Aist Movie Pack

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AIST Moviepack 4.0 - für semiprof. Anwender

4  29.12.2002

Pro:
Zahlreiche, fantastische Videoeffekte

Kontra:
Teilweise lange Berechnungszeiten, hoher Preis

Empfehlenswert: Ja  Der Autor besitzt das Produkt

Details:

Bildqualität

Benutzerfreundlichkeit

Installation

Handbuch/Dokumentation/Hilfe:

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Manfred1000

Über sich: Ich bin 43 Jahre alt und schreibe bei Ciao über meine Interessensgebiete Finanzen, Computer und Foto...

Mitglied seit:07.06.2001

Erfahrungsberichte:13

Vertrauende:1

Dieser Erfahrungsbericht wurde von 19 Ciao Mitgliedern durchschnittlich als sehr hilfreich bewertet

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Moviepack 4.0
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Viele kennen vielleicht das kostenlose Videoschnittprogramm MovieXone aus dem Hause AIST, mit dem man schon aus kleineren Videoschnittprojekten ansehnliche Ergebnisse herausholen kann. Eine ungleich mächtigere, aber kostenpflichtige Version ist Moviepack 4.0, das dem semiprofessionellen Anwender viele Wünsche erfüllt. Eines sage ich klar vorweg – Videoschnittprogramme insbes. Moviepack sind leistungshungrige Gesellen, d.h. ältere PCs sind leicht überfordert.

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Minimum-Systemvoraussetzungen lt. Hersteller:
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Betriebssystem: Windows 98, 98SE, ME, 2000, NT 4.0 mit Service Pack 6
Prozessor: Intel Pentium II 400 Mhz oder kompatibler Prozessor mit MMX Erweiterung (z.B. AMD-K6)
Hauptspeicher: 64 MB RAM
Grafikkarten: Open GL fähige Grafikkarten (siehe Kompaitibilitätsliste unter www.aist.de)
Soundkarten: Soundblaster kompatibel
Festplatte: EIDE oder SCSI für Videobearbeitung nicht kleiner als 8 GB
Video Capture Karte: Zum Digitalisieren eigenen Materials wird eine Video-Capture Karte benötigt.

Nach meinen Erfahrungen sind obige Kriterien sehr wohlwollend ausgelegt. Ich glaube, dass zumindest ein Intel Pentium III mit 128 MB RAM, 10 GB freien Festplattenspeicher das Minimum darstellen. Die ggü. SCSI langsamere EIDE Festplatte sollte ausreichen, jedoch sollte sie erst kürzlich defragmentiert worden sein, um Frameverluste in Grenzen zu halten. Die Kompatibilitätsliste bei Grafikkarten ist genauestens zu prüfen, da das Programm in früheren Versionen diesbezüglich sehr empfindlich war. Die besten Ergebnisse erzielte man mit einer Nvidia-kompatiblen Grafikkarte, weil diese den vollständigen Open-GL Befehlssatz beinhaltet. ATI verwendet angeblich nur einen eingeschränkten Open-GL-Befehlssatz, weshalb ich seinerzeit von meiner ATI auf eine Hercules Geforce 2 MX umsteigen musste.

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Installation:
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Die Installation des Programms erfolgte auf meinem PC reibungslos. Zur Wahl stehen das von mir gewählte „Standard“, bei dem alle Komponenten installiert werden, sowie „Benutzer“, bei dem die zu installierenden Komponenten einzeln ausgewählt werden können.

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Dateiformate:
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Videoanwender und Webdesigner sollten alle für ihren Arbeitsbereich benötigten Formate finden. Diese sind
Advanced Streaming Format, Animated GIF, Apple Quick Time Movies, Auto Desk Movies, Digital Video, Fast DP/R, IFL, Microsoft Audio Video Interleave, Moving Pictures Expert Group (Mpeg, ...), Real Video, DIB-Sequenzen. Daneben besteht eine Importschnittstelle zu 3D-Studio Max und Movie 3D. Als Audioformate sind wav, cda und mp3 erlaubt. Die bereitgestellten Formate ließen bislang keine weiteren Wünsche offen.

