Erfahrungsbericht über "Al Maha desert resort"

veröffentlicht 24.02.2009 | hubbie
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Über sich :
........bon voyage - war unsere Indochinareise nur zur Hälfte, leider gab es in Laos ein schweres gesundheitliches Problem meiner Frau, daher ruhen unsere Accounts b.a.w......
Ausgezeichnet
Pro Wüste pur und exklusiv
Kontra leider kein Schnäppchen
sehr hilfreich
Preis-/Leistungsverhältnis
Anbindung
Service
Essen & Trinken
Atmosphäre

"die Schönheit des Nichts"

DSC00154 - Al Maha desert resort

DSC00154 - Al Maha desert resort

Kürzlich flogen wir mit Emirates Airlines nach Neuseeland und nützten auf der Rückreise die Möglichkeit eines Stopover Aufenthalts im Emirat Dubai. Es sollten vier Tage Luxus sein, zwei davon habe ich im Bericht über das edle wie kitschige Wahrzeichen Burj el Arab abgehandelt, die beiden anderen - im starken Kontrast zum Glitzerhotel - über das Wüstenresort Al Maha folgen hiermit.

Es beginnt mit der Abholung durch eine private Limousine, die einem als Business Class Passagier der Emirates am Flughafen (DXB) zusteht. Um sechs Uhr in der Früh starten wir die 70 Kilometer Fahrt nach Südosten Richtung Grenze zu Saudi Arabien. Fahren wir anfangs noch auf vielspurigen Autobahnen durch riesige Baustellenbereiche wie das Dubailand und mehrere Monstermalls, beginnt schon nach 30 Kilometern der Randbereich des "Leeren Landes", was die Übersetzung für die die Arabische Halbinsel dominierende Rub-al-Khali Sandwüste bedeutet.

Es geht gerade die Sonne über der endlosen Sandlandschaft auf, fantastische, orangefarbene Sicheldünen ziehen sich bis an den Horizont zu einem Gebirge, das schon auf saudiarabischem Gebiet liegt, als wir von der Autobahn auf eine 4 Kilometer lange Sandpiste abbiegen, die uns zuerst an die Umzäunung des 225 km2 grossen Wüstenreservats bringt, dort öffnet ein Posten das Tor und wir nehmen weitere 4 Kilometer Sandpiste unter die Räder bis wir an der Rezeption landen.

Scheich Al Maktum hat diesen Landstrich nach Jahren rücksichtslosen Bejagens von Oryx Antilopen und Sandgazellen zur Naturschutzzone erklärt und sein Einverständnis zum Bau der luxuriösen Anlage gegeben. Der Name Al Maha steht für die fast ausgerottete arabische Oryx Antilope, deren paar Restexemplare in die Wüstengegend Arizonas zwecks Vermehrung ausgesiedelt wurden, um sie dann später wieder in diesem Reservat heimisch werden zu lassen.
Inzwischen hat sich der Bestand prächtig erholt und wird mit modernsten Methoden der Veterinärkunde betreut. Sie sind auch gar nicht scheu und tauchen gelegentlich in unmittelbarer Nähe der Suiten auf, Spuren im Sand und Köttel zeugen jeden Morgen von ihren Wanderungen und ihrem Stoffwechsel.

Die Eincheckprozedur ist beileibe keine, der Voucher vom schon bekannten RTC wird überreicht, ein paar Fragen, während wir köstlichen Mangosaft schlürfen und schon steht das Elektrocart mit einem philippinischen Fahrer bereit, um uns zu unserer 400 Meter entfernten Bedouinensuite Nr. 33 (von 40 insgesamt) zu bringen, die wir noch dazu schon um 9 Uhr vormittags beziehen dürfen Dieser Typus von Unterkunft misst 75 m² und ist der günstigste im Resort, wenn man bei einem Preis von fast 900 Euro pro Tag für die Vollpension von günstig sprechen kann. Wer es noch luxuriöser möchte, kann in sogenannten Royal und Emirates Suites hausen, oder wie der Emir persönlich sich auf 530 m2 in der Präsidentensuite ausbreiten. (Alle Räumlichkeiten mit den entsprechenden Ausstattungen sind unter www.al-maha.com im Detail zu besichtigen).

