Agrarwissenschaften - HU Berlin

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... Dabei sind alle gefragt, sich für die Erhaltung zu engagieren! Aufbau des Studiums Agrarwissenschaften und Fächer: ************************************************************* A nmerkung: Im Laufe meines Studiums hat sich für Neuimmatrikulierte eine ganze Menge geändert. Ich versuche ... Bericht lesen





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"Und was kann man dann damit machen?"
Erfahrungsbericht von kuniberta über Agrarwissenschaften - HU Berlin
26.09.2007


Produktbewertung des Autors:   


Pro: vielseitige Berufsmöglichkeiten, interessante Fächer, familiär
Kontra: wenig Praxisbezug

Empfehlenswert? ja 

Kompletter Erfahrungsbericht

Hallo liebe Mitglieder!

mal abgesehen davon, ob ihr nun Studenten seid oder nicht, ich möchte hiermit meinen Studiengang einmal näher beschreiben. Das ist mir ein echtes Bedürfnis, denn ich bekomme in nahezu 100% der Fälle foldende Reaktion, wenn ich gefragt werde, was ich studiere: "Aha, und was kann man dann damit machen?" Ich weiß natürlich, dass die meisten das gar nicht böse meinen, aber ich finde es trotzdem nervtötend. Deshalb möchte ich hier einmal umfassend über das Fach informieren.


===>Erstmal jedoch allgemeines zur Art des Studiums:

Erläuterungen zum Bachelor- Mastersystem
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Also, seit dem Jahr 2000 ist das Fach als Bachelor- Studiengang akkreditiert und nicht mehr als Diplomstudiengang. Das Bachelor- Mastersystem wurde aus England eingeführt uns soll zu einem früheren Berufseinstieg verhelfen. Dabei ist der Bachelor mit dem Grundstudium und der Master als Aufbaustudium zur Spezialisierung zu verstehen. In diesem System sind alle Fächer modularisiert, d.h. man hat jedes Fach ein Semester lang und schließt es dann mit einer mündlichen oder schriftlichen Prüfung ab. Es wird außerdem zwischen Pflichtmodulen, die unbedingt gehört werden müssen, und Wahlmodulen unterschieden. Aus der Liste der Wahlmodule müssen mindestens sechs ausgewählt werden. In jedem Fall muss jedes Fach, egal ob Pflicht- oder Wahlmodul mit mindestens 4,0 bestanden werden, das passiert in der Mehrheit der Fächer mit dem Erreichen der Hälfte der insgesamt zu erzielenden Punkte.


Dauer des Studiums:
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Bachelor regulär 6 Semester (drei Jahre), wird mit der Bachelorarbeit (ca. 30 Seiten)und deren Verteidigung abgeschlossen
Master regulär 4 Semester (zwei Jahre), wird mit der Masterarbeit (ca. 60 Seiten)und deren Verteidigung abgeschlossen


Die Landwirtschaftlich Gärtnerische Fakultät
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Die Landwirtschaftlich Gärtnerische Fakultät, kurz LGF genannt, ist der Hauptstandort. Sie liegt in der

Invalidenstr. 42 in 10115 Berlin,

direkt rechts neben dem Naturkundemuseum.Dort befinden sich unter anderem das Prüfungs- und das Praktikumsbüro. Auch diverse Fachgebiete und die Bibliothek sind dort vertreten. Einzelne Institute, z. B. das Institut für Pflanzenbauwissenschaften, befinden sich in Berlin Dahlem, wo auch eine der letzten Versuchsflächen der LGF liegt.
Die LGF wurde im Jahre 1806 durch den Celler Arzt und Landwirt Albrecht Daniel Thaer, dem Begründer der modernen Landwirtschaft, zuerst mit Standort in Möglin gegründet. Später wurde das Lehrinstitut nach Berlin verlagert. Im Jahre 2006 beging die LGF ihren 200. Geburtstag. Leider kämpft die LGF seit Jahren gegen die massiven Sparzwänge, die sie schon diverse Versuchsflächen und fast den Status als Fakultät gekostet haben. Dabei sind alle gefragt, sich für die Erhaltung zu engagieren!


Aufbau des Studiums Agrarwissenschaften und Fächer:
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A nmerkung: Im Laufe meines Studiums hat sich für Neuimmatrikulierte eine ganze Menge geändert. Ich versuche das so gut es geht aufzufassen, jedoch ist es für Interessierte ratsam für die neuesten Infos auf die Homepage der LGF zu gehen und dort nachzulesen!

