Produktbewertung des Autors:
| Pro: |
Wundervolles Gefühlskino mit bitterernstem geschichtlichem Hintergrund |
| Kontra: |
? |
| Kompletter Erfahrungsbericht |
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*** Achtung, dieser Bericht gibt wie für mich typisch ist, viele Details wider. Wer das nicht mag wird hiermit aufgefordert, Fairness walten zu lassen und einen anderen Bericht zu lesen. Danke für Euer Verständnis***
Eigentlich wollte ich diesen Schnulzenkram nie sehen, das hatte ich mir einmal geschworen. Ich wusste zwar nicht richtig, worum es ging, bloss, dass in der Story um die Liebe zweier Frauen ging. Aber alleine schon, dass die Leute in meiner Umgebung reihenweise ins Kino pilgerten oder das Buch kauften reichte. Nä, Schnulzenkram war nix für unsere Crit. Bis... ja, bis dann letztens in den öffentlich rechtlichen Fernsehsendern der Film über den Bildschirm flimmerte und ich ihn so ziemlich am Anfang erwischte.
Ein Buch am Wickel, den Fernseher quasi nur als Geräuschkulisse benutzend hab ich erst nur mit halbem Auge hingehört, wenn ihr versteht, was ich meine. Nach und nach zog mich die Handlung jedoch in ihren Bann:
Im Berlin von 1943 lebt Felice Schragenheim im Untergrund. Aliierte Bombenangriffe, Flucht, Hunger und Entbehrung sind an der Tagesordnung.Sie arbeitet bei einer Berliner Zeitung, obwohl sie als Jüdin eigentlich einen Stern tragen müsste und dort schon lange nicht mehr tätig sein dürfte. Leben tut sie bei ihrer derzeitigen Geliebten, einer Hausangestellten. Sie nimmt mit grosser Selbstverständlichkeit am Berliner Kulturleben teil und umgibt sich mit einem Kreis von Freundinnen, die alle mehr oder weniger lesbisch oder bisexuell sind. Tags ist alles Aufrechterhaltung der Tarnung, Nachts ist alles Flucht, unterkriechen, sich in der Menge tarnen, bloss nicht auffallen, und dennoch: unerbittlich leben wollen und das was das Leben noch bietet bis zur Neige auskosten.
Auf der anderen Seite ist da Lilly, deren Leben zwischen ihrem Mann Günther, ihrem Liebhaber und ihren 4 Kindern aufgeteilt ist. Es verläuft hoffnungslos dröge, Kinder, Küche... naja, und eben Liebhaber, wenn der Mann an der Front ist. Bis sie eines Tages bei einer Opernvorführung, die sie mit ihrem Liebhaber besucht Felice ins Auge sticht. Eigentlich ist Felice ja mit Lillys Angestellter verbandelt, aber in dem Moment, als Felice Lilly sieht ist es um das Herz der wankelmütigen dunklen Schönen geschehen.
Sie schreibt Lilly glühende Liebesbriefe, die sie mit Jaguar unterschreibt. Lilly hingegen antwortet mit dem Pseudonym Aimée, da sie hinter dem felinen Namen ihren Geliebten vermutet, dem sie romantische Qualitäten zuträumt, die der nüchterne Soldat nicht hat.
Über Lillys Angestellte, die Höllenqualen der Eifersucht auszustehen hat, kommen sich Lilly und Felice langsam näher. In dem Moment, als Lilly erkennt, WER sich wirklich hinter dem geliebten Pseudonym verbirgt ist sie schockiert und stösst Felice heftig von sich weg. Nach einem inneren Kampf gibt sie nach. Mehr und mehr lässt sie sich von Felice in deren dunkle Halbwelt ziehen, immer hart am Rande des Entdeckt- oder Verpfiffenwerdens.
Der Boden in Berlin wird immer heisser. Felice und ihre Bande besorgen sich gefälschte Ausweise um den immer heisser werdenden Boden Berlins von ihren Sohlen abzuschütteln. Felice wird erkannt und angesprochen, ihr Vater war ein bekannter Arzt, der bereits von den Nazis abtransportiert wurde. Als eine Gruppe von Zivilfahndern der SS eine Jüdin aus der Gruppe auf offener Strasse anspricht und auf der Flucht erschiesst erkennen alle, auch Felice, dass sie handeln müssen.
