Agatha Christie - Mord à la Carte

Agatha Christie - Mord à la Carte

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Teil 2 der Agatha-Christie-Filme: Wer von uns kennt nicht die berühmtesten Romane von Agatha Christie, die zum Teil auch wirklich gut verfilmt und damit zu Klassikern wurden, die man immer wieder gern anschaut. Aber es gibt auch filmische Umsetzungen, die geradezu weh tun. So eine ist mir ... Bericht lesen





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Doppelspiel mit Doppelgänger
Erfahrungsbericht von carmen über Agatha Christie - Mord à la Carte
07.08.2003


Produktbewertung des Autors:   


Pro: Ustinov und Dunaway als Darsteller
Kontra: lustlose Story, dümmlicher Adlatus, die Dunaway spielt mir zu überdreht

Empfehlenswert? nein 

Kompletter Erfahrungsbericht

Teil 2 der Agatha-Christie-Filme: Wer von uns kennt nicht die berühmtesten Romane von Agatha Christie, die zum Teil auch wirklich gut verfilmt und damit zu Klassikern wurden, die man immer wieder gern anschaut.
Aber es gibt auch filmische Umsetzungen, die geradezu weh tun. So eine ist mir neulich auf Premiere untergekommen.


** Die Story **
Hercule Poirot ist im Fernsehen! Der berühmte belgische Detektiv (Peter Ustinov) soll in einer Talkshow seine Meinung als Experte zu einer Krimiserie kund tun, den gerade sehr populären Metz-Slagel-Filmen, in denen der Schauspieler Brian Martin nämlich den Filmdetektiv spielt.
Als Überraschungsgast tritt außerdem die bekannte Schauspielerin Jane Wilkinson (Faye Dunaway) auf, die sich dann allerdings als ein täuschend echtes Double herausstellt.

Im Anschluß an die Sendung lädt die echte Jane Wilkinson (Faye Dunaway) alle Teilnehmer zu einer Party in ihr Haus ein, auch jene Doppelgängerin, die junge Charlotta Adams (ebenfalls Faye Dunaway), die mit ihrem trunksüchtigen Freund Ronald Marsh erscheint.
In einem privaten Gespräch bittet die Wilkinson Hercule Poirot, ihr zu helfen, ihren Mann Lord Edgeware loszuwerden. Da sie ihn schon nicht um die Ecke bringen kann, obwohl sie gern möchte, soll Poirot den Lord doch in ihrem Namen um die Scheidung bitten. Von der Energie der Diva überwältigt und überrumpelt, willigt Poirot ein, es zu versuchen. Und tatsächlich bekommt Poirot einen Termin bei Edgeware, der zu dessen Erstaunen behauptet, bereits vor sechs Monaten brieflich in die Scheidung eingewilligt zu haben.

Inspektor Jeb (David Suchet) kommt am nächsten Morgen zu Poirot und berichtet vom unvorhergesehenen Mord an Lord Edgeware. Jane Wilkinson soll ihn erstochen haben, wie sie es bereits bei der Party angekündigt hat.
Zwar schwört die Haushälterin des Lords, sie hätte in jener Nacht die Wilkinson ins Haus kommen sehen, doch die hat ein wasserfestes Alibi, denn sie war bei einer Dinnerparty beim künftigen Ehemann Nr. 3, Sir Montaquieue.

Als sich herausstellt, daß in der gleichen Nacht auch noch die junge Frau ermordet wurde, die Jane Wilkinson so ähnlich sah - Charlotta Adams starb an einer Überdosis Veronal – wird der Fall noch komplizierter.
Und es gibt noch zwei Verdächtige, die ungeliebte Tochter Geraldine von Lord Edgeware, nebst ihrem Cousin, Ronald Marsh, einem Säufer und hoch verschuldeten jungen Mann, der nun der neue Lord Edgeware und schwer reich ist.

Gemeinsam mit seinem Adlatus Captain Hastings (Bill Nighy) und Inspektor Jeb macht sich Poirot daran, diesen Fall aufzuklären.


