Afrikanische Zwergmaus

Erfahrungsbericht über

Afrikanische Zwergmaus

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Kleine Kannibalen...

5  21.08.2004

Pro:
für Liebhaber, nette Tierchen

Kontra:
nicht für Kinder, nachtaktiv, sehr empfindlich, Kannibalismus

Empfehlenswert: Ja 

leuchtturmwaechterin

Über sich: Zur Zeit mal nix :-)

Mitglied seit:14.08.2004

Erfahrungsberichte:2535

Vertrauende:361

Dieser Erfahrungsbericht wurde von 45 Ciao Mitgliedern durchschnittlich als sehr hilfreich bewertet

Vorgeplänkel
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Mal abgesehen von den Leuchttürmen, bin ich großer Fan aller Nagetiere. Selbst halte ich bisher aufgrund akutem Zeitmangel während des Studiums leider nur Meerschweinchen und Kaninchen.
Da über beide aber schon so viel geschrieben wurde, werde ich Euch nicht mit weiteren Berichten darüber nerven, sondern lieber etwas über Nager schreiben, die vielleicht eher nicht so vielen von Euch ein Begriff sind.
Ich habe mich spontan für die AFRIKANISCHEN ZWERGMÄUSE entschieden, da eine Freundin von mir einige der posierlichen Tierchen hält.

Herkunft/Lebensraum
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Die Afrikanische Zwergmaus lebt in Afrika, südlich der Sahara. Man findet sie vor allem in Busch- und halbtrockenen Steppenlandschaften, wo sie unter der Grasdecke leben und dort ihre unterirdischen Gänge anlegen. In trockenen Gebieten sind sie hingegen nicht zu finden, da sie an das Wasser gebunden sind. In den Siedlungen werden Zwergmäuse als Schädlinge betrachtet.

Portrait
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Die Zwergmaus hat eine Kopf-Rumpf-Länge von 3,5 - 5,0 cm, maximal bis 8 cm und ein durchschnittliches Gewicht von 12g.
Der Schwanz ist ein wenig kürzer als der restliche Körper. Ihr Fell ist glatt, oben rotbraun und unten weiß gefärbt, wobei Ober- und Unterseite scharf voneinander abgesetzt sind. Sie hat ziemlich große Augen und Ohren. Die Fußballen sind nackt.
Weibchen sind im ausgewachsenen Stadium etwas größer als die Männchen und besitzen 10 - 12 Zitzen.
Jungtiere sind noch bis etwa 4 Wochen nach der Entwöhnung hellgrau gefärbt.

Charakter
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Die Tiere sind recht scheu und schwer zu zähmen, daher auch nicht für Kinder geeignet, denn sie sind wirklich enorm schreckhaft und nachtaktiv.
Untereinander sind sie gut verträglich, insofern sie bereits im Jugendstadium aneinander gewöhnt wurde. Bei älteren Tieren ist eine Vergesellschaftung meist mit Problemen verbunden.

Bedürfnisse
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Wie bereits erwähnt, ist die Zwergmaus extrem an das Wasser gebunden. Vergisst man etwa den Wassernapf aufzufüllen, so bekommt die Maus bereits nach kurzer Zeit ein stumpfes Fell und Missbildungen am Körper, besonders am Rücken.
Nach 2 - 3 Tagen sterben sie oder fressen sich gegenseitig, um ihren Flüssigkeitsmangel zu decken.
Der Napf sollte flach sein, da die Tierchen ja recht klein sind, also leicht ertrinken können.
In ihrer natürlichen Umgebung frisst die Zwergmaus Körner, Samen, Grünzeug und Insekten, man füttert als am besten eine Körnermischung als Hauptfutter. Man kann als solche jene kaufen, die für z.B. Wellensittiche angeboten werden.Möchte man sein Futter selbst machen, empfiehlt sich diese Zusammensetzung: Hirsesorten (50%) , Haferflocken (20%) , Sonnenblumenkerne( 10%) und normale Körner(Körnermischung 20%)
Weiterhin sollte mal Kolbenhirse(auch die für Vögel), Insekten(Mehlwürmer, Bachflohkrebse, ab und zu etwas fettarmen Naturjoghurt) und Obst und Gemüse füttern. Am liebsten mögen sie soweit ich das weiß Gurken, aber das wird auch verschieden sein.
Wird das Frischfutter auch nicht gefressen, trotzdem anbieten, die Tiere brauchen Vitamine.
Hart-u. Raufutter wie hartes Brot oder Hundekuchen, dazu zählt auch das Heu, muss auch ständig angeboten werden, da sonst die Zähne relativ schnell wachsen und die Mäuse dann gar nichts mehr fressen können.
Ich kann nur nochmal wiederholen:Fehlt es den Tierchen an etwas, dann fressen sie sich gegeneinander an, bzw. ganz auf.

