Produktbewertung des Autors:
| Pro: |
nichts, aber auch gar nichts |
| Kontra: |
das ganze Leben kann den Bach runter gehen |
| Kompletter Erfahrungsbericht |
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Update Juni 2010, nach gut einem Jahr Therapie:
Die Abstände der Sitzungen wurden immer größer, bis alle 4-6 Wochen nur einmal und es ging von mal zu mal besser. Mittlerweile habe ich die Therapie abgeschlossen, hat ziemlich genau ein Jahr gedauert, und ich bin zu 90% würd ich sagen wieder "normal". Allerdings muss ich ständig aufpassen dass ich nicht wieder anfange falsch und/oder negativ diverse Situationen zu bewerten. Gerade was Zipperleins angeht wie mal Bauchschmerzen oder Schwindel. Weiters habe ich Entspannungscds zu meinem kleinen allabendlichen Ritual gemacht, und auch sonst viel an mir gearbeitet (gerade was Stress, Ärger, Wut angeht)
Mein Fazit von 2009 am Ende des Berichts kann ich nur einmal mehr unterstreichen! Ohne Therapie ists ganz hart rauszukommen, man muss aber absolut keine Psychopharma einwerfen (bestimmt je nach Fall verschieden, jedenfalls wenn man nicht gerade an einer starken zusätzlichen Depression leidet).
Hallo liebe Leser,
es gibt hier schon einige Berichte über Agoraphobie (früher oft simpel als "Platzangst" bezeichnet), und mein Leben damit verhält sich recht ähnlich. Nichts destotrotz möchte ich hier auch meine Geschichte posten, evtl. um anderen Betroffenen damit zu helfen, aber auch zu warnen.
Vornweg, ich war als Kleinkind immer recht kränklich, ständig krank, vor allem Entzündungen, Hals, Ohren, Lunge, aber auch oft Fieber und dadurch auch recht schmächtig bis ich so 10 Jahre alt war (nicht dass ich heute n Muskelprotz wär^^). Ich wurd recht überbehütet und auch verzogen. Stand ich auf ner Leiter, wurde mir schon gesagt ich soll besser runterkommen damit ich nicht falle, mal so als Beispiel.
Generell war ich deswegen aber nicht unbedingt ein vorsichtiger Mensch, weder als Kind noch als junger Erwachsener, bevor die Agoraphobie kam. Ich war sportlich sehr aktiv, spielte Fußball, Basketball, Inlinehockey, raste mit 60 Sachen mitm Rad die Berge hinunter, usw.
Wirkliche Angstprobleme kannte ich nicht, ok vor einer Prüfung nervösen Magen vielleicht, nichts arg auffälliges. Mit 21 kam ich dann zum Zivi, in ein Heim für behinderte Menschen und wurde dort ohne sonderlicher Einschulung sofort am ersten Tag in die Pflege geschickt. Leute baden, ihnen den Hintern putzen, Füttern, Kotze wischen, verhindern dass einer den andern schlägt, usw. nach vier Wochen hatte ich meinen ersten 24h (mit Nachtdienst) Dienst, das einzige was ich wirklich hatte, war ein 16 Stunden Erste Hilfe Kurs als Vorbereitung.
Ich bekam nach 1-2 Monaten üble Magenschmerzen, die nicht mehr weggingen, keinen einzigen Tag, das sollte für die nächsten 7 Jahre so bleiben. Es brannte, es drückte, ich musste mich zu den schlechtesten Zeiten, mehrmals am Tag übergeben, schon vorm Dienstantritt, auf der Fahrt dahin, während des Dienstes.
Nur als ich wieder nach hause kam, war es besser bis gut, zumindest die ersten 1-2 Jahre.