Nachdem Lilly einen harten Kampf mit sich und ihren Vorurteilen, mit allem, was sie als die Tugend der deutschen Frau von Kindesbeinen an eingetrichtert und angedrillt bekommen hat und auch mit ihrer tiefen inneren Angst vor der alles überschattenden übergrossen Liebe überwunden hat, kann sie sich Felice und ihrem Gefühl öffnen.
Nun muss Felice mit sich ausmachen, ob ihr Lilly ihr eigenes Leben wert ist und ob ihr wacher rebellischer freiheitsliebender aber auch einfach nur ängstlicher und bindungsunwilliger Geist sie dieses "für immer in Liebe gebunden sein" überhaupt ertragen lässt.
Auch dieser innere Kampf der beiden Frauen gegen sich selbst und gegen die Konventionen und die gutgemeinten Ratschläge der Umgebung wird anschaulich und einfühlsam dargestellt. Diese Stelle hat mich ebenfalls besonders angesprochen. Denn: Hand aufs Herz: die grosse Liebe, die in Grossbuchstaben, die Eine und Einzige, die wünschen wir uns doch alle. Aber haben wir wirklich den Mut, uns von Ihr durchs Leben leiten zu lassen, egal, wohin sie uns führen mag?
Als die Bande um Felice in letzter Minute aufbricht, fordern sie sie auf, mitzukommen. Doch Felice ist es mitlerweile unmöglich, sich von Lilly zu trennen. Lillys Mann Günther entdeckt zu seinem Entsetzen, dass ihn seine Frau nicht nur betrügt... das könnte er ja noch verstehen und mit seiner lädierten Mannesehre irgendwie vereinbaren. Schliesslich betrügt er sie ja auch mit jedem Rock, der sich dafür anbietet. Dafür ist er ja Mann und Soldat, nicht wahr? ... Nein, oh Schmach, oh widernatürliches Weib: sie betrügt ihn gar mit einer FRAU! Lilly, durch den Umgang mit Felice mutig geworden, reicht die Scheidung ein und beantragt das Sorgerecht für die Kinder.
Es beginnt eine Zeit der Leichtigkeit ausserhalb von Raum und Zeit für die beiden Frauen, die sich aufrichtig und innig lieben und die im Rahmen von Lillys Lebensraum ihre Liebe auch leben. Sie kommen gerade noch mal so davon, als der Blockwart und seine Frau Wind davon bekommen. Schwieriger wird es, als Lillys Eltern erfahren, was zwischen den beiden Frauen läuft. Sie lieben einander für immer, für die Ewigkeit, auch wenn Felice findet, dass diese definitive Aussage nach Grabstein und Nachruf klingt. Und irgendwann geschieht es dann....
.... aber das seht selber. Hier gibt es ja so oft die rote Karte, wenn man das Ende verrät. Auch wenn es Filme gibt, die sich selbst erzählen. Auch wenn es Geschichten gibt, deren Ende man von Anfang an weiss.
Wer sich ein bisschen mit der damaligen Zeit und den Fakten auskennt, kann sich das Ende sicher schon ausmahlen.
Berührt hat mich dieser Film besonders durch die tiefe Intensität mit der die beiden Hauptdarstellerinnen ihre Rollen ausfüllen. Sie verkörpern zutiefst die Rollen, die ihnen zugewiesen wurden: die zweier Liebender, die sich trotz oder wegen der äußeren Umstände und gegen alle Widrigkeiten lieben bis zum Ende aller Tage. *schluchz* Wer von uns würde sich eine so grosse Liebe nicht für sich selbst wünschen? Und ich glaube, genau hier liegt der Punkt, wo sich jeder, auch jemand, der vielleicht weder auf die Thematik noch auf den geschichtlichen Hintergrund besonders steht einfach nur noch gnadenlos angesprochen und angezogen fühlt.
Besonders deutlich wird, wie gefährlich es in dieser Zeit war, anders zu sein. Felice ist ja doppelt "anders". Einmal als dunkelhaarige Frau schon rein optisch mit dem Verdacht des "jüdischseins" belegbar und kommentarlos verhaftbar, dann wirklich Jüdin und dann... oh Graus auch noch sapphistisch veranlagt, lesbisch eben. Lesben und Schwule galten in diesen rabenschwarzen Tagen in denen in Deutschland Intolleranz, Rassenhass und Dummheit herrschten als widernatürlich und daher auszurottend. Schwule, Lesben waren genauso überflüssig für eine Gesellschaft, die auf das hemmungslose Produzieren von Kanonenfutter und Gebärmaschinen für noch mehr Kanonenfutter als höchste Tugend der Weiblichkeit und der Männlichkeit ausgelegt war, wie "Schwachsinnige", also behinderte Menschen.
