Alarm-Profis

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... „The Alarmist“ oder unter dem deutschen Titel „Die Alarm-Profis“ (1997) versank ganz schnell auf dem Markt. Was eigentlich schade ist. Nicht unbedingt wegen dem sehr sonderbaren, unstimmigen Film, sondern wegen Capshaw selbst in einer ihrer besten Vorstellungen sowie einigen aberwitzigen ... Bericht lesen





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Die verführerische Mrs. Spielberg!
Erfahrungsbericht von MarsellusWallace14 über Alarm-Profis
09.03.2002


Produktbewertung des Autors:   

Humor durchschnittlich humorvoll 
Spannung wenig spannend 
Anspruch eher nicht 
Action: null 
Romantik: viel 

Pro: Capshaw, Reynolds, einige Witze
Kontra: das letzte Drittel

Empfehlenswert? nein 

Kompletter Erfahrungsbericht

Es ist keine neue Weisheit, die ich hier einmal mehr an den filminteressierten wie sonstigen Leser zu bringen versuche: die Lebensabschnittspartner von Berühmtheiten haben es nicht nur laut der Klatschpresse oftmals sehr schwer. Nicht nur müssen sie mit dem ganzen Rummel um ihren Ehegatten, Freund oder Geliebten fertigwerden, sondern auch lernen, wegzustecken, wenn der ein oder andere überschwengliche Reporter oder Fan sie beiseite stößt, um der weit wichtigeren Persönlichkeit an ihrer Seite nah zu sein. Das kann je nach Charaktertyp der jeweiligen besseren Hälften frustrierend, ein Segen oder schlichtweg unproblematisch sein.

Sicherlich problematisch jedoch wird es, wenn der weniger bekannte Partner im gleichen Geschäft tätig ist wie der Star in der Beziehung. So muß man stets um eigene Anerkennung ringen und findet diese zuweilen erst, nachdem man sich von dem übergroßen Partner fair getrennt hat. So geschehen bei Nicole Kidman, die erst nach der Trennung von Megastar Tom Cruise letztes Jahr mit Film- und Kritikerfolgen durchstarte wie noch nie zuvor. That’s life...

Zu den weniger bekannten Frauen berühmter Männer gehört auch die schöne, attraktive, wenn auch nicht sonderlich talentierte, jedoch stets charmante Mrs. Steven Spielberg. Der fraglos bekannteste Filmemacher unserer Zeit heiratete die leidlich bekannte blonde Schauspielerin Kate Capshaw anno 1991, nachdem er sich von seiner ersten Ehefrau Amy Irving, ebenfalls eine Akteurin, trennte. Capshaw spielte bereits 1984 in dem von Spielberg inszenierten zweiten Teil der Indiana Jones-Reihe „Tempel des Todes“ die weibliche Hauptrolle und wird, wenn alles gut geht, in dem anstehenden vierten Teil der Abenteuerserie wieder dabei sein.

Ein willkommenes Karrierehoch für die nicht sonderlich ambitionierte, aber sehr fotogene Schauspielerin, die sich in seichten Produktionen mit ihrem überdurchschnittlich guten Aussehen für eine Frau in ihren 40ern herumplagte. Daß der bekannteste Film seit ihrer Spielberg-Kollaboration der 1989 veröffentlichte Thriller „Black Rain“ war, spricht wohl für sich. Und auch die relativ innovative, wenn auch krude Genre-Mixtur „Life During Wartime“ (erkläre mir mal einer den Sinn dieses Titels in Bezug auf diesen Film!) bzw. „The Alarmist“ oder unter dem deutschen Titel „Die Alarm-Profis“ (1997) versank ganz schnell auf dem Markt.

Was eigentlich schade ist. Nicht unbedingt wegen dem sehr sonderbaren, unstimmigen Film, sondern wegen Capshaw selbst in einer ihrer besten Vorstellungen sowie einigen aberwitzigen Momenten, wie ich sie selten zuvor, noch im nachhinein zu sehen bekam. Nach dem Skript und unter der Regie des Debütanten Evan Dunsky wurde eine makabre Komödie gefertigt, die amüsant-verschroben beginnt, um in einen eher dümlich-einfallsarmen Thriller abzudriften.


