Akai GX-75 Kassettendeck

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Akai GX-75 Kassettendeck

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Auch heute noch referenztauglich!

5  14.01.2004

Pro:
Solide Verarbeitung, toller Klang

Kontra:
fällt mir nichts ein

Empfehlenswert: Ja  Der Autor besitzt das Produkt

Captain_K

Über sich:

Mitglied seit:14.01.2004

Erfahrungsberichte:1

Dieser Erfahrungsbericht wurde von 14 Ciao Mitgliedern durchschnittlich als sehr hilfreich bewertet

Zu den Features möchte ich mich nur kurz äußern, da mein "Vorredner" diese schon mehr als ausführlich beschrieben hat. Also hier die wichtigsten Deteils:

- schwere, solide Verarbeitung
- Doppelcapstan
- 3-Kopf-Technik
- Dolby B, C, HX-Pro(Echtzeitanpassung der Vormagnetisierung an die aufzunehmende Musik)
- manuelle Einmeßmöglichkeit der Bänder
- Titelsuchlauf
- Monitorschaltung (Band während der Aufnahme anhören)
- CD-Direktschaltung (Umgehung eines internen Vorverstärkers zur Rauschminimierung - möglich, da ein CD-Player höhere Spitzenpegel bietet als z.B. der Tuner)

Nun zu meinen Erfahrungen:

Mechanik:

Über Jahre hinweg hatte ich keine Probleme mit dem Bandlauf - auch bei schwergängigen Kassetten. Der Bandlauf ist äußerst leise und wenn es mal quietscht liegt es an Bändern, die dann in jedem Gerät quietschen.

Nachdem ich mir einen CD-Brenner zugelegt hatte, habe ich den Kassettenrekorder ca. 2 Jahre nicht mehr benutzt und dann fingen die Probleme an:

Der schnelle Vorlauf blieb ab der Mitte des Bandes stehen und gegen Ende des Bandes konnte man nicht einmal eine Kassette mehr abspielen.

Daraufhin habe ich das Gerät geöffnet und die Lager mit Benzin geputzt und neu geschmiert. Durch den 2-jährigen Stillstand wurden die Teile etwas verharzt. Aber nun läuft alles wieder wie am ersten Tag.

Klanglich:

3-Kopf Geräte benötigen bauartbedingt einen absolut exakten Azimutverlauf. Das heißt die Bandspuren müssen ganz exakt mit denen des Tonkopfs übereinstimmen, ansonsten entsteht ein hörbarer Verlust an Höhen, die man möglichst im Klangregelteil des Verstärkers wieder ausgleicht und nicht durch das Abschalten des Dolby-Systems. Diese Dinge können bei fremdbespielten Kassetten auftreten, die nicht ganz normgerecht aufgenommen wurden. Die Doppelcapstanführung des Akai GX-75 verhindert eine Schwankung des Azimutverlaufs bei der Aufnahme eigener Bänder auf ein Minimum (dies gilt auch für Kassetten, deren eigener Azimutverlauf nicht optimal ist).

Durch die manuelle Bandeinmessung kann man die Vormagnetisierung der Bänder so einregeln, daß ein geradliniger Frequenzbereich aufgezeichnet wird (Bias), und daß jedes Band optimal ausgesteuert werden kann (Level). Damit kann man auch aus uralten Bändern noch so einiges rausholen - jedoch darf man da nicht zu viel erwarten, ein Klangerlebnis, das einer CD nahekommt ist nur mit Bändern ab Mitte der 80-er Jahre zu erreichen. Für Radioaufnahmen reicht es aber allemal. Auch 2-lagige Bänder (z.B. BASF Chrome Super/Maxima, TDK SA-X, Sony UX-ES) kann man nicht ganz optimal einmessen. Bei diesem Bandtyp entsteht grundsätzlich eine leichte Abschwächung der Mitten. Erst spätere Kassettenrekorder mit automatischer Bandeinmessung konnten auch diesen Mangel beheben. Meine Erfahrung ist jedoch, daß die, nur bei direktem Vergleich durch die Bandmonitortaste bei der Aufnahme hörbare, Mittenabschwächung objektiv das Klangerlebnis nicht schmälert.

