Schwache Leistung vom Altmeister...
06.04.2007
Pro:
Wisst Ihr, was ich am 2820 SA so schätze ? NIX !
Kontra:
Magerer Lieferumfang, massive Kompatibilitätsprobleme, unausgereiftes Flashtool, lausiger Support
Empfehlenswert:
Nein
Details:
Benutzerfreundlichkeit
Zuverlässigkeit
Qualität:
Verarbeitung
 Strider
Über sich:
Mitglied seit:30.12.1999
Erfahrungsberichte:301
Vertrauende:15
Dieser Erfahrungsbericht wurde von 41 Ciao Mitgliedern durchschnittlich als sehr hilfreich bewertet
Und schon wieder ein Bericht aus der Hightech Ecke - sorry an alle Entspannungsleser :-) Jeder, der in grösserem Umfang MP3s, DIVX- und anderes Fimmaterial sammelt, kennt das Problem: man braucht ständig mehr Platz und der DVD-Brenner als Backupmedium versagt angesichts von Datenmengen im Terabytebereich völlig. Alleine für meine MP3s habe ich letztens einen halben Tag und 30 DVD Rohlinge gebraucht - ätzend ! Ganz zu schweigen von dem Act, im Fall des Falles einen Film auf einer Daten-DVD wiederzufinden... Bleibt die Möglichkeit, die ganze Sammlung zentral auf einem Fileserver abzulegen, der über das Netzwerk und einen entsprechenden Multimediaplayer auch vom Wohnzimmer aus erreichbar ist - einfach am TV mit der Fernbedienung Film oder MP3 Wiedergabeliste auswählen, ab dafür !
Einziges Problem: wenn die Sammlung zentral auf einer einzigen riesigen Festplatte liegt (so sie drauf passt - mir reichen die 750GB der derzeit grössten Platten schon nicht mehr...), lebt sie gefährlich. Platte futsch, Sammlung futsch. Lösung: ein RAID-Array (Redundant Array of Independent/Inexpensive Drives) ! Je nach Variante (Raid Level) kann man durch das Zusammenfassen mehrerer Festplatten zu einem grossen Verbund eine logische Festplatte mit mehr Platz und Performance als dem grössten erhältlichen Einzellaufwerk schaffen (Raid Level 0). Oder man entscheidet sich für Ausfallsicherheit und spiegelt die Daten einer Platte 1:1 auf eine andere (Raid Level 1).
Wer alles haben will, kann die Vorteile beider Varianten kombinieren (Raid 0+1), braucht dann aber mindestens vier Platten und kann effektiv nur zwei nutzen. Wer auch noch möglichst viel Plattenkapzität behalten will, muss zu Raid Level 5 und höher greifen (die Levels 2 bis 4 spielen in der Praxis keine Rolle). Raid 5 splittet und verteilt wie Raid 0 die Datenpakete in mehrere Blöcke und verrteilt diese auf die vorhandenen Festplatten. Anders als bei RAID 0 sind aber bei Ausfall einer einzigen Festplatte nicht alle Daten futsch, denn bei RAID 5 wird auf jeder Platte ein Teil für eine sogenannte Prüfsumme reserviert. Insgesamt ergibt das eine logische Festplatte, die die Inforamationen zur Wiederherstellung enthält.
Die Nutzkapazität ist also immer (N-1) x Kapazität der kleinsten Platte im Array, wobei N die Gesamtzahl der Festplatten ist. Das ist mit steigender Plattenzahl wesentlich effizienter als Raid 1. Dort hat man nur N/2 und es sind keine ungeraden Plattenzahlen möglich. Fällt eine Platte aus (man braucht mindestens 3 für ein Raid 5!), kann aus dem Prüfsummenanteil der anderen Platten der Datenbestand rekonstruiert und automatisch auf die Austauschplatte geschrieben werden. Nachteil: die Rekonstruktion der Daten beeinträchtigt massiv die Leistung. Während beim einem RAID 1 nach dem Ausfall einer Platte ausser einer Warnmeldung alles wie vorher ist, läuft ein "angeschlagenes" Raid 5 deutlich langsamer. Richtig übel wird es bei einem "Billig Raid 5", wie es manche Mainboards über den Chipsatz bieten. Hier muss die CPU die Hauptarbeit leisten - und die hat meistens besseres zu tun, als Parity Daten zu rekonstruieren. Schon im Normalbetrieb ist die Schreibperformance eines Raid 5 eher mässig - denn es muss bei jedem Transfer auf jeder Platte der Parity-Anteil geschrieben werden. Lesen geht dagegen fast so flott wie bei Raid 0. Deshalb ist ab Raid 5 ein spezieller Controller zu empfehlen, der neben den Festplattenschnittstellen und dem Raid Betriebssystem auch noch einen separaten I/O Prozessor und Cachespeicher beherbergt, um die CPU zu entlasten.
