Über sich: Hab grad Cia-Pause. Lese derzeit mehr Berichte. Aber bald schreib ich wieder. Bis dann dann.... ...
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Hallo!
Es ist Samstag morgen, gegen halb zehn. Ich sehe in meinen Kühlschrank . Während ich noch vor Müdigkeit gähne, scheint mein cooler Lebensmittelaufbewahrer das gleiche zu tun – vor Leere. Nachdem ich das Echo meines eigenen Gähnens, welches von den kahlen Wänden meines leeren Kühlschranks zurückgeworfen wurde, vernommen habe, komme ich zu dem Schluß: ich muß mal wieder einkaufen.
Einkaufen. Iiiih. Wenn ich das Wort schon höre, bzw. denke, wird mir ganz übel. Aber was sein muß, muß sein. Da ich nicht zu den intuitiven Einkäufern gehöre und nicht immer auswendig weiß, was fehlt, mache ich mir zuerst eine kleine Liste mit dem Wichtigsten. Den Rest kaufe ich nach Magenbefehl oder aktuellem Hungergefühl. Noch die Klappkiste und die Geldbörse eingepackt, und schon geht`s los. Ich entscheide mich beim heutigen Einkauf für ALDI Süd.
Der Parkplatz ist übervoll. Na wunderbar. Ich erhasche noch einen günstigen Stellplatz, nicht weit vom Eingang und verbuche diese Tatsache als meinen ersten Teilsieg des Gesamteinkaufsvorgangs.
Wo ist die Mark, die immer im Auto liegt? Verschwunden! Ich ziehe also die Geldbörse raus , werde fündig und bin froh nicht erst an die Kasse zum Wechseln gehen zu müssen, damit ich das Pfand für den Einkaufswagen einwerfen kann. Zweiter Teilsieg.
Ich stürze mich ins Getümmel. Der Supermarkt ist voll. Mein erstes Hindernis: Zwei ältere Damen, die sich angeregt, nebeneinander stehend, unterhalten und damit gleich am Eingang einen Stau verursachen. Gezieltes, zufälliges anrempeln stört die Mädels nicht. Sie haben sich anscheinend darauf eingestellt und besprechen weiter ihr offensichtliche wichtiges Thema, daß wohl die Menschheit retten würde, wenn`s nur jeder wüßte. Auf meine Bitte hin, doch etwas zur Seite zur rücken (da ich an mein Knuspermüsli wollte) erntete ich noch böse Blicke und kam mir fast schon schuldig vor. Doch ich hatte einen Parkplatz und die Mark für den Einkaufswagen. Also ließ ich mich nicht entmutigen. Geschafft. Wieder ein Sieg.
Ich habe Glück. Die nächsten 5 Meter sind frei und ich kann ungehindert meine Liste „abarbeiten“.
Da ich in diesem ALDI schon lange einkaufe, habe ich ein bestimmtes Wege-System entwickelt und weiß genau wie ich „fahren“ muß. Auch meine Einkaufsliste habe ich diesem System angepaßt. Genial, gell?
An der Kühlzeile angelangt, sehe ich mich wieder einem Menschenknäuel gegenüber stehen. Mit ihren Wägen verbarrikadieren sie förmlich den Zugang, als ob sie verhindern wollten, daß noch andere Konsumenten sich an der in Plastikfolie eingeschweißten Frische erfreuen.
Da ich kein großer Freund von Kontaktsportarten bin (Karate und Aldi-Nahkampf), parke ich mein Wägelchen bei der Milch, die gerade nicht im Mittelpunkt des Geschehens zu stehen scheint und sich für meinen Wagen als sicherer Parkplatz anbietet.
Mit geübten fast tänzerischen Schrittfolgen, elegant anmutenden Hüftbewegungen in Verbindung mit genau geplanten und eingeübten Handgriffen, bewege ich mich durch den Einkaufswagen-Menschauflauf an der Kühlzeile entlang. Ich greife gezielt und flink nach den Lebensmitteln die ich brauche und verblüffe damit die Menschlein, die sich minutenlang nicht entscheiden können, welchen Käseaufschnitt sie nun einpacken oder doch das Bauerngeräucherte satt den Hinterschinken mitnehmen sollen.
Ach, was sehe ich da. Die Wühltische mit den Sonderangeboten. Menschen aller Nationen tummeln sich in Massen um die Tische und geben meinem Unterbewußtsein damit den eindeutigen Befehl: „Vergiß es – geh weiter!“
Ich gehorche.
Ich Großen und Ganze habe ich nun meinen Einkauf getätigt. Die auf der Liste stehenden Artikel liegen im Einkaufswagen und das eine oder andere Leckerli flog im Vorbeigehen noch dazu.
Doch nun wird es ernst. All das war ein Kinderspiel, im Vergleich zum Bevorstehenden. Das Grauen, der Kampf,
die KASSE.