David Arquette, bekannt als trotteliger Sheriff aus den „Scream“-Filmen, spielt Tommy Hudler, einen ambitionierten jungen Mann, der eine Ausbildung in der Geschäftsstelle des linkischen Heinrich Grigoris (Stanley Tucci) als Verkäufer für Einbruchsalarmanlagen macht und alsbald zum erfolgreichsten Mann der Filiale wird. Eines Tages verkauft er der älteren Gale Ancona (Kate Capshaw) eine Alarmanlage und landet gleich mit ihr im Bett. Die Romanze zwischen dem jungen Mann und der älteren Frau sorgt für ein wenig Wirbel, aber Tommys Versuch ihren schrägen erwachsenen Sohn Howard (Ryan Reynolds) besser kennen zu lernen, erweist sich als schwierig. Doch das alles füllt lediglich die erste Hälfte des Films.

Soweit, so amüsant, aber dann stellt sich heraus, daß Grigoris seine Kunden ausraubt, zumal er seine eigenen Alarmanlage gekonnt ausschalten kann. Dies wird ihm zum Verhängnis, als etwas mit Gale und Howard geschieht, womit keiner gerechnet hat. Und der langsam seinen Verstand verlierende Tommy glaubt in Heinrich den Schuldigen für alles zu finden...


Viel Handlung gibt der Film nicht unbedingt her, aber das steht hier auch nicht im Vordergrund. Was eigentlich genau dort steht, wird einem nie richtig klar. Der Film beginnt recht merkwürdig mit Tommys nervösem Vorstellungsgespräch bei der Filiale und seiner ersten Lehrmonate. Alles nicht sonderlich interessant, wenn auch gelegentliche Dialoge in ihrer Absurdität witzig sind und die hübsche Mary McCormack als clevere Sekretärin gute Punkte sammeln kann. Tucci gibt einmal mehr den undurchschaubaren Schleimbeutel und Arquette den naiven, sympathischen Tölpel. Ob die Welt der Alarmanlagenverkäufer realistisch porträtiert wird, wage ich zu bezweifeln, aber das ist nun gleich egal, wenn die Büro-Komödie in eine charmante Liebeskomödie á la „Die Reifeprüfung“ umschlägt.

Und das ist der Auftritt für die für ihre Jahre beachtlich attraktive und frisch gebliebene Kate Capshaw, die ihre physischen Vorteile für ihre spontan ansprechende Figur nutzt, statt auf ihnen herumzureiten. Die Romanze zwischen den beiden unterschiedlichen Typen ist ganz nett, wenn auch dies abermals gestört wird durch den Auftritt einer weiter Person, die von Gales Sohn Howard, der ganz sonderbare Geschichten auf Lager hat, mit denen man aber nicht rechnet und so wie mir passiert einen vor Lachen aus dem Bett fallen lassen. Dies ist besonders effektiv, da Ryan Reynolds alles so spricht, als würde er es ernst nehmen.

Nach einer peinlichen Sequenz, in der Tommy seine ältere Flamme seiner dysfunktionalen Familie vorstellt, die bemerkenswerterweise von Arquettes wirklichen Eltern und Geschwistern gespielt werden, ausgenommen den Stars der Familie Patricia und Rosanna Arquette, springt der Film von der leichten in eine schwarze Komödie, die überhaupt nicht nachvollziehbar ist und alles, was im letzten Drittel zwar überraschend, aber sehr weit hergeholt erscheinen läßt. Allein das Ende ist wie ein Witz, der auf Kosten der Zuschauer geht, aber auch sämtliche Figuren vorführt. Da hat man sich gehörig vergriffen.

So bleibt ein sehr merkwürdiger Film ohne leichter Kategorisierung zurück, mit einigen guten Szenen, ein, zwei guten schauspielerischen Vorstellungen und ebenso überambitionierter wie verquert inspirierter Inszenierung wie seichtem über witzigem bis doofem Drehbuch. Schluß!
   

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