Spiel, Satz und Sieg!
14.04.2003
Pro:
gutes Gameplay
Kontra:
langweilige Kommentare
Empfehlenswert:
Ja
Details:
Grafik
Sound
Multiplayer:
Bedienung
mehr
 Acrylator
Über sich:
Mitglied seit:05.07.2002
Erfahrungsberichte:43
Vertrauende:9
Dieser Erfahrungsbericht wurde von 21 Ciao Mitgliedern durchschnittlich als sehr hilfreich bewertet
Für alle Freunde von Tennisspielen gibt es inzwischen auch ein Game mit dem Namen eines des bekanntesten Spielers auf dem PC, womit er seiner Lieblings-Sportart auch daheim frönen kann. Wer sich mit dem Game anfreundet und dessen Bedienung in Fleisch und Blut aufgenommen hat, wird damit etliche Stunden Spielfreude haben – soviel sei vorab schon verraten. Wenn kein geringerer als der legendäre Andre Agassi seinen Namen dafür hergibt, ist auch anzunehmen, dass hinterher etwas Anständiges dabei herauskommt. Nachdem nun die DVD-Hülle geöffnet wurde, in der sich das Spiel befindet, hält man eine Spiel-CD und ein mehrsprachiges Handbuch in Händen. Nachdem die CD eingelegt wurde, gab’s aber erstmal etwas Ärger. Während bei einem Windows XP-System die Installation anstandslos durchgeführt werden konnte, zickte das Spiel auf einer Windows ME-Maschine doch ziemlich rum. So war dort das Fenster der Installation immer nur durch einen Trick in den Vordergrund zu bekommen, was Otto-Normalverbraucher sicher annehmen lässt, dass das Spiel kaputt ist, und er es dann Retoure geben wird. Nur dadurch, dass man ein zweites, beliebiges Fenster (z.B. Arbeitsplatz) öffnete und wieder schloss, wurde das Installations-Fenster sichtbar. Diese Prozedur musste natürlich bei jedem weiteren Fortschreiten der Installation wiederholt werden, sobald man genötigt wurde irgendwann auf „Weiter“ zu klicken. Hat man es aber geschafft und das Spiel auf der Festplatte verewigt, befindet sich ein ca. 450 MB großer Ordner bei einer Standardinstallation auf dem PC. Auf dem Desktop und im Startmenü befinden sich die entsprechenden Symbole um das Spiel zu starten.
**************************************************** Nach einem Doppelklick auf das Icon muss man angeben, in welcher Bildschirmauflösung gespielt werden soll. Dazu kommt ein kleines Fenster mit einem Dropdown-Menü, aus dem ausgewählt werden kann. Seltsamerweise steht hier generell die Auflösung in der man gerade arbeitet nicht zur Auswahl. Das ist etwas verwunderlich und der Sinn des Ganzen kann auch nicht verstanden werden. Arbeiten Sie beispielsweise bei 1024x768, steht diese nicht im Menü. Befinden Sie sich aber bei 800x600, kann die 1024er Auflösung sehrwohl angewählt werden. Umgekehrt verhält es sich übrigens genauso. Hat man dem zu trotz nun seine Auswahl getroffen und das Spiel gestartet, merkt man sofort, dass Agassi-Tennis ein Spiel von der Konsole ist und nur auf den PC portiert wurde. Sämtliche Bedienoptionen erinnern Stark an das PS2-Vorbild weil Sie hier, egal welchen Kontroller Sie angeschlossen haben, nur mit den Pfeiltasten der Tastatur durch die Menüs kommen. Auch so ist das Look & Feel vollkommen an seinem Abguss der PS2 angelehnt.
Das nächste was Sie nun angeben müssen, ist die Sprache in der Sie spielen wollen. Aus fünf an der Zahl können Sie hier wählen und fortan sind Texte und gesprochene Kommentare in der gewählten Sprache les- und hörbar. Weiter müssen Sie entscheiden, ob Sie ein „Schnelles Match“, eine „Arcade“-Runde oder ein Agassi-Turnier spielen wollen. Zur weiteren Auswahl steht noch ein Optionsmenü bereit und Sie können sich die Credits durchlesen oder das Spiel wieder verlassen. Im „Schnellen Match“ spielen Sie ein einfaches Match dessen Anzahl an Sätzen Sie vorher in den Optionen einstellen können. Hier können Sie den Spieler und den Platz selbst bestimmen. Natürlich können Sie noch wählen, ob Sie ein Einzel oder Doppel spielen wollen. Dabei stehen von Plätzen und Spielern alle von Anfang an zur Auswahl bereit, und müssen nicht erst frei geschaltet werden.
