Schnappschuss? --> Schnapsidee!!!
08.08.2003
Pro:
Preis, Zubehör
Kontra:
kein Autofokus - - > total unscharfe Bilder, billige Verarbeitung, optischer Sucher ist nicht zu gebrauchen
Empfehlenswert:
Nein
Details:
Verarbeitung
Ausstattung
Bildqualität
Akkulaufzeit
Bedienung
mehr
 Eisloewe
Über sich:
Mitglied seit:21.05.2002
Erfahrungsberichte:28
Vertrauende:1
Dieser Erfahrungsbericht wurde von 60 Ciao Mitgliedern durchschnittlich als sehr hilfreich bewertet
Servus Leute, nach langer Zeit und bei tropischen Temperaturen möchte ich euch mal wieder mit nem Bericht von mir beglücken/nerven/langweilen. In letzter Zeit hat sich durch Ferienarbeit <würg> und finanziellen Zuwendungen seitens meiner Oma <jippie> etwas Geld auf meinem Konto angesammelt und da ich mir schon seit längerem eine Digitalkamera zulegen wollte, stöberte ich ein wenig im Internet und stieß bei Atelco auf die doch recht günstige Pocket Cam 3M von Aiptek. Zu einem (Versand-)Preis von knapp 116 Euro bot sie doch recht anständige technische Daten: 1600 x 1200 CMOS Sensor (2048 x 1535 interpoliert) 1,5’’ TFT-Display 4-fach Digitalzoom Selbstauslöser 16 MB – CF (Typ I)-Card im Lieferumfang usw. (genaue techn. Daten unter http://www.aiptek.de/de/pr_pocketcam_3m_03.html)
Wie gesagt, reichten diese Daten für mich eigentlich zu, da ich ja eh nur eine kleine Schnappschusskamera für Auswärtsfahrten o.ä. brauchte. Also schnell bestellt und dazu gleich noch ne 128 MB CF-Card dazu. Nach etwa 3 Tagen kam die Lieferung dann auch schon per Post (Nachnahme) ins Haus und natürlich unterzog ich dem Ding gleich einen ordentlichen Probelauf. Zum Lieferumfang gehörten erfreulicherweise nicht nur die Kamera (logisch) und die 16 MB-CF-Card. Nein, des weiteren enthielt das Päckchen ein USB-Kabel zum Anschluss an den PC, ein Cinch-Kabel zum Anschluss an den Fernseher, ein Stativ, 2 AA-Baterien, eine Tasche, sowie 2 CDs mit Treibern und Zusatzsoftware (MS NetMeeting Cyberlink Video Mail Cyberlink Power Director Pro Cyberlink Media Show Ulead Photo Explorer Ulead Photo Express Mega DV Manager). Der erste Eindruck war also gar nicht mal so schlecht. Als Handbuch war auf den ersten Blick nur ein kleines Quickstart-Faltblatt beigelegt, eine ausführliche (und auch verständliche) Dokumentation fand sich auf einer der beiden CDs. Da aber der erste Eindruck bekanntlich meist täuscht, folgte nun also der umfangreiche Funktions- und Qualitätstest:
<<< Installation >>> Auf dieser Seite gab es eigentlich keinerlei Probleme. USB-Kabel in Computer und dann in den linksseitlich angebrachten Ausgang der Kamera gesteckt, Treiber von CD installiert und fertig. Das dürfte sogar der Laie hinbekommen. Die zusätzlich beigelegte Software habe ich nicht installiert, da ich zur Bildbearbeitung/-betrachtung doch beträchtlich bessere Programme auf meiner Festplatte habe.
