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** Filmkritik **
Laut Info beruht der Film ”Die Akte Romero” auf dem Drehbuch "The Big Brass Ring" von Orson Welles, das Hickenlooper lange in der Schublade liegen ließ, ehe er es verwirklichte.
Aber Vorsicht, das ist ein nachdenklicher, schwermütiger und nicht einfach zu verstehender ... Bericht lesen
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Erfahrungsbericht von carmen über Akte Romero, Die 21.05.2001
Produktbewertung des Autors:
Humor
wenig humorvoll
Spannung
ziemlich spannend
Anspruch
anspruchsvoll
Action:
null
Romantik:
wenig
Pro:
kritisches Thema, brilliante Schauspieler
Kontra:
gelegentlich verwirrend wegen der komplexen Erzählstruktur
Empfehlenswert?
ja
Kompletter Erfahrungsbericht
Vor einiger Zeit kam im Fernsehen mal die Wiederholung eines Films, den ich in meinen Anfangszeiten hier schon mal besprochen hatte. Diesmal wäre ich fast nicht drauf gekommen, denn der Titel lautete plötzlich ganz anders. Dennoch hab ich ihn mir noch mal angesehen, weil ich ja weiß, daß mancher Film erst bei Wiederholung gut wird.
** Die Story ** Zwei parteiunabhängige Kandidaten kämpfen um das Amt des Gouverneurs des Staates Missouri: Blake Pellerin (William Hurt) und Homer Dix. Pellerin hat im Moment die größeren Chancen und damit wahrscheinlich sogar später auf die Präsidentschaft. Er macht auf die Wähler einen integeren Eindruck, ist ein guter Redner, hat Charme und Durchsetzungsvermögen. Seine Anhänger lieben ihn.
Doch das wahre Leben von Blake Pellerin sieht anders aus: er lebt nur vom Geld seiner Frau Dinah (Miranda Richardson), die mit ihrem Vermögen seinen Wahlkampf finanziert, aber ansonsten im Alkohol versinkt. Das Paar hat sich längst auseinander gelebt, auch wenn Pellerin den Anschein verbreitet, als täte ihm das leid. Nur in der Öffentlichkeit stehen die beiden zueinander, weil das ja der Sache dient.
Natürlich steht Pellerin gerade jetzt auch verstärkt im Mittelpunkt des Medieninteresses. Die junge Journalistin Cela Brandini (Irene Jacob) vom Sender ETC hat Blakes ehemaligen Mentor ausfindig gemacht, den exzentrischen homosexuellen Senator Kimball Mennaker (Nigel Hawthorne), mit dem der Gouverneurskandidat vor einigen Jahren gebrochen hat. Der nennt jetzt einen Namen, mit dem die Presse nichts anfangen kann: Raymond Romero. Und es tauchen homoerotische Fotos eines jungen Mannes auf, der Pellerin verblüffend ähnlich sieht.
Zum Entsetzen von Pellerin beginnt die Brandini mit Nachforschungen in dessen Vergangenheit, die auf mysteriöse Weise mit dem Leben und Schicksal dieses Raymond Romero verbunden scheint und möglicherweise skandalbehaftet ist. Damit ist vielleicht der Wahlsieg in Gefahr.
** Darsteller ** Im Mittelpunkt steht die Figur des Blake Pellerin, die dem Film seine eigentliche Dramatik gibt. William Hurt (Gottes vergessene Kinder, Lost in Space) ist eine ideale Besetzung für diesen zerrissenen Charakter, der ein politisches Ziel vor Augen hat und in dieser Hinsicht auch integer zu sein scheint, privat aber unglücklich ist und durch einen Fehler in der Vergangenheit nun seine ganze Zukunft auf dem Spiel sieht. Mit seinem introvertierten Spiel, einem charaktervollen Gesicht und den traurigen und schmerzvollen Augen gibt er diese Stimmungen sehr überzeugend wieder.
