Aladdin (Disney 1992)

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Aladdin (Disney 1992)

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Dieser Film leistet das, was der Slogan von "Haribo" verspricht

5  01.12.2010

Pro:
Dieser Disney - Film macht Kinder und Erwachsene froh .

Kontra:
nichts  -  allenfalls ein paar Szenen, die ggf .  etwas zu gruselig für die Kleinsten sind

Empfehlenswert: Ja 

Spassprediger

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Bis zum Jahr 1992 hörte der Held aus dem Märchen um die Wunderlampe auf den Namen „Aladin". Dann aber bemächtigten sich die die Damen und Herren aus dem Imperium unter der Mäuseflagge des Stoffs. Deren Amts- und Verkehrssprache ist jedoch das Englische, und im Englischen schreibt sich Herr Aladin traditionell mit einem doppelten „d“. Die Folge: Citizen „Aladdin“ hat sich auch im deutschsprachigen Raum eingebürgert.


Ein paar Jahre zuvor war das noch anders gewesen. Da hatte man aus der Meerjungfrau „Ariel“ vor ihrer Einreise in den deutschsprachigen Raum erstmal eine „Arielle“ gemacht – wahrscheinlich, weil man Verwechslungsgefahr mit Waschmitteln oder bösen Luftgeistern aus Shakespearedramen befürchtete. Bei der Immigration von „Aladdin“ hat man solche Rücksicht auf Sprachgebiets-Besonderheiten offensichtlich nicht für nötig befunden. Das Resultat: Noch fällt eine Stichprobe im deutschsprachigen Sortiment des Online-Buchhändlers „amazon.de“ zwar zugunsten des „Aladin“ aus, aber Cousin „Aladdin“ holt bereits kräftig auf – es dürfte nur eine Frage der Zeit sein, bis den Aladin ein ähnliches Schicksal ereilt wie es dem heimischen Eichhörnchen beschieden ist, das langsam, aber sicher von zugewanderten Streifenhörnchen verdrängt wird.

Für den Unterhaltungswert des Films „Aladdin“ ist die Benamsung natürlich von eher geringer Bedeutung: der kleine sprachliche Gag des englischsprachigen Originals, der den Aladdin kurz zum schottischen „laddie“ mutieren lässt, funktioniert im Deutschen ja ohnehin nicht. Der Rest der Vertonung bleibt natürlich auch auf der Strecke zwischen den US of A und dem deutschsprachigen Vermarktungsgebiet, aber das werden wohl wirklich nur ganz eingeschworene Fans des Schauspielers Robin Williams bedauern, denn auch dessen deutsches Pendant Peer Augustinski macht seine Sache wirklich sehr gut. Williams und Augustinski leihen ihre Stimmen dem heimlichen Helden des Films, und das ist natürlich der Geist der Lampe.

In Disneys Version des Märchens ist der ein wunderbar wandelbares Geschöpf, das schneller die Gestalt wechselt, als man Simsalabim sagen kann. Im Eilzugtempo nimmt der blaue Dschinn die Gestalt von Arnold Schwarzenegger, Peter Lorre oder anderen bekannten Darstellern aus Film und TV an, und ganz nebenbei ist der mit höchst expressivem Duktus aufs Zeichenbrett gebannte Geist auch noch erkennbar eine Hommage an den großartigen Karikaturisten Al Hirschfeld.