<<< Das Äußere >>> Von der Größe her gesehen ist die Pocket Cam (wie der Name schon sagt) wirklich sehr klein ausgefallen. Die Abmessungen in mm betragen 98 x 57 x 45. (Ein Abbildung der Kamera gibt’s ebenfalls unter dem oben genannten Link) Wie man bei dem günstigen Preis aber schon vermuten kann, musste natürlich irgendwo gespart werden und so lässt die Verarbeitung der Kamera doch ziemlich zu wünschen übrig. Die Abdeckungen der Batterie- und CF-Schächte sind allesamt recht wackelig. Bei jedem Wechsel der Batterie oder CF-Card musste ich aufpassen, dass ich die Abdeckung nicht gleich in der Hand habe, wie es mir beim ersten (!) Einlegen der Batterien passiert ist. Aus- und Eingänge der Cam sind mittels kleiner Gummiabdeckungen geschützt, die zwar leicht ab gehen, aber dafür umso schwerer wieder anzubringen sind. Auch negativ anzumerken ist, dass es keinen Linsenschutz gibt und die Linse somit sehr schnell Kratzer abbekommen dürfte. Alles in Allem sieht man der Kamera, trotz der edlen silber-grau Optik doch ein wenig das „Billighafte“ an.
<<< Die Bedienung/Menüführung >>> Wie bei vielen Digitalkameras in letzter Zeit üblich, findet die Interaktion mit der Kamera mittels eines Drehknopfes auf der Oberseite statt. Hier gibt es die Einstellung (mittels Symbolen verdeutlicht) OFF, Foto, Album, Video, Webcam. Eine, wie ich finde, ebenfalls etwas unpraktische Lösung, da erstens dieser Drehknopf nicht unbedingt der stabilste ist und man zweitens jedes Mal die Kamera neigen muss. Um das Rädchen ordentlich bedienen zu können.
Die Menüsprache ist einheitlich Englisch, allerdings ist diese fast gar nicht nötig, da die Symbole im Menü eigentlich selbst erklärend sind. Mittels eines speziellen Menüknopfes gelangt man in die einzelnen Kategorien, in denen man sich mit den Zoom-Tasten bewegt. Da die Pocket Cam 3M ja nun nicht so viele Funktionen bietet, findet man sich in den Menüs schnell zurecht und weil es zu jedem Punkt nur ein Untermenü gibt, verliert man auch nie den Überblick. <<< Das Arbeiten mit der Kamera >>>
Menü und Aussehen schön und gut, aber wie steht´s denn nun mit der Bildqualität. Natürlich bin ich nicht mit den Erwartungen heran gegangen, absolute Profiqualität zu bekommen, für Internet und ein paar Schnapschüsse sollte sie aber allemal reichen. Insgesamt gibt es 3 Qualitätsstufen: 3 Sterne = 2048 x 1535 (interpoliert), 2 Sterne = 1600 x 1200, 1 Stern = 1024 x 768. Das Positive zuerst: Die Aufnahmen wurden allesamt recht farbkräftig, Störungen, Blässe oder Farbfehler gab es kaum. Dem gegenüber steht aber ein dickes Minus: Die Aiptek Pocket Cam 3M verfügt über keine automatische Scharfstellung (!). Man muss vor jedem Bild an der Linse selbst die jeweilige Entfernung einstellen (Makro, Personen- oder Landschaftsaufnahme). Selbstverständlich war davon in keiner Beschreibung etwas zu lesen und deswegen bin ich auch davon ausgegangen, dass die Kamera so etwas besitzt. Selbst meine Uralt-Kleinbildkamera von Anno Dazumal besitzt so etwas. Dementsprechend fielen auch die Aufnahmen aus: einige Aufnahmen waren teilweise so verschwommen, dass man kaum noch etwas erkennen konnte, nur mit viel Übung gelang es mir, halbwegs akzeptable Ergebnisse zu erzielen. Aber auch bei diesen war die Unschärfe noch relativ groß, von perfekten (für meine Ansprüche) Ergebnissen konnte man nie sprechen. Als Schnappschusskamera kann man das Ding aufgrund dieser Tatsache jedenfalls total vergessen, wenn man bedenkt, dass man vor jedem Foto noch gefühlvoll die ungefähre Entfernung zum Objekt schätzen