Produktbewertung des Autors:
| Pro: |
die Lichter, die Kerzen, die Plätzchen |
| Kontra: |
die Hektik, der Kommerz |
| Kompletter Erfahrungsbericht |
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Die "Radiomacher" aus Dortmund fragten im vorigen Jahr Leute auf der Straße: "Was bedeutet Advent für sie?"
"Es ist bald Weihnachten" sagten viele. - Ja, das stimmt wohl.......
"Advent ist Stress. Ich muss noch das Haus putzen und schmücken, ich muss noch jede Menge Geschenke kaufen, und ich muss noch Plätzchen backen - und und und...."
"Ähh - weiß nich was das hier bedeutet." "Ach so, sie sind nicht von hier?" "Nein, ich komme aus Sachsen....." "Ja, kennt man denn in Sachsen keinen Advent?" "Ähh - ach so, ja doch. Das ist das mit den Kerzen. Erst eine, dann zwei, dann drei, dann vier, dann ist Weihnachten. So war das jedenfalls früher immer in Sachsen."
(Dass der Mann mit diesen Äußerungen aus Sachsen kam, ist reiner Zufall. Er hätte auch aus jedem anderen Bundesland kommen können!)
Fast alle Kinder jubelten: "Es gibt bald Geschenke" und sangen gleich freiwillig ein Weihnachtslied, um den Weihnachtsmann oder das Christkind gnädig zu stimmen.
Ich habe mich beim Zuhören gut amüsiert und wurde dann nachdenklich. Was bedeutet denn Advent für mich? Ich bin ja ein bekennender Weihnachtsmuffel und hasse den Kommerz dieser Zeit, durch den sich so viele Menschen hektisch in die Stadt treiben lassen.
Aber ich liebe die erleuchteten, strahlend schön geschmückten Fenster, Balkone und Vorgärten in der Vorweihnachtszeit. Auch ich gebe mir immer viel Mühe und freue mich dann täglich über das stimmungsvolle Ergebnis.
Für die christliche Kirche bedeuten die festlich begangenen Wochen die Vorbereitung und Erwartung der Ankunft Christi in unserer Welt. Weil die Menschheit nach kirchlicher Rechnung 4000 Jahre auf die Ankunft des Erlösers warten musste, führte Papst Gregor der Große symbolisch die vier Adventssonntage ein.
"Ankunft" heißt lateinisch "adventus", so entstand der Name dieser Zeit.
Es ist bekannt, dass schon im 5. Jahrhundert in Italien etwas ähnliches wie Advent gefeiert wurde. Aber damals war das keine schöne Zeit, sondern eine Fasten- und Bußzeit. Die Menschen durften nicht tanzen und nicht heiraten. Das hat ihnen wohl nicht so gut gefallen, denn in einer Zeit der Vorfreude auf den Herrn, der alle erlösen will, muss man ja auch glücklich sein dürfen. So entwickelte sich der Advent zu einer Zeit der Stille und inneren Einkehr, in der man trotzdem Spaß haben darf.
Im Internet habe ich folgenden Satz gelesen:
Der Advent will das Leben verlangsamen, er will Zeit und Raum bieten, in denen die unerfüllten Sehnsüchte der Menschheit nach Frieden und Versöhnung gespürt werden können.
(kirchen-abc)
Das hört sich ja ganz nett an, weil die dunkle Jahreszeit zur Stille einlädt und eine gute Gelegenheit bietet, zur Ruhe zu kommen. Aber wenn ich die Menschen beobachte, die sich massenhaft auf dem Weihnachtsmarkt drängeln, zweifele ich....... Die Leute helfen sogar ohne Murren den Händlern fürs leibliche Wohl (z. B. am Glühweinstand oder am Kartoffelhäuschen), Gewinne von 1000 bis 2000 % zu machen.