>>>>> www.agrar.hu-berlin.de <<<<<

Die Fächer bestehen meistens aus Vorlesungen, vereinzelt gibt es Übungen, die wiederum manchmal praktisch ausgerichtet sind.


Ich möchte im Folgenden zu jedem Fach nur eine Kurzkritik abgeben und nicht zu jedem Fach sagen, was behandelt wird. Das sagt ja in den meisten Fällen der Name und außerdem würde das zu lange dauern, zum Schreiben und zum Lesen!

1. Semester

Grundlagen der Chemie/ Biochemie
Biologie der Pflanzen
Biologie der Tiere
Grundlagen der Physik/ Meteorologie
Grundlagen Mathe/ Statistik
Volkswirtschaftslehre

Außer Biologie der Pflanzen und Biologie der Tiere, die echt interessant waren, sind die anderen Fächer nur zum Abarbeiten und um "überflüssige" Studenten auszusieben. Die Durchrasselquoten waren zum Teil horrende hoch!

2. Semester

Bodenkunde: viel Stoff, zum Teil sehr viel Physik, aber ganz interessant
Analyse und Planung von Agrarbetrieben: sehr wirtschaftlich, leider nix für die Ewigkeit, da die Prüfung aus in den Übungen auswendig gelernten Rechenaufgaben bestand
Empirische Wirtschaftsforschung: Horrorfach für PC- und Matheidioten, da eine Kombination aus beiden
Landtechnik: für mich eher uninteressant, für die "Bauern" toll, da, wie der Name sagt, sehr technisch
Ökologie: interessant
Sozialer Wandel im ländlichen Raum: stinkelangweilig und relativ unnütz

3. Semester:

Acker- und Pflanzenbau. interessant, recht praxisnah
Grünland- und Futterbau: interessant, manchmal langatmig
Phytomedizin I Grundlagen: sehr schwierig, hohe Durchfallquote
Tierernährung und Futterpflanzenkunde: viel Stoff, aber recht interessant

4. Semester:

Tierzüchtung: sehr schwer, hohe Durchfallrate
Pflanzenernährung und Düngung: viel Stoff
Nutztierhaltung: ganzinteressant, relativ leichte Prüfung
Agrarpolitik: für mich nicht so interessant

5. Semester:
Produkt- und Produktionsqualität in der Nutztierhaltung: sehr viel Geschwafel um Qualität, wen es interessiert...
Wahlmodule: je nach Wahl


Die Kritiken klingen jetzt zwar überwiegend etwas negativ, aber jedes Fach hat so seine spannenden und langweiligen Momente, je nach Interessenslage.

Wie gesagt stellt dies keine verbindliche Fächerliste dar!! Ich reiche diese nach, sobald die neuen Stundenpläne veröffentlicht werden.


Für wen ist dieses Studium interessant?
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Ich denke, das Fach ist für diejenigen spannend, die sich für eine leitende Tätigkeit in der praktischen Landwirtschaft interessieren und eventuell sogar schon eine landwirtschaftliche Vorbildung haben. Einige meiner Kommilitonen stammen von einem landwirtschaftlichen Betrieb und möchten diesen später einmal weiterführen. Die meisten haben aber vorher mit Landwirtschaft überhaupt nichts am Hut gehabt, so wie auch ich! Das Geschlechterverhältnis ist ausgewogen. Aber es gibt

==> 2 Stereotypen

1. Pferdemädchen

Den absoluten Großteil meiner KommilitonInnen machen die sogenannten "Pferdemädchen" aus. Diese sind begeisterte Hobby- bis Profireiterinnen, die es in den meisten Fällen schaffen, einen im Gespräch mit ihnen auf das Thema Pferde zu lenken. Das geht ja noch. Schlimmer ist es, ein Gespräch von Pferdemädchen untereinander zu belauschen beziehungsweise, es belauschen zu müssen. Ich bin wirklich in meinem Semester eine der wenigen Mädels, die in ihrer Freizeit nichts mit Pferden zu tun hat. Immerhin hatte ich nach dem Abi ein Praktikum in einem Pferdebetrieb absolviert, was aber nicht unbedingt auf meine übertriebene Liebe zu den Vierbeinern zurückzuführen war. Mitreden konnte ich deshalb aber noch lange nicht..

