Produktbewertung des Autors:
| Pro: |
kein zu sehr verkitschtes Ende, realistische Figuren |
| Kontra: |
eigentlich nichts, aber die romantische Liebeskomödie wird auch nicht unbedingt neu erfunden |
| Kompletter Erfahrungsbericht |
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Hallo Zielgruppe!
Filme, in denen die Hauptfiguren mit Behinderungen zu kämpfen haben, sind in Hollywood eher die Ausnahme. Die bekanntesten Beispiele sind eigentlich noch „Rain man“ mit Dustin Hoffman, „I am Sam“ mit Sean Penn oder „Forrest Gump“ mit Tom Hanks. Die Behinderung, mit der die Hauptfigur dieses Films zu kämpfen hat, ist das sogenannte „Asperger-Syndrom“. Das ist – wenn man so will – eine abgemilderte Form des Autismus. Das heißt, die Betroffenen sind in allen Aspekten normal entwickelt, reden ganz normal und sind meist sogar in bestimmten Dingen besonders begabt. Allerdings haben sie Schwierigkeiten im Umgang mit Menschen, stellen sich ungeschickt im sozialen Umfeld an und sind meist Einzelgänger. Was für eine Art Film Hollywood nun um diese Figur gestrickt hat, dazu mehr in diesem Bericht.
### DER INHALT ###
~~~ zuerst die „MissVega hat höchstens mal ein Aspirin-Syndrom“ - Kurzversion ~~~
Adam ist Ende 20 und leidet unter dem Asperger-Syndrom. Bis vor kurzem hat er gemeinsam mit seinem Vater in einer Eigentumswohnung gelebt. Als sein Vater stirbt, ist Adam bei der Bewältigung seines Alltags mehr oder weniger auf sich allein gestellt. Dabei hilft ihm auch sein Job als Entwickler eines Sprachchips für eine Spielzeugpuppe. Eines Tages lernt er die junge Lehrerin und Kinderbuchautorin Beth kennen, als sie bei ihm im Haus neu einzieht. Beide kommen sich langsam näher, als Adam Beth bei einem gemeinsamen Spaziergang im nächtlichen Central-Park ein paar Waschbären zeigt. Dabei erzählt er ihr von seiner Krankheit und so kommt es, dass Beth sich intensiver damit befasst und ihm zu helfen versucht, als Adam seinen Job verliert. Allmählich muss sich Beth eingestehen, dass sie für Adam mehr als nur freundschaftliche Gefühle hegt und Adam geht es genauso...
~~~ jetzt wieder die „Dr.Ed hat manchmal das Niki-Lauda-Syndrom“ - Langversion ~~~
Adam (Hugh Dancy) ist ein gutaussehender Mann Ende 20. Er wirkt äußerlich völlig normal, leidet aber unter dem Asperger-Syndrom. Bislang lebte er gemeinsam mit seinem Vater in einer Eigentumswohnung in New York. Als sein Vater stirbt, muss Adam seinen Alltag mehr oder weniger allein bewältigen. Der einzige, der ihn dabei unterstützt, ist der schwarze Schlüsseldienst-Inhaber Harlan (Frankie Faison). Tagsüber arbeitet Adam als Entwickler eines Sprachchips für Spielzeugpuppen, ansonsten ist Adam meist für sich allein. Sein größtes Hobby ist, den Himmel und das Sternensystem zu beobachten.
Eines Tages zieht in seinem Haus die hübsche Lehrerin und Kinderbuchautorin Beth (Rose Byrne) ein. Anfänglich reagiert Adam eher ein wenig verstört auf sie, aber mit zunehmender Dauer fasst Adam Vertrauen in sie und man kommt nach anfänglichem Zögern ins Gespräch. Man erzählt sich voneinander und allmählich kommt man sich näher. Bei einem nächtlichen Spaziergang im Central Park zeigt Adam ein paar Waschbären und erzählt von sich und seiner Krankheit. Dadurch wird Beth klar, dass Adam eigentlich ein ganz normaler Mann ist und warum er sich manchmal so seltsam verhält.