Beim Arcade spielen Sie fünf Matches, wobei Sie hier zuerst wieder die Wahl haben, ob Sie ein Einzel oder Doppel spielen wollen. Danach wählen Sie für sich einen aus 32 vorhandenen Spielern aus und müssen nun die fünf Matches nacheinander gewinnen. Den Computergegner lost der PC jeweils selber aus und Sie haben keine individuelle Wahl. Wenn Sie mit einem menschlichen Kontrahenten ein Doppel spielen wollen, bekommen beide einen Computer-Partner an die Seite gestellt, so dass Sie gegeneinander spielen müssen. Entgegen den Versprechungen auf dem Cover ist es nämlich nicht möglich mit bis zu vier Kameraden zu spielen. Bei allen Modi können maximal zwei Personen ins Spiel eingreifen, ob nun im Doppel oder einzeln. Beim Arcade und im Agassi-Turnier kann schließlich dann nur einer das Game spielen.
***************************************************** Als Krönung ist dann auch sicher das Agassi-Turnier zu verstehen. Als der Namensgeber müssen Sie sich nun in zehn Turnieren rund um die Welt soweit voranspielen, bis Sie Weltranglisten-Erster sind. Das Turnier ist auch die einzige Spielart in der Sie ein laufendes Spiel speichern können. Bei allen anderen Modi geht es Hopp oder Topp. Es wäre auch durchaus zuviel verlangt, diese 10 Turniere am Stück zu spielen, wenn man kein absoluter Fanatiker ist und Essen, Trinken, Schlafen oder Arbeiten nicht gänzlich vernachlässigen möchte.
***************************************************** Grafik, Sound, Bedienung:
Die Grafik-Engine des Spiels verlangt nach enormer Power um flüssig spielen zu können. Nicht umsonst steht bei den Systemvoraussetzungen ein 1GHz Prozessor auf dem Cover, was nur durch den Zusatz: „Minimal PIII 500“ etwas relativiert wird. Aber dennoch läuft das Spiel ab einem PC mit dem geforderten Gigahertz flüssig genug und ohne störende Ruckler. Der Aufwand lohnt sich in jedem Fall, denn was optisch geboten wird, lässt kaum zu wünschen übrig. Die Spieler sind vortrefflich in Szene gesetzt und sehr realistisch animiert worden. Wer etwas verschwommen zum Monitor herüberschielt, könnte meinen es läuft eine Original-Übertragung eines Tennis-Events im TV. Erst bei genauerem Hinsehen erkennt man, dass die Akteure auf dem Platz Computeranimationen sind. Leichter fällt die Identifizierung dann schon beim Publikum, obwohl diese auch in 3D dargestellt wurden. Aber da die Applausbewegungen sehr „eckig“ aussehen, wirken sie etwas komisch. Das Spielfeld ist optimal dargestellt und auch die Balljungen, Linienrichter usw. sehen real aus. Der Ball hat manchmal enorme Geschwindigkeiten drauf, warum er auch zuweilen eine „Spur“ nach sich zieht – ebenfalls sehr realistisch. *****************************************************
Um Seinen Spielstand im Blick zu haben, wird er immer im oberen Bildbereich eingeblendet. Auch sonstige Mitteilungen, wie beispielsweise die gemessene Ballgeschwindigkeit, werden dort angezeigt. Auf einem kleinen Abbild des Platzes kann immer eingesehen werden, wo sich beide oder alle vier Spieler befinden. Das macht dann besonders einen Sinn, wenn man die nahe Kameraperspektive ausgewählt hat. Der Spieler hat die Wahl zwischen einer schrägen Draufsicht und einer nahen Sicht direkt hinter dem Spieler. Letztere wirkt dann besonders realistisch und man glaubt direkt vor Ort zu sein und selber zu spielen. Den besten Überblick erhält man jedoch in der weiten Sichtweise, auch wenn man dann sowohl von unten nach oben, sowie von oben nach unten spielen muss. So hat jede Kameraperspektive seine Vor- und Nachteile. Sehr schön sind auch die Wiederholungen von entscheidenden Spielszenen die in Slowmotion wiedergegeben werden. Insgesamt ist das Spiel ein echter grafischer Leckerbissen und an keiner Stelle konnte man irgendeinen Bug, der böse Grafikfehler zu Tage bringt, entdecken. ****************************************************
Das wichtigste an Sound bei einem Sport- bzw. Tennisspiel ist sicher der Kommentar der Sprecher. Hier enttäuscht das Spiel ein wenig, da die gebotenen Kommentare sich permanent wiederholen und nichts Neues dazukommt. Teilweise sind Kommentare auch an vollkommen deplazierter Stelle, wie zum Beispiel wenn der Sprecher sagt: „der Spieler hat sich wieder gefangen“, obwohl man beim ersten Ballwechsel im ersten Satz ist. Auch sonst kommen diese Kommentare teilweise an vollkommen unangebrachter Stelle, was bei einem größeren Repertoire an Sätzen sicher nicht gleich so ins Gewicht fallen würde wie bei den "drei" Standardsätzen die geboten werden. Dadurch wird das Spiel auch in gewisser Weise auf Dauer langweilig, was eigentlich schade ist. Die restlichen Geräusche können aber überzeugen. Der Sound des Balls oder der pfeifende Schläger klingen genauso realistisch wie die Reaktionen des Publikums. Von Hintergrundmusik wird man in diesem Spiel nur dann verschont, wenn man sie im Optionsmenü leise- oder ganz abstellt. Zum Glück gibt es die Buschtrommeln aber nur in den Menüs zu hören. Ein Kracher ist das einzig gebotene Musikstück nicht gerade, aber eben Genremäßig üblich bei PC-Spielen. Bis auf die Aussetzer des Reporters ist die akustische Untermalung des Spiels eine runde Sache. ****************************************************
