Dieser Erfahrungsbericht wurde von 125 Ciao Mitgliedern durchschnittlich als sehr hilfreich bewertet
Hallo,
ich bin zurzeit ein wenig im Sushi-Fieber und da kam es mir gerade recht, dass es während der Asia-Woche bei Aldi vor kurzem auch ein paar Zutaten gab, die man sowohl für Sushi-Genuss als auch für einige andere Gerichte verwenden kann. Als ich letztens beim Stöbern auch noch feststellte, dass ich diese Kategorie noch nicht einmal mehr vorschlagen muss, habe ich mir vorgenommen, euch hier mal einen Bericht über ein kleines, unscheinbares Gläschen zu schreiben, das sicherlich der eine oder andere schon kennen gelernt hat. Die Rede ist vom grünen Meerrettich oder einfach nur
WASABI,
der neben eingelegtem Ingwer und Soja Sauce zu jedem Sushi-Erlebnis dazugehört.
Die meisten von uns, die die asiatische Küche lieben und den Asia-Wochen bei Aldi regelmäßig entgegenfiebern, wissen dass die Asia-Produkte unter dem Label KIM geführt werden.
Aldi bietet während der Asia-Wochen für ca. 69 oder 79 Cent den hellgrünen Meerrettich in Gläschen mit ca. 140 g an.
Wie bei den meisten Aldi-Produkten ist man auch hier sehr sparsam mit Angaben zum Hersteller, ich fand lediglich den Hinweis, dass wir dem
Meerrettich Vertrieb EM Postfach 25 91081 Baiersdorf
zu verdanken haben, dass diese kleinen Gläschen mit ihrem unscheinbaren Inhalt den Weg in die Regale des Discounters finden. Die angegebene EAN 231 40 295 hilft auch dem größten Cleverle unter uns sicherlich nicht weiter. Na ja, egal - wir hatten es wenigstens versucht.
1. WAS BITTE IST WASABI? **************************************** Wasabi ist japanischer Meerrettich der den Geschmack japanischer Gerichte, u.a. Sushi als bekanntestes, unterstreichen soll. Wie unser Meerrettich auch ist dieser ein Knollengemüse, das zu einem Mus mit einer ganz feinen Reibe verarbeitet wird. Frische Wurzeln zählen in Japan zu den kräftigsten Gewürzen. Mitunter, so habe ich gelesen, wird er als Pulver angeboten, so dass man ihn mit Wasser zu einer breiigen Masse anrühren kann. Er wird als Beilage meist in kleinen Schälchen gereicht, so dass jeder selbst entscheiden kann, wie viel er sich zur Verfeinerung des Gerichts nimmt bzw. zutraut. Denn im Gegensatz zu dem in unseren Breiten bekannten Meerrettich ist dieser um einiges schärfer. Mitunter hört man auch nur anstatt Wasabi die Bezeichnung "sabi", eine Abkürzung. Aber scharf ist nicht gleich scharf. Ich habe hier manchmal schon das Gefühl, wir Europäer bekommen die "milde" Sorte, denn der richtig scharfe Wasabi wird auch "namida" (Tränen) genannt. Dreimal dürft ihr raten, weshalb...
Am bekanntesten ist der Wasabi als Mittelchen zur Verfeinerung von Sushi, aber ich hatte vor einiger Zeit mal nachgesehen, ob man ihn auch anderweitig verwenden kann und für eine simple Meerrettich-Soße war er mir dann doch etwas zu schade. Bei meiner Suche bin ich dann auf ein wirklich scharfes Rezept gestoßen, dass ich euch am Schluss zum Nachbasteln verraten werde.
Aber kommen wir mal zum KIM Wasabi:
2. WIE SIEHTS DENN AUS? *************************************
Der Wasabi von Aldi befindet sich in einem ca. 10 cm hohen und durchschnittlich 5 cm breitem Schraubglas, wobei ich hier anmerken möchte, dass ich Glasverpackungen generell nicht so sonderlich gut finde. Glas und Fliesenböden vertragen sich nun mal nicht.
Das durchsichtige Glas gibt den Blick schon auf die leicht grünliche Masse im Inneren frei und das Ganze hält ein wunderbar dunkelblauer Schraubdeckel unter Verschluss, somit ist die Wiederverschließbarkeit gewährleistet.
Um das Glas herum befindet sich eine Papierbanderole, die wie alle Asia-Produkte von Aldi im oberen Bereich zunächst einmal das rot-weiße KIM-Logo und ein zierlicher goldener Drache zieren. Als Untergrund wurde dunkelblau gewählt, dessen Verlauf aber zu den Enden hin heller wird. Von dem heben sich die weißen Lettern "Meerettich Wasabi" gut ab. Die untere Hälfte wird fast ausschließlich von einem roten Untergrund, auf dem eine Schale mit 3 Maki zu sehen ist, ausgefüllt.