Unterbringung
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Die Tierchen sind am besten in Aquarien, Terrarien oder in Plastikboxen zu halten.Die Größe sollte mindestens 80 x 35 x 40 cm pro Pärchen betragen.
Keinesfalls eignen sich Nagerkäfige mit Gitter, auch nicht die für Mäuse, denn die Zwergmäuse werden 100 pro entkommen. Außerdem sind sie sehr zugempfindlich.
Wichtig ist , dass das Behältnis abgedeckt wird, da die Mäuse bis zu 30cm hoch springen können und auch sehr schnell sind, man somit kaum eine Chance hat sie wieder einzufangen, wenn sie erst mal entwischt sind. Aufpassen, dass der Deckel aus einem Material ist, denn die Mäuse nicht durchbeisen können. Ein Stofflappen ist beispielsweise völlig ungeeignet.
Als Einstreu nimmt man am besten die normale Kleintierstreu, aber auch Chinchillasand ist okay. Darüber kommt dann etwas Heu und Stroh.
Die Zimmertemperatur sollt nicht unter 20 ° C fallen. Die Idealtemperatur liegt zwischen 25-30°C. Ist dies nicht möglich, so gibt es für Terrarien spezielle Heizmatten im Fachhandel. Diese aber unbedingt mit Karton o.ä. bedecken, damit sich die Tierchen nicht verbrennen und regelmäßig kontrollieren.
Klettermöglichkeiten müssen nicht vorhanden sein, da die Tiere nicht gut klettern können. Wichtig ist allerdings ein Unterschlupf, wie etwa eine Flache Wurzel, da die Tiere wie gesagt sehr schreckhaft sind und eine Fluchtmöglichkeit benötigen, sie außerdem auch unterirdisch ihre Nester bauen. Also einige Versteckmöglichkeiten bieten, toll sind auch halbe Kokosnüsse.

Zucht
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Die Zucht ist in der Regel problemlos, allerdings ist hier besonders darauf zu achten, dass die Temperatur nie unter 20°C fällt.
Tie Tragezeit beträgt etwa 3 Wochen.
Dann kommen im Schnitt 4 Junge zur Welt, die Nesthocker sind.
Die Pigmentierung beginnt nach ca. 4 Tagen, nach 9 - 11 Tagen können die Jungen laufen und haben richtiges Fell. Die Augen werden nach ca. 14 Tagen geöffnet.
Mit 3 - 5 Monaten sind die Jungen entwöhnt.
Vereinzelt kann es vorkommen, aufgrund der kannibalischen Neigungen ;-), dass die Mutter die Jungen frisst. Das ist meistens ein Zeichen dafür, dass es an tierischer Kost fehlt, also besonders beim Züchten nicht vergessen.
hat man nun mehrere Zwergmäuse, unbedingt darauf achten, dass genügend Futter-und Wassernäpfe aufgestellt sind, ansonsten kommt es zu Rangstreitigkeiten, was sich wiederum negativ auf die Gruppenstabilität auswirkt und es könnte wieder zu Kannibalismus kommen.
Auch darauf achten, dass es nicht zur Innzucht kommt.

Reinigung des Käfigs
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Jede Woche sollte der Urin, der besonders in den Ecken zu finden ist, und der Kot oberflächlich entfernt werden.
So alle 6 Wochen ist eine Komplettreinigung nötig.
Hierfür am besten die Mäuse in eine Transportbox setzen.
Zum Herausnehmen am besten nicht in die Hand nehmen, da man sie wirklich leicht verletzen kann. Am besten man hält ihnen ein Glas oder ein Holztunnel vor die Nase, sie sind so neugierig, dass sie in null komma nix darin verschwunden sein werden.

Zwergmäuse und andere Tiere
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Am besten hält man die Mäuse allein, allerdings ist eine Zusammenhaltung mit
Streifengrasmäusen möglich.


Nachgeplänkel
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Ich schau den Tierchen wirklich gern zu, fühlen sie sich unbeobachtet, dann stellen sie tolle Dinge an.
Sie sind eben nur wsa für Liebhaber, Kinder wären mit den schweren Haltungsbedingungen überfordert und würden den heiklen Ansprüchen der Zwergmäuse mit großer Wahrscheinlichkeit nicht gerecht werden können.
Im Zoohandel sind sie nicht zu bekommen ( hab ich zumindest noch nicht gesehen). Am besten man wendet sich also an einen Züchter.
Aber auf jeden fall sollte man sich gut überlegen, ob man alle oben genannten Anforderungen erfüllen kann, denn es ist nicht so toll wenn die Tiere vernachlässigt werden und sich dann anfressen....

In diesem Sinne...bis zum nächsten Mal!
LG Annika

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Kommentare zu diesem Erfahrungsbericht
Olyvia

Olyvia

31.08.2004 03:49

Deinen Bericht finde ich sehr informativ, jedoch bitte keine Maus in meinem Haus, hatte mal Zwerghamster, die haben sich immer rausgekrochen aus dem Käfig, wir mußten die ständig suchen, bevor die ne Menge verursachen, im Keller haben wir mal welche.LG

amitom

amitom

21.08.2004 14:52

Guter Erfahrungsbericht, Hamster fressen übrigens ihren Nachwuchs wenn er schwach oder krank ist auch. Gruß Thomas

Flying_angel

Flying_angel

21.08.2004 13:50

Klingt süß :) Hattu ein Foto davon?

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