Gesteuert wird das Spiel mit der PC-Tastatur, einem Joypad oder einem Joystick. Am besten lies sich die Tortur auf dem Platz mit einem Joystick bewerkstelligen, mit den beiden anderen Möglichkeiten wurde die Angelegenheit teilweise ziemlich hektisch. In den Menüs bewegt man sich ausschließlich mit der Tastatur, was etwas unverständlich ist. Leider lässt sich das auch nirgends ändern, egal wie viel Kontroller an den PC angeschlossen sind. Um mit dem Spiel selbst klarzukommen bedarf es aber etwas an Eingewöhnungszeit. Anfänglich macht der Spieler nicht immer gleich das was man will und man muss schon eine Weile trainieren um mit ihm zurechtzukommen. Hat man den Dreh aber raus, besteht arge Suchtgefahr! Wenn man nun die ersten Spiele gewonnen hat, will man das Game keineswegs mehr aus den Händen geben. Butterweich befolgt der Spieler die Anweisungen, die Sie ihm am Kontroller eingeben. Haut der Tennisprofi anfänglich gelegentlich noch Löcher in die Luft, trickst er mit Übung dann sein Gegenüber arglistig aus und macht Punkt für Punkt. So gibt es für die Schlagarten „Gerader Schlag“, „Topspin“ und „Slice“ jeweils einen eigenen Button den Sie selber zuweisen können. Mit diesen drei „Waffen“ können Sie Ihrem Gegner nun kräftig einheizen, indem Sie ihn beispielsweise mit einem Slice ans Netz locken um ihm dann mit einem Topspin den Ball in den Rücken zu spielen. Dazu wird dann noch die jeweilige Richtung dem Kontroller gemäß angegeben. Je länger Sie üben und sich mit dem Spiel beschäftigen, umso mehr werden Sie nicht mehr davon loskommen. Spätestens jetzt ist es Zeit den Schwierigkeitsgrad zu erhöhen. Hiervon stehen drei zur Auswahl die sich auf das Tempo des Spiels beziehen. So können Sie hier zwischen Langsam, Mittel und Schnell wählen, wobei der letzte dann für echte Profis ist.
Die Bedienung der Menüs ist kinderleicht und so, wie man es von Konsolentiteln gewohnt ist. Mit den Pfeiltasten wird die gewünschte Option ausgewählt und mit „Enter“ oder „Esc“ bestätigt oder abgebrochen. Das ist alles! Die Menüs sind selbstredend und bedürfen keines Kommentars. Lediglich beim Turnier besteht noch die Möglichkeit das Spiel zu speichern, indem Sie nach Druck auf „Einfg.“ die entsprechende Option anwählen. Brechen Sie ein Turnier ab, wird es automatisch an der jeweiligen Stelle gesichert. ****************************************************
Fazit: Agassi Tennis Generation 2002 ist ein wunderbares Game, welches Liebhaber von Sportspielen auf jeden Fall in ihre Sammlung aufnehmen sollten. Die sehr gelungene Animation der Spieler und die Kulisse üben auf Dauer einen Bann aus, dem man sich kaum entziehen kann. Hat man den für sich besten Kontroller herausgefunden und die Eingewöhnungsphase hinter sich, ist es ein Spiel das zeitlich unbegrenzt genossen werden kann – zumindest bis der nächste Platzhirsch am Horizont auftaucht. Einzige Wermutstropfen sind die mäßigen Kommentare und eine fehlende, echte Multplayer-Fähigkeit über Netzwerk oder Internet. Zusammen an einem PC kommt wegen der dadurch verursachten Unübersichtlichkeit keine richtige Freude auf, zumal man sich hier ständig selber im Wege steht. Von meiner Seite kann das Spiel aber für einen alleine und für viele Stunden Spielspaß nur wärmstens empfohlen werden.
Euer Acrylator P.S.: Der Test stand so schonmal auf der "Gamesinsel.de" bei denen ich einst Redakteur war. Da es die Seite inzwischen nicht mehr gibt und der Bericht auf meinen Mist gewachsen ist, wäre ein Anschwärzen von mir bei Ciao vertane Zeit.
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14.04.2003 20:17
Ich denke, ich schaue mir trotzdem lieber Agassi live an. Mit den PC-Spielen habe ich es nicht so. Schöne Grüße, Gabi
14.04.2003 19:51
Was für eine Spur zieht denn ein Ball mit hoher Geschwindigkeit hinter sich her???
14.04.2003 19:51
ein bekannter name schliesst noch lange nicht auf ein gutes spiel, denn schliesslich wird sich agassi nicht nach der qualität des produkts sondern nach der gezahlten geldsumme entscheiden, wofür er seinen namen hergibt. LG, C-X