Kleinen Zuschauern müssen sich solche Anspielungen nicht erschließen; sie werden auch so Vergnügen an der quirligen Figur haben. Und ein erwachsenes Publikum darf sich darüber hinaus eben noch auf eine Reihe gelungener Karikaturen freuen. In der Produktion von im besten Sinne familientauglichen Filmen liegt m.E. von jeher eine Stärke der Disney-Studios. Im besten Falle unterhalten solche Filme Kinder wie Erwachsene gleich gut, weil sie Zuschauern verschiedensten Alters etwas zu bieten haben. Und „Aladdin“ ist dafür, die obigen Ausführungen lassen es sicherlich bereits erahnen, ein wunderbares Beispiel, denn der blaue Dschinn ist beileibe nicht der einzige Hingucker, den „Aladdin“ zu bieten hat. Aladdins Äffchen Abu, das übrigens verdächtig oft wie der gute alte Erpel Donald Duck klingt, ist ebenso entzückend wie der missmutige Papagei Jago, der von der Schulter von Aladdins Gegenspieler Jaffar hinab seine mürrischen Kommentare krächzt.

Die Handlung des Films orientiert sich zwar am altbekannten (fast) gleichnamigen Märchen, geht aber disneytypisch recht frei mit dem Stoff um. „Aladdin“ bedient sich der Hauptfiguren der Vorlage „Aladin und die Wunderlampe“ und formt das Märchen in eine Geschichte um, in der sich nicht nur Anklänge an „Ali Baba und die 40 Räuber“ finden, sondern die vor allem immer wieder zitathaft auf Alexander Kordas Kostümkino „Der Dieb von Bagdad“ verweist. Dieweil „Aladdin“ ein Spross aus dem Hause Disney ist, darf natürlich auch die Moral nicht zu kurz kommen, und die lautet bei dieser Version der Geschicht’ sinngemäß, dass ein reines Herz und gute Gesinnung mehr wiegen als Hab und Gut. Das ist zum einen natürlich eine Aussage, die idealtypisch fürs Märchen ist; zum anderen aber sicher auch eine erzieherische Botschaft, an der’s nichts zu bekritteln gibt.

Weswegen mein Fazit in Sachen „Aladdin“ denn auch sehr eindeutig ausfällt: „Aladdin“ bietet all das, was die besten Filme aus dem Hause Disney zu 1A-Unterhaltung für die ganze Familie macht.

Mit anderen Worten: sorgfältig und mit viel Witz gezeichnete Charaktere in einer spannenden, kurzweiligen, unterhaltsamen Geschichte. Auf die eine oder andere für meinen Begriff etwas lang geratene musikalische Einlage hätte ich zwar verzichten können, unterm Strich macht der Film kleine erzählerische Längen aber allemal wett. Wer auf der Suche nach dem kindgerechtem Kintopp für Zuschauer unter sechs Jahren ist, sollte aber wohl trotzdem vorgewarnt sein: Hie und da wird’s, das liegt in der Natur der Erzählung, ziemlich aufregend und auch immer wieder ein bisschen gruselig – ganz ohne erwachsene Begleitung sollte der Spaß also auch hier nicht vonstatten gehen, denn ggf. wird vielleicht zu erklären bzw. daran zu erinnern sein, dass auch eine noch so gruselige, sprechende Schatzhöhle mitten in der Wüste ja doch nur „Farb’ und Pinselstrich“ ist.

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Kommentare zu diesem Erfahrungsbericht
KaiRabe

KaiRabe

12.12.2010 11:34

Sehr guter Bericht. Ob allerdings ein "reines Herz" und dergleichen mehr Wert sind als Gut und Geld ist für mich nicht ganz sicher - man braucht schließlich eine Menge Grundkapital, um solch einen tollen Film herzustellen. Und der zu Recht gelobte Peer Augustinski hat sicher auch ein paar Mark (?) für seine großartige Mitwirkung bekommen. Naja, immerhin möglich, dass man im alten Disney-Orient auch ohne Moneten glücklich wurde... LG Kai Rabe

nessi44

nessi44

09.12.2010 05:40

zu Zeiten als meine Jungs denn sich noch anschauten konnte die gesamte Familie die Dialoge schon auswendig :-) LG von Andreas

blueberry-dream

blueberry-dream

04.12.2010 17:41

Jap! Einer der wenigen gut guckbaren Disneyfilme.

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  1. KaiRabe
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