Produktbewertung des Autors:
| Pro: |
Freiheit des Glaubens . |
| Kontra: |
Es gibt keinerlei Beweise . |
| Kompletter Erfahrungsbericht |
|
Heute feiern einige das Fest der heiligen drei Könige. Damit geht ein Reigen von Feiertagen zu Ende und das ist die Zeit des Jahres, an dem ich mir religiös meine Gedanken mache.
Der Agnostizismus stellt sich auf den Standpunkt, dass wir nicht wissen können, ob ein Gott existiert. Damit stellt er sich in den Gegensatz zum Atheismus, denn ein Atheist "weiß" angeblich, dass kein Gott existiert. Da hat ein Agnostiker so seine Zweifel. Der Agnostizismus steht auch im Widerspruch zu allen anderen Religionen, die angeblich über Gott etwas "wissen". Auch hier gibt es Zweifel auf die ich noch näher eingehen werde.
Am ehesten passt noch der Satz des griechischen Philosophen Sokrates, der einmal gesagt hat: "Ich weiß, dass ich nichts weiß". Am nächsten kommt noch der Buddhismus, der zwar keinen Gott, sondern nur ein himmlisches Regelwerk kennt. Dazu fragt der Agnostiker: woher weiß ich so genau, dass solch ein Regelwerk existiert?
Anhand eigener Erfahrungen möchte ich mitteilen, wie dieser Glaube zustande kommt und warum ich diesen Glauben teile.
GÖTTLICHE BOTSCHAFTEN
Soweit ich überzeugt bin, habe ich göttliche Botschaften im Traum empfangen. Dazu brauche ich eine Intuition, die nicht jedem gegeben ist. Ich muss nämlich unterscheiden können, ob das nur ein normaler Traum war, oder ob darin auch eine transzendentale Botschaft enthalten war. Solche Träume hatte ich ungefähr zwischen meinem 15en und 25en Lebensjahr und danach nicht mehr. Dadurch hat sich auch mein Glaube geprägt.
Die Sache hat einen gewaltigen Haken. Für diese Träume gibt es keine irdischen Zeugen. Zwar sah ich bekannte Gesichter, doch wenn ich diese Menschen im richtigen Leben ansprach, dann wussten sie nichts von meinen Träumen. Oder, es waren unbekannte Personen. Oder gleich, übernatürliche Wesen.
Ohne Zeugen jedoch, hätte ich jeden dieser Träume freihändig erfinden und jede religiöse Botschaft nach eigenem Belieben hineininterpretieren können. Das Gegenteil kann mir ja keiner beweisen.
Wenn ich die Lebensläufe diverser Propheten lese, dann kommen mir gleichlautende Zweifel. So hatte mal jemand im Zustand der Meditation eine Erleuchtung. Das geschah natürlich ohne Zeugen und ich finde es schon sehr bezeichnend, dass Meditation in völliger Einsamkeit den größten Erfolg bringen soll. Auch ich habe einmal in der Wüste eine Stunde lang auf einem Felsen meditiert und wenn ich das wollte, dann könnte ich alle meine religiösen Erfahrungen dieser einen Meditation zuschreiben.
Oder aber: ein Schamane bringt sich in den Zustand der Trance. Dann hört er Stimmen, die andere nicht hören. Und er sieht Erscheinungen, die andere nicht sehen. Kennen wir das nicht aus einigen Religionen? Wie war das mit der Jungfrau Maria, der angeblich der heilige Geist erschienen ist? Warum haben andere davon nichts gemerkt? Oder der Prophet Muhammad. Angeblich hat ein Erzengel seine Texte diktiert. Warum hat er nur selber diesen Erzengel wahrgenommen und nicht auch andere?
So verhält es sich auch mit meinen Träumen. Die Aborigines und einige andere Naturvölker glauben, dass sich eine Gottheit in Träumen offenbart. So gesehen, hüllt sich Gott in Schweigen. Ich kann zwar eine Botschaft empfangen, doch kann ich sie nicht glaubwürdig kommunizieren. Wenn mir einer nicht glaubt, dann ist das so, als ob Gott nie gesprochen hätte.
Dennoch mache ich einen Test. Ihr seid ja wohl gespannt, zu wissen, was mir der liebe Gott so erzählt hat.