Schnell hat die Hostess uns die Technik erklärt als auch schon unser Gepäck eintrifft und wir endlich in die Badesachen schlüpfen können, denn der private, mit einem Segel gedeckte und zur Wüste hin offene Pool auf der Terrasse ist bei 29º allzu verlockend, das Wasser hat die für mein liebend Weib optimalen 27º, wobei man die Option hat, je nach Belieben die Temperatur zu regulieren. Wir verbringen gleich zwei Stunden im 6x3 Meter Becken und schauen fasziniert über die Infinity Kante bei klarer Luft weit in die darunter liegende Oase und die Sandwüste dahinter.
In der Ferne sieht man einzelne Oryxe zu den Wasserlöchern pilgern, die man sich mit dem in jeder Suite zur Verfügung stehenden Steiner Jagdglas ganz nahe heran holen kann. Die folgende Zeit bis zum Mittagessen verbringen wir mit dem Bestaunen der edel eingerichteten Suite, des opulenten Bades, der Luxuspflegemittel von Bulgari und dem Testen der Matratzen, die so wie im Burj mit edlem Leinen bezogen sind und für Nacktschläfer wie uns ein besonderes haptisches Vergnügen bilden...

Da wir das Frühstück an diesem Tag noch im Flugzeug zu uns genommen hatten, regt sich zu Mittag der Appetit und wir wandern auf dem gepflasterten Weg zum Haupthaus, checken im Business Center noch schnell gratis die Mails und lassen uns dann auf der Restaurantterrasse einen schattigen Tisch zuweisen. Während wir auf die Speisekarte warten, beobachten wir aus nächster Nähe einen winzigen Kolibri, der sich an glockenförmigen Blüten zu schaffen macht. Wir wählen wie so oft Fischiges, meine Frau ein paar Jakobsmuscheln und ich pikante Shrimps, nachher gibt es noch einen Vanillebecher. Mit vollem Bauch wollen wir nicht zur Siesta wandern sondern geben unserem Philippino ein Zeichen, auf dass er uns wieder zur Suite kutschiere, er ist wie auch das übrige Personal ausgesucht freundlich und freut sich über ein paar Brocken Spanisch.

Wenn man im Al Maha zu Gast ist, hat man täglich zwei sogenannte Activities im Arrangement inkludiert, man kann zwischen Kamel- oder Pferderitt, Dünenfahrten im klimatisierten Toyota Allradler oder Falknerei wählen. Um 16 Uhr fährt der perfekt Schwäbisch parlierende Südafrikaner Jorg nur mit uns beiden durch das Resort, zeigt uns den Prachtbau der Präsidentensuite, während er die Geschichte des Al Maha lebendig erzählt, erklimmt gekonnt die Dünen und klärt uns darüber auf, dass sie die Runde täglich fahren müssen ansonst der ewig blasende Wind die Pisten wieder zuweht.
Wir erreichen einen Futterplatz für die Oryxe, wo sie spezifisches, mit Mineralien versetztes Zusatzfressen erhalten. Die Tiere sehen sehr gesund aus und die zahllosen Bemmerl (Köttel) ringsum zeugen offenbar von guter Verdauung. Auch zwei Gazellen bekommen wir zu Gesicht, die sich an scheinbar total vertrocknetem Wurzelwerk laben. Diese erste Besichtigungsrunde dauert ca. 45 Minuten, dann gibt es Tee in der Lobby. Anschliessend ist es wieder Jorg, der uns zu einem zwei Kilometer entfernten Platz bringt, wo vier behelmte Falken auf eigenen Hochsitzen darauf warten, ihre täglichen Flugübungen zu absolvieren. Es ist Sundownerzeit, daher erhalten wir mit zwei anderen Paaren um die Tiere gruppiert jeder ein Glas Sekt und eine Einführung in die traditionelle Falknerei der Wüstensöhne. Es ist faszinierend, den schnellen, edlen Vögeln beim Anfliegen auf die vom Falkner gewirbelte Pseudobeute zuzuschauen, wenn sie drei bis vier Sturzflüge absolviert haben, werden sie mit Fleischstücken von Ratten oder Mäusen abgelenkt und dann kann man sie aus nächster Nähe am belederten Arm des Falkners beim Fressen beobachten.