Mit geübten Blicken wäge ich ab:
Voller Laden, vier Kassen, aber nur zwei besetzt. Welches ist die schnellere Kassiererin und läßt die Strichcodes am flinksten über das Lesegerät hüpfen? Ich prüfe die Einkaufswagen vor mir. Wer hat wieviel im Wagen? Voll heißt nicht immer viel. Es kommt auch auf die Größe der Artikel an. Eine Wissenschaft für sich, die ich mir im Laufe der Zeit angeeignet habe. Doch ich stelle fest, daß es egal ist, welche der beiden Kasse ich wähle und stelle mich ganz links, so etwa als fünfzehnter, in die Schlange. Ja, der Platz ist mir sicher. Aua!
Aua! Was ist das? Schon wieder! Jemand fuhr mir gerade mit seinem Wagen auf die Hacken. Ich drehe mich um. Ach ja, die älter Dame, welche zuvor den Eingang blockierte. Scheint arg in Zeitnot zu sein. Jetzt, auf einmal. Natürlich hat sie den harten Aufprall ihres Wagens an meine Fersen nicht bemerkt und begutachtet ganz interessiert die Fertigsaucen im Regal neben ihr, meinen schmerzverzerrten Gesichtsausdruck völlig ingnorierend.
Der Höhepunkt des Einkaufs
Mittlerweile bin ich auf Platz 8 (nur geschätzt) vorgerückt. Doch hinter mir hat die Schlange Dimensionen angenommen, welchen die Letzten in der Reihe sich die Frage stellen läßt, warum sie nicht ein 500 Seiten dickes, interessantes Buch mitgenommen haben.
Doch plötzlich macht sich Unruhe breit. Ein ALDI-Bedienstete kommt von ganz hinten flotten Schrittes auf den Kassenbereich zu. Köpfe drehen und wenden sich. Kann es sein? Kommt sie her? Ja, die Hoffnung geht in an Sicherheit grenzende Wahrscheinlichkeit über. Doch an welche Kasse wird sie gehen. An die 3, an die 4? Zu frühes Starten wäre peinlich und würde noch dazu Zeit kosten. Also warten. Bis zum letzten Augenblick. Doch wann ist der?
Die Szene gleicht der Duell-Szene eines guten Italo-Westerns. Die Augen werden zugekniffen, die Pupillen verengen sich. Gegenseitiges Belauern und Beobachten. Jeder ist jedermanns Feind. Laute Stille. Fast kann man im Hintergrund eine schicksalsschwangere Musik vernehmen, welche einem die Hochspannung vermittelt, die in diesem Augenblick im Aldi-Süd herrscht.
Oder wie einem Formel 1-Start. Die Wagen stehen alle auf Position. Doch die Motoren heulen auf. Keiner weiß, wann es los geht. Doch während der eine Fuß noch auf der Bremse steht, drückt der andere Fuß ständig auf´s Gaspedal: brumm, brumm, brummmmm. Wann kommt das Signal.
Es ist die Kasse Nr. 3. „Los“
Noch bevor die Kassiererin sich setzt beginnt der gnadenlose Kampf um die besten Plätze an der Kasse 3. Da wird schon mal etwas heftiger gegen den konkurrierenden Wagen gefahren. Das beliebte „auf die Hacken fahren“ soll noch einen Platz weiter vorne sichern und Kontrahenten abschrecken. Untentschlossene, schon auf Platz 5 der Kasse 2 gewesen, verpassen den Absprung, kommen zu spät in die neue Schlange und müssen sich nun mit Platz 8 zufrieden geben. Wie peinlich. Doch man läßt sich nichts anmerken. Ein Versuch war es wert.
Ich habe mich entschlossen in meiner Reihe zu bleiben. Und beobachte die Szene aus sicherer Entfernung. Da zwei Ungeduldige vor mir aus der Schlange ausgebrochen sind, um ebenfalls zu wechseln, rücke ich gleich auf Platz 6 auf (ebenfalls geschätzt). Nun versuchen meine Backenmuskeln ganz unterbewußt meinen Mund zu einen Lächeln zu heben. Ich sehe die Leutchen, wie sie um einen guten Platz kämpfen, fast als ginge es um ihr Leben. Leider wurde mein „Auslachen“ bemerkt und mit bitterbösen Blicken quittiert. Was soll`s. Ich bin dran.
Ich hab`s geschafft. Die Kasse hinter mir, die Lebensmittel in der Klappbox untergebracht, den Wagen zurückgebracht, die Mark wieder eingesteckt. War das ein Abenteuer. Toll. Endgültiger Sieg. ;o)
ALDI
Ich kaufe gerne da ein. Ich sollte es lieber unter der Woche tun, aber wie so oft, komme ich einfach nicht dazu.
