Konzertbewertung des Autors:
| Pro: |
48 Stunden lang tolle Rock - Musik |
| Kontra: |
hygiensche Bedingungen, Preise |
| Kompletter Konzertbericht |
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Vorgeschichte
Mein Sohn (14) wollte unbedingt zum nächsten Metallica-Konzert gehen, das da kommt und es kam in Form eines zweitägigen Mega-Events in Wiener Neustadt (NÖ). Auch ich wollte schon immer mal zu einem Metallica Konzert (Red Hot Chilli Peppers sowieso), also traf sich das gut und ich besorgte für uns beide die Karten als Weihnachts-
geschenk. Immer wieder ist es erstaunlich, wie schnell ein halbes Jahr vergehen kann. Je näher der Termin rückte, umso besorgter wurde ich. Horrorvisionen von Megastaus und Parkplatznot gepaart mit der Vorstellung von herumgrölenden Hardrockfans machten es mir nicht leichter. Es ist ganz etwas anderes, wenn man nicht nur für sich selbst die Verantwortung trägt. Dass wir dort nicht „zeltln“ werden, war mir von Anfang an klar und das stellte sich im Nachhinein als sehr weise Entscheidung heraus, auch wenn ich dadurch dazu gezwungen war eineinhalb Stunden mit dem Auto nach Hause zu fahren und die Konzerte völlig „nüchtern“ zu erleben.
Donnerstag 10.6. 04
Das Radio meldete schon am späten Vormittag einen 10 Kilometer langen Stau von der Autobahn bis zum Festivalgelände. Na toll. Wir fuhren aber erst um 15:30 Uhr von Wien los, denn wir wollten sowieso nicht vor dem Auftritt der TOTEN HOSEN (18:15) dort sein. Inzwischen hatte sich der Stau fast aufgelöst und wir kamen relativ rasch zum 2. Parkplatz (eigentlich gedacht für die Grönemeyer-Besucher am dritten Tag). Nach einem halbstündigen Fußmarsch rund um das halbe Flugfeld (auf dem das Aerodrome stattfand), gelangten wir zum Eingang des Campingplatzes, bekamen dort unsere Stoffarmbänder angeklippt und die ersten Eindrücke. Ein Igluzelt neben dem anderen, dazwischen Schlamm und Matsch. In der Nacht zuvor hatte es ein Unwetter gegeben. Nach dem ersten dringenden Besuch eines Mobilklos wussten wir, warum viele Leute entlang der Zäune oder hinter und neben die Zelte urinierten. Auf dem Weg zum „richtigen“ Eingang kamen uns barfüßige, zum Teil schwankende, aber durchwegs fröhliche und vor allem friedliche Leute entgegen. Ein Blick durch die Zeltreihen sagte uns, dass die Party schon längere Zeit im Gange sein musste. Ungeniertes Jointdrehen, leere Bierdosen und sonstiger Müll ringsum, Weinflaschen die im Kreise gingen, dazwischen Alk-Leichen aber auch Sonnenanbeter in Unterhosen waren zu sehen....gemütlich also.
Nachdem wir auch den zweiten „echten“ Eingang passiert hatten (das Mitführen von Getränken und sonstigen Waffen *g* war verboten und wurde streng kontrolliert) stießen wir bereits auf die erste Mergendising und „Standler“ Zone. Was mir sofort als ungut auffiel, waren nicht nur die Preise, sondern auch die Tatsache, dass die Stände außer links und rechts von der Bühne auch in der Mitte (ab dem Mischpult bis nach hinten) aufgestellt waren. Trotzdem verständlich, denn 150.000 Besucher wollten verpflegt werden.
Wir kamen gerade zurecht um noch die letzten Klänge von LIFE OF AGONY mit zu bekommen und um uns für den Auftritt der Toten Hosen weiter nach Vorne durch zu schlagen. All zu weit gelangten wir nicht. Je näher wir der Bühne kamen umso gatschiger (schlammiger) und steiniger wurde der Boden. Ein gemütliches Niederlassen auf Wiesenstücke (ge- bzw. verwöhnt von anderen Open-Air-Konzerten hatte ich fest damit gerechnet) war auf dem ganzen Gelände nicht möglich. Nachdem sich ringsum hauptsächlich schwer alkoholisierte (der Renner war ein 5 Liter Sangriakübel (Eimer) aus dem mehrere Leute stehend und durch lange Strohhalme tranken) Menschen befanden, suchten wir wieder das Weite und verzichteten auf den direkten Bühnenblick zu Campino und Co (Zum Glück durfte ich in vergangenen Jahren schon drei sehr tolle Konzerte der Toten Hosen in kleinerem Rahmen miterleben). Von weiter hinten war (Dank der Videowände und der mittigen Boxentürme) die übliche gute Stimmung, die von den „Hosen“ verbreitet wird, auch sehr gut mit zu bekommen und wir fanden sogar ein Plätzchen unter einer halbwegs nüchternen ZuhörerInnenschaft.
Nach jedem Auftritt erfolgte eine regelrechte Völkerwanderung in die hinteren Gefilde, ich vermute das waren die sparsameren Zeltplatzbewohner, die „heim“ gingen um dort aus ihren (Trink)-Vorräten zu schöpfen.
Die PIXIES (auch die sah ich schon mal andern Orts live) konnten die Massen nicht so sehr begeistern, lieferten aber ein recht passables Konzert ab und spätestens bei „Where Is My Mind?“ wachte die Menge dann doch auf.