MEINE OFFENBARUNG
Demnach gibt es nach dem Tode eine weitere Existenz im Jenseits. Dies ist eine andere Welt mit anderen Gesetzen. Weil ich diese Gesetze nur sehr unzureichend kenne, befinde ich mich im Zustand eines kleinen Kindes. Es könnte passieren, dass ich aus Unkenntnis etwas falsch mache und mir dadurch selber schade. Deshalb gibt es im Jenseits zunächst mal einen Schutzengel, der mich an der Hand nimmt und im Jenseits ungefähr die gleiche Rolle spielt, wie meine Eltern im Diesseits. Die hatten mich ja auch einmal an der Hand genommen, weil ich noch nicht alles wissen konnte.
An den krassen Unterschied zwischen Himmel und Hölle glaube ich deshalb nicht, weil nur die wenigsten so gut sind, dass sie den Himmel verdient hätten. Umgekehrt sind auch nur die wenigsten so böse, dass sie deswegen in der Hölle braten müssten.
Die meisten Menschen bewegen sich in der Mitte und der Ort, den ich gesehen habe, befindet sich auch in der Mitte. Dort gibt es Gefahren und somit ist es kein Paradies. Doch vor diesen Gefahren kann man sich schützen und somit ist es auch keine Hölle. Dabei möchte ich Irrtümer und Gefahren gleichsetzen. Wenn sich ein Mensch im Irrtum befindet, dann gerät er zur falschen Zeit an den falschen Ort und dann wird es gefährlich.
Nicht jeder muss meiner Offenbarung glauben und dafür gibt es etliche Gründe. Gott hat ja nicht direkt zu mir gesprochen. Vielmehr schickte er einen himmlischen Boten. Dieser Bote muss nicht für jeden Menschen gleich sein. Würde ich diesen Boten im Detail beschreiben, dann könnte die Information äußerst irreführend sein. Angenommen, jemand bekommt im Himmel einen ganz anderen Boten. Dann wäre meine Beschreibung definitiv falsch und meine Beschreibung würde dazu führen, dass ein anderer Mensch seinen eigenen Boten nicht mehr wieder erkennt. Das wäre dann so, als ob ein Kind in dieser Welt seine eigenen Eltern nicht wieder erkennen könnte. Dann folgt das Kind dem Ratschlag eines Fremden. Der Ratschlag erweist sich als falsch und nun hat das Kind den noch größeren Schaden.
Diese Gefahr soll vermieden werden und deshalb spricht Gott nur indirekt und individuell zu den Menschen. Sonst hätte er ja seine Worte mit Leuchtbuchstaben an den Himmel schreiben können. Dann hätten wir alle die gleiche Religion. Und warum tut er das nicht? Weil unsere Wege im Jenseits nicht einheitlich sein werden. Das ist für mich die einzig vernünftige Erklärung.
Um das Wesen Gottes zu beschreiben, möchte ich einen Vergleich anführen.
DER VERGLEICH
Als ich noch Kind war, glaubte ich, Deutschland würde von einem König regiert. Einige Zeit ließen mich meine Eltern in dem Glauben. Ich sollte zuerst lernen, welche Gesetze überhaupt gelten. Erst später lernte ich auch noch, wer diese Gesetze macht.
So wird es sich auch im Jenseits verhalten. Zuerst soll ich lernen, welche Gesetze dort gelten. Zur näheren Auskunft genügt ein Schutzengel, der sicherlich nicht zur obersten Instanz gehört. Diese oberste Instanz werde ich vielleicht einmal später kennen lernen. Und wenn ich sie kennen lerne, dann wird der Unterschied zwischen Gott und der höchsten Macht ungefähr so sein, wie der Unterschied zwischen einem König und einer demokratischen Regierung.
Ja, den König kannte ich von Spielkarten und der hatte nicht einmal etwas mit realen Königen zu tun. Dafür passte er in die Vorstellungswelt eines Kindes. Ebenso verhält es sich mit dem lieben Gott, der auch noch einen langen weißen Bart trägt. Ja, das passt in einen Kindskopf und nachher erkennen wir, dass Gott ganz etwas anderes ist. Das sind nämlich die Fragen der Agnostiker. Nicht nur, gibt es einen Gott? Sondern auch diese Frage: stellt sich Gott so dar, wie er in den heiligen Schriften beschrieben wird?