Im Großen und Ganzen kann man fast alles, was man für`s tägliche Leben braucht, bei ALDI holen.
Und Aldi ist wirklich günstig. Na gut, Markenware ist eher selten, aber die Alternativ-Angebote sind durchaus von guter bis sehr guter Qualität. Man verzichtet auf aufwendige Ladenausstattung. Die Ware findet man meisten noch direkt auf der Palette oder in Großverpackungen.
Die „Kühltheke“ ist in den letzten Jahre gewachsen und bietet mittlerweile eine große Auswahl. Und es schmeckt größtenteils sogar. Ich mußte mich erst „durchessen“ , hab aber meine Lieblinge schon ausfindig gemacht.
Auch Tiefkühlkost gehört noch nicht so lange zum Angebot des Billig-Anbieters (erst ein paar Jahre). Es ist zwar nicht gerade üppig, aber es rundet zumindest das Angebot ab.
Leider kann ich mit dem Gemüse-Angebot nicht viel anfangen. Die Auswahl ist in unserem Aldi nicht sehr groß und Frische und Qualität lassen oft zu wünschen übrig.
Das Personal ist allerdings freundlich, auch wenn es genervt und offensichtlich gerade überfordert ist, wie z.B. bei den Kassen-Schlachten.
Ach ja! In unserem Aldi gibt`s kein Backpapier. Ist das in Eurem auch so?
Fazit:
Aldi-Einkauf ist immer wieder ein Abenteuer *grins* . Der Markt bietet ein breites Angebot an Lebens- , Haushaltsmitteln und Gegenstände des Alltags. Darüber überrascht Aldi immer wieder mit Sonderangebotenz.B. aus der Computer-Ecke oder sonstigen Highlights, die sich oft an der Jahreszeit orientieren. Die Preise sind wirklich ganz unten. Im regionalen Vergleich, soweit mir der Vergleich hier in der Gegend möglich war, gehört ALDI definitiv zu den günstigsten Anbietern. Auch die Qualität der angebotenen Ware ist im Großen und Ganzen gut bis sehr gut (bis auf Obst und Gemüse in unserem Aldi).
Tja, das war`s schon wieder. Erlaubt mir noch eine Bemerkung zum Schluß. Eigentlich hab ich diesen Bericht nicht wegen dem tollen Angebot von ALDI geschrieben. Meine Begeisterung hält sich in Grenzen. Ich find ihn einfach nur gut. Vielmehr wollt ich mein tatsächlich Erlebtes Abenteuer und die Leute bringen. Ich könnte mir vorstellen, daß viele von Euch die oberen Zeilen mit einem stillen Kopfnicken gelesen haben. So, jetzt aber genug. Bis zum nächsten ALDI-Abenteuer.
was sah ich da gerade.. ALTDORF? Bin auch von dort... naja... fast... mein Altdorf hat eine andere Postleitzahl... 90...
Suuuuuuuuuuuper Beitrag übrigens :-)
Viele Grüße
Rot-Tigerchen
Hallo Thomas,
leider konnte ich nicht still mit dem Kopf nicken, sondern ich musste laut lachen. Danke fuer die amuesanten Minuten! Leider sind aber die Erlebnisse von dir zu sehr aus dem Leben jedes berufstaetigen Samstags oder Freitagsnachmittagseinkaeufers gegriffen, so blieb manches Lachen doch noch im Hals stecken.
Trotzdem, weiter so! Dein Stil ist lebendig und schoen zu lesen.
PS: Ob unser Aldi (Sued) Backpapier hat weis ich nicht, aber er hat definitiv fast nie das Spuelmaschinensalz, und das nervt auch.
16.07.2002 15:42
was sah ich da gerade.. ALTDORF? Bin auch von dort... naja... fast... mein Altdorf hat eine andere Postleitzahl... 90... Suuuuuuuuuuuper Beitrag übrigens :-) Viele Grüße Rot-Tigerchen
31.01.2002 12:48
Hallo Thomas, leider konnte ich nicht still mit dem Kopf nicken, sondern ich musste laut lachen. Danke fuer die amuesanten Minuten! Leider sind aber die Erlebnisse von dir zu sehr aus dem Leben jedes berufstaetigen Samstags oder Freitagsnachmittagseinkaeufers gegriffen, so blieb manches Lachen doch noch im Hals stecken. Trotzdem, weiter so! Dein Stil ist lebendig und schoen zu lesen. PS: Ob unser Aldi (Sued) Backpapier hat weis ich nicht, aber er hat definitiv fast nie das Spuelmaschinensalz, und das nervt auch.
10.10.2001 21:47
super bericht! hey, altdorf kenn ich doch irgendwoher...ist das nicht in der nähe von fürth/nürnberg? da komm ich her!...MLS, Gruß, Pam aka Suspirios