2. Die Bauern

Diese Bezeichnung bezieht sich auf den Großteil der männlichen Mitstudenten. Sie kommen häufig schon von einem Betrieb und unterhalten sich zumeist über Trecker und andere großkalibrige Landmaschinen und tauschen Anekdoten aus. Sei es nun in der Pause oder auch direkt während der Vorlesung. Es ist also ratsam, sich nicht in ihre Nähe zu setzen, wenn man sich für diese Themen nicht interessiert. Meiner Erfahrung nach erkennt man die Bauern an blonden Haaren (seltsam, aber war) und daran, dass sie eigentlich nur als Gruppe auftreten. Einige von ihnen reiten auch.


Spätere Einsatzgebiete für Agrarwissenschaftler
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- Betriebsleitung
- Entwicklunghilfe
- Ökolandbau: Verbände
- landwirtschaftliche Beratungsstellen
- Umweltschutz
- Futtermittelindustrie
- Düngermittelindustrie
- Pflanzenschutzmittelindustrie
- Tierzüchtung: Zuchtverbände
- Politik: Agrarpolitik, Ministerien
- sämtliche Unternehmen, die sich auf Tierhaltungssysteme, Landmaschinen und dergleichen spezialisiert haben


Wie bin ich darauf gekommen, Agrarwissenschaften zu studieren?
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Die Wahl dieses Studienganges kam eigentlich aus der Not heraus. Ich wollte schon dem Abi unbedingt Biologie studieren, musste aber Wartesemester einlegen. In der Zwischenzeit hatte meine damalige Freundin das Studium der Agrarwissenschaften aufgenommen und schwärmte mir des öfteren von den tollen Vorlesungen vor. So beschloss ich, mich dafür zu bewerben und wurde prompt angenommen, während ich für Biologie noch weitere Wartesemester hätte einlegen müssen.


Voraussetzungen
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Um das Studium aufzunehmen, sind außer dem Nachweis der allgemeinen Hochschulreife keine Voraussetzungen nötig. Man bewirbt sich, wird in der Regel auf jeden Fall genommen und schreibt sich dann ein.


Praktikum
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Es ist wichtig zu wissen, dass bis zum Ablegen des Bachelors insgesamt 6 Monate Praktikum nachgewiesen werden müssen. Davon müssen generell mindestens 2 Monate immer am Stück und 2 Monate in einem landwirtschaftlichen Ausbildungsbetrieb absolviert worden sein.


Jährliche Highlights der LGF
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Auf jeden Fall ist hier die Pfingstexkursion zu nennen, die jedem Studenten ans Herz gelegt sei. Jedes Jahr in besagtem Zeitraum wird eine Gegend Deutschland unsicher gemacht, viele Betriebe besucht und nette Abende verbracht. Es ist sehr wertvoll, das, was man so tolles gelernt hat in den Vorlesungen, auch mal in Praxis zu sehen. Es werden überhaupt häufiger Exkursionen angeboten.
Ein anderes Highlight ist das alljährliche Sommerfest der LGF, hier kommt man auch mal privat mit Dozenten ins Gespräch.


Mein persönliches Fazit
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Ich möchte somit allen, die sich irgendwie für Landwirtschaft, Tiere, Pflanzen oder Technik interessieren, dieses Fach ans Herz legen.


Ich habe es bis heute nicht bereut, statt Biologie Agrarwissenschaften zu studieren. Auch wenn der Praxisbezug nicht sehr hoch ist, so schätze ich ihn doch höher als bei Biologie ein. Sehr angnehm finde, ich auch, dass die Vorlesungen nicht überfüllt sind, da einfach nicht diese Masse an Studenten da ist. Manchmal ist es zwar schwer, bei dem ganzen Stoff durchzusteigen, wenn man nicht aus der Landwirtschaft kommt, aber ich habe durch das Studium einen völlig neuen Blick auf die Welt bekommen. Klingt komisch, ist aber so! Man sieht Lebensmittel vor einem ganz anderen Hintergrund, wenn man weiß, wie sie produziert werden. Ich für meinen Teil habe dadurch auch den Drang entwickelt, an den Missständen der Landwirtschaft etwas zu ändern und möchte später entweder im Bereich Ökolandbau oder Entwicklungshilfe tätig sein. Das sag ich jetzt auch immer, wenn mich jemand fragt, "was ich denn damit später machen will"...

Ich grüße euch ganz lieb!

Eure Kathi, die sich herzlich fürs Lesen, Kommentieren und Berwetren bedankt!

P.S. Wenn ihr Anregungen oder Fragen habt, zögert nicht, mich zu kontaktieren!

Infromiert euch unter

> www.agrar.hu-berlin.de <   

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