Trotz des wenigen Platzes befinden sich auf der Banderole auch noch - so zusagen auf der Rückseite des Gläschens - eine angedeutete untergehende Sonne mit einem Strichcode-Muster sowie die für den Verbraucher wichtigsten Infos wie Zutaten, Hinweise zur Haltbarkeit und Nährwerttabelle. Das gefällt mir sehr gut, weil viele andere Hersteller das immer für unwichtig zu halten scheinen und den wenigen Platz mit vielen eher nebensächlichen Gestaltungselementen verschandeln.
Im Übrigen habe ich mir für Vergleichszwecke mal einen "normalen" Tafel-Meerrettich hier mit hinzugezogen. Der ist - welch Wunder - auch ein KIM-Produkt und so kann ich jetzt sagen, die Gläschen sind keine asiatische Neukreation, sondern wahrscheinlich für die Märrettichsorten des Herstellers Standard.
3. SCHARFES ZEUG - DAS PRODUKT ******************************************
Aussehen/ Konsistenz ~~~~~~~~~~~~~~~~~ Einigen ist es sicherlich auch schon aufgefallen, der Wasabi, der in der Sushi-Bar gereicht wird, ist wesentlich farbintensiver als der, der beim Aldi im Gläschen auf seinen scharfen Einsatz lauert. Der Wasabi im Aldi-Gläschen ist lindgrün, aber eine sehr schöne Farbe ist es dennoch, und schaut man genauer hin, so sieht er ein wenig grieslig aus - es ist keine völlig glatte Masse. Von der Konsistenz unterscheidet er sich eigentlich nicht von den bei uns erhältlichen Meerethischen. Auch wenn er leicht grieslig aussieht, so erweckt er aber dennoch einen sahnigen Eindruck.
Geruch ~~~~~~~~~~
Spätestens wenn man den Deckel öffnet verwandelt sich die unscheinbar aussehende lindgrüne Masse in einen überraschenden Aha-Effekt. Denn ist das Gläschen erst einmal offen nimmt man einen sehr intensiven Geruch nach Meerrettich war - sehr würzig und mit dem Potenzial an Schärfe, die einem verstopfte Nasen durchaus wieder freischaufeln kann. Der Duft ist aber dennoch nicht unangenehm, sondern sehr aromatisch und appetitlich. Bis auf die Tatsache, dass man damit eine verstopfte Nase leicht wieder frei bekommt, habe ich beim Vergleichsschnuppern am Tafel-Meerrettich keine großen Unterschiede feststellen können. Der Wasabi duftet eigentlich nicht anders als normaler anderer Meerrettich, ist evtl. nur etwas durchziehender in der Wirkung.
Geschmack ~~~~~~~~~~~~
Der bei Aldi angebotene Wasabi gehört eindeutig nicht zu der "namida"-Variante, denn er ist zwar sehr aromatisch, aber Tränen bekomme ich davon nicht in die Augen. Für die zarte Geschmacksknospen unter uns wird der Wasabi schon sehr, sehr scharf sein und ihnen sicherlich auch für einen Moment die Luft weglassen oder die Nase durchziehen, aber Tränen - wie gesagt - bekam ich keine in meine Käferäuglein.
Aber dennoch finde ich ihn für unsere europäischen Verhältnisse sehr schmackhaft und durchaus geschmacklich gelungen, weil hier Geschmack an sich und die Schärfe in einem doch sehr ausgewogenen Verhältnis stehen. Nur wer nun so gar nichts Scharfes mag, sollte eher die Finger davon lassen und zu den üblichen Sahnemeerrettiche einheimischer Knollen greifen.
Der Wasabi sieht nicht nur leicht sahnig aus, er ist es letztendlich auch. Vom Geschmack her unterscheidet er sich dennoch auch nicht sehr von unserem normalen Meerrettich. Ansonsten kann das beim Blick auf die Zutaten und dem direkten Vergleich eigentlich auch nicht verwundern, denn diese sind beinahe identisch und unterscheiden sich bis auf die Zugabe von 10% Wasabi nicht wesentlich. Hier sind sie mal, die
Bis auf die 10% Wasabi und das natürliche Aromaextrakt sind das wirklich die gleichen Zutaten wie im Tafel-Meerrettich. Daher ist es schon klar, dass der Wasabi von KIM nicht anders schmecken kann, sondern lediglich schärfer ist.
Weil ich gerade so schön beim Abschreiben bin, hier gleich noch die für durchschnittlich 100 g angegebenen
Nährwerte ~~~~~~~~~~~~~~
Brennwert: ...................... 630 kJ/ 149 kcal Eiweiß: ............................ 1,6 g Kohlenhydrate: ................. 9,2 g Fett: ................................ 11,7 g
Haltbarkeit ~~~~~~~~~~~~
Kann man dem Deckel Glauben schenken, so muss der Wasabi bis zum 30.07.2006 vertilgt sein. Da ich nicht mehr so genau weiß, wann ich den gekauft habe (evtl. im Februar 2006), kann man zumindest feststellen, dass er sicherlich ein halbes Jahr gut und gerne durchhält.
