Jetzt trete ich Picasso's Nachfolge an...

5  10.01.2003

Pro:
günstig, wenig Reinigung, etc .

Kontra:
nix

Empfehlenswert: Ja 

Bagpiper

Über sich:

Mitglied seit:01.01.1970

Erfahrungsberichte:138

Dieser Erfahrungsbericht wurde von 145 Ciao Mitgliedern durchschnittlich als sehr hilfreich bewertet

Jetzt trete ich Picasso's Nachfolge an...


Für Modellbauer wie mich, stellt sich irgendwann die Frage, wie lackiere ich mein Modell und vor allem mit was?
Nehme ich einen Pinsel oder nehme ich eine Airbrush-Pistole? Oder sollte ich vielleicht Sprühdosen verwenden?

Dies ist eine wichtige Frage, denn häufig muss man sich auch nach dem Geldbeutel richten. Früh, als Kind schon habe ich begonnen, Modelle jeglicher Art zu basteln, Türen und Wände zum Ärger meiner Eltern farblich zu verschönern. Und jedes Mal wenn ein Modell fertig gebaut war, wollte ich es auch bemalen. Es sollte schön aussehen und nicht wie hingekotzt und genau darin lag früher immer das Problem.
Denn die billigste Variante ein Modell oder einen Gegenstand zu bemalen, ist der Pinsel. Das Problem dabei: Man sieht selbst mit verdünnter Farbe, das der Gegenstand oder das Modell mit einem Pinsel bemalt worden ist. Da steckt man viel Zeit in das Modell und dann schaut’s aus....

Die zweite Variante wäre eine Sprühdose zu verwenden. Im Endeffekt die gleiche Art wie eine Airbrush-Pistole nur mit den Nachteilen, das sie nur relativ kurz halten und der Strahl der Farbe sowie die Stärke nicht zu dosieren sind. Hinzu kommt der vergleichsweise hohe Anschaffungspreis für jede Dose 6-8 Euro je nach Farbe, also nur bedingt einsetzbar.

Bleibt jetzt nur noch die Airbrush-Pistole. Aber welche? Der Markt gibt Hunderte von Airbrush-Pistolen her. Da wird geworben was das Zeug hält. Von Anfängergeräten mit angeblich ultra leichter Bedienung bis hin zum High-End Gerät für 500 Euro. Und ehrlich gesagt würde ich selbst wenn ich das Geld hätte, keine 500 Euro für eine Airbrush-Pistole ausgeben, da ich mein Hobby nicht zum Beruf machen will. Sicherlich kann das jeder für sich entscheiden.

Und dann ging es los. Ich musste von über 10 Herstellern, die für mich richtige Pistole aussuchen. Irgendwann bei meinen Recherchen und vor allem nach den Meinungen eines der größten Modellbaugeschäfte in Deutschland, nämlich in Nürnberg, wäre die Aztek A470, zum besten Preisleistungsverhältnis. Und da wollte ich mehr wissen.

Von damals noch in DM auf Euro umgerechnet hätte ich 189 Euro zahlen müssen, um dieses Teil in den Händen halten zu dürfen. Eine Menge Kies, aber ich hatte ja Zeit zu suchen....

Was war so besonderes an gerade dieser Pistole?

Nun, erst mal die Pistole an sich. Sie besteht größtenteils aus Acetat-Polymer-Kunststoff. Ja und? Ihr denkt Euch jetzt, das ist Plastik, nichts besonderes. Aber: dieses Plastik bzw. Kunststoffgemisch ist deutlich wiederstandsfähiger als die anderen Metallspritzpistolen gegen Säuren. Sie wiegt nur 40 Gramm und ist gleichzeitig für Links- und Rechtshänder ausgelegt. Für mich persönlich genial, weil ich sowohl mit Links als auch mit Rechts brushen kann. Die Pistole ist in grau und der Griff in schwarzem Kunststoff gehalten.

Ein weiteres Kaufkriterium war die Double-Action-Funktion. Das heißt, der Double Action Fingerhebel erlaubt eine feinere Dosierung. Er ist sehr leicht gängig. Die Nadel arbeitet mit einer „großen“ zur Bewegung des Fingerhebels. Das hat den Vorteil, das ich auch absolut filigrane Arbeiten an einem Gegenstand machen kann, mit kleinen Düsen.
Am Ende der Pistole findet sich nochmals eine Einstellungsmöglichkeit in Form eines kleinen Rades, die eine weitere Regulierung erlaubt. Deshalb heißt es Double Action. Hätte die Pistole nur eine Einstellungsmöglichkeit, würde man von einer Single-Action Pistole sprechen. Man kann je nachdem was man lackieren will also umstellen. Was bei den meisten anderen nicht möglich ist.

