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Eigentlich sollte es einen schon stutzig machen, daß John Grisham (Die Firma) die Filmrechte an einem Roman schon verkauft, bevor seine Fingerspitzen die Tastatur der Schreibmaschine nur berührt haben. Ob es daran liegt oder nicht - Die Akte funktioniert nicht. Dabei scheinen die Zutaten zu stimmen. Die Romanvorlage stammt von einem der erfolgreichsten Autoren der 90er, die Regie übernahm der zweifellos grandiose Alan J. Pakula und Pretty Woman Julia Roberts feierte mit der Hauptrolle nach zweijähriger Pause ihr langersehntes Comeback. Als Jura-Studentin Darby Shaw gerät sie in ein Netz aus Korruption und Intrigen, das bis zum amerikanischen Präsidenten reicht. Als Darbys Professor und Liebhaber (Sam Shepard) ihre niedergeschriebenen Vermutungen über die Hintergründe der Morde an zwei Richtern des obersten Gerichtshofes einem Kollegen vom FBI zeigt und wenig später von einer Autobombe aus dem Leben gepustet wird, erkennt die kluge Studentin zweierlei: A: Sie hatte recht B: Sie schwebt in Lebensgefahr. Einen Verbündeten findet sie lediglich in dem smarten Journalisten Gray (Denzel Washington). Gemeinsam fliehen sie vor ihren Verfolgern. Was nach einem Polit-Thriller klingt, entwickelt sich tatsächlich zu einem zweistündigen Märchen zur guten Nacht. Lange Sequenzen von aktenlesenden Männern und dramatische Löcher in der Logik bleiben unverzeihlich. Wie kann es z.B. sein, daß die CIA ganze Regierungen stürzt, aber nicht in der Lage zu sein scheint, eine unbedarfte Studentin, die sie schon im Fadenkreuz hat aus der Welt zu schaffen? Dumme Zufälle, lautet Pakulas unbefriedigende Antwort. Sein politisches Feuer hat der Regisseur anscheinend in der Vergangenheit gelassen: Die Akte wirkt wie ein farbloser Abklatsch seines preisgekrönten Watergate-Films "Die Unbestechlichen".