Ein Höhepunkt in der Darstellerriege ist natürlich auch Nigel Hawthorne (Demoliton Man, King George – Ein Königreich für mehr Verstand), der schon immer zwielichtige, komplizierte oder ambivalente Figuren spielte. Dafür ist er bekannt und berühmt geworden. Auch hier ist seine Figur nicht unkompliziert, zumal sie nicht den gängigen Normen entspricht. Allerdings sind seine Auftritte im Film zu selten, um diesem seinen unverwechselbaren Stempel aufzudrücken.
Die Frauenfiguren bleiben dagegen wirklich blass. Irene Jacob (Die zwei Leben der Veronika, Othello) füllt mit ihrem attraktiven Äußeren lediglich die Lücke eines hübschen Anblicks neben all den Männern; Miranda Richardson (Merlin, Verhängnis) spielt eine abgetakelte Säuferin, wo eine große Ausarbeitung der Rolle eher nicht möglich ist.
** Filmkritik ** Laut Info beruht der Film ”Die Akte Romero” auf dem Drehbuch "The Big Brass Ring" von Orson Welles, das Hickenlooper lange in der Schublade liegen ließ, ehe er es verwirklichte. Aber Vorsicht, das ist ein nachdenklicher, schwermütiger und nicht einfach zu verstehender Film. Schuld daran ist unter anderem die kaleidoskopartige Inszenierung, die wie mit Stücken eines Mosaiks die Geschichte zusammensetzt. Da bleibt man als Zuschauer aber auch oft hängen und sucht nach einem Faden oder einem Hinweis, wo dieses Steinchen jetzt hingehört.
Was mir gut gefiel. Das Thema an sich. Es geht um Doppelmoral, Schuld, Sühne, die Wahl zwischen Erfolg und Wahrheit. Das sind die menschlichen Konflikte, mit denen sich vor allem unserer Hauptfigur herumzuschlagen hat. Und das kommt auf jeden Fall sehr glaubhaft rüber. Die Charaktere sind insofern auch recht komplex herausgearbeitet. Allerdings gibt das Drehbuch außer der Hauptfigur kaum einer anderen genug Raum, um sich zu entwickeln.
Der andere positive Punkt ist die versteckte Kritik am amerikanischen Wahlrummel. Hier geht es fast nicht mehr um Wahrheit oder Glaubhaftigkeit, sondern um reine Verdrängung der Konkurrenz. Und das mit brutalen Mitteln. Insofern ist dies doch eine recht vorstellbare Geschichte. Denn jeder von uns kann sich sicher noch gut an die diversen Skandalgeschichten erinnern, die gerade dann ausgegraben werden, wenn der Sieg eines Kandidaten in irgendeiner US-Wahl sehr wahrscheinlich ist. Und wer hat als Mensch in seinem Leben noch nie Fehler gemacht?
Der Film lebt für mich aber nur von dem intensiven Spiel der drei Hauptdarsteller, vor allem von William Hurt. Gelegentlich war er für mich etwas undurchsichtig und verwirrend, denn nicht immer ist dem Zuschauer klar, wer nun eigentlich wer ist. Die Geschichte um Romero wird auch erst am Ende vollständig aufgeklärt und damit die Spannung gehalten.
Schwächen: Was man der Erzählstruktur als interessant bewerten kann, ist auf der anderen Seite aber auch ein kleines Manko. Für den ungeübten Zuschauer mag es nämlich sehr verworren sein, den verschiedenen Fäden zu folgen, die nicht immer ein Ende haben, so daß man sich dann fragt, warum wurde diese Figur oder dieses Detail überhaupt aufgenommen? Und: der Film ist natürlich stellenweise recht langatmig.
** Meine Meinung ** Der Film ist für mich trotzdem eine sehenswerte und vor allem sehr anspruchsvolle Mischung aus Drama und Thriller, in dem es um Lüge, Wahrheit, Schuld und Sühne in einem brisanten Zusammenhang geht, ohne eine glatte Antwort auf diese Fragen zu liefern.
