Acetaia San Giacomo Aceto Balsamico Traditionale Reggio Emilia

Acetaia San Giacomo Aceto Balsamico Traditionale Reggio Emilia

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Liebe Genießer, verehrtes Ciao-Publikum! Inno hatte Geburtstag und Frauchen wartete mit diesem wunderbaren Fläschchen auf, welches exakt 100ml einer tiefschwarzen Flüssigkeit enthält. Grund dieses Geschenkes ist der, dass sie genau weiss, dass innocence Genuß über alles geht und ihm ... Bericht lesen





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Der "echte" Balsamico........
Erfahrungsbericht von innocence667 über Acetaia San Giacomo Aceto Balsamico Traditionale Reggio Emilia
18.10.2010


Produktbewertung des Autors:   


Pro: Es schmeckt himmlisch .  .  .  .  .  .  .  .
Kontra: .  .  . ist aber schweineteuer

Empfehlenswert? ja 

Kompletter Erfahrungsbericht

Liebe Genießer, verehrtes Ciao-Publikum!

Inno hatte Geburtstag und Frauchen wartete mit diesem wunderbaren Fläschchen auf, welches exakt 100ml einer tiefschwarzen Flüssigkeit enthält. Grund dieses Geschenkes ist der, dass sie genau weiss, dass innocence Genuß über alles geht und ihm eben in seiner Sammlung von Extravaganzien echter Balsamico noch fehlt.


Balsamicoessig ist ein Wort, das in heutiger Zeit in aller Munde ist, das braune Zeug von Manzetti geht literweise über die Theke und verfeinert da einen Salat, hier eine Soße oder dort eine schöne Tomatensuppe ( bei Rewe scheint man zu denken, es sei eine Spirituose, denn dort fand ich ihn zwischen Kaluha und Kokoslikör, tja Leute, das sind 6% Säure, nicht Sprit ). Es gibt da aber auch noch ein Zeug, das ebenfalls Aceto Balsamico heißt und dann noch das unscheinbare Adjektiv "tradizionale" trägt. Hat man so ein Fläschchen in der Hand ( was im typischen deutschen Supermarkt gar nicht erst passieren wird ), dann wird man sowohl ob der geringen Menge des abgefüllten Zeugs, als auch möglicherweise sogar besonders des Preises wegen etwas erstaunt sein, denn das kostet ordentlich. Und will man dann noch dat jute Zeuch, wie sonst auch, in der Salatsoße versenken, so wird man vielleicht wegen der sirupartigen Konsistenz versucht sein, es für schlecht zu halten, ganz zu schweigen von dem so rein gar nicht sauren Geschmack.

I. Aceto Balsamico traditionale

Das feine Zeug ist deswegen so teuer, weil es mit der hiesigen Essigherstellung nicht allzu viel gemeinsam hat, genausowenig, wie mit der nachherigen Verwendung.
Wie bekommt man nun so einen Balsamikoessig hin? Zunächst werden Fässer verschiedener Hölzer unterschiedlicher Größen sterilisiert und 1 Jahr lang mit gutem Weinessig gefüllt, dann kann es losgehen. Sie werden geleert und zu 75-80% mit eingekochtem Traubenmost gefüllt, der möglichst schon teilvergoren sein sollte einen Alkoholgehalt von 5-6% haben muss.Dem werden dann Essigbakterien beigemengt.
Dann beginnt das eigentlich Entscheidende: das Umfüllen. Nach einem Jahr wird vom kleinsten Fass was weggenommen und dann vom nächstgrößeren nachgefüllt, was sich durch alle Fässer zieht bis zum letzten, das dann mit neuem eingekochtem Traubenmost aufgefüllt wird. Hierbei wird der Essig so zärtlich behandelt wie etwa Whisky oder Cognac, das Herstellungsverfahren ist vergleichsweise superaufwendig, daher auch der Preis, denn das wiederholt sich Jahr für Jahr. Es spielen die Jahreszeiten eine wichtige Rolle, denn verschiedene Temperaturen unterstützen unterschiedliche Phasen der bakteriellen Aktivitäten. Was hier mindestens genauso wichtig ist wie etwa beim Single Malt ist das Fass. Zur Herstellung des ABT werden Kombinationen von Hölzern wie Eiche, Kastanie, Maulbeerbaum, Kirsche, Esche und Wacholder benutzt. Jedes hat seine eigene Note und verleiht dem ABT einen besonderen Geschmack.
Über die Qualität dann wachen 5 grantlige Italiener von der Handelskammer, die das Prüfungskomité bilden, hier geht kein Tropfen ungeprüft raus, dementsprechend ist die Qualität.