** Darsteller **
Wieder einmal spielt Peter Ustinov (Das Böse unter der Sonne, Tod auf dem Nil) den berühmten belgischen Detektiv mit den vielen, effektiven grauen Zellen. Allerdings hatte ich das untrügliche Gefühl, der Star war recht unlustig in diesem Film. Er erschien mir irgendwie nicht mehr so gut drauf. Was ich allerdings verstehen kann. Mit solch einem holprigen Skript und dem etwas dümmlich wirkenden Adlatus hat er ja einen Klotz am Bein und muß womöglich seinen Ruhm teilen. Wie es zu dieser Konstellation kam, ob das im Buch auch so angelegt ist, kann ich nicht sagen, da ich das Original nicht kenne.

In einer Doppelrolle zu sehen ist hier Faye Dunaway (Die Geschichte der Dienerin, Don Juan de Marco), die ich auch schon mal besser in Erinnerung hatte. Sie wirkt irgendwie genauso uninspiriert wie der Hauptdarsteller, obwohl sie in zwei Rollen zu sehen ist. Die Figur ist überspannt, hysterisch und unsympathisch. Wenigstens darin spielt sich die Dunaway gut.


** Filmkritik **
Das war bei weitem eine der schlechtesten Verfilmungen der Altmeisterin des Krimis. Das Original zu diesem Film ist der Roman von Agatha Christie „Lord Edgeware dies“ der bereits 1931 erschien.

Was mir gefiel:
Da sind natürlich an erster Stelle die bekannten Schauspieler zu nennen. Es gibt auch genügend Filme, in denen völlige Newcomer mitspielen und der trotzdem gut ist, aber irgendwie verliert er ein wenig an Attraktivität. Aber hier sehen wir mal wieder, daß eine illustre Darstellerriege keine Garantie für einen wirklich guten Film ist.

Der Krimi ist, im Gegensatz zu den meisten Christie-Verfilmungen relativ modern gestaltet, war auf mich eher ungewöhnlich wirkt, dem Film aber im Grunde keinen Abbruch tut. Man ist es nur nicht gewöhnt, die Leute jetzt schon mit schnelleren Autos statt Fahrrad und Pferdewagen zu sehen (um es mal übertrieben auszudrücken).
Was mich zudem gewundert hat, ist die Tatsache, daß die gute Agatha schon 1931 über einen Fall im Zusammenhang mit einer Fernsehserie geschrieben hat, bei dem ein Revolverheld die Hauptrolle spielte. Oder ist das doch eher eine Adaption?

Was mir nicht gefiel:
Die Dialoge des Films sind dermaßen flach, daß man darin liegend ertrinken könnte. Manchmal habe ich wirklich gedacht, den Drehbuchschreiber hätte man an den hanebüchenen Sätzen aufknüpfen sollen. Poirot spricht keinen Akzent mehr, was ich ja schon bei Mord im Orient-Expreß bemängelte, weil für mich zu einem Belgier einfach so ein schöner Dialekt gehört. Er wirkt auf mich reichlich hektisch mit zum Teil überstürzten Reaktionen, undurchsichtig und irgendwie mühsam auf alt gemacht. Deshalb hat der ganze Film etwas von einem Stilbruch.
Wie schon gesagt, ist die Dunaway zudem völlig überdreht und in ihrer Rolle unsympathisch, was meine Abneigung gegen den Film noch vergrößert hat.


** Meine Meinung **
Eine Verfilmung, die man sich schenken kann. Wenn Agatha-Christie, dann sowieso am liebsten die mit der Rutherford oder die etwas älteren. Da wirkt alles noch so gediegen und beschaulich mit einem witzigen und authentisch wirkenden Poirot.

Eine Empfehlung kann ich deshalb nicht aussprechen.


** Daten **
Agatha Christie-Krimi
USA 1985
Regie: Lou Antonio
Musik: John Addison
Originaltitel: Thirteen at Diner
FSK 12


   


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