Nach den 12 Monaten Zivi, war ich tot. Ich lag nur noch in meinem Zimmer, wollte keinen mehr sehen, meine damalige Freundin trennte sich nach 3 Jahren auch noch, was auch nicht sonderlich zum Wohlbefinden beitrug. Eigentlich sollte ich wieder normal weiter arbeiten in meiner vorherigen Arbeit, kämpfte mich durch die Tage, bis ich eines Tages nicht mehr hin wollte, weil mir jeden Tag so übel war, und zT auch Durchfall bekam, dass ich die 50min Fahrt nicht mehr auf mich nehmen konnte und wollte. Da kam mir der Betrieb sehr entgegen, wie möchte ich nicht detailliert sagen, aber ich arbeite immer noch da ;) (der Teil ist mal gut ausgegangen um es so zu sagen).
Hier ist leider der Knackpunkt erreicht. Das Vermeiden ist das schlimmste was man in einer solchen Situation machen kann. Sobald man vermeidet, und sich einschränkt gewinnt die Angst vor der evtl. eintretenden Situation. Hier begann auch meine Angst, ich hatte Angst vor dem Tag mit den Magenschmerzen. Ich hatte bestimmt schon lange vorher Angst, schon im Zivildienst, doch ich schob es rein auf die Magenschmerzen...Stress halt - fertig - tu nicht so, wird schon werden, etc. hört man von anderen, denkt man sich selbst am Anfang auch noch.
Ok, also arbeiten war erledigt, bin nur noch hin wenns mir wirklich gut ging. Oder nur ein paar Stunden pro Tag.
Zuhause gings mir erstmal noch halbwegs gut, lernte meine Freundin kennen, mit der ich mittlerweile 6,5 Jahre zusammen bin, es ging wieder ein wenig bergauf.
Ich konnte noch recht gut in Läden gehen, wenns nicht ganz schlimm war mitm Magen, konnte noch Weggehen, Freunde besuchen - überall wo ein Klo war, oder auf der Strecke eins war, fühlte ich mich halbwegs sicher.
Später wurde mir in einem Laden mal total übel, ich musste sofort raus, meiner Freundin die Brieftasche in die Hand gedrückt und gelaufen, Herzrasen, Schweissausbrauch, Magenschmerzen, man nimmt die Umgebung total anders wahr, bissl wie im Traum, verschleiert, unwirklich.
Als ich draußen war gings mir augenblicklich besser...ich ging danach nicht mehr so gern in Läden, bis letztendlich nach ein paar ähnlichen Panikattacken gar nicht mehr oder wirklich nur alle paar Monate mal.
Vor 4 Jahren zog ich dann um, in die Stadt in der die Firma ist, jetzt geh ich zu Fuß nur noch 5 Minuten, das war mir wichtig, damit ich regelmäßiger arbeiten kann, aber auch um irgendwie dem alten Trott zu entfliehen.
Das blöde war nur, meine vertraute Umgebung war weg, nun war ich vollständig unsicher. Traute mich ab und an in Läden, und auch in ne Dorfdisco, aber ansonsten blieb ich eher in meiner Wohnung und hockte am PC.
Letzten Sommer begann sich alles zu bessern, ich war mir bewusst, dass meine Angst schuld ist, dass ich mich den Situationen stellen muss, ich habe viel über Agoraphobie gelesen, Bücher, Internet, usw. Alles erschien mir logisch. Ich hab angst davor Angst zu bekommen, ich hab Angst weil ich denke es tritt was schlimmes ein -eben Kotzen, ich hab zu dem Zeitpunkt Jahre nicht mehr gekotzt, das war nur das erste Jahr oder ich mach mir in die Hose (später darüber nachgedacht, habe ich nur ganz ganz selten irgendwo mal wirklich ein Klo gebraucht, meist war nur der Schmerz da, in Prozenten waren das vielleicht 5% von allen Aktionen ausserhalb des Hauses).
Ich nahm mir vor, mind. einmal die Woche in die nächste Stadt zu fahren, zum Media Markt oder Saturn (irgendwas dass mich auch wirklich interessiert und mich motiviert), jeden Tag zur Arbeit zu gehen und öfters mal auch ne Pizza oder n Döner selbst zu holen, niemanden hinzuschicken, auch bei Lebensmitteleinkäufen wieder dabei zu sein.