Ist er erst einmal geöffnet, so sollte man ihn nur noch im Kühlschrank aufbewahren.
4. SO NUN DAS VERSPROCHENE REZEPT ***************************************************
Ich sage es gleich, ich koche nicht oft und ich koche auch nicht sonderlich gerne, aber wenn ich doch mal was koche, dann darf es schon mal was Besonders sein und dann probiere ich auch gern mal was aus. Da ich gerne Fisch esse, war ich hocherfreut als ich damals auf meiner Suche nach Rezepten, in denen Meerrettich (speziell Wasabi) verwendet wird, auf dieses hier gestoßen bin und schwer war es auch nicht sonderlich.
Lachs in Orangen-Wasabi ~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~
Hierfür benötigt man für 4 Personen folgendes:
- 700 g Lachsfilets - 2 Knoblauchzehen und 1 Bund Lauchzwiebeln - 2 EL Limettensaft - 5 EL Orangensaft - 1 - 2 TL Wasabi (vorher überlegen, was zumutbar ist) - 4 EL Creme Fraiche - Koriander, Salz, Pfeffer und - zum Garnieren ein paar Orangenscheiben und Limettenstückchen
Und so geht's:
Das Lachsfilet in 8 Streifen schneiden und ca. 4 - 5 Minuten von beiden Seiten leicht anbraten, danach salzen und pfeffern (nicht vorher). Danach die 2 Knoblauchzehen (man kann auch nur eine nehmen) und die Lauchzwiebeln fein hacken und zum Fisch dazugeben. Alles zusammen etwa 1 - 2 Minuten dünsten.
Aus ½ Tasse Wasser, 2 EL Limetten- und 5 EL Orangensaft (frisch gepresst ist natürlich edelst) eine Art Brühe zusammenrühren und diese zum Fisch geben, dann alles zusammen aufkochen lassen. Den gehackten Koriander dazugeben. Dann nehme ich die Filetstückchen aus der Soße, damit ich die 1 - 2 TL (Mutige dürfen auch ruhig noch 1 TL mehr nehmen) Wasabi unter die Soße rühren kann - solange bis sich der Wasabi richtig aufgelöst hat und es keine Klümpchen mehr in der Soße gibt. Die Creme fraiche mit einem Esslöffel Orangensaft vermengen, glatt rühren und mit Salz und Pfeffer nochmals abschmecken. Alles glatt rühren und den Fisch noch einmal kurz in die Soße geben, damit die Zutaten den Fisch durchziehen können. Auf kleiner Hitze kurz köcheln lassen, aber aufpassen, dass der Fisch nicht zerfällt.
Am idealsten ist es, wenn die Soße sämig und nicht zu flüssig ist.
Den Fisch dann mit der Soße zusammen auf den Teller geben und mit Limettenstücken (in achtel geschnittene Limetten) und halben Orangescheiben (Schale dranlassen, aber vorher abwaschen) auf dem Teller anrichten. Wir essen gern Basmati-Reis oder den ebenfalls bei Aldi erhältlichen Jasminreis dazu.
Die Soße ist wunderbar würzig, scharf und fruchtig. Der Fisch mit seinem zarten Fleisch passt ganz hervorragend dazu - und mal ehrlich, klingt das so als wenn man wahnsinnig viel Kocherfahrung braucht?
5. MEINE MEINUNG ZUM SCHLUSS ********************************************
Sicherlich ist der Wasabi-Meerrettich nun nichts Außergewöhnliches, denn wir ich nach meinem Test und ihr nach diesem Bericht erkennen, schmeckt er nicht anders als normaler deutscher Tafel-Meerrettich und ist auch von der Konsistenz her nix Exotisches, aber er ist um einiges doch schärfer und hat so eine wunderschöne lindgrüne Farbe.
Der Preis dieses Meerrettichs ist, wie bei allen anderen KIM-Erzeugnissen, angemessen und sehr günstig.
Leider ist die Verpackung zwar wieder verschließbar, aber mit dem Glas nicht wirklich optimal.
Insgesamt spreche ich schon eine Kaufempfehlung aus und vergebe 4 der 5 Sterne, weise aber darauf hin, dass er sich lediglich in Sachen Schärfe etwas vom Meerrettich aus deutschen Landen unterscheidet, so dass man nun nicht uneingeschränktes Trübsal blasen muss, wenn man die Asia-Tage beim Discounter verpasst hat. Übrigens, das Lachsgericht geht auch mit "normalem" Meerrettich.
Ich wünsch euch gutes Gelingen beim Nachkochen und guten Appetit, wenn ihr es dann hinbekommen habt. Danke schön fürs Lesen.
21.05.2007 11:39
sicherlich eine scharfe sache. lg
21.05.2006 21:22
Super Bericht. Mit Rezept und allem drum und dran. Wasabi hat schon echt was. Aber man muss es mögen, so wie ich. LG Franzi
09.05.2006 19:12
Mag zwar keinen Merettich, dafür aber deinen Bericht. Sehr ausführlich und genau. LG Ute