Ein solcher Controller ist auch der Adaptec 2820 SA, um den es hier geht. Er bietet neben den Klassischen Raid-Levels 0,1,0+1 auch Raid 5, 6, 50 und 60, einen speziellen I/O Prozessor und 128 oder 256 MB RAM (in meinem Fall 256 MB). Raid 6 ist was für paranoide - doppelter Paritätsanteil ! D.h. auf jeder Festplatte werden zwei Bereiche für zwei verschiedene Paritätsanteile reserviert. Nutzbare Kapazität also (N-2) x Kapazität der kleinsten Platte. Vorteil: auch wenn 2 Platten ausfallen (kann gerade bei der hohen Beanspruchung durch die Datenrekonstruktion nach Ausfall der ersten Platte leicht passieren), ist das Array noch lauffähig. Bei Raid 5 darf nur eine ausfallen, bei Raid 0+1 hat man nach der ersten abgerauchten Platte einen "fifty-fifty Joker": fällt ausgerechnet die Spiegelplatte der ersten aus (die mit den gleichen Datenblöcken) hat man Pech gehabt.
Die absolute Krönung sind die Multiraidlevels 50 und 60. Hier werden zwei Raid 5 oder Raid 6 Arrays nochmal "gestriped" (Raid 0). Dadurch verbessert sich z.B. die Schreibperformance und die Ausfallsicherheit: in jedem Teil-Array dürfen eine (Raid 50) bzw. 2 (Raid 60) Platten ausfallen. Nachteil: man braucht mindestens 6 bzw. 8 Festplatten ! Ich hatte bislang übrigens ein Raid 5 mit 4 Platten an einem Promise FastTrak 4000SX. Irgendwann kam dann der Supergau: eine Hitachi Deskstar 120 GXP verabschiedetete sich mit dem typischen "mieeep-klack, mieeep-klack, mieeep-klack..." in die ewigen Jagdgründe (oder an den Plattensee, wie auch immer... ;-) Nichts ernstes - nach zig Ausfällen von Produkten dieses Herstellers würde ich nie auf die Idee kommen, einer Hitachi Platte weiter zu trauen, als eine tote Ratte spucken kann und ihr ohne Netz und doppelten Boden Daten anvertrauen. Ab in die Mülltonne damit und eine neue 120er WD rein. Während des Recovery rauchte dann aber die zweite Hitachi ab. Daten futsch, ewig lange Kopieraktion von unzähligen DVDs und externen Festplatten... Grrrrrr ! Mit Raid 6 wäre das nicht passiert - womit ich dann glücklich (bzw. unglücklich, siehe unten) beim sündteuren (439 Euronizer!) Adaptec 2820SA und einer völlig neuen Garnitur 250 GB WD Platten aus der Raid Edition gelandet bin. Wer glaubt, bei dem Preis gäbe es eine schicke Retail Verpackung mit allen Extras, liegt falsch: das Low Profile Kärtchen kommt in einem braunen Karton, gegen den Pizzaschachteln einen Designpreis verdient haben. Aber man soll den Inhalt nicht nach der Verpackung vorverurteilen... In selbigem Karton findet man dann den Controller in einer Plastiksandwichverpackung, eine Treiber- und eine Admin Software CD und ein Low-Profile Slotblech (für flache Rackserver) - Ende ! Kein Sata Kabel, kein Handbuch, nicht mal eine gedruckter Installation-Guide. Nun ja - SATA Kabel hatte ich noch reichlich und das Handbuch war dann wenigstens in PDF-Form auf einer der CDs. Wenden wir uns also dem Controller selbst zu. Der Adaptec 2820 SA bietet Anschlussmöglichkeiten für 8 SATA2 Festplatten (leider nicht mit ein oder zwei Multilaneanschlüssen sondern mit 8 Einzelanschlüssen, die die ganze Breitseite einnehmen) und verlangt explizit nach einem 64 Bit PCI-X Steckplatz - keine Abwärtskompatibilität zu normalen PCI Steckplätzen. Macht auch keinen Sinn, denn die alten PCIs können max. 133 MB/s (wenn sonst nichts dranhängt), während der 2820 SA die Transferrate von 8 Sata2 (bzw. Sata 300) Festplatten über den Bus schaufeln können muss. Theoretisch bis zu 2.4 GB/s (8x 300 MB/s, das ist das Maximum bei SATA2). Soweit noch kein Thema - mein Tyan S5112 Serverboard hat zwei PCI-X Steckplätze und der Adaptec Controller passte. Beim Booten meldete er sich auch brav und mit <STRG> <A> kam