Es lief...mäßig, manchmal blieb ich im Auto sitzen, manchmal ging ich mit rein und ging raus bevors schlimm wurde, manchmal mussten wir nach ein paar Metern im Auto kehrt machen, weil ich Panik bekam.
Aber es ging besser.
Einige Monate bis zum Winter, ich hatte als wir bei meinen Eltern zu Besuch waren fast einen Kreislaufkollaps (zumind. dachte ich das) und ab da an, wollte ich wieder gar nichts mehr machen -> zurück in die Wohnung. Dann kam der Weihnachtsurlaub, wieder 2 Wochen nichts gemacht. Die Monate vergingen, als im März ein neues Sympthom auftrat. Ich hatte plötzlich einen Kloß im Hals, Schleim den man nicht wegschlucken kann, jeden Tag...riesen Panik, dachte ich ersticke, wollte oft ins Krankenhaus.
Dann merkte ich dass ich es ganz gut steuern kann. Wenn ich mich gut ablenke, löst sich der Kloß auf. Bis heute hab ich den Kloß an manchen Tagen und er geht auch nicht immer weg, aber es ist deutlich besser geworden, man kann damit leben ohne dass ich in Panik verfalle. Es ist nur ein Gefühl dass ich keine Luft bekomme, ich kann ohne Probleme laaaang und tief durchatmen.
Dann begann der Sommer 2009. Schwühl, heiß, ich las mal das Gesundheitswetter, da stand dass Leute mit Krankheiten evt. starken Schwindel spüren könnten. Hab ich dann auch, und auch die nächsten Wochen. Ich dachte ich bekomm nen Kreislaufkollaps, hab Kreislauftropen (die mir meine Freundin schnell geholt hat) genommen, nix wirkte. Durch den Stress und die Angst zog sich meine Kehle wieder zu, ich dachte es ist vorbei, und rief mir Abends einen Arzt (weil ich könnte während des Tages niemals im Warteraum sitzen) der Notdienst hatte.
Er meinte dass mein Puls eigentlich normal ist, die Tropen könnte ich ruhig nehmen, auch mein Hals ist nicht entzündet, die Lunge und das Herz klingen normal, aber ich sollte wegen dem Hals mal eine Psychotherpie in erwägung ziehen. Dann endlich platze es aus mir raus, ich erzählte ihm von meiner Agoraphobie und all den Jahren damit. Und er verschrieb mir ein Antidepressivum das gut gegen Ängste wirken soll, wenn ich dafür aber zu einem Neurologen oder zu ner Psychotherapie gehe.
Der Arzt fuhr und meine Sympthome waren urplötzlich weg, sogar die Magenschmerzen, der Schwindel, der Kloß...mir gings die nächsten Tage so super...wie neu geboren. Das tolle ist, die Magenschmerzen sind nun seit 2-3 Monaten komplett weg, nie wieder gekommen.
Der Schwindel und der Kloß kamen nach ein paar Tagen aber wieder, und natürlich die Angst blieb. Also nahm ich mir meinen Mut zusammen, immer darauf konzentriert dass mir nichts passieren kann, machte Entspannungsübungen, und rief letztendlich einen Therapeuten in der selben Stadt an.
Therapeut 1: ging nicht ans Telefon, rief mich nie zurück trotz Mobilbox Ansage.
Therapeut 2: Schrieb ich ne Email stand auf der Homepage die melden sich zurück, nie was gekommen.
Therapeut 3: war im Urlaub 4 Wochen
Ich gabs auf...hatte keinen Mut mehr. Allein jemanden anzurufen war üble Überwindung, weil ich wusste ich muss dann dort hin.
Ich nahm mal eine Pille von den Antidepressiva (wirken erst in 3 Wochen) und rief nen Neurologen an, der hatte nen Termin in 2 Monaten, den hab ich auch angenommen.