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Handbuch:
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Es werden 3 Handbücher mitgeliefert, die eine Einführung in das Programm, eine Vorstellung der vorhandenen Effekte samt Parametern und ein Nachschlagewerk darstellen. Trotz aller Ausführlichkeit bleiben bei der Vielzahl der Möglichkeiten des Programmes Fragen offen. Hierzu verweise ich auf bereits vorhandene Buchliteratur (z.B. Mach es mit Moviepack), die man zum Teil auch beim Internetauktionshaus ebay erstehen kann.

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Arbeiten mit Moviepack:
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Nach Start des Programmes erwartet Moviepack eine Antwort zur verwendeten Fernsehnorm und Bildwechselfrequenz. Videoanwender verwenden PAL bei 25 Bildern pro Sekunde, während Webdesigner kleinere Auflöungen bei kürzerer Bildwechselfrequenz bevorzugen werden.

Danach präsentiert sich der im übrigen individuell konfigurierbare Bildschirm mit einer Menuleiste, wie man sie von anderen Windows Programmen her auch kennt. Darunter befinden sich Verzeichnisfenster, Arbeitsblatt, Effektbox-Fenster, Timeline-Fenster und Vorschau-Fenster. Das Stammverzeichnis-Fenster ermöglicht das Aufsuchen zu verwendender Quellen (Filmrohmaterial), Effekte, Übergänge (Transitions) und Sounds. Zeigt man mit der Maus auf einen Film, wird ein kleines Vorschaufenster aktiviert, in dem der Film abläuft. Klickt man einen Film doppelt an, erscheint das erste Bild im Arbeitsblatt. Gleichzeitig werden in der Timeline eine Video- und eine Audiospur belegt. Mittels eines Zeigers können nun Bereiche über Effekte manipuliert werden. Diese sind untereinander kombinierbar und können in ihrer Wirkungsweise in der Effektbox eingestellt werden. Das Ergebnis kann dann im Vorschaufenster angesehen werden. Die Handhabung war für mich nicht intuitiv. Erst nach Konsultierung des Handbuches und einigem Herumprobieren kam ich mit dem Programm zurecht.

Bevor ein Film geschnitten werden kann, muss dieser zuerst auf die Festplatte gelangen. Sie benötigen hierzu bei analogen Videokameras (VHS, SVHS, Video8, Hi8) eine analoge Videoschnittkarte wie z.B. eine Pinnacle Studio DC10 und für eine digitale Videokamera eine digitale Videoschnittkarte mit Firewire-Schnittstelle. Letztere war in den letzten Aldi-PCs eingebaut, so dass man hier nicht mehr nach einer geeigneten Karte suchen muss. Als Besitzer obiger analogen Schnittkarte hatte ich höhere Frameverluste als bei dem mit meiner Karte mitgelieferten Schnittsoftware. Ausschließlich für diesen Zweck verzichtete ich daher auf Moviepack. Bei digitalen Kameras sollte dieses Problem nicht auftauchen.

