Alaska SAC 12010 QC

Alaska SAC 12010 QC

Klimaanlage - mit Heizfunktion mehr

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Heizfunktion der Klimaanlage im Winter
Erfahrungsbericht von HansGeorg7272 über Alaska SAC 12010 QC
06.01.2010


Produktbewertung des Autors:   

Bedienung ausgezeichnet 
Zuverlässigkeit gut 
Bedienungsanleitung einfach & übersichtlich 

Pro: erstaunlich sparsam und wirkungsvoll
Kontra: Anleitung nicht explizit für Selbstinstallation gemacht, Effizienzklasse unklar

Empfehlenswert? ja 

Kompletter Erfahrungsbericht

Hallo Leute,

leider fand ich nirgendwo einen Bericht über die Brauchbarkeit von Klimaanlagen als Heizung, also versuch ichs mal. Die sicherlich ausgereiften Geräte sieht man ja überall im Ausland, bei uns werden sie wenig verwendet, noch seltener als Heizung.

Wir waren auf der Suche nach einem Nachfolger für die alte Ölheizung. Bei einem Aktionsangebot im Supermarkt konnte ich nicht widerstehen und nahm für 280,- Euro eine Alaska SAC 12010 QC Split-Klimaanlage mit Heizungs- und Entfeuchtungsfunktion mit. Hauptbeweggrund war eine Schnellkupplung der Kälteleitung bei der ich zu Recht vermutete dass man zum Anschluss keinen Kältetechniker benötigt. Das kleinere Modell SAC 9010 QC kostet nur 240,- Euro. (Die techn.Daten stehen ganz am Ende). Auch beginnt der Einsatzbereich angeblich bei minus 5 Grad, was mich neugierig machte.

Momentan gibt es wenige Geräte mit Effizienzklasse A, wie z.B. Einhell NSK3500 oder Coolix MSM3, bei Kosten von ca. 350,-bis 550,- Euro. Auf Grund der Effizienzklasse A des kleineren Schwestermodells vermutete ich eine ebensolche bei meinem Gerät, es hat aber nur Klasse B wie auf der Verpackung oder gar C wie auf dem beigelegten Klebeetikett ersichtlich. Meine Begeisterung war gebremst - unnötigerweise, wie sich herausstellen sollte.

Der Aufbau der Anlage war bei mir eher einfach, denn das Außengerät steht auf einem auf den Boden gelegten dicken Ziegelblock an der Nordseite des Hauses. Die Montage per Leiter auf einer hoch liegenden Konsole könnte anstrengend werden.

Ein 80 mm starkes Loch in die Wand gebohrt, Montageplatte für das Innengerät an die Wand gedübelt. Mit einem Helfer die Kälteleitung vorsichtig entrollt, durch die Wand geschoben, draussen ebenso vorsichtig ( keinen Knick verursachend! ) die überzählige Leitung eingerollt, genau passend zum Anschluss hingebogen und mit dem Aussengerät verbunden. Dass auf der Steckverbindung eine Kappe sitzt ist aus der Anleitung nicht gut ersichtlich, sie sieht auf den ersten Blick wie die Steckverbindung selbst aus. Es wird nicht darauf hingewiesen dass die Anschlüsse wahrscheinlich peinlich sauber und trockenst sein müssen. Ebenso nicht beschrieben ist dass die Kälteleitung gegen Verbiegung vermutlich sehr empfindlich ist, besonders im gefüllten, betriebsbereiten Zustand. Immerhin muss die 4 Meter lange und eher schwere Leitung, ohne sie zu knicken, durch das Loch in der Wand geschoben werden. Dann nur noch schnell die Kondenswasserleitungen angeschlossen und Stecker in die Steckdose, das wars.

Bei der Montage hatten wir so minus 10 bis minus 12 Grad - ideal zum Ausprobieren ob sich das Gerät auch im tiefen Winter noch als Heizung verwenden lässt. Nach zwei Tagen Probelauf schon mal im Voraus: man könnte fast ja sagen.

Unser Haus (Baujahr 1969) ist nur mittelmäßig gut gedämmt. Wir wohnen, Wind und Wetter ausgesetzt, an einem See im Alpenvorland. Der war kurz vor dem Zufrieren, runherum alles voll Rauhreif, also fast unmögliche Bedingungen für ein Klima-Wärmepumpengerät. Ich hatte Bedenken, wurde aber positiv überrascht. Gestern wars nebelig und es hatte tagsüber gerade mal minus 8 bis minus 10 Grad, es war trotzdem angenehm warm im Haus. Das Außengerät läuft bis ca. minus 5 Grad Außentemperatur ohne Eisansatz, darunter vereist es schnell und muss abtauen. Trotz einer optisch dicken Reifschicht auf den Lamellen scheint die Leistung nicht merklich nachzulassen. Es taut bloß alle paar Stunden 10 Minuten lang ab, die Raumtemperatur sinkt dabei so um ein Grad. Bei minus 10 Grad taut es schon alle eineinhalb Stunden ab, je nach Luftfeuchtigkeit. Das Abtauen geschieht durch den Kompressor selbst, was billiger ist, und nicht per Stromheizung. Aus unerfindlichen Gründen lief das Gerät nach dem Abtauen zweimal ohne zu heizen weiter, nahm aber nach einem Reset die Arbeit wieder auf.