Ich lebe in Dortmund, und diese wunderschöne Stadt schmückt sich in der Adventszeit mit dem größten Weihnachtsbaum der Welt. Deshalb muss der Wochenmarkt vorübergehend auf den Friedensplatz ausweichen. Dort ist auch mein Büro und ich blicke durchs Fenster genau auf die Stände der Blumenhändler. Die fertig geschmückten Adventskränze sehen von oben verlockend schön aus. Die Preise konnte ich erst lesen, als ich unten "vor Ort" war - und da gefiel mir plötzlich keiner mehr!
Ich kaufe einen "nackten", dachte ich und schmücke ihn zu Hause selbst. Ein Blick auf das kleine Schildchen - dann habe ich die Blumenhändler ausgelacht und mir zu Hause Zweige von den Koniferen im Garten abgeschnitten und in eine Vase gestellt. Sieht auch sehr schön aus........
Schon vor ewigen Zeiten schützten sich die Menschen mit grünen Zweigen vor den bösen Mächten der Dunkelheit. Sie banden auch Stroh oder Tannengrün zu Kränzen, um die bösen Geister zu vertreiben. Grüne Zweige im Winter symbolisieren seit Jahrtausenden Freude und Leben und für die Christen die Auferstehung Christi.
Ungefähr im Jahre 1839 hatte der Theologe Johann Hinrich Wichern, der sich in einem Erziehungsheim um obdachlose Kinder kümmerte, eine gute Idee. Er ließ vor Weihnachten einen hölzernen Leuchter in der Form eines Rades aufhängen, der mit 20 kleinen roten Kerzen für die Werktage und mit 4 großen weißen Kerzen für die Sonntage geschmückt war. Das war die Geburtsstunde des ersten Adventskranzes. Später wurde das Holzrad noch mit Tannenzweigen umwickelt und nun fanden viele Leute dieses Ding so schön, dass sie es auch zu Hause haben wollten. Damit es im Wohnzimmer Platz hat, wurden die Kerzen auf vier Stück, für jeden Sonntag eine, reduziert. Die Kerzen und Schleifen waren damals immer rot, weil diese Farbe das Leiden und Sterben Christi symbolisiert.
Heute ist diese Symbolik in Vergessenheit geraten. Man schmückt die Adventskränze in Farben, die zur Wohnungseinrichtung passen. Die Bedeutung der Farbe ist den meisten Menschen nicht mehr bekannt. Aber das finde ich nicht so schlimm. Warum soll man immer an Leiden und Sterben denken?
Als mein Sohn noch klein war, freute er sich sehr über den Adventskalender. Das Öffnen der Türchen soll ja die Spannung auf Weihnachten steigern. Besonders spannend war es für ihn aber, zum Beispiel schon am 3. Dezember heimlich das Türchen des 13. Dezembers zu öffnen. Die schönen Bildchen, die zu sehen sind, haben ihm gut gefallen, doch die platte Schokolade wurde schnell langweilig. Wir haben dann zusammen eigene Adventskalender gebastelt, das hat Spaß gemacht. Hinter den Türchen versteckte ich täglich kleine Überraschungen. Zur Abwechslung spannten wir auch mal ein Seil, an dem 24 Säckchen hingen, durchs Zimmer. Da passten schon etwas größere Überraschungen rein - die Ansprüche steigen nun mal mit jedem Lebensjahr.......
In Deutschland gab es eine Zeit, da verbargen sich hinter den Türchen Bilder von Märchenfiguren oder germanischen Göttern. Während der Hitler-Zeit waren Adventskalender mit christlichen Motiven nämlich verboten. Aber das ist zum Glück Vergangenheit, und schon in der Nachkriegszeit setzte sich der traditionelle Kalender wieder durch.
Bevor der erste gedruckte Adventskalender im Jahre 1903 in München erschien, zeichneten Eltern in manchen Gegenden 24 Kreidestriche an die Tür. Die Kinder durften jeden Tag einen Strich entfernen und fanden das spannend. Aber das ist lange her, damit lockt man heute wohl kein Kind mehr vor die Tür......