und einstellen muss. (wer sich im wahrsten Sinne des Wortes selbst ein Bild davon machen möchte, hier eine Probeaufnahme: 1600x1200 mit eigentlich korrekt eingestellter Entfernung, ca. 386kb http://home.arcor.de/gotomag/dfdf002.jpg) Des weiteren ist die Pocket Cam ein ganz schöner Stromfresser. Die beigelegten No-Name-AA-Batterien waren nach ca. 10 min und etwa 20 Bildern (teilweie ohne Blitz) schon alle. Das wäre ja noch gar nicht mal so schlimm, schließlich kann man zur Not mittels extra Taste das Display abschalten. ABER: Der optische Sucher ist absolut nicht zu gebrauchen. Er verzehrt unheimlich und stellt zu allem Übel auch nur einen kleinen Teil des gesamt aufgenommenen Bildes dar. Somit wird das Fotografieren eher zur Qual als zum Vergnügen. Was hilft es da noch, dass der Blitz (auto, anti red eyes, aus) doch relativ gut ist und verhältnismäßig schnell auflädt? Was bringt es mir bei so unscharfen Bildern, dass die Kamera nach jedem Foto relativ schnell wieder „schussbereit“ ist? Richtig: NICHTS! Ein weiterer sinniger Punkt ist: Jedes Foto wird nach dem „Schuss“ ca. 2 Sekunden auf dem Display angezeigt. Anstatt hier gleich die Möglichkeit zu haben, das Foto zu löschen, muss ich erst in den Album-Modus wechseln, wo wir auch schon beim nächsten Punkt wären. So schön und gut die Tatsache auch ist, dass man sich bei einer Digitalkamera die Fotos gleich anschauen kann, so sinnlos ist es dann aber hier gelöst. Man kann immer nur von einem Bild zum nächsten springen, sprich eine manuelle Dia-Show machen. Das kommt natürlich super, wenn man ne 128 MB oder mehr Karte und vielleicht 200 Bilder gespeichert hat. Ach so, kleine Videos kann man auch noch aufnehmen. Die sind zwar von der Qualität her ganz gut, allerdings ohne Ton und ja eigentlich auch mehr ein lustiges Gimmick anstatt große Besonderheit.
<<< Fazit >>> Um ehrlich zu sein: Ich hab die Kamera nur etwa 10 Stunden besessen, dann ging sie zurück. So eine miese Bildqualität kann man ja noch nicht mal fürs Internet verwenden. Da brauchen jetzt auch nicht einige mit dem Spruch kommen, ich hätte in der Zeit viel zu wenig Erfahrungen machen können. Wenn ich bei einer Schnappschusskamera (und davon kann man in dieser Preisklasse wirklich nur sprechen) vorher jedes Mal die Entfernung zum Objekt abschätzten muss, ist das für mich relativ witzlos. Wie gesagt, vom Lieferumfang ist das Angebot gar nicht mal so schlecht, eine Tasche ist selbst meist bei teuren Geräten nicht dabei. Doch letztendlich entscheidet ja die Bildqualität (auch in dieser Preiskategorie) und die ist bei der Aiptek Pocket Cam 3M aufgrund der Unschärfe wirklich unter aller Sau. Somit gibt es von mir nur 2 von 5 Sternen (wegen dem Zubehör) und eine absolute Warnung vor dem Kauf.
© 2003 by Eisloewe
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23.03.2004 12:25
Moin Eislöwe, da ich die Kamera in die engere Wahl für einen eventuellen Kauf ziehen wollte war dein Bericht sehr hilfreich für mich. Ich werde davon Abstand nehmen. Ciao Thorsten alias RIESENFUSS
18.02.2004 20:07
Sehr ausführlicher Bericht! Ich besitze die Kamera auch, muss aber sagen, dass ich sehr zufrieden mit ihr bin. Man muss sich nur etwas mit den Einstellungen befassen und dann macht das Ding super Bilder! Dein Probebild ist nicht gut belichtet (daher grobe Pixel) und verwackelt (daher die Unschärfe). Man muss die Kamera (Digitalkameras im allgemeinen) schon sehr ruhig halten um nicht zu verwackeln, sonst gibts immer ein unscharfes Ergebnis. Gruß, Henrik!
02.11.2003 15:14
Danke für die Warnung.