Produktbewertung des Autors:
| Pro: |
Vorwissen nicht nötig; Informationen über Ägypten, die Kultur/Religion; einfach dargestellt; Naturaufnahmen; gute Unterhaltung (nicht seicht ! ); Schauspieler; |
| Kontra: |
nichts; |
| Kompletter Erfahrungsbericht |
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Howard Carter sucht jahrelang nach dem Grab des früh verstorbenen Pharaohs Tutanchamun. Erst nach einer fast ergebnislos geglaubten Suche findet er 1922 kurz vor dem Aufgeben des Projektes zusammen mit seinem Team die Grabkammer Tutanchamuns und damit auch Schätze, die man sich vorher nie ausmalen hatte können. Kostbar in seinem Wert, doch auch unbezahlbar dadurch, weil es so viel über die Kultur der damaligen Zeit verraten konnte. Die Art und Weise, wie Menschen dieser Zeit ihre Pharaonen begruben, sie beschmückten konnte nur so herausgefunden werden.
Genauso bekam man dadurch einen Einblick in die Sprache, die Kunst und die Religion. Vor allem letztere beiden Beispiele konnten durch die vielen Verzierungen, Gemälde und Gebilde erahnt und mehr verstanden werden.
"Ägypten - Erbe der Pharaonen" gibt Auskunft über das Wissen der Menschen dieser Zeit - die Fähigkeit, Pyramiden zu bauen, die Statik zu berechnen, um sichere Gebäude zu errichten, die größten Steingebilde ihrer Pharaonen zu konstruieren, die es je gab. Über all diese Ereignisse berichtet der Film anhand nachgestellter Szenen, die Menschen beim Bau der Gebäude zeigen, ihre Kultur versuchen darzustellen und ihre Lebensweise zu verdeutlichen.
Doch in Ägypten gibt es nicht nur die Bauwerke, die faszinierend sind für Menschen, die in einem Industristaat leben, auch die zahllosen Landschaften, die gezeigt werden, berauschen durch ihr Aussehen, ihre Unendlichkeit und Schönheit. Kaum einen Ort gibt es, der so natürlich, wild und naturbelassen wirkt, wie diese Teile der Erde.
Die Geschichte von Howard Carter, der die Grabstätte von Tutanchamun sucht, wird von dem Großvater (Omar Sharif) erzählt, der seiner Enkelin (Kate Maberly) klarmachen will, welchen großen Reichtum die Pharaonen in Ägypten aufgebaut hatten und welch großes Glück Howard Carter hatte, diese Schätze zu finden und anderen Menschen, die die Gräber nur bestehlen wollen, zuvorgekommen zu sein.
~ ~ ~ ~ ~ ~ ~ ~ ~ ~ Meinung ~ ~ ~ ~ ~ ~ ~ ~ ~ ~
Großes Interesse oder ein riesiges Vorwissen vom ägyptischen Leben zur Zeit der Pharaonen muss man für den Film "Ägypten - Erbe der Pharaonen" keinesfalls haben. Er erzählt die Evolution der Menschen der damaligen Zeit einfach und kindgerecht, nicht umsonst ist er ab sechs Jahren freigegeben. Keine hochtrabenden Begriffe, keine schwierigen oder undurchschaubaren Zusammenhänge, die Laien nicht nachvollziehen können, sondern einfach einige leicht zu verarbeitende Informationen über die Ägypter, ihre Geschichte und die Art und Weise, wie sie lebten.
Der Aufhänger des Filmes ist der Beginn: Omar Sharif als der Großvater eines kleinen Mädchens, das ungefähr 10 Jahre alt sein dürfte, erzählt ihr von den Sucharbeiten Howard Carters, der fast schon aufgegeben hatte und eines Tages doch noch die Grabstätte von Tutanchamun gefunden hat. Er erzählt von den vielen Misserfolgen, aber auch von der Natur und den vielen Aussichten, die Howard Carter in dieser Zeit genießt.
Doch neben dem faszinierenden Leben der Ägypter gibt es auch eine Schattenseite: es gibt neben den Menschen, die ihre Pharaonen ehren und bestatten auch jene, die diese Grabstätten plündern wollen. Lange Zeit war man machtlos und somit wurden die anfangs beschmückten Pyramiden immer ärmer, bis man eines Tages begann, die Gräber unterirdisch und damit unsichtbar für andere Menschen zu bauen.
Doch die übriggebliebenen großen Pyramiden begeistern noch heute eine große Anzahl an Menschen, so auch den Großvater selbst, der seine Enkelin in die Statik einweiht, ihr von den großen Fähigkeiten der Ägypter erzählt und ihr klarmacht, dass auch diese Kultur sehr vorangeschritten war.
Durch die Erzählungen wirkt alles sehr einfach, da es im Film selbst für ein Kind erzählt wird und man dann als Zuschauer sehr gut verstehen kann, worum es geht.
Die Erzählungen sind nicht langweilig, sondern werden umrandet von verschiedenen Szenen, die die damalige Zeit bildlich darstellen sollen, so zum Beispiel, als eine große Pyramide gebaut wird. Heute kann man nur mutmaßen, wie solche Gebilde entstanden sind, was auch thematisiert wird. Denn wie soll man zu dieser Zeit dermaßen große Steinblöcke meterhoch transportiert haben können?