Dazu kenne ich eine schöne Anekdote. Ein Heiliger meditierte einmal am Ufer des Meeres. Ein Engel trat zu ihm und stellte die Frage: "über was meditierst du?" Darauf der Heilige: "ich möchte Gott mit meinem Verstand erfassen können". Daraufhin gab der Engel dem Heiligen eine Nussschale und sagte dazu: "Versuche du einmal, das ganze Meer in dieser Nussschale zu erfassen!"
Um die Prinzipien des Agnostizismus klarer zu stellen, möchte ich kurz mal das Thema wechseln.
NATURGESETZE
In dieser Welt möchte ich die Naturgesetze mit dem göttlichen Willen gleichsetzen. Dazu wurde uns der Verstand gegeben und die Naturgesetze können wir erforschen. Daraus hat sich die gesamte Wissenschaft entwickelt. In dieser Welt sind wir besser beraten, wenn wir den Ratschlägen der Wissenschaft folgen.
Deshalb wird die Fragestellung erweitert. Die erste Frage lautet: kennen wir Gott? Die nächste Frage folgt: müssen wir ihn überhaupt kennen? Viele Agnostiker meinen, dass wir das nicht müssen. Die Kenntnis Gottes sollte im Diesseits irrelevant sein. Anders verhält es sich vielleicht im Jenseits.
In dem Punkt spaltet sich der Agnostizismus in zwei Strömungen.
DER HARTE AGNOSTIZISMUS
Diese Menschen behaupten, dass sie noch niemals im Leben göttliche Botschaften empfangen haben. Das Gegenteil vermag ich nicht zu beweisen, da ich ja nur meine eigenen Botschaften kenne und nicht die eines anderen. Solche Menschen gehen gleich einen Schritt weiter und behaupten, dass göttliche Botschaften in diesem Leben unnötig und auch unmöglich seien. Das eine deckt das andere. Wenn Gott nicht kommunizieren muss, dann wird er das auch nicht tun.
Dieser Geisteshaltung stimme ich aus einem Grund zu. Alle meine göttlichen Botschaften habe ich ohne eigenes Zutun erhalten. Bevor ich zum Agnostiker wurde, versuchte ich es mit der Gegenprobe. Ich versuchte, Gott durch Gebete anzurufen. Die Anrufung hatte niemals Erfolg und meine Fragen wurden auch nicht beantwortet. Durch einiges Nachdenken gelangte ich zum Ergebnis. Wenn ich Gott anrufe, dann ist das so, als ob ich Gott den Zeitpunkt meines Gespräches vorschreiben würde. Dieser Gott lässt sich aber nichts vorschreiben und das ist auch die übereinstimmende Meinung aller Agnostiker. Wenn es einen Gott gibt, dann ist dieser Gott unbestechlich. Er spricht zu mir dann, wenn ER es will. Und eben nicht dann, wenn ICH es will.
DER WEICHE AGNOSTIZISMUS
Ein Agnostiker gilt dann als "weich", wenn er Wahrheiten zur Kenntnis nimmt, die von der Wissenschaft nicht bewiesen sind. Zu der Richtung zähle ich mich selber. Ich bin fest davon überzeugt, dass ich tatsächlich göttliche Botschaften erhalten habe und deshalb gilt mein Agnostizismus als "religiös aufgeweicht".
Den Vorwurf muss ich hinnehmen, denn wenn ein Engel zu mir spricht, dann hat er individuell seine Gründe. Es geht um MEIN Schicksal im Jenseits und nicht um das Schicksal eines anderen.
FAZIT
Agnostiker grenzen sich durch zwei Kriterien ab. Von Atheisten grenzen sie sich nur verbal ab. Ein Atheist "weiß" angeblich, dass es keinen Gott gibt. Ein Agnostiker weiß das eben nicht.
Weiterhin sind Agnostiker daran zu erkennen, dass sie keiner Konfession beitreten. Wer sich zu einer Glaubensgemeinschaft bekennt, der setzt eine Religion über eine andere. Im Agnostizismus wäre eben das unmöglich, denn wenn wir über Gott nichts wissen, dann können wir auch nicht sagen, welcher Prophet recht hat.