Die ausströmende ca. 35-40 Grad warme Luft lässt sich nach allen Richtungen hin lenken, teils sogar per Fernbedienung, so wie alle anderen Funktionen auch. Für unser 22 m/2 Wohnzimmer ist das Gerät viel zu stark. Sogar bei diesen tiefen Temperaturen haben wir im Erdgeschoß bei offenen Türen 20 bis 22 Grad im Wohnzimmer, in den anderen Zimmern ein paar Grad weniger, ohne Zugluft an den Füßen wenn der Luftstrom nach unten gelenkt wird. Ein leichtes Rauschen wie bei einem elektr. Heizlüfter ist besonders bei höchster Ventilatorstufe zu hören, uns stört es nicht und der Luftstrom ist erträglich.

Man sollte meinen dass der Wirkungsgrad bei diesen Temperaturen stark absinkt, mag sein. Wir bemerken jedoch kein starkes Absinken der Heizlufttemperatur wenn es draussen sehr kalt wird, der Verbrauch steigt dabei nicht. Der maximale Stromverbrauch beträgt laut Messgerät statt der angegebenen 1590 nur 1280 Watt, keine Ahnung, warum.

Heute ist der See bereits zugefroren, die Luft daher trockener. Die Temperatur lag morgens bei minus 10, mittags bei minus 6 Grad, abends wieder bei minus 8 Grad. Abgetaut wurde frühmorgens schon nach 90 Minuten und nach weiteren 3 Stunden, dann erst wieder abends als es saukalt wurde. Verbraucht wurden in diesen 14 Stunden nur 14,46 Kwh, trotz der Kälte. Das wären bloß 1033 Watt pro Stunde, für mich unverständlich wenig. ( Das Messinstrument ist getestet und stimmt.) Wenn man noch dazu bedenkt dass man das Gerät mit billigem Wärmepumpenstrom betreiben kann und z.B. weder Kamin noch Kaminkehrer oder Heizungsservice benötigt, fällt die Entscheidung nicht schwer. Beim Neubau erspart man sich noch dazu die komplette Heizung samt Tankraum, Kamin usw.. Es benötigt vermutlich auch keine Wartung, lediglich alle zwei bis drei Monate sollte der Luftfilter gereinigt werden. Und falls mal eine Störung auftritt dann löse ich einfach die Steckverbindung am Außengerät und bringe es selbst zur Reparatur - ein Preisargument mehr.

Was spricht dagegen? Falls es noch kälter wird als jetzt, ist es möglicherweise nötig mit einem kleinen Heizlüfter etwas zuzuheizen ( evtll. mit billigem Heizstrom ), es dürfte aber selten der Fall sein. Das etwas schwächere Gerät ist effizienter. Vielleicht fühlen sich einige Leute vom leichten Luftstrom oder dem Rauschen gestört, das sollte man sich vorher selbst irgendwo ansehen. Der Ventilator des Außenteiles könnte mich vielleicht stören wenn ich so 6-8 Meter davon bei offenem Fenster schlafen müsste, über 10 Meter vermutlich nicht mehr, aber das ist subjektiv. Eine mit Glaswolle ausgestattete Verkleidung hilft da ganz gewaltig, das weiß ich aus eigener Erfahrung. Der Standbyverbrauch liegt bei erträglichen 5 Watt, im Wartezustand nach Erreichen der Solltemperatut verbraucht es 15 Watt.

Wenn man bedenkt dass man damit im Sommer eine Klimaanlage oder für schwüle Tage einen Luftentfeuchter hat dann scheint die Sache klar. Der Strompreis schwankt viel weniger als der anderer Energieträger, und verglichen mit dem Heidengeld für eine andere Heizungslösung sind 240,- bis 280,- Euro ein Klacks. Ich überlege, die restlichen Räume des Hauses auch so zu beheizen und mir damit viele Tausende Euro für eine neue Heizung zu sparen. Die alte Anlage ließe ich dann stehen, für den Fall dass es mal noch kälter als jetzt werden sollte heize ich eben mit etwas Holz nach. Ölbrenner & Co. fliegen sowieso raus.

Vielleicht hilft der Bericht jemandem bei seinen Überlegungen, falls auch er nichts zu diesem Thema gefunden hat. Tut mir leid wenn ich etwas vergessen habe. Mit Kundendienst und Zuverlässigkeit habe ich keine Erfahrungen und mein Bericht betraf auch nur die Wintertauglichkeit.

Bitte erwartet darum nicht dass ich über die Kühlleistung schon etwas sagen kann. Wenn ich das bei minus 12 Grad Außentemperatur teste läuft mir meine Frau davon (grinsgrins,naja). Aber der nächste Sommer kommt bestimmt...

Noch die Daten für SAC9010QC sowie SAC 12010QC:

Effizienzklasse A / B oder C
Nennleistung Kühlen - 1035 / 1485 Watt
Kühlleistung - 2500 / 3500 Watt

Nennleistung Heizen- 1220 / 1590 Watt
Heizleistung - 2800 / 3800 Watt

Luftvolumen - 460 / 550 m3/h
Lautstärke innen - 50 / 56 Db
Lautstärke außen - 63 / 66 Db
Gewicht Außenteil - 35 / 35 kg
Kühlmittel R410a - 1,2 / 1,35 kg


Viel Glück, eine warme Stube und schönen Tag noch!
   


Alaska SAC 12010 QC

Haupteigenschaften

EAN: 7613076387864

Hersteller: Alaska

Kältemittel: R 410 A (FCKW-frei)

Luftentfeuchtungsfunktion: ja

Bauart: Split-Klimagerät

Kühlleistung in BTU (British Thermal Units): 12000 BTU

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