Die Pistole wird mit Druckluft aus einem Kompressor betrieben. Hier kann man unterschiedlich viel Geld ausgeben. Ich persönlich habe mir einen wartungsfreien und ölfreien Kompressor gekauft. Wie es schon heißt ist eine Wartung nicht erforderlich. Der Schlauch der Pistole hat eine Länge von ca. 1,20 Meter und wird am Ende der Pistole aufgedreht. Das hat wiederum den Vorteil, das der Schlauch beim brushen nicht im Weg ist. Jeder gängige Adapter kann verwendet werden um den Kompressor mit dem Schlauch zu verbinden. Kostet ca. 1-2 Euro und ist in jedem Baumarkt erhältlich. Einfach das der Pistole beigelegte Adapterstück mitnehmen und vor Ort anpassen, dann kann es los gehen.

Die Düsen sind auch ein heikles Thema. Gängig ist, das man die feine Nadel in jede Düse einstecken muss. Das heißt viel Kleinarbeit und vor allem Reinigungsarbeit, um die Düse an sich startklar zu machen. Die Gefahr ist sehr groß, das die Düse bald kaputt geht. Nicht so bei der Aztek. Hier hat man eine patentierte, einteilige Düse, die nur in den Pistolenkörper geschraubt wird und ihr könnt los legen. Ja, so einfach kann es gehen. Im Lieferumfang sind folgende Düsen enthalten:

Düse fein (beige) 0,15mm – Düse Universal (grau) 0,25mm – Düse mittel (blaugrün) 0,35mm – Düse feine Fläche (rot) 0,52mm – Düse mittlere Fläche (orange) 0,70mm – Düse breite Fläche (gelb) 1,02mm

Diese reichen für mich aus Modelle im Maßstab 1:35 oder kleiner oder deutlich größer zu lackieren. Auch Bilder, etc. sind hervorragend zu meistern. Wände im übrigen auch. Ich hab, nachdem ich sie mir gekauft hatte, die Keller Wand mit einem Bild verziert, zum Leitwesen meiner Frau...

Aber der Lieferumfang umfasst noch mehr, denn irgendwo muss man ja die Farbe rein gießen können. Die Behälter. Es gibt 1 - 2,5 - 3 - 7,5 - 8 - 10 - 28 - und 30 ml Behälter die jeweils für Links- oder Rechtshänder links oder rechts aufgesteckt werden können.

Das Ganze ist verpackt in einer Massivholzkiste, in dem jedes Teil seinen Platz hat. Selbst die Düsen sind zusätzlich in einem Plastikstück drin und dann erst in dem dafür vorgesehen Fach in der schmalen Holzkiste. Es schaut einfach Klasse aus. Vor allem hat sich Aztek mit ihrem Logo was geniales einfallen lassen. AZTEK ist nicht auf den Deckel geschrieben, sondern richtig tief eingeritzt. Schaut echt Klasse aus.

Die Garantie hat mich umgeworfen: Lebenslange Funktionsgarantie auf die Pistole, Düsen ausgeschlossen. Das ist der Wahnsinn, denn für die Ersatzdüsen zahle ich max. 10,00 Euro pro Stück.
Hinzu kommt eine der besten Dokumentationen und Anleitungen. Nämlich auf einer beigefügten Videokassette wird erklärt wie die Pistole funktioniert, wie sie gereinigt wird, was man mit welcher Düse machen kann. Zusätzlich das ganze auch auf Papier.....

Tja, und somit lackiere ich seit über einem Jahr meine Modelle. Aber Achtung: Wer sich so eine kaufen will, der sollte ganz genau auf den Preis achten. Denn Preisunterschiede von bis zu 40 % sind drin!!! FÜR DAS ORIGINAL

In diesem Sinne
GUT BRUSH
Euer Alex
Copyright 2002


Ihre Bewertung dieses Erfahrungsberichtes

Wie hilfreich ist dieser Erfahrungsbericht für Ihre (Kauf-)Entscheidung?

Bewertungsrichtlinien

Kommentare zu diesem Erfahrungsbericht
Rubinrot

Rubinrot

06.12.2003 22:44

Hab mir heute die Aztek 270 ersteigert, mal schaun ob sie was taugt ;) Schöner Bericht!

elgalinero

elgalinero

06.04.2003 17:56

Hi! Schöner Bericht, was mich zusätzlich noch interessiert ist weche Arten von Lacken man mit der Pistole verarbeiten kann. Es gibt ja viele unterschiedliche, kann die Aztek etwa alles ? :-) Grüße El

muscle

muscle

28.01.2003 23:55

Ein Freund von mir gestaltet u.a. Perry Rhodan Cover, wenn ich mal eine wirklich gute Airbrushpistole brauche, dann hol mich mir eine bei ihm ;-)

Eigenen Kommentar schreiben

max. 2000 Zeichen

  Kommentar abschicken


Bewertungen
Dieser Erfahrungsbericht wurde bislang 5961 mal gelesen und von Mitgliedern wie folgt bewertet:

"sehr hilfreich" von (100%):
  1. buboschka
  2. kabafreak
  3. superpeter03
und weiteren 142 Mitgliedern

Informationen zur Berechnung der Gesamtbewertung.