Das Interessanteste an dem Film sind jedoch die Naturaufnahmen, die von den Pyramiden, bishin zu Wasserfällen, Wüstenfeldern und naturbelassenen Feldern reichen. Alles wirkt so unangetastet und wild, sodass man sogleich Lust auf mehr bekommt. Vor allem für jüngere Besucher sind solche Eindrücke wichtig, damit sie mit dem Wort "Ägypten" überhaupt etwas verbinden können, aber auch für die Älteren könnte das eventuell dazu bringen, selbst dorthin zu reisen.
Unterstützt werden diese Aufnahmen dadurch, wenn man diesen Film im IMAX Kino ansieht und es dann alles authentisch wirkt. Alles erscheint größer und näher, wenn Vögel auf den Bildschirm zufliegen, hat man den Eindruck, als flögen sie einem sogleich direkt ins Gesicht. Wasserfälle kommen so vor, als würden sie sogleich direkt auf einen niederprasseln, obwohl man immer noch im Kinosessel sitzt.
Schade nur ist die Laufzeit des Filmes, welche lediglich 38 Minuten beträgt und der Filmspaß somit auch sehr begrenzt bleibt. Denn der angenehmen Erzählstimme des Großvaters könnte man noch ewig zuhören, da er die Informationen so ansprechend und interessant rüberbringt.
Von Spannung kann in diesem Film auch weniger die Rede sein. Die Entscheidung für "Ägypten - Erbe der Pharaonen" sollte fallen, wenn man dem Thema etwas Interesse entgegen bringen kann und auch Filme sehen will, die nicht nur der seichten Unterhaltung dienen.
Dafür bekommt man jedoch eine Menge Neues an Kultur und Natur dargestellt, was sicherlich für den ein oder anderen mehr wert sein dürfte.
~ ~ ~ ~ ~ ~ ~ ~ ~ ~ Sonstiges ~ ~ ~ ~ ~ ~ ~ ~ ~ ~
entstanden in USA, 1998
unter der Regie von Bruce Neibaur
Laufzeit: 38 Minuten
Genre: Dokumentarfilm
freigegeben ab: 6 Jahren
Kinostart: 31.03.2003 (ohne Gewähr!)
offizielle Homepage: -
~ ~ ~ ~ ~ ~ ~ ~ ~ ~ Schauspieler ~ ~ ~ ~ ~ ~ ~ ~ ~ ~
Großvater - Omar Sharif
Omar Sharif wirkt in "Ägypten - Erbe der Pharaonen" sehr ruhig und gesetzt. Der typische Großvater von nebenan, dem man so einiges anvertrauen würde. Er sitzt mit seiner Enkelin zusammen und er erzählt ihr von den Plänen und Erlebnissen von Howard Carter. Anscheinend macht ihm diese Rolle Spaß, denn er geht darin auf und man merkt auch, dass seine Enkelin sich sehr für dieses Thema interessiert.
Omar Sharif erscheint nicht gekünstelt, dass man ihn nicht als eine der Hauptfiguren akzeptieren würde, sondern wirklich authentisch. Er bringt seine Aussagen gut rüber, seine Gestik und Mimik stimmt mit seinen Worten überein, womit er bei den Zuschauern sehr an Sympathie gewinnt.
Enkelin - Kate Maberly
Kate Maberly stellt die junge Enkelin des Großvaters dar, die gebannt den Geschichten des alten Mannes lauscht und die Informationen in sich aufnimmt. Sie wirkt interessiert und aufgeschlossen und das glaubt man ihr als Zuschauer auch. Man hat nicht das Gefühl, dass sie dem Publikum etwas vormachen will.
Die kindliche Art bringt sie perfekt rüber, da wäre zum einen das Beispiel, als sie auf einer der Pyramiden sitzt und ihre Beine hin - und herbewegt.
Solche Kleinigkeiten machen das Bild von ihr perfekt, denn ihre Gestik und Mimik lässt nicht zu wünschen übrig.
~ ~ ~ ~ ~ Desweiteren gibt es keine nennenswerten Schauspieler, die sehr wichtig für die Geschichte wären. Der Darsteller von Howard Carter trägt zwar noch etwas für die Geschichte bei, ist aber für die Erzählung und die Informationen nicht wichtig.
Dennoch sind alle Schauspieler zu loben, keiner war zu sehen, der negativ auffiel, besonders bei den nachgestellten Szenen des Baus von Pyramiden konnten sie ihr Talent unter Beweis stellen. ~ ~ ~ ~ ~
~ ~ ~ ~ ~ ~ ~ ~ ~ ~ Fazit ~ ~ ~ ~ ~ ~ ~ ~ ~ ~
Natürlich ist "Ägypten - Erbe der Pharaonen" kein Film wie jeder andere und natürlich lässt sich über ihn nicht so viel erzählen wie über andere Filme, aber auch nur, weil die Informationen kindgerecht komprimiert. Dazu sind noch einige faszinierende Bilder von Ägypten zu sehen, die diese gute halbe Stunde perfekt machen.
Für geographisch oder kulturell Interessierte ist das sicherlich eine gute Möglichkeit, sich weiterzubilden und die schönen Bilder zu genießen. Aber auch für jene, die davon noch nicht viel wissen, kann das ein kleiner Einblick in einen sehr schönen Teil unserer Erde sein.
Fünf von fünf Sternen für diesen Film!
Viel Spaß beim Anschauen wünscht dani!
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