Dann das spannungsvolle Warten auf die Stars des Abends – RED HOT CHILLI PEPPERS. Zum Glück hatte ich in weiser Voraussicht große Müllsäcke als Sitzunterlage mitgebracht und so konnten wir uns auch ohne Wiesengrund ein Wenig ausruhen.
Spätestens 10 Minuten nach Beginn des Hauptacts wussten wir, es hat sich ja doch gelohnt. Wir bekamen hauptsächlich Songs aus den letzten beiden Alben „Californcation“ und „By the Way“ zu hören, haben inmitten von begeisterten Fans mitgesungen, - getanzt, - geschrien und bekamen eine ausgezeichnete Show geliefert.
Leider konnten wir nicht bis zur allerletzten Zugabe bleiben, denn der Weg zum Auto war weit und mein Sohn musste ja anderntags in die Schule gehen. Zum Glück hatten wir uns einen guten Anhaltspunkt zur Auffindung des Autos gemerkt, denn der Parkplatz war unbeleuchtet und es begann auf den letzten paar Metern auch noch zu regnen. Um 2 Uhr Früh kamen wir glücklich zu Hause an.
Freitag 11.6.04
Auch an diesem Tag fuhren wir ca. um die gleiche Zeit los, waren aber bereits um 16:30 auf dem Gelände. Wir bekamen sogar einen viel besseren (beleuchteten) Parkplatz. An die Bedingungen (die durch eine weitere durchregnete Nacht nicht besser geworden waren) hatten wir uns ja bereits gewöhnt, also gingen wir es gleich viel lockerer an. Nur der Umstand, dass sie uns beinahe nicht hinein gelassen hätten, weil mein Sohn das Stoffband für die Schule abgenommen hatte, sorgte anfänglich für Aufregung.
Für uns gings gleich los mit MOTORHEAD, auf die ich mich schon gefreut hatte, und ein harter Rock-Abend nahm seinen guten Anfang. Die darauf folgenden SLIPKNOT von denen ich schon viel gesehen (auf div. T-Shirts und Plakaten) aber zuvor noch nichts gehört hatte, überraschen mich positiv. Sehr witzig fand ich die Masken, in denen sie auftreten. Anschließend standen KORN auf dem Programm, die Masse begann bereits zu toben. Wir beschlossen, trotz der Erfahrungen vom Vortag, uns so weit als möglich vor die Bühne zu begeben. Aus langjähriger Erfahrung weiß ich, dass links oder rechts vor der Bühne der beste Platz ist, um „seine“ Stars auch einmal aus der Nähe zu sehen. Nach dem Auftritt von KORN kam es zwar (durch die abermals einsetzende Völkerwanderung) zu kurzzeitigem bedrohlichem Gedränge, aber dafür wurden wir anschließend ausreichend belohnt.
„Unsere“ METALLICA sahen wir „zum Angreifen nahe“ vor allem auch, weil eine große Lacke (Pfütze) hinter uns die Massen etwas zurückhielt. Eine fulminante, zweistündige Show, mit allem was das Herz begehrt (alte und neue Hits) ließ uns sogar den beginnenden Regen ignorieren. Diesmal blieben wir bis zum allerletzten Ton (Knaller).
Klitschnass aber glücklich und musikerfüllt wanderten wir zu unserem Auto. Mit 20 km/h bis zur Autobahn kamen wir „zügig“ voran und waren um 3 Uhr Früh zu Hause in unseren Betten.
Alles in Allem, war es ein tolles (wenn auch teures*) Festival mit 32 Bands auf zwei Bühnen, also 48 Stunden heiße Musik. Vor allem lief es, gemessen an der Besucherzahl mit mehr als 40.000 Zelten, sehr friedlich (lt. Zeitungsberichten gab es nur 37 Anzeigen und keine Verhaftungen) ab. Auch die Rettung hatte (außer den üblichen Kreislauf- Alkproblemen und Fußverletzungen) keine größeren Einsätze zu verzeichnen. Wie ich gehört habe, laufen bereits die Verhandlungen für das Aerodrome 2005.
Ich weiß, es ist ein sehr langer Bericht geworden, aber es waren ja auch zwei sehr Eindrucksreiche Konzerttage. (Noch) mehr darüber unter www.aerodrome.at
Alles Liebe
Eure Elis
* Preise:
2- Tagespass: € 72,-
Cola, Bier: € 3,- (ohne Bechereinsatz)
Soda: € 2,-
Kebap, kl. Teller Nudeln: € 5,-
Pop Corn: € 3,-
Metallica T-Shirt: € 30,-
| weitere Konzertberichte |
Aerodrome Wiem, ein sehr geiles Rockfestival
Bewertung für Aerodrome (Wiener Neustadt) - Konzertberichte von
olafruether
Pro: Bands, Athmosphäre, Bühne
Kontra: Organisation
Hallo, jetzt schreibe auch ich ein Bericht zu diesem sehr gelungenen Event das zum ersten mal überhaupt stattfand.
Veranstaltungsort war die Wiener Neustadt , eher weiter weg von Wien als erwartet, ca. 40min per zug, vielleicht ging es auch einfacher, ...
Bericht lesen
Ciao Mitglieder bewerteten diesen Erfahrungsbericht insgesamt als sehr hilfreich |
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sehr hilfreich
09.07.2004
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