Abends wird uns im Restaurant als Abschluss eines perfekten Tages ein köstliches fünfgängiges Menü serviert, das wir mit einem neuseeländischen Sauvignon Blanc aus der Marlborough Region hinunterspülen. Wieder sind wir von der unaufdringlichen Professionalität des Personals begeistert und fallen um 23 Uhr in gesegneten Schlaf.

Man sollte nicht zu spät ins Bett gehen, denn Ausritte zu Pferde beginnen bereits um 6:30 früh, ebenso eine weitere Falknereinheit. Wir sind aber morgens enttäuscht, weil das Wetter schlechter geworden ist, es ist nicht nur viel kühler, nein, es weht auch ein Sandsturm, der einem jede Sicht nimmt und wir fragen uns, wer wohl die Stamina hat, bei diesen Konditionen auf einen Dromedarrücken zu steigen. Das opulente Frühstücksbuffet tröstet aber schnell über den versäumten Ausritt hinweg: eine riesige Müsliauswahl, Trockenfrüchte, Nüsse, Obst, Joghurt, traumhafte frisch gepresste Säfte von Guave, Ananas und Orangen, Eier in jeder erdenklichen Form, Würste mit Baked Beans, Schinken, reife Käse.....für einen tüchtigen Esser soviel, dass er dann das Mittagessen sausen lassen muss.

Zurück auf unserer Terrasse haben wir das seltene Vergnügen, zwei Gazellenböcke, die durch ein offenes Tor in der Umzäunung in den Innenbereich der Anlage geraten sind, aus nächster Nähe beim Revierkampf zu beobachten: die jungen, unerfahrenen Tiere vergessen ihre übliche Zurückhaltung und gehen mit Verve aufeinander los, das offenbar umworbene Weibchen geniesst aus der Distanz den Wettkampf um ihre Gunst.

Wir hoffen auf ein Aufklaren des Wetters und melden uns für den nachmittäglichen Kamelritt an, den wir aber Stunden später wieder stornieren müssen, da die Sicht nicht besser geworden ist. Inzwischen schwimme ich ein paar Runden im Pool, ziehe mich dann aber bald in den geräumigen Whirlpool im Bad zurück, nachdem schon die Zähne wegen des Sandsturms zu knirschen begonnen haben.

Zum Dinér trösten wir uns mit delikaten Krustentieren und weil es der letzte Abend im Al Maha ist, gönnen wir uns einen vorzüglichen Shiraz aus Südaustralien, mit den Bieren vom Lunch des Vortages und dem Sauvignon Blanc stehen dann 750 Dhs (1 Euro = 4,7 Dirham) auf der Rechnung, die wir am nächsten Morgen zu begleichen haben, zwei Mousepads in Form von gummierten Mini-Perserteppichen, die wir im angeschlossenen Souvenirshop entdeckten, waren ebenfalls noch inkludiert.

Wir dürfen die Suite noch bis Mittag nützen ehe uns das bestellte Taxi für 150 Dhs zurück nach Dubai City bringt.

Fazit: wunderschöne und vor allem exklusive Erlebnisse in einem luxuriösen Resort in einer atemberaubenden Landschaft


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Kommentare zu diesem Erfahrungsbericht

  • Leo56 veröffentlicht 13.10.2016
    sehr schön!
  • Karry2000de veröffentlicht 31.03.2016
    sh
  • diecordu veröffentlicht 29.11.2015
    BH und einen schönen Adventssonntag! :-)
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Produktdaten : Al Maha desert resort

Produktbeschreibung des Herstellers

Ciao

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