Ich wollte aber kein Psychopharma nehmen, also hab ichs am zweiten Tag wieder sein lassen und hab durch Zufall eine auf Angst und Panikstörungen spezialisierte Therapeutin in der Stadt gefunden (im Internet). Die rief ich dann gleich an und naja...ging keiner ran. Ich probierte es gegen Mittag nochmal, dachte da hat sie wohl auch Pause, ging keiner ran... Kurz vor 13:00 probierte ich es ein letztes Mal und endlich, sie ging ran.
Ich bekam sofort einen Termin, musste nur 3 Tage warten. Ich wollte es unbedingt schaffen, ich nahm allen Mut zusammen, die Autofahrt (wenn auch nur 5 Min.) war die Hölle, eine neue Person - die mich vielleicht gleich raus schickt in nen Laden oder auf nen Stadtplatz oder Bierzelt...keine Ahnung, malte mir das schlimmste aus, ein neues Haus, neue Umgebung, kenn ich alles nicht, was ist wenn ich da Umfalle? Kreislaufproblem war da, es hatte 35°C der heißeste Tag des Jahres bis dahin, ich hatte Atemprobleme...5 Min Hölle, die Wartezeit an dem Tag bis es endlich 14:00 wird...unerträglich.
Kreislauftropfen genommen, duschen gewesen, usw. Dort angekommen, war mir die Therapeutin sofort symphatisch, die Sitzung verlief super, ich entspannte mich relativ schnell, es wurde erstmal viel gefragt, ich erzähl ja gerne, so ist es ja nicht...es war ok, sie sagte mir allerdings dass ich bis zu einem Jahr rechnen solle bis es gut wird und ich nicht ungeduldig werden darf, vor allem aber ICH die arbeit machen muss. Sie zieht mich nicht, sie leitet mich ab und zu und zeigt mir Entspannungstechniken, etc.
OK, ich WILL es unbedingt, ich WILL gesund werden, 1 Jahr? ok, klingt viel, aber scheisse, ich mach das schon 7 Jahre mit, da kann ich ein Jahr hart arbeiten damits gut wird.
Beim zweiten Mal wars wieder so heiß, mein Vater der mich fahren sollte kam zu spät, und ich war sau nervös. Angekommen erzählte mir die Therapeutin sehr leidenschaftlich von einem Vortrag den sie mal gesehen hatte, sehr laut und schnell, mir wurde alles zuviel und bekam Panik, Luft weg, Herz raste, alles kribbelte, Kreislauf im Arsch, dachte ich falle um obwohl ich eh schon saß...
...dann passierte etwas. Sie fragte mich nur was los ist, ich sagte gepresst dass ich keine Luft bekomme, alles kribbelt, kann nicht reden. Sie sagte nur, jetzt nehmen sie die Finger mal vorm Mund weg, sie wollen ja mehr Luft bekommen nicht weniger, und atmen tief und langsam durch. Ok, ich versuchte es. "Nicht so schnell, wir wollen nicht hyperventilieren, wir wollen entspannen" Ok ich versuchte es ganz ganz langsam.
Was soll ich sagen....10 Atemzüge und ich war wieder "normal".
Das war ein Erfolgserlebnis, ich konnte die Attacke in 10 Atemzügen, oder weniger, keine Ahnung mehr, weniger als 1 Minute jedenfalls, abwehrehen/beruhigen.
Gut, das ist das eine. Jetzt gilt des aber erst die Angstspirale erst gar nicht aufkommen zu lassen, sie zu unterbrechen bevor sie überhaupt anfängt. Das ist jetzt die harte Nummer. Meine Gedanken sofort in eine positive richtung bewegen. Analysieren was mir jetzt gerade Angst macht, warum ich nervös werde. Es passiert nichts, es ist noch nie was schlimmes passiert, es wird auch nichts passieren. Nicht die Welt um mich ändert sich, sondern in mir geht die Angst um.
