... Eines davon war die Kurzgeschichte „Riding the Bulle“ oder auf Deutsch: Achterbahn.
Zum Äußeren:
In mysteriöses Schwarz rot Grün gehalten. Wenn man genau hinschaut ist das ein Friedhof bei Nacht.
Rückseite: Gleiche Farbengestaltung und Teasertext: „Diese Geschichte habe ich noch nie ... Bericht lesen
Erfahrungsbericht von yesup über Achterbahn (Riding the Bullet) / Stephen King 01.02.2011
Produktbewertung des Autors:
Niveau
durchschnittlich
Unterhaltungswert
hoch
Spannung
sehr spannend
Wie ergreifend ist die Story?
ergreifend
Pro:
kurzer aber feiner Thriller mit übersinnlichen Touch
Kontra:
nichts, das ist genau perfekt so
Empfehlenswert?
Kompletter Erfahrungsbericht
Bei uns am schwarzen Brett hat eine Kollegin einen ganzen Schwung Stephen King/ Richard Bachmann Romane zum Verkauf angeboten. Da ich zur Zeit noch rund 30 ungelesene Bücher habe, habe ich mir mal nur 5 Stück für insgesamt 6 Euro geholt. Eines davon war die Kurzgeschichte „Riding the Bulle“ oder auf Deutsch: Achterbahn.
Zum Äußeren:
In mysteriöses Schwarz rot Grün gehalten. Wenn man genau hinschaut ist das ein Friedhof bei Nacht.
Rückseite: Gleiche Farbengestaltung und Teasertext: „Diese Geschichte habe ich noch nie erzählt und auch nicht gedacht, daß ich es je tun würde … weil sie meine Geschichte ist.“
Ein Student fährt per Anhalter. Er hat es eilig, denn seine Mutter liegt nach einem Schlaganfall im Krankenhaus. Als er in einen alten Ford Mustang steigt, fällt ihm nur ein seltsamer Geruch auf. Aber bald wird ihm klar, daß mit dem Fahrer etwas nicht stimmt. Sein grauenhafter Verdacht verdichtet sich zu einem Alptraum der schwärzesten Art...
Der Bestseller aus dem Internet. Deutsche Erstveröffentlichung. Die ISBN Nummer, der Preis 7,90 DM und der Verlag Ullstein.
Aus dem Innenleben:
Ein kurzer Teasertext der hiermit endet: Dieses Meisterwerk des Entsetzens von Stephen King machte durch seine Erstveröffentlichung, im Internet Furore und liegt hier weltweit erstmalig in Buchform vor.
Der Autor. Stephen King wurde 1947 in Portland, Maine, geboren. Schon als kleiner Junge begann er mit dem Schreiben von Kursgeschichten. Aber der Durchbruch gelang ihm 1974 mit seinem ersten Roman, Carrie. Seitdem hat er mehr als dreißig Romane und über 100 Kurzgeschichten geschrieben. Zu seinen größten Erfolgen zählen die Weltbestseller Shinning, Christine, Friedhof der Kuscheltiere, Es, Sara und Das Mädchen. Stephen King lebt mit seiner Frau Tabitha in Bangor, Maine.
Von Stephen King ist in unserem Haus außerdem erschienen Dance Macabre. Autor, Titel, Novelle, aus dem amerikanischen von Hedda Pänke.
Ullstein-Taschenbuch 2000, Copyright 2000 by Stephen King, Printed in Germany. Der Roman beginnt dann (in relativ großer Schrift) auf Seite 5 und endet auf Seite 95. Auf Seite 96 (letzte Seite) werden noch 2 Bücher von Meister angeteasert.
Zum Roman:
Alan Parker ist in seinem ersten Jahr auf die Universität als er den Anruf der Ärztin seiner Mutter erhält: Sie hatte einen Schlaganfall. Da er kein Auto hat beschließt er also per Anhalter von Maine nach Lewiston zu fahren.
Die erste Strecke legte er mit einem mürrischen Versicherungsvertreter zurück. Weiter ging es mit einem älteren Herren, der offensichtlich leicht verwirrt war, nach Pipi stank und sich ständig in den Schritt griff. Dies wurde Alan irgendwann alles zuviel und die erstbeste Gelegenheit aus dem Auto rauszukommen nutzt er.