Daraufhin beschäftigt sich Beth intensiver mit Adam's Krankheit und versucht, ihm zu helfen, als er seinen Job verliert, da er bei seiner Sprachchip-Entwicklung weit über das Ziel hinaus geschossen ist. Die beiden verlieben sich ineinander und so lernt Adam dann auch die Eltern von Beth (Peter Gallagher und Amy Irving) kennen. Allerdings verläuft die Beziehung nicht immer störungsfrei, da andere Menschen Schwierigkeiten haben, mit Adam's Krankheit angemessen umzugehen. Ob die beiden trotzdem miteinander glücklich werden, erfahrt Ihr im Kino!
### MEINE MEINUNG ###
Filme, in denen Menschen mit einer gewissen Behinderung die Hauptrolle sind nicht immer einfach umzusetzen. Einerseits möchte man diese Figuren nicht ins Lächerliche ziehen, andererseits muss man nicht alles immer ganz bierernst betrachten. Obendrein sollte man aufpassen, nicht in die Kitschfalle zu tappen und alles unnötig zu verniedlichen. Klingt kompliziert, muss es aber gar nicht sein: Man muss Regisseur Max Mayer zubilligen, dass er es schafft, seine Figur gleichzeitig ernst zu nehmen und trotzdem das Thema mit einer gewissen Leichtigkeit abzuhandeln. Da gibt es ebenso lustige wie anrührende Momente, wenn z.B. Adam in einem Raumfahrer-Anzug vom Dach baumelt, um Beth's Fenster zu putzen. Genauso befremdlich wie liebenswürdig sieht es aus, wenn Adam anstelle eines relativ simplen Sprachchips für eine Spielzeugpuppe gleich einen Chip mit Spracherkennung hervorbringt, der die Stimmen seiner KollegInnen und Vorgesetzten unterscheiden kann.
Man muss also kein Mitleid mit Adam haben, denn er schlägt sich durchs Leben, so gut er kann und kann seinen Alltagauch relativ pragmatisch bewältigen. Dass diese emotionale Ebene so gut rüberkommt, ist sicher auch dem Schauspiel von Hugh Dancy zu verdanken. Er stellt seine Figur mit einer solchen Eindringlichkeit dar, dass ihr Handeln sehr überzeugend und nachvollziehbar wirkt. Auf diese Weise sorgt er dafür, dass die Sympathien des Publikums ihm bis zum Ende sicher sind. Aber auch Rose Byrne wirkt in ihrer Rolle durchaus überzeugend und man kann ihr Handeln ebenfalls jederzeit nachvollziehen. Ihre Eltern, dargestellt von Peter Gallagher und Amy Irving liefern zwar auch solides Schauspiel ab, sind aber im Endeffekt nur Nebenfiguren, ebenso wie Adam's väterlicher Freund Harlan, den Frankie Faison auch hervorragend verkörpert.
Einen weiteren großen Pluspunkt stellt das Ende dar. Meist ist es ja bei romantischen Liebeskomödien so, dass da ganz tief in die Kitsch- und Klischeekiste gegriffen wird und hinterher nochmal eine ordentliche Ladung Zuckerguss oben drauf kommt. Ohne dabei zuviel verraten zu wollen, aber auch hier gelingt Regisseur Mayer das Kunststück, genau das zu vermeiden und trotzdem ein einerseits berührendes und durchaus ergreifendes, aber andererseits ein dennoch realistisches, zufriedenstellendes und vor allem kitschfreies Ende zu finden. Ansonsten wird auf die ganz großen, melodramatischen Gesten verzichtet zugunsten der leisen, aber durchaus eindringlichen Töne. Die Figuren und die Handlung wirken sehr lebensnah, so dass alles insgesamt einen stimmigen Eindruck hinterlässt.
### FAZIT ###
Auch wenn die romantische Liebeskomödie nicht neu erfunden wird, versucht der Film recht erfolgreich, seinen eigenen Weg abseits ausgelatschter Pfade zu finden. Es überwiegen die leisen Töne, es viele Schmunzler, aber auch einige Szenen, die nachdenklich stimmen. Insgesamt also eine sehenswerter Film.
### ABSPANN ###
Spielfilm USA 2009, 99 Min., FSK 6
Regie: Max Mayer
Buch: Max Mayer
Kamera: Seamus Tierney
Musik: Christopher Lennertz
~ Adam Raki – Hugh Dancy
~ Beth Buchwald – Rose Byrne
~ Marty Buchwald – Peter Gallagher
~ Rebecca Buchwald – Amy Irving
~ Harlan – Frankie Faison
u.v.a.