Nach einiger Zeit mußte ich bei Aufnahmen mit dem Akai GX-75 eine Abschwächung der Höhen feststellen. Zunächst fiel dies nur dadurch auf, daß man bei der Bandeinmessung mehr nachregeln mußte - später war es dann auch hörbar. Diesen Mangel konnte ich mit einer speziellen Tonkopf-Entmagnetisiserungskassette schnell wieder beheben, die ich seither regelmäßig benutze.


Fazit:

Nun benutze ich das Akai GX-75 seit etwa 14 Jahren und bin nach wie vor hochzufrieden. Ein Unterschied zwischen CD-Original und Bandaufnahme ist nahezu nicht hörbar - und wenn, dann nur während der Aufnahme durch Hin- und Herschalten der Bandmonitortaste. Durch Dolby HX-Pro werden auch Frequenzen bis 20kHz auf den Bändern aufgezeichnet, was zu einem differenzierten räumlichen Klangerlebnis führt. HX-Pro ermöglicht auch einen ca. 8db höheren Aufnahmepegel, da durch die an die Musik angepaßte Vormagnetisierung der Klirrfaktor herabgesetzt wird. Durch die Bandeinmessung und HX-Pro können Bänder optimal ausgesteuert werden, was zu einem Rauschabstand von >72db bei Dolby B, bzw. >80db bei Dolby C führt. Alles in allem ist das Gerät jedem zu empfehlen, selbst bei den relativ hohen Preisen die das Gerät bei Online-Auktionen noch erreicht.

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Kommentare zu diesem Erfahrungsbericht
mg1970

mg1970

14.01.2004 18:46

Und noch ein Tipp für Dich als Ciao-Neuling: Wenn Du Kommentare eines Mitgliedes beantwortest, dann schreibe diese doch nicht in dieselbe Rubrik, also nicht "@Mitgliedsname", sondern in das Gästebuch des betroffenen Mitgliedes. Denn ansonsten ist die Gefahr zu hoch, dass derjenige/diejenige, an den/die Deine Antwort gerichtet ist, diese erst gar nicht mehr liest. Und übersichtlicher wird das durch die Gästebuch-Funktion auch noch.

Captain_K

Captain_K

14.01.2004 18:25

@mg1970: Diese Höhenverluste bei älter werdenden Kassetten sind tatsächlich mit der neueren Aufnahmetechnik zu erklären. Ich erinnere mich noch an einen Bericht in der Audio vor etwa 15 Jahren. Da wurde es so erklärt, daß die kleinen, für hohe Frequenzen relevante, Magnetpole auf den Bändern durch die allgemein hohe Magnetisierungsdichte auf den Bändern, die durch HX-Pro und die Einmeßverfahren möglich werden, eben diese schwachen Hochfrequenten Magnetpole mit der Zeit entmagnetisieren können. Dem Rechnung getragen haben die Bandhersteller erst Anfang der 90-er Jahre. Vor allem bei Metallbändern soll diese Entmagnetisierung besonders niedrig ausfallen. Vielleicht erklärt dies einige der Probleme, die bei dir auftraten.

mg1970

mg1970

14.01.2004 18:08

Vielen Dank fürs Umbewerten. Trotz allem könnte es sein, dass ich den Bericht irgendwann noch mal überarbeite und die Erfahrungen mit nachlassender Kassettenqualität dem Deck nicht so sehr belaste in der Gesamtbeurteilung. Allerdings kann es durchaus sein, dass diese Magnetisierung eher auftritt als bei einigen sehr wertigen Decks der 70er (bzw. frühen 80er). Ich hatte im letzten Jahr noch Kassetten, die vor 22 Jahren mit einem Yamaha aus der Zeit bespielt wurden und nichts vom Klang eingebüßt haben! Außerdem nahm ich mit dem alten Schätzchen Anfang der 90er noch mal CD-Musik auf uralte Kassetten (70er, teils Ferro) auf, ohne hörenswerte Verluste. Solche Werte hat bei mir ansonsten noch kein neueres Modell (ab dem GX-75 aufwärts) erreicht.

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