Produktbewertung des Autors:
| Pro: |
Noch nicht an jeder Ecke zu bekommen ! Relativ teuer ! |
| Kontra: |
neigen zu Kannibalismus |
| Kompletter Erfahrungsbericht |
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Die Reihe „Ich stelle Euch unsere Tiere vor“ wird bei mir wahrscheinlich nie zu Ende gehen. Dafür leben bei uns einfach zu viele Tiere und zu viele verschiedene Arten.
Heute möchte ich wieder ein paar von unseren Mitbewohnern vorstellen – es sollen diesmal die Afrikanischen Zwergmäuse sein.
Wir haben uns im April auf einer hiesigen Exotenbörse-/Messe vier Mäuse (2,2) dieser Art gekauft und ich meine, nun genügend Grundwissen zu haben, dass ich dieses in einen Bericht packen kann.
*** Ursprung ***
Die Afrikanische Zwergmaus, welche auch Knirpsmaus genannt wird, kommt aus Afrika.
Dort lebt sie immer Nahe am Wasser in relativ großen Gruppenverbänden. Sie bauen sich oftmals unterirdische Bauten aus Gräsern und Waldboden.
*** Die Maus ***
Die Afrikanische Zwergmaus (Mus minutoides) ist das bekannteste kleinste Säugetier der Welt.
Der Körper inklusive Kopf hat eine Gesamtlänge von maximal 5 cm, dann kommt noch mal eine Schwanzlänge von ca. 4 cm hinzu.
Bei dieser Art der Mäuse ist es normal, dass das Weibchen größer ist als das Männchen.
Das Fell der Maus ist dunkelbraun (Agouti) und die Unterseite (Bauch) ist sichtlich weiss abgegrenzt.
Jungtiere sind bis zu einem Alter von ca. 6 Wochen erstmal grau – erst später bekommen sie ihre normale Farbe.
Die Mäuse können in Gefangenschaft ein Alter von ca. 3 Jahren erreichen.
Diese Mäuse sind NUR nachtaktiv und werden niemals zahm.
Somit sind sie überhaupt nicht für Kinder geeignet (auch schon wegen der Größe) und auch nicht für Erwachsene, die gerne ein Schmusetier haben möchten.
Es sind reine Beobachtungstiere!
*** Haltung ***
Die Zwergmaus lässt sich gut in umgebauten Aquarien bzw. Terrarien halten.
Als Mindestmass für zwei Tiere kann man ein Becken von 60x30x30 cm nehmen.
Allerdings gilt hier auch – je größer umso besser.
Am sinnvollsten ist es, wenn man 4-6 Tiere zusammen setzt. Es sollten immer mehr Weibchen im Becken sein als Männchen (wenn man nicht züchten möchte, sollte man die Geschlechter strikt trennen), da es sonst zu üblen Beißereien kommen kann.
Als Einrichtung im Becken eignet sich als Untergrund handelsübliche Kleintierstreu oder aber feiner Sand (Chinchillasand).
Dann sollte man eine gute handvoll Heu zum Nestbau geben und einige Äste von ungespritzten Bäumen zum Klettern hineinlegen.
Sehr beliebt bei den Mäusen sind ausserdem Korkröhren (wie man sie von Reptilien kennt), Holzhäuschen oder auch Tontöpfe.
Sie lieben es, wenn sie sich verstecken können.
Zum Nestbau kann man auch getrost etwas Küchenrolle oder sogenannte Hamsterwatte ins Becken legen.
Wichtig ist für die Zwergmäuse, dass das Becken immer eine Mindesttemperatur von ca. 23°C hat.
*** Nahrung ***
Das Hauptfutter für die Mäuse sollte zum größten Teil aus Sämereien bestehen.
Besonders geeignet ist Großsittichfutter (ca. 70%) gemischt mit etwas Hamsterfutter, Haferflocken und Kolbenhirse.
Die Zwergmäuse haben einen sehr hohen Proteingehalt und somit ist es unabkömmlich, dass man ihnen regelmässig Mehlwürmer oder andere Insekten zu fressen gibt.