Nach der zweiten Sitzung musste ich jeden Tag am Hometrainer Radfahren, 20 Minuten, nicht kürzer.
Zu meinem Erstaunen hielt ich es jeden Tag ein und auch aus. Ich sah, dass es trotz Kreislaufbeschwerden oder Müdigkeit funktioniert, mein Körper doch gar nicht so schlecht funktioniert, die Atmung lief sogar besser, der Kloß verschwand oft beim Radfahren.
Dann hatte ich einen Tag mit Kreislaufbeschwerden...ich legte mich wieder ins Bett (was ich unbedingt nicht mehr machen wollte, weil ich nicht das Wohnzimmer vermeiden wollte quasi) und fing mit entspannungsübungen an, was nicht klappte, die Angst wurde mehr und mehr, der Schwindel ebenfalls.
Dann erinnerte ich mich an etwas das ich gelesen hatte, sobald die Angst anfängt, BEWEGEN sie sich, laufen sie - zur Not am Stand, Seilspringen ist auch gut, usw. Also ging ich ins Wohnzimmer, wackelte aufs Fahrrad, schwankte da auch nicht wenig, dachte ich fall runter und fing an mit vollem Elan zu radeln, meine ganze Wut, meine Angst, meinen Ärger alles steckte ich rein, die ersten 2 Minuten dachte ich mein Herz zerspringt und ich fall um, aber dann, alles verschwand, ich radelte 10 Minuten Vollgas, ohne auch nur das geringste zu spüren, danach weitere 10 Minuten in normalem Tempo und danach war ich super entspannt.
Sport, Bewegung lindert sofort die Angstattacke. Die Stresshormone werden schneller abgebaut, man lenkt sich ab, man verwendet die Kraft die der Körper bei Angst und Panik hat, sofort sinnvoll. Normalerweise kann es bis zu 30 Minuten dauern bis eine Attacke vollständig weg ist, mit Sport geht man von 10 Minuten aus, eher früher. Kann ich nur bestätigen.
Nach der vierten Sitzung wurde ich raus geschickt, jeden Tag 30 Minuten spazieren, zusätzlich die 20 Min Radeln. Das Spazieren fiel mir sehr schwer, ich habe gleich nebenan einen Radweg, auf dem gerade jetzt im Sommer/Herbst abends viel los ist. Aber ich ging los, mit meiner Freundin, und wir gehen bis heute jeden Tag die 30min, meistens sogar ne Stunde.
Letztes Wochenende war sie aber nicht zuhause, und ich dachte schon jetzt lass ich es ausfallen, doch dann kam irgendwie ein Ehrgeiz hoch. Ich schnappte mir meinen Fotoapparat und ging 2 Stunden spazieren und fotografierte dabei wie wild drauf los.
Gestern hatte ich wieder mal so einen Ehrgeiz-"Anfall" :) ich setzte mich aufs Fahrrad und fuhr zum ca. 10 Min. entfernten Aldi um mir Batterien und Cd-Rohlinge zu kaufen, die gibts da an der Kasse, ich musste nicht durch den ganzen Laden...ich wollt mal klein anfangen, und es hat geklappt. Mir war zwar nicht gut, aber es war auszuhalten, ich war der 6. in der Schlange, musste also durchaus etwas aushalten, aber es lief ok.
Mittlerweile habe ich 2 Monate Therapie hinter mir, und ja es geht schleppend, große Sprünge darf man sich nicht erwarten. Andererseits hats auch ne lange Zeit gedauert dass man sich alles verbaut hat, und vermeidet. Der Rückweg ist schwer, vor allem wenn man alles negativ bewertet (wenn ich das mache, passiert xy - das halte ich sowieso nicht aus, das hat schonmal nicht geklappt etc.).
