Aftermath (1994)

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Grenzüberschreitung
Erfahrungsbericht von gekothy über Aftermath (1994)
06.10.2009


Produktbewertung des Autors:   


Pro: Beeindruckende filmische Umsetzung
Kontra: Explizierte Darstellung

Empfehlenswert? nein 

Kompletter Erfahrungsbericht

Hallo liebe Ciao-Gemeinde,

man könnte diesen Film einfach nicht empfehlen, es gibt ja zwei Berichte dazu, warum dieses Machwerk noch aufwerten.
Nein, so einfach will ich es mir nicht machen. Es gibt grundsätzlich die künstlerische Freiheit, jeder Regisseur realisiert seine eigenen Vorstellungen. Man kann oft die gleiche Wirkung erzielen, in dem detailliert alles gezeigt wird oder durch subtile Darstellung die Fantasie des Zuschauers das Nichtgezeigte ausfüllt.
Themen menschlicher Abgründe sind nicht neu im Filmgeschäft und werden immer wieder zu kontroversen Diskussionen führen.


Inhalt
Aftermath wählt die extreme Form der detaillierten Darstellung. Wer keine Vorstellung hat, was die tägliche Arbeit eines Obduzierenden ausmacht, wird hier bis in den letzten Winkel des physischen Menschseins aufgeklärt.
Der Pathologe wird zur Kamera, die erbarmungslos jeden Schritt, jeden Schnitt, jede Sägespur, jedes hämmern und kneifen, also die Demontage zweier Verstorbener zeigt.
Einem körperlichen Angriff gleichstehend wird nur durch die Geräusche der Werkzeuge, untermalt mit bachscher Klassik der Zuschauer zur Höchstbelastung getrieben. Dann wird klar, dass das noch nicht reicht. Auch die widerliche Nekrophilie muss ertragen werden. Wer jetzt noch zuschaut, hat es bald geschafft. Der rund 30min-Horror endet mit aufräumen, saubermachen, waschen. Dann geht´s nach Hause in das schicke Eigenheim. Wenigstens werden uns die wartenden fröhlichen Kinder erspart, es ist "nur" der Hund, der ein (bestimmt wie so oft) besonderes Leckerli bekommt. Dann ist der Spuk vorbei.
Die Film- und Tricktechnik lässt nicht zweifeln, dass hier der Eindruck entsteht, dass wirklich Verstorbene geschlachtet werden. Nein, nicht von finsteren Horrorgestalten, sondern von hochgebildeten Ärzten.


Gedanken 1
Ja, der Film zwang mich zur Auseinandersetzung mit dem Thema, ob ein Arzt, der Tag für Tag diese Arbeit macht nicht zwangsläufig Schaden nehmen muss.
Ja, der Film zwang mich zur Auseinandersetzung mit dem Thema, die Augen offen zu halten. Krankhafte Triebtäter und Menschen mit abnormen Sexualverhalten suchen gezielt nach Arbeitsplätzen, bei denen ihre Abnormität nicht nur nicht auffällt, sondern ihnen die Ausübung ermöglicht.
Pädophile arbeiten auch gern im Kinder- und Jugendbereich. Menschen mit Neigung zur Sodomie arbeiten oft beruflich mit Tieren.


Gedanken 2
Ohne Gleichsetzung zu diesem Extremfilm herstellen zu wollen, brauchen wir garnicht so weit in die Abgründe dieses Films zu blicken. Berufsgruppen, die mit Wahrheiten konfrontiert werden, die der blühenden Fantasie mancher Filmemacher in nichts nachstehen, werden allein gelassen. Bei Rettungssanitätern und -assistenten, Alten- und Krankenpflegern sind psychische Erkrankungen, Alkohol- und Tablettenabhängigkeit an der Tagesordnung. Manchmal gehen auch völlig die menschlichen Normen verloren und sie werden zu Herren oder Frauen, die nach Gutdünken über Leben oder Tod der ihnen Anvertrauten entscheiden.
Oft trifft es da die besonders Fleißigen und fachlich Versierten, weil sie immer verfügbar sind und immer funktionieren (müssen). Wohin sie gehen können mit ihrer Trauer, ihrern traumatischen Erlebnissen, dem Elend und der Tragik, danach fragt kaum einer. Kurze An- uns Aussprachen ist alles, was sie bekommen. Dass sie zwingend Auszeiten oder andere beruflichen Perspektiven brauchen, ist da nicht vorgesehen.
Wir brauchen hochprofessionelle und präventive Hilfe für diese Berufsgruppen. Dafür ist aber nicht genug Geld vorhanden. Wenn dann noch fehlende Anerkennung in der Gesellschaft auftritt, werden in belasteten Berufen bald keine Bewerber mehr zu finden sein. Auch das war ein Gedanke, der mir nach Ansehen und Verarbeitung dieses Films durch den Kopf ging.


Fazit
Ich gebe eine bedingte Empfehlung für diesen Film, und ich bin mir sehr wohl bewusst, dass auch Menschen angesprochen werden, die ich nicht treffen, nicht kennen und nicht in meinem Umkreis haben will.
Der Film ist klar nicht zu empfehlen für Menschen, die diese explizite Darstellung menschlicher Arbeit und Abgründe nicht sehen wollen, können oder zutiefst ablehnen.


Bemerkungen
Die zwangsweise auszufüllenden Produktdetails habe ich alle auf unterste Stufe gesetzt, da keine adäquate Auswahl bei diesem Film möglich ist.
Regisseur Nacho Cerdá (Spanien)
Der Film ist bei Dragon erschienen. Er enthält noch die Kurzfilme Awakening, Genesis und Dr. Curry, auf die ich nicht eingehe, da es hier nur um Aftermath gehen soll.
Als Alterbeschränkung ist nur vermerkt: Keine Vermietung oder Verkauf an Kinder oder Jugendliche.
Die Qualität der DVD ist gut. Sprache spielt keine Rolle, es wird nicht gesprochen.


gekothy   

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Kontra: Der Film handelt von einem Nekrophilen und zeigt auch alles, was man zu diesem Thema zeigen kann, ist also nicht für jeden geeignet

ACHTUNG: Ich schreibe hier über einen Kurzfilm der extremsten Sorte, was bedeutet, dass mein Bericht natürlich nicht ganz so ausführlich ausfallen wird wie gewohnt. Zudem sollten zart besaitete Leute dieses Review nach Möglichkeit meiden, bzw. wieder wegk ... Bericht lesen

Ciao Mitglieder bewerteten diesen Erfahrungsbericht insgesamt als sehr hilfreich
sehr hilfreich

28.11.2005
Ultra Violent Vol.5
Bewertung für Aftermath (1994) von Creeptceeper

Pro: siehe Bericht
Kontra: siehe Bericht

"Aftermath" ist einer dieser Filme auf die man früher oder später trifft wenn man im Horrorgenre verkehrt. Es ist einer dieser Filme, über die man nur in diversen Superlativen redet. Es ist ein Film der ein "muss" ist. Man muss ihn gesehen haben schon wei ... Bericht lesen

Ciao Mitglieder bewerteten diesen Erfahrungsbericht insgesamt als sehr hilfreich
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04.06.2006

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