Manche Mäuse mögen auch Quark, Joghurt oder sogar Katzentrockenfutter.
Man sollte einfach ausprobieren, was die Mäuse am liebsten Fressen (wobei Mehlwürmer nahezu immer angenommen werden).
Lebenswichtig ist, dass die Mäuse IMMER genügend Wasser zur Verfügung haben.
Da sie so klein sind, haben sie keine Speicherkapazität für einen Wasservorrat.
Wenn kein Wasser zur Verfügung steht, stirbt die Maus innerhalb weniger Stunden und oftmals ist es auch so, dass sie zu Kannibalismus neigen!
*** Zucht ***
Die Zucht von Afrikanischen Zwermäusen ist nicht ganz so einfach, wie beispielsweise bei Farbmäusen.
Hier sollte man schon einige Dinge beachten.
Die ideale Zuchtgruppe besteht aus einem Männchen und zwei bis drei Weibchen.
Meist braucht man keine Angst haben, dass alle Weibchen bedeckt werden, da es bei den Zwergen auch so etwas wie Abneigung untereinander gibt. Sie suchen sich ihre Partner eigentlich sehr gründlich aus.
Es gibt auch Pärchen wo niemals Nachwuchs kommt.
Wenn man aber Nachwuchs haben möchte und es kündigt sich welcher an (sieht man der Maus aber nicht immer an), sollte man die Tiere absolut in Ruhe lassen.
Es reicht aus, wenn man sie einfach füttert, Wasser bereit stellt und Mehlwürmer ins Becken streut.
Die Mehlwürmer sind bei schwangeren Tieren (und bei denen, die gerade einen Wurf haben) besonders wichtig, da sie ansonsten ihren Nachwuchs fressen, um an wertvolles Eiweiss zu kommen.
Wie gesagt; die Tiere auf alle Fälle in Ruhe lassen. Man sollte es sich sogar verkneifen, ins Nest zu schauen, da das Muttertier bei jeder Störung dazu neigt, ihre Kinder vor „Eindringlingen“ zu schützen und sie somit auffrisst (bevor ein Fremder sie bekommt).
Wenn Babies da sind, dann hört man dies am lauten Gequietsche. Dann heisst es einfach mindestens zwei Wochen abwarten.
Die Kleinen zeigen sich mit zwei bis drei Wochen schon von alleine!
Im Übrigen bringt eine Zwergmaus im Durchschnitt ca. 3-6 Babies zur Welt.
Diese sind mit ca. 4 Wochen entwöhnt und selbst mit ca. 8 Wochen wieder geschlechtsreif.
Es ist als spätestens nach 8 Wochen anzuraten, die Gruppe nun nach Geschlechtern auf zwei Becken zu verteilen. Wenn man weiter züchten möchte, kann man ein Männchen bei der Weibchengruppe lassen.
Wenn man die Mäuse nicht irgendwann trennt, würden sie sich zum einen irgendwann nicht mehr weitervermehren oder zum anderen aus Platzgründen ihre Kinder töten und fressen.
Sie zeigen einem somit deutlich an, ob das Becken in dem sie leben, groß genug ist.
*** Fazit ***
Wie schon erwähnt, wir selber haben uns im April zwei Pärchen gekauft und mittlerweile ist unser erster Nachwuchs da.
Die Tiere sind wirklich nett anzuschauen und zu beobachten.
Aber sie sind eben nicht (und das finde ich auch ganz gut) für jeden geeignet und BEVOR man sich solche Tierchen anschafft, sollte man sich fachkundige Bücher zu rate ziehen und genügend Wissen ansammeln, damit man genau weiß, worauf man sich da einlässt.
Afrikanische Zwergmäuse sind, Gott sei Dank, noch (!) nicht an jeder Ecke zu bekommen und man sollte schon mit mindestens 15 Euro für ein Pärchen rechnen.
Wer sich aber doch entschließt, sich Zwergmäuse ins Haus zu holen, wird wirklich seine wahre Freude an den Tieren haben (Voraussetzung: Man kennt sich eben aus!).
=^..^= respect all animals =^..^=
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07.03.2004
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