Wichtig ist dass man langsam wieder Vertrauen in seinen Körper bekommt, und vor allem auch dass man seine Gedanken in die richtige Richtung lenkt. Etwas Herzrasen muss kein Herzanfall sein, es ist nur eine Reaktion des Körpers auf die Angst, er versetzt sich in Alarmbereitschaft. Der Schwindel war auch nur psychisch und ist mittlerweile weg.
Wenn er kommt, denk ich mir "geh weg, du hast hier nichts verloren - ich war heute schon 20 Minuten Radfahren, der Kreislauf ist in Form" und dann gehts auch weg. Oder ich beachte ihn gar nicht, und geh weiter, steh auf von der Couch, setz mich kurz aufs Rad, bis es weg ist. DAVOR hab ich keine Angst mehr!
Wichtig ist auch, und das hab ich übel übertrieben, dass man sich nicht ständig untersucht und seine Sympthome überbewertet. Ich konnte TAGE an nichts anderes denken. "Was ist wenn es doch Krebs ist" "Was ist wenn ich doch einen Herzinfarkt bekomme?" "was ist wenn ich einen Kollaps habe?" "Da tut schon wieder was weh, das wird bestimmt wieder schlimmer" und so weiter. Kleinigkeiten die jeder mal hat, Hände die einschlafen - bei mir -> Ohje, mein Kreislauf ist so schwach, ich muss mich hinlegen hoffentlich kein Kollaps.
Fazit:
Ich kann nur jedem Raten in eine Therapie zu gehen der ebenfalls darunter leidet. Ich hab es Jahre selber versucht, mit teils schon gutem Erfolg, dann muss man aber sehr sehr konsequent sein und eine "harte Sau". Ich geb dann oft nach und sag, "ok mach ichs lieber erst morgen" usw. Ich brauch jemanden der mir in den Arsch tritt, jemanden neutralen wie die Therapeutin, der ich nicht einfach sagen kann "Nein, ich trau mich heute nicht, oder ich will nicht" klar KANN ichs ihr sagen...aber da ist meine Motiviation einfach höher dass ich es schaffen will - Ich lerne langsam nicht mehr zu vermeiden, aber ich geh alles in kleinen Schritten an, langsam und sicher will ich mir das erarbeiten, ich will nicht was machen zu dem ich auf keinem Fall bereit bin, das scheitert dann, ich hab einen argen Rückfall und zieh mich wieder ganz zurück...das will ich nicht nochmal mitmachen, darum mit Therapie, darum langsam, darum aber motiviert und voller Zuversicht...das erste Mal seit 7 Jahren WIRKLICH wollen und trauen und mit Hoffnung.
| weitere Erfahrungsberichte |
Die Angst mein ständiger Begleiter....
Bewertung für Agoraphobie von
workoholic
Pro: ich habe viel über MICH gelernt -
Kontra: man kann das Leben nicht mehr genießen - Einschränkungen in jeder Hinsicht
...Hallo Ihr fleißigen Leser und Leserinnen, nachdem ich Euch vor Kurzem über das EDS-Syndrom berichtet habe. Möchte ich Euch heute über meine Agoraphobie berichten. Die Angst vor menschengefüllten Plätzen. Das klingt schon so bescheuert wie die ganze Er ...
Bericht lesen
Ciao Mitglieder bewerteten diesen Erfahrungsbericht insgesamt als sehr hilfreich |
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sehr hilfreich
31.07.2006
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.....Agoraphobie......
Bewertung für Agoraphobie von
Eule74
Pro: nix
Kontra: alles
Hallo zusammen,
ich hab grad entdeckt, das es ja eine Extrakategorie für meine Erkrankung gibt, und daher packe ich meinen Bericht zu diesem Thema auch hier noch mal rein.......
Kohle gibts dafür ja eh nicht, aber vielleicht Leute denen es ähnlich geht, ...
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Ciao Mitglieder bewerteten diesen Erfahrungsbericht insgesamt als sehr hilfreich |
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sehr hilfreich
06.08.2007
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