Und wer William Hurt mag wie ich, sollte ihn sich auf jeden Fall ansehen.
** Daten ** USA 1999 Genre: Drama Originaltitel: The Big Brass Ring Regie: George Hickenlooper FSK 12
Pro: Qualität ist okay, keine nennenswerten Mängel Kontra: keine nennenswerten Extras, miserabler TV Thriller
....33:1 ("4:3"), PAL
TON:
Der Stereo Ton kann dank Dolby Prologic (das hat fast jeder Surround Receiver heute) einigermaßen überzeugen. Zwar ist wenig Raumklang vorhanden, aber der Ton ist für Stereo relativ in Ordnung. Rauschen oder sonstige MÄngel hab ich nicht feststellen könne. Naja, ist halt ein TV Film. Durchschnittston. Mehr will man da auch nicht.
Tonformate:
Deutsch Dolby Digital 5.1
Deutsch Dolby Digital 2.0 Stereo
Englisch Dolby Digital 2.0 Stereo (gestestet)
Untertitel nur in Deutsch.
EXTRAS:
Da wäre zum einen mal der Trailer zum Film selbst und eine Slideshow mit Bildern vom Film. Ausserdem Biographien und Filmographien von Madsen und Everhart.
Ausserdem Trailer zu folgenden Filmen: Black Devil, Another Day in Paradise, Akte Romero, Last Bandit, Stringer, Alien Interceptors, Spiel der Götter, Osterman Weekend (von...
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Pro: Spiel mit Bildern und Farben, Symbolik Kontra: spröde Inszenierung, holprige Dialoge, etwas zu hoch für den Normalverbraucher
...in Zusammenhang mit dem Regisseur Krysztof Kieslowski bekannt, unter dem sie ihre zwei besten Rollen spielte: eine Doppelrolle in ?Die zwei Leben der Veronika? und in ?Drei Farben: Rot?. Inzwischen hat sie auch den Sprung ins Mainstream-Kino gewagt, war aber da mit ihrer Rollenwahl nicht immer sehr glücklich. Zu sehen war sie noch in ?Die Akte Romero? oder in ?Incognito?.
Jean-Louis Trintignant gehört zu den bedeutendsten französischen Charakterdarstellern und spielte schon unter solch namhaften Regisseuren wie Claude Chabrol, Bernardo Bertolucci oder Francois Truffaut. Figuren des Film noir sind seine Stärke und er spielt oft Zyniker oder Männer mit verbrecherischen Obsessionen. Für seine Rolle in Costa Gavras ?Z? bekam er 1969 den Filmpreis in Cannes. Gesehen habe ich ihn in ?Under Fire?, ?Nur ein Hauch von Glück? und in der Merle...
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Pro: großartige Darsteller, breit angelegte Themenkreise, stimmige Inszenierung Kontra: holprige Figurenzeichnung, Nähe zu "Dornenvögel"
...und verliert ihr Kind.
** Darsteller **
William Hurt ist mir persönlich das erste Mal aufgefallen in dem überaus sensiblen Drama "Gottes vergessene Kinder". Er studierte einige Jahre Theologie, ehe er zum Schauspiel wechselte und schließlich 1980 in "Der Höllentrip" sein Filmdebüt gab. Der Durchbruch gelang ihm mit "Heißblütig - Kaltblütig" und in den 80er Jahren wurde er mit der intensiven Darstellung komplexer und sensibler Charaktere einer der gefragtesten Schauspieler. So bekam er allein in den Jahren 1985 bis 1987 einen Oscar für "Der Kuß der Spinnenfrau" und je eine Nominierung für "Gottes vergessene Kinder" und "Nachrichtenfieber".
Außerdem war er zu sehen in "Gorky Park" (1983), "Der Doktor - Ein gewöhnlicher Patient" (1991), "Jane Eyre" (1995), "Die Akte Romero" (1999) und zuletzt in "The Village - Das Dorf" (2004).
Madeleine...
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