ich auch ins Konfigurationsmenü. Um dieses zu laden braucht er zwar fast so lange, wie die WD Raptor Platten meines Spielerechners für den XP Start, aber immerhin... Das Konfigurationsmenü ist aufgeteilt in den "low level" Bereich, wo man auf Hardwareebene Festplatten auf fehlerhafte Sektoren untersuchen oder low-level formatieren kann, den Menüpunkt "Platten initialisieren" sowie "Array erstellen" , "Array löschen" und "Systemeinstellungen" (frei übersetzt aus dem Englischen). Bevor man ein Array erstellen kann, muss man erst mal die Platten initialisieren. Und da war bei mir denn auch schon Schluss. Auf dem Controller fing eine Phalanx aus roten LEDs knightridermässig an, einen Lichtpunkt hin- und herwandern zu lassen, das Menü verkündete "Scanning drives - please wait..." - und das war´s ! Nach 5 Minuten kam ein Alarmpiepser und das System hängte sich komplett auf. Interessanterweise wurden die WD-Platten aber im "Low Level" Menü angezeigt und liessen sich auch auf defekte Sektoren scannen (unnötig bei nagelneuen Platten). Vielleicht eine Unverträglichkeit mit dem Tyan Board ? Ich hatte noch ein Asus PSCH-L, ebenfalls mit PCI-X Steckplätzen (a propos: PCI-X hat nix mit PCI Express (PCI-e) zu tun. Das sind 64 Bit Steckplätze (doppelt so breit wie PCI-e x16, also optisch kaum zu verwechseln). SSDB - Same shit, different Board !! Der Adaptec Support wollte erst mal die Support Registrierungsnummer (liegt dem Controller als unscheinbarer Aufkleber bei - ich hätte ihn fast weggeschmissen...) und hatte dann auch keinen Rat, was zu tun sei. Ich solle doch bitte eines der Boards verwenden, die in der Kompatibilitätsliste aufgeführt sind. Na Klasse - eine Handvoll Opteron- und Dual Xeon-Bretter, die teilweise noch kostspieliger sind, als der Controller. Nee Leute - nich middem Commander !!! Als letztes Mittel versuchte ich noch ein Firmware Update. Dafür muss man ersr mal umständlich zwei Disketten (diese kleinen Plastikdinger aus der PC-Steinzeit mit einer wabbeligen Magnetscheibe drin - auch "Floppy" genannt. Wer kennt sie noch ???) erstellen und den Rechner im DOS-Modus starten. Etwas Kommandozeilenakrobatik und schon wurde der erste Teil gelesen und auf den Controller geflashed. Nächste Diskette rein, Spannung, und - ein zerschossener Bildschirm und ein eingefrorener Rechner ! Na toll !!! Gott sei Dank kann man den Firmware Chip löschen, ähnlich wie beim Mainboard. Nächster Versuch und... ...Fehlermeldung "Firmware passt nicht zum Controller". Beim dritten Versuch behauptete das Flash-Tool sogar, einen Adaptec 2420 SA gefunden zu haben ! So einen Bockmist bin ich von Adaptec nicht gewohnt. Ich habe den Controller zurückgegeben und mir einen AMCC 3ware 9650 SE zugelegt (für PCI-e, ist sowieso zukunftssicherer). Viel klarere Menüs, die obendrein viel schneller gestartet werden. In 40 Sekunden war mein Raid 6 eingerichtet. Und das Ding war sogar noch 20 Euro billiger ! Tja, Adaptec - langsam kann ich nachvollziehen, warum ihr in etlichen Admin-Foren verteufelt werdet...
Fazit: auch in der Königsklasse der Raidcontroller gibt es Schund - und der Adaptec 2820SA samt der Supportpolitik des Unternehmens gehört definitiv in diese Kategorie !! Nicht empfehlenswert ! In diesem Sinne - Strider
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01.05.2008 13:29
Schade, dass Du solch schlechte Erfahrungen sammeln musstest. Damals, ja damals, da stand der Name Adaptec noch für beste Qualität. Gruß P7
18.12.2007 00:54
dafür schmeiß ich noch ein Wäschestück in die Runde... und erfreu mich meiner leise singenden Cheetahs, die halten ewig :-). LG Gerd
07.04.2007 09:50
Davon versteh ich nix. Lg und schöne Ostern, Heidi