Anrührend wird dargestellt, wieviel Gefühl die beiden Frauen verbindet und wie verständnislos und brutal die Umgebung auf diese schockierende Liaison reagiert. Lilly kommt noch verhältnismässig gut davon, Felice gilt für die Nazis als die verruchte und von der jüdischen Abstammung her eh pervertierte Verführerin, die es sich zum Ziel gesetzt hat, eine gute urdeutsche Arierien zu korrumpieren. Entsprechend gnadenlos ist die Behandlung.
Fragt mich nicht nach Namen, nach Regie, nach Schauspielern. Ich weiss nur, dass Heike Makatsch in einer Nebenrolle zu sehen ist, die sie nicht sonderlich überzeugend ausfüllt. (Hoffentlich merkt keiner, dass ich die Dame nicht leiden kann und eh meine, sie sollte das Schauspielern besser lassen! *ggg*). Ich lege keinen sonderlichen Wert auf solche Details.
Sicher ist nur eines: für mich ist dieser Film einer derjenigen, die ich mir in der Wiederholung bestimmt noch ein paar Mal anschauen werde. Ich finde, man hat sich grosse Mühe gegeben, den Zeitgeist so glaubhaft wie möglich wiederzugeben, was diesen Film für mich so überzeugend und ergreifend macht.
Hoffen wir, das solche Zeiten für immer und ewig zur Vergangenheit gehören.
| weitere Erfahrungsberichte |
Eine lebsiche Liebesbeziehung - Aimee und Jaguar
Bewertung für Aimee und Jaguar von
mariahfan
Pro: die allgemeine Geschichte, die Atmosphäre
Kontra: die Darstellung der Lilly, manches unverständlich
Letzte Woche Sonntag kam auf VOX der Film „Aimee und Jaguar“! Da der Film sehr gute Kritiken bekommen hat und ich auch schon ein Stückchen des Buches gelesne habe, dachte ich mir: „schaust’n halt mal an“
Endlich war’s ...
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sehr hilfreich
15.03.2002
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Hat mich nicht überzeugt von der großen Liebe
Bewertung für Aimee und Jaguar von
carmen
Pro: schöne Bilder, Köhler und Schrader spielen toll
Kontra: ungereimt, nicht überzeugend
Auch wenn ich den Film nicht besonders überzeugend fand, will ich den Bericht doch mal aktualisieren, zumal der Film - wie die aus meinen anderen Filmtips - am morgigen Sonnabend wieder einmal gezeigt wird, nämlich um 22.35 auf RBB.
** Die Geschichte ...
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sehr hilfreich
31.05.2001
(09.01.2004)
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Tiefe Gefühle in einer gefährlichen Zeit!!!
Bewertung für Aimee und Jaguar von
Lilli1906
Pro: Tolle Schauspieler, gute Story, viel Gefühl
Kontra: Man sollte wenigstens ein bißchen Ahnung von Geschichte haben!
Aimee und Jaguar ist ein sehr guter, interessanter Film über eine ungewöhnliche Liebe. Die Story:
Der Film spielt im 3. Reich, ca. 1943.
Zwei Frauen, Lilly und Felice, fühlen sich zueinander hingezogen und gehen eine Beziehung miteinander ein, wob ...
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sehr hilfreich
12.04.2000
(06.08.2001)
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Lesbisch, Jüdin und verliebt in eine Deutsche!
Bewertung für Aimee und Jaguar von
Laundry
Pro: Story, Umsetzung, Thema.
Kontra: Nichts.
Hallo ihr Lieben! Heute präsentiere ich euch das Liebesdrama ,,Aimée und Jaguar“, mit Maria Schrader und Juliane Köhler in den Hauptrollen. Das Drama basiert auf einer wahren Geschichte, die ihren Höhepunkt zum Ende des zweiten Weltkrieges hatte.
Der P ...
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sehr hilfreich
19.01.2004
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Keine leichte Liebe
Bewertung für Aimee und Jaguar von
biborilla
Pro: klasse Geschicht die einen in den Bann zieht, klasse Schauspieler
Kontra: bis jetzt noch nichts
Auf den Film Aimeé & Jaguar bin ich eigentlich erst durch das gleichnamige Buch aufmerksam geworden. Eigentlich bin ich ja ein typischer Urlaubsleser, aber das Buch von Aimeé & Jaguar hatte mich vom ersten Satz so in seinen Bann gezogen, daß ich mir vorge ...
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sehr hilfreich
05.12.2001
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