Ist der Film erst einmal auf der Festplatte, eröffnen sich die gigantischen Möglichkeiten dieses Programmes. Mein letztes Videoprojekt enthielt einen Vorspann nach Filmstudioart. Eine Weltkarte wurde zur Erdkugel geformt und in Rotation versetzt. Nach Ende des ersten Titels zerplatzte das Werk in tausende Einzelteile und gab den Blick auf die nächste Szene frei. Danach wurde eine Einleitung in Form eines längeren Vorspanns gegeben, der nach StarWars Manier unter Begleitung der Indiana Jones Titelmusik ablief und am Ende des Vorspanns verschwand. Hierbei handelt es sich nur um einen kleinen Ausschnitt von dem, was möglich ist. Ich beschränke mich daher auf die Gruppe von Effekten:
- 3D-Basisformen (Verformung des Films zu Zylindern, Spiralen, Globus, ...)
- 3D-Effekte (Wirbel, Bildzittern, Ausbuchtungen, Tropfen, Finger, Einrollen, ...)
- Bildkontrolle (Helligkeit, Tropfen, Farben, Solarisation, Schwarz+Weiss, Bildmischung, ...)
- Chromakeyer (Kombination von Objekt aus Film 1 mit Hintergrund aus Bild 2)
- Blur & Sharpen (Weich- und Scharfzeichnungseffekte)
- Wipes ( Verschiedene Effekte zum Wegwischen einer Szene und Freigabe der darunter liegenden Szene
- Alpha-Processing (Überschreiben von Masken mit anderen Bildteilen)
- Artistic (Skizze, Wassermaler, Popart, Filzstift, ...)
- Stylize (Coloured Border, Schmelze, Puzzle, Relief, Mosaik, (Multitextured) Cube). Herausstreichen möchte ich den Cube-Effekt, bei dem ein rotierender Würfel auf jeder Seite eine andere Filmszene enthält. Filme wirken hierdurch absolut professionell.
- Glühen, Materialien (Glühen, Neonschimmern, Gipsrelief, ...)
- Highlight
- Partikel (Explosion, Partikel)
- Morph & Warp (Verschiedenste Bildverzerrungen, Morph für Übergänge von einem Gesicht zum anderen, ...)
- Audioeffekte zum Lautstärken-, Balance- und Klang manipulieren
- Prozedurale Bilder
- Natürliche Hintergründe (Wolken, Blitze, ..)
- Texturen (Tropfen, Spiralen, Holz, ...)
- Geometrische Formen (Kreise, Blasen, Spiralen, ...)
- Text-Generatoren (Diverse Darstellungs- und Rollformen, 3D, ...)
- Omnidirektionales Licht (Hinzufügen neuer Lichtquellen, Kamerafahrten)

Die Manipulationsmöglichkeiten erscheinen unendlich, wenngleich mir noch ein Feuereffekt fehlt. Das Arbeiten mit den Effekten macht Spass, jedoch benötigen berechnungsintensive Effekte viel Zeit auf dem PC. Für den zuvor beschriebenen Explosionseffekt benötigte mein PC über 4 Stunden (Pentium III, 500 Mhz) – ärgerlich, wenn das Ergebnis nicht passt.
Nachteilig an Moviepack empfinde ich
lange Berechungszeiten, wenngleich diese kürzer sind als bei der Vorversion. Die Menuführung weist nicht auf akzeptierte Filmausgabeformate hin. So bricht die Berechnung des Films ohne Fehlermeldung ab, wenn Parameter nicht passen. Auch ist der Preis recht hoch.

Der hohe Preis von ca. 800 EUR relativiert sich angesichts der Vielzahl von Effekten, führt aber zu einer klaren Beschränkung auf den semiprofessionellen Interessentenkreis.

Ein Tipp am Rande: So einladend die Effekte auch sind, sollten diese sparsam verwendet werden, außer wenn das Ziel die Erstellung eines Musikvideos oder ähnliches ist.

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Fazit:
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Für mich hat sich die Anschaffung gelohnt, da ich gerne mit vielen Effekten bastle. Der Updatepreis von ca. 149 EUR ist wiederum o.k.. Die nächste Version V6 enthält zahlreiche weitere Effekte, einen eigenen MPEG Decoder und Movie 3D als kostenlose Dreingabe für 149 €. Ich werde mich wieder melden, wenn ich die neue Version ausgiebig getestet habe. Einstweilen wünsche ich ein gutes Neues Jahr an alle Ciao Mitglieder.


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Kommentare zu diesem Erfahrungsbericht
Dzsukela

Dzsukela

29.12.2002 22:07

hört sich echt interessant an. leider ist es mir eeeeettttwwwassss zu teuer. sauberer bericht. greetz Dzsukela

Jochurt

Jochurt

29.12.2002 22:04

Guter Bericht, vielleicht n paar Absätze mehr...MfG, -Jochurt-

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