Eine besondere Bedeutung hat die Adventszeit natürlich für die Schokoladenindustrie. Die Saison beginnt bereits im Spätsommer........Uns macht es viel mehr Spaß, im Advent Plätzchen zu backen und dabei vom Teig zu naschen, bis der Magen murrt. Außerdem riecht es dann im ganzen Haus so lecker nach Weihnachten. Warum backt man diese Plätzchen eigentlich nur in der Weihnachtszeit? Wahrscheinlich, weil sie Weihnachtsplätzchen heißen, ha ha. Die Weihnachtsbäckerei hat eine lange Tradition, vielleicht sollten in grauer Vorzeit die Götter mit diesen Gaben milde gestimmt werden. Ich weiß es nicht genau.
Für mich ist der Advent eine schöne, stille Zeit. Ich stürze mich nicht in den Trubel, sondern sitze gerne gemütlich zu Hause bei Kerzenschein. Ich habe sogar ein Lieblingsgedicht. Es heißt "Advent" und ist von Loriot.
"Es blaut die Nacht, die Sternlein blinken
Schneeflöcklein leis hernieder sinken.
Auf Edeltännleins grünem Wipfel
häuft sich ein kleiner weißer Zipfel."
Wer kennt es? Es geht ziemlich blutig weiter........*lächel
Ich wünsche allen eine schöne Adventszeit!
| weitere Erfahrungsberichte |
Die Adventszeit ist eine sensible Zeit
Bewertung für Advent von
vorlefuzzle
Pro: man wird ruhiger, besinnlicher
Kontra: manche erstrahlen in Hektik
Mich stimmt die Adventszeit nachdenklich, so reiche ich hier meine Gedanken einfach einmal weiter. Die Bedeutung der erleuchteten Fenster in der Adventszeit...
(Birgit Leikert)
Wenn man abends in der Adventszeit durch die Straßen ge ...
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sehr hilfreich
13.12.2008
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Advent- Zeit der Stille
Bewertung für Advent von
Finetta12
Pro: besinnlich
Kontra: hektisch
Hallo zusammen,
heute zünden wir das erste Kerze an, eigentlich eine Zeit der Besinnung.
Ist sie das wirklich, oder Gefühl das wir einer Umlaufbahn der Hektik folgen?
Im folgenden ein paar Gedanken, verbunden mit Auszüge aus einem Gedicht,
vonAlbert ...
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sehr hilfreich
30.11.2008
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Advent aus 40 Jahren oder wozu Advent ?
Bewertung für Advent von
Computercorner
Pro: Manchmal schön
Kontra: Manchmal traurig
Nun ist er fast schon wieder da, der 1. Advent. Und damit auch nicht mehr lange bis Weihnachten Da machen sich so aus dem Bauch heraus Gedanken in mir auf den weg um aufs Papier zu kommen. So überschaue ich mal ca.40 Jahre „Adventzeit“
Adventzeit - ...
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sehr hilfreich
29.11.2003
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Engel im Advent
Bewertung für Advent von
ManfredJG
Pro: Adventszeit neu entdecken
Kontra: Nichts
Da spielte sich so viel in diesem Kopf ab, das zwar zu verstehen, aber nicht zu diskutieren war. Zu langsam arbeitete ihre Auffassungsgabe, sodass man nie wissen konnte, in welchen Teil ihrer Vergangenheit sie sich gerade bewegte. "Manchmal wünschte ich m ...
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sehr hilfreich
18.12.2003
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Advent, Advent - hab ich Weihnachten verpennt?
Bewertung für Advent von
King_of_Currywurst
Pro: eigentlich Vorbereitungszeit auf Weihnachten
Kontra: in Wirklichkeit aber nur noch Konsum pur
Advent, Advent
Ein Lichtlein brennt
Erst eins, dann zwei, dann drei ,dann vier
Dann steht das Christkind vor der Tür
Und wenn das fünfte Lichtlein brennt
Dann hast Du Weihnachten verpennt
Diesen Spruch werden sicherlich viele von Euch kennen. Au ...
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sehr hilfreich
27.11.2004
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