Dummerweise mitten in der Nacht in einer verlassenen abgeschlagenen Gegend, so das er sich erst mal zu Fuß auf den Weg macht. Auf dem Weg lag ein Friedhof, wo er über ein Grab stolperte: Georg Staub, mit 21 Jahren gestorben. Als er wieder beisammen ist, geht er weiter.
Ein Mustang (Auto) schießt vorbei und hält. Alan steigt ein und freut sich einen jungen netten Mann als Fahrer zu haben, doch irgendwas riecht ungewöhnlich. An den Gesprächen merkt Alan das der nette junge Mann entweder über Telepathie verfügt oder so Gedanken lesen kann und sein Verdacht bestätigt sich: Es ist Georg Staub. Und nicht nur das: Er stellt Alan vor die Wahl: Einen nimmt er mit (in den Tod): Alan oder seine Mum. Er muß sich entscheiden....
Meine Meinung:
Eine fiese kleine Grundidee spannend und atmosphärisch dicht umgesetzt. So einfach und solide kann man dieses kleine Meisterwerk beschreiben. Alles wirkt natürlich: Die Mutter ist krank, der Sohn setzt alle Hebel in Bewegung. Im Fahrzeug 2 wird ihm der Fahrer etwas zu aufdringlich, woraufhin er lieber mitten in der Nacht irgendwo absteigt, Hauptsache raus aus dem Auto. Und dann trifft er einen lebenden Toten der ihm ja nichts tut, außer ihn zu fragen was ihm lieber ist: Das er tot ist oder seine Mutter. Eine Entscheidung die sicherlich keiner treffen will. Soviel vorab: Er wird eine Entscheidung treffen.
Der Roman ist ja nur grade 90 Seiten lang und das ist absolut ausreichend um die Geschichte in all seinen Facetten zu beschreiben. Alan wird kurz eingeführt. Das gute Verhältnis zu seiner Mutter.
Dazu kommt eine eigentlich positive Grundstimmung: Er wird mitgenommen und reagiert relativ schnell auf sich verändernde Situationen. Und als ihm auffällt, das Georg mehr als ungewöhnlich ist, weiß er zwar das es Horror und Zombiefilme gibt, aber was es nicht geben darf gibt es nicht und als Georg ihm seinen schlimmen Verdacht bestätigt, gerät er zum ersten mal in seinem jungen Leben in eine Situation die er so schnell nicht einschätzen und abwägen kann. Der King beschreibt aber die ganze Konfrontation nicht auf bedrohliche oder horrormäßig überzeichnete Weise. Georg ist ein netter Bengel, der Alan mitnimmt und in ein nettes Gespräch verwickelt. Und selbst als er Alan ganz offen ist, hat Georg nichts bedrohliches, horrormäßig Angst einflössendes. Es ist mehr einen Job zu tun. Er offeriert Alan die Möglichkeiten die er hat und wartet ab. Nett und zurückhaltend.
Der Schreibstil ist ungewöhnlich nüchtern für King. Es ist ja auch ein gemeines Thema. Aber dadurch das alles so unaufgeregt sachlich geschildert wird, erhöht er automatisch die Spannung und läßt einem eine gruselfreie Gänsehaut aufkommen. Ich habe knapp eine Stunde an dem Buch gelesen und fühlte mich auf angenehme Art unterhalten.
Textauszug:
„Alles in Ordnung, Mann?“ fragte er. Die Besorgnis in seiner Stimme ließ mich schaudern. „Ja.“ Ich öffnete die Augen wieder. Inzwischen hatten sich die Dinge ein bißchen beruhigt. Der Schmerz auf meinen Handrücken, da, wo die Fingernägel sich festkrallten, war spürbar und real. Und dieser Geruch. Nicht nur der nach Latschenkiefer, nicht nur der nach Formaldehyd. Es roch auch noch nach Erde. „Wirklich?“ hakte er nach.
Fazit:
Ob man das Wort Meisterwerk in dem Mund nehmen muß, weiß ich nicht. Aber es ist sehr spannend, sehr nüchtern und somit spannungserhöhend geschrieben. Ein fieses Thema, in angenehmer oder sagen wir mal unaufgerregter Atmosphäre, das alles wirkt sehr glatt, sehr gekonnt und unterhält auf einem sehr hohen Niveau. Ich kann das Buch absolut empfehlen und vergebe gerne knappe 5 von 5 Sternen.
Dieser Bericht wurde von mir auf www.egotester.de zuerst veröffentlicht.
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