Produktbewertung des Autors:
| Pro: |
Multidisziplinaritaet, Stadt, Fachschaftsorganisation |
| Kontra: |
Weder Forschungs - noch Praxisausrichtung, Excellenz |
| Kompletter Erfahrungsbericht |
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Zunaechst der Hinweis: Ich studiere Agrarwissenschaften in Goettingen.
Ein direkter Vegleich zu anderen Studienorten in Deutschland fehlt mir, daher kann ich keinerlei Einordnung machen in wie fern Goettingen besonder gut oder schlecht dasteht! Von der Finanzausstattung nimmt es den 2ten Platz nach Hohenheim ein
Das Studium:
Es werden folgende Spezialisierungen angeboten:
Tier, Pflanze, Agribusiness, Ressourcenmanagment, Wirtschaft- und Sozialwissenschaften des Landbaus. Ausserdem Tropical agriculture und Pferdewissenschaften als Master. Das Studium ist ins bekannte Bachelor/Master-schema gepresst. Bis zum Ende Grundstudium ist der Stoff ziemlich intensiv, allerdings werden nur Vorlesungen angeboten. Im Hauptstudium gibt es dafuer auch Seminare, Hausarbeiten und es faellt auch mal eine Praesentation ab. Der behandelte Stoff ist sehr breit gefaechert, man kann nach dem Studium auf mittleren Niveau sowohl ueber naturwissenschaftliche als auch sozial- und wirtschaftswissenschaftliche Probleme smalltalken. Allerdings tiefere Einblicke vermittelt das Studium dort nicht. Die Professoren sind soweit mit Licht und Schatten besetzt, dass wird an anderen Unis nicht anders sein. Im Grundstudium ist der professorale Kontakt auch sehr rar gesaeht, das verbessert sich jedoch noch im Laufe des Studium.
Der Anspruch ist gehoben (ich mit 2.0 Abi hatte 2.7 nach dem Grundstudium) und es zaehlt alles zumindestens fuer die Bachelornote.
Die Universitaet:
Goettingen hat ein gute Reputation , wenn auch die Leistungen vor mehr als 50 Jahren erbracht wurden. Die Uni selber hat eine Groesse von Schlag 24000 Leuten . Gebauede sind schoen bis haesslich, die Agrarwisenschaften sind nur in haesslichen untergebracht. Die Groesse der Uni und Fakultaet hat den Vorteil, dass man auf reichhaltige Auslanskontakte zurueckgreifen kann.
Die Stadt:
Kann man sich in anderen Berichten angucken; sehr vorzeigenswert. Reichhaltiges Kulturangebot, Feierlokalitaten ausserdem kleine gemuetliche Innenstadt.
Die Kommilitonen
Pro Semester fangen wohl so 150-180 Leute an.
Man studiert Agrarwissenschaften, dementsprechend ist auch die Zusammensetzung des Semesters. Falls man bauerlichen Themen ueberdruessig ist, gibt es noch genuegend andere Leute in Goettingen, ein Vorteil einer Studentenstadt.
Ansonsten funktioniert die Fachschaft sehr vorzueglich und viele Kommilitonen geben altruistisch alte Klausuren aus und lassen sogar Musterloesungen rumgehen,. Kein Vergleich mit Faechern wie Jura. Den Zusammenhalt wuerde ich trotz Fluegelbildung (konventionelle Bauer, Oekos) als gut bezeichnen.
Die Jobaussichten
Kann ich nicht zu sagen,werden von der Fakultaet allerdings immer mit sehr gut angegeben. Inwiefern da allerdings ordentliche Alumnibefragungen durchgefuerht wurden, wissen die Sterne.
Fazit
Ich fand die Multidisziplinaritaet des Studium sehr gut. Allerdings
bereitet der Bachelor nur schlecht auf eine wissenschaftliche Laufbahn vor (Statistik gibt es nur 4 Wochen im Mathemodul), das muss man also selber machen und auch die Praxisrelevanz ist nicht immer gegeben. Die Organisation ist chaotisch bis gut. Fuer neuere Semester sollte es sich allerdings jetzt so langsam eingespielt haben, die gute Fachschaft hilft auch dort. Agrarwissenschaften haben mir insgesamt einen guten Einstieg ermoeglicht, wenn auch das Studium (in Deutschland generell?) nicht mit internationel Masstaeben (Betreung bzw.Forschungsleistung/Ausrichtung) mithalten kann.