennt für Netz- und Akkubetrieb ganz abschalten oder in 21 Helligkeitsstufen einstellen. Die Energieversorgung übernimmt ein sehr leicht wechselbarer Lithium-lonen-Akku, der in einem richtigen Gehäuse sitzt und einfach nur unten in den n50 gesteckt wird.
Seine Kapazität ist mit 3,92 Wattstunden beziehungsweise 1060 mAh ausreichend. Bei Laufzeittest reichte diese Kapazität für 268 Minuten. Leider ist der Lieferumfang des n50 arg eingeschränkt. So gibt es serienmäßig nur das USB-Verbindungskabel zwischen Pocket-PC und Desktop-PC sowie ein Steckernetzteil. Möchte man den n50 unterwegs laden, muss man zwangsweise das Sync-Kabel mitnehmen, weil man das Netzteil nicht direkt an den n50 stöpseln kann. Bisher war es dann gute Sitte bei den Herstellern, einen kleinen billigen Adapter mitzuliefern - beim n50 gibt es diesen leider nicht mehr, er ist nicht mal gegen Aufpreis lieferbar.
Kommunikation Nicht selbstverständlich für einen Pocket-PC der 299-Euro-Klasse sind die beiden eingebauten Module für Bluetooth und WLAN. Bei der Bluetooth-Technik verlässt sich der Hersteller wie die meisten auf Technik von Widcomm. Dieses US-Unternehmen wurde bereits Mitte vergangenen Jahres von Broadcom übernommen. Der Acer n50 ist der erste Rechner, bei dem wir den neuen Fir¬mennamen finden. Für den Anwender ändert sich dadurch aber gar nichts. Bei der Bedie¬nung wurde nichts umgestellt, und auch die gewohnten Bluetooth-Profile findet man dort, wo man sie vermutet. Die vorinstallierten Profile haben wir per Fotomontage zusammengestellt. Die WLAN-Technik stammt original von Samsung, wie sowohl die MAC-Adresse als auch die mitgelieferten ins Flash-ROM eingebauten Utilities zeigen. Bei WLAN gibt's natürlich nach wie vor »nur« den Standard IEEE 802.11b. Damit sollten man aber 99 Prozent aller europäischen WLANs und 100 Prozent aller Hotspots weltweit nutzen können. Die nächste Geschwindigkeitsstufe 802.1 I g würde zwar theoretisch mehr Datendurchsatz bringen, aber die Pocket-PCs nutzen nicht mal die effektiven 5 bis 5,5 Mbps einer 802.11 b-Verbindung. Mehr Tempo würde deswegen nichts bringen, sondern nur mehr wertvolle Akkuenergie verbrauchen.
USB Host Wenn man zwei USB-Geräte miteinander verbindet zum Zweck des Datenaustausches, wird eines zum sogenannten »Host« und eines zum »Cliento (ebenfalls verbreitet sind die Bezeichnungen Master und Slave). Der Host ist das »intelligente« Gerät, während der Client nur Daten liefert oder ' ausgeben kann. Wenn man einen Pocket-PC an den Desktop-PC anschließt, ist der Pocket-PC der Client und der Desktoprechner der Host. Zwei Clients können normalerweise untereinander keine Daten aus tauschen. Beim Acer n50 geht das aber doch: Hier wurde eine separate Logik eingebaut, ' mit deren Hilfe der Pocket-PC als Host fungieren kann. Auf diese Weise könnte man theoretisch einen Speicherstift, eine Tastatur, eine Maus, eine Festplatte oder gar einen Drucker anschließen. Generell wird bei beiden n50-Modellen der nötige Adapter nicht mitgeliefert, Ihr müssen ihn für 19,90 Euro separat erstehen.
Reingepackt Die Softwareausstattung ist mäßig. Zum Nachinstallieren von CD gibt's den kostenlos im Internet verfügbaren Acrobat Reader sowie einen Powerpoint-Anzeiger. Serienmäßig im Flash-ROM gespeichert ist neben den normalen Windows-Mobile-Programmen auch »Pocket TV Pro«, ein einfacher MPEG-I-Videoplayer.
Preis: 299 Euro Internet: http://www.acer.de
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08.03.2006 03:00
Ich plane mir das Gerät auch zuzulegen und bedanke mich für deinen Bericht. LG Alex
11.11.2005 12:18
für einen fach idioten wie mir sehr ausführlich und informativ geschrieben drum auch eben so eine gute bewertung! "BH" lg heidi
27.10.2005 16:19
Ein sehr gelungener Bericht. Lg,tina