II. Das Tasting

Ich fülle hier mal das gute Zeug in eines meiner Nosinggläser, die eigentlich gutem Whisky vorbehalten sind.
Nase: Süß, dunkel, deutlich spürbares Holz, leichte Säure, Karamell, Waldhonig
Und dann mal genippt: Trockenobst, vielleicht irgendwas in Richtung Feige, süße Rosinen, Holz, vielleicht so ein Touch süßer Sojasoße, herrlich, und das soll Essig sein?
Die Textur ist sirupartig und absolut seidig, der absolute Wahnsinn, wie wenn man von etwas verdorben Gutem im Mund gestreichelt würde.
Mittlerweile kam Frauchen nach Hause und betrachtet interessiert und irritiert zugleich inno bei der seltsamen Verwendung seiner Whiskygläser. ;-)
Ich hingegen stelle fest, dass das Gläschen leer ist und ich will definitiv eines: MEHR VON DIESEM ZEUG!!!

III. Kostet?

Rot ( 12 Jahre ) ca. 50, Silber ( 20 Jahre ) ca. 80 und gold mit "extra veccio"-Prädikat ca. 125€.


IV. Verwendungsmöglichkeiten

Entweder pur, was sicher am angemessensten ist, und zwar am besten vom Löffel ( im Glas bleibt die Hälfte hängen ), da man auch schon den roten mit etwas billigerem Schinken oder zu intensivem Käse verhunzt, ein milder, wenig salziger Parmaschinken kann da gerade noch akzeptabel sein. Laut booklet kann man auch Soßen daraus kreieren, wovon ich absehen würde, denn ich würde ihn nicht erhitzen wollen. Was ich noch nicht versucht habe und vielleicht auch keine schlechte Idee ist, ist das Glasieren von noch nicht ganz fertigem Fleisch, einfach kurz vor dem Servieren drübergeben und verdampfen lassen. Man kann ihn sicher geschmacklich über fast alles verfeinernd drüberkippen denn er passt sowohl zu Süßem als auch zu deftigem, das ist seine große Stärke. Aber er ist ein Kunstwerk, das darf man nicht vergessen, und wenn man ihn verwendet, dann ist er nicht unbedingt ein Gewürz, er ist die Hauptkomponente des Essens, ein Rezept, das mit ihm zu tun hat, das wird nach Dingen suchen, die eine gute Grundlage für den ABT sind.


V. Fazit

Ich bin immer noch stinksauer, weil Ciao nur ein Viertel meines Berichtes veröffentlicht hat und ich ihn jetzt, da ich den nicht mehr gespeichert hatte, noch mal schreiben musste, aber so viel sei gesagt: das Zeug gehört in das Extravaganzenschränkchen eines jeden Genussspinners. Inno ist somit Frauchen für dieses edle Geschenk höchst dankbar ( muss mich echt mögen, die Dame ) und kann es nur weiter empfehlen, das ist sicherlich eine geniale Geschenkidee, wenn es mal etwas mehr sein soll. Er ist eigentlich sehr vielseitig verwendbar, wenn man das auch vielleicht manchmal lieber lassen sollte, um ihm lieber einseitige Verwendung angedeihen zu lassen, auf jeden Fall ist er ein echtes Stück italienischer Kultur und Geschichte und der Beweis dafür, dass man die Italiener keinesfalls auf